Monat: August 2021

  • Die Organpflege im Jahreskreis

    Die Organpflege im Jahreskreis

    August – Löwe – Sonne

    Die Löwe-Tage vom 22. Juli bis 23. August werden auf der nördlichen Halbkugel oft von der heißesten Zeit des Jahres beherrscht. Auch die Tagesqualität ist trocken-feurig. Daher ist es wichtig, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um eine Austrocknung zu verhindern. Durch die sommerliche Hitze kommen stürmische Gewitter auf, die den Kreislauf mehr belasten. Schlaflose Nächte oder Herzbeschwerden häufen sich in dieser Zeit. Da ist es am besten, sich körperlich nicht groß anzustrengen.

    In südlicheren Regionen gehört es zur natürlichen Tagesordnung, dass in die Mittagszeit und in die heißeste Zeit im Jahr eine „Siesta“ eingelegt wird. Dafür ist das Nachtleben umso lebendiger.

    Auf der Gefühlsebene „schlägt“ das Herz der Frau anders als das des Mannes! Beide dienen damit der Vielfalt der Liebe. Das macht es ja gerade so spannend, was zwischen ihnen so alles in die Liebe gelegt werden kann und wird. Und zur Transformation in das Weltenherz erarbeitet werden darf.

    Astrologisch wie astronomisch befinden wir uns gerade jetzt in einer dieser prägenden Zeiten, die unsere Wahrnehmung, das Bewusstsein oder -werden stark in Anspruch nimmt: „True Love is Born from Understanding“. Mitgefühl kann nicht heißen: „Du musst das machen, was ich mache.“ Verstehen heißt, in Respekt die Haltung oder Meinung eines Gegenübers sein lassen zu können.

    In der chinesischen Tradition des Nei Ching wird das Herz wie folgt beschrieben:“ Das Herz gleicht dem Minister des Fürsten, der sich durch Einsicht und Verständnis auszeichnet.“ Und: “Der Mensch bringt täglich sein Haar in Ordnung. Warum nicht auch sein Herz“? Wenn wir denn nun unser eigener Minister und Fürst ganz innendrin sind, ist das Einsehen, was das Herz mitteilen will, auf es zu hören, besonders wertvoll. Dann „sieht“ man mit dem Herzen besser.

    Das Herz birgt die Kraft der allumfassenden, bedingungslosen Liebe. Sie will im Leben eines Menschen, der sich aus reiner Liebe auf den Weg zur Erde macht, aus dem Vergessen wiedererwecken werden und strahlen. Die ursprüngliche Information wird uns als Geschenk mitgegeben. Sehnsüchtig wollen wir lieben und wiedergeliebt werden. Das ist nicht immer ganz einfach. Das Herz jedoch hält diese Urinformation wach und aufrecht. Es gibt zwar herzloses Benehmen, Herzlosigkeit aber nicht. Wahre Liebe verzeiht, erlöst, befreit von uralten Lasten. Transformiert. Der Weg zu sich selbst mag der steinigste und schwierigste sein. Dass er nicht gelingen könnte, unmöglich sei, steht aber nirgends geschrieben, außer der Mensch selbst schreibt ihn sich ein.

    Alles dreht sich um Liebe. Es ist ein besonderes Gefühl, wenn „einem das Herz aufgeht“. Da braucht es keine Worte, und die Freudentränen sind ein echtes Zeichen der Berührtheit.

    Die Sonne ist der Planet des Löwen. Ohne ihr Licht und die Wärme gäbe es auch kein Leben auf der Erde. Sie spiegelt sich mit ihrem ewigen Feuer in Herzenswärme, Verständnis, leuchtenden Augen, Freude, Glücklichsein wider. Das Metall Gold wird seit Urzeiten mit Sonne, Herz, Reinheit, Erleuchtung, Reichtum und Ganzheit gleichgesetzt. Goldpräparate sind Herzmittel, die helfen, das Gleichgewicht wieder herzustellen.

    Galenos führte Schlangenmedizin in Europa ein. Zubereitungen aus Schlangengift als Blut-, Herz- und Nervenmittel haben sich sehr bewährt. Aber auch Heilpflanzen, die mit Goldlösung gegossen werden, übertragen diese heilende Kraft.

    Was meint das gekränkte, verletzte Herz, wenn es sich ausdrücken will, verstanden werden will, nach Heilung sucht? „Es bricht mir schon lange das Herz…“, ist z.B. eine Aussage bei allgemeinen Herzproblemen. Ein sich hinschleppendes Thema bewirkt Bluthochdruck, wenn eine Lösung nur schwer möglich ist. Ein zu niedriger Blutdruck empfindet „all die Mühe“ umsonst. Eine Anämie folgt der geistigen Einladung wie etwa: „Die Zweifel sind berechtigt, mein Pessimismus hat recht“. Gicht empfindet patriarchalische Herr-Sklave-Beziehungen nach, wobei das Elitedenken einer heutigen Zeitqualität entsprechen mag: „Ich bin hier der Chef und alle tun ausnahmslos was ich sage“.

    Das Herz schlägt ununterbrochen in Rhythmus und Schwingung. Es arbeitet unentwegt und hält die gesamten Funktionen des Körpers in Schuss.

    Erfahrene Herzchirurgen berichten, dass wenn sie während einer Operation zu nahe an einen bestimmten linken oberen Punkt im Herzen kommen, der Patient sterben kann. Da gibt es also auch einen Punkt im Herzen, einen Funken, der auf mechanische Eingriffe äußerst empfindlich reagiert. Dabei dürfte es sich um eine hohe Dichte von Elektronen handeln („Funke, der uns unsterblich macht“, Ursula Seiler).

    Löwe Tage eignen sich sehr gut für das Sammeln von Heilpflanzen, die verschiedensten Herzleiden entgegenwirken. Weißdorn-Präparate (Crategus oxyacantha) aus Blüten, Knospen und Blättern z.B. können über längere Zeit eingenommen werden. Sie helfen bei Herzschwäche, Kreislaufstörungen und dem Altersherz. Herzgespann (Leonurus cardiaca) beruhigt ein ängstliches oder gestresstes Herz, der Herzwein mit Fenchel-Galgant-Tabletten aus der Hildegardmedizin reguliert und kräftigt es. Die Farbe Grün bis Rosa, eine Herz-Kreislauf stimulierende Massage mit ätherischem Lavendelöl oder eine Herzkompresse mit Arnikaessenz kann bei vielen Beschwerden Linderung bringen.

    Du darfst nicht warten,
    bis Gott zu dir geht
    Und sagt: Ich bin.
    Ein Gott, der seine
    Stärke eingesteht,
    Hat keinen Sinn.
    Du musst wissen,
    dass dich Gott durchweht
    Seit Anbeginn,
    Und wenn dein Herz dir glüht
    und nichts verrät,
    Dann schafft er darin.
    Rainer Maria Rilke

  • Pilze für Wohlbefinden und Gesundheit

    Pilze für Wohlbefinden und Gesundheit

    Pilze zählen neben der Fauna und Flora zu dem dritten großen Reich der Biologie. Für die meisten Menschen sind die Fungi faszinierende Geschöpfe – vielleicht weil sie in unserem Leben nicht so sehr in Erscheinung treten wie die Pflanzen, oder nicht so mächtig wirken wie die Tiere. Offenbar liegt im Reich der Pilze etwas Geheimnisvolles und Mysteriöses – wohl, weil wir sie suchen müssen?

    Wandern wir im Wald, um Schwammerln zu sammeln, dann gehen wir, genau genommen, von den Pilzen in die Pilze, denn sie befinden sich überall! Das „World wide Web“ aus Myzelien, dem eigentlichen Körper der Schwammerln, welches sich unter unseren Füssen spinnt, ist für das Leben im Boden verantwortlich. Die Pilze recyceln Abgestorbenes, sie zersetzen Totes. Die dabei freigegeben Nährstoffe transportiert der Pilz über das Mycel hinweg zu fernen Orten. De facto geht jede Pflanze in Symbiose mit Pilzen und unterstützt diese. Ohne solche Destruenten wäre unsere Welt vollgefüllt mit Blättern, Laub und Holz und noch viel mehr. Unser Abfall würde nie verrotten! Stirbt ein Organismus, tritt er danach erneut in den Kreislauf des Lebens ein. Die Nährstoffe werden für die Natur durch die Pilze wieder verfügbar: Der Tod ist damit die Basis für neues Leben.

    „Wollen wir die Erde gesund erhalten oder ausgebeutete, vom Menschen geschundene Gebiete retten, müssen wir einen ökosystemischen Blick auf die Natur einnehmen. Und der einzige Weg hierfür ist die Suche nach Organismen, die uns alle verbinden. Dies sind die Pilze. Kein anderer Organismus auf der Erde verbindet Pflanzen mit Tieren oder Bakterien mit Pflanzen. Das Mycel kann unseren Planeten retten“. [1]

    Wirft man einen Blick auf den gesundheitlichen Wert der Pilze, fällt auf, dass sie alles Mögliche zu bieten haben. Gerne wird von der medizinischen Verwendung dieser besonderen Lebewesen erzählt, denn sie verfügen über eine sehr lange Tradition – bereits Ötzi hatte solche mit sich getragen. In der Phytotherapie werden weltweit bei vermutlich 300-450 Tausend höheren Pflanzenarten etwa 50 Tausend medizinisch verwendet. Dieser Vielzahl stehen geschätzte 1,5 bis 100 Millionen Pilzarten mit lediglich 20 bis maximal vielleicht 100 derzeit bekannten Heilpilzen gegenüber. Bis dato sind womöglich erst 140 Tausend Schwammerl beschrieben bei etwa hundert Millionen unentdeckten! Ungemein erschwert wird die Forschung, da nur 10% der Pilze überhaupt Fruchtkörper ausbilden. Bei Betrachtung dieser Zahlen wird klar, dass Pilze bisher links liegengelassen wurden. Allmählich wird zunehmend geforscht! Medizinisch angewendet wird wie erwähnt heute eine Handvoll Pilze. Diese sind gut untersucht und auch in verschiedenen Formen leicht erhältlich. Bereits diese Wenigen lassen eine Vielzahl an beeindruckenden Wirkungen erkennen – für jeden Pilzfreund ist ein Schwammerl dabei. Häufig werden bei den meisten Pilzen die Fruchtkörper genutzt, über die sich die Schwammerl vermehren. Andere Vitalpilze sind Speicherstadien oder Nebenfruchtformen. Pilze leben als Symbionten, Parasiten oder Folgezersetzer. Sie haben sich daher gegen Fressfeinde oder Konkurrenten zu behaupten und gehen auf gewisse Weise zum chemischen Angriff über. Folglich sind sie vollgefüllt mit pharmakologisch aktiven Stoffen.

    Alle Pilze beeinflussen das Immunsystem auf unterschiedlichen Ebenen und haben dadurch Wirkung auf Tumorgeschehen und Krebs. Sie wirken darüber hinaus Sauerstoffradikalen entgegen. All dies ist der Grund Pilze präventiv oft in den Speiseplan einzubauen:

    • Pilze sollten wegen der Lektine stets gut gekocht werden. Deren Verträglichkeit ist mäßig, sie sind hitzelabil.
    • Wegen der Ballaststoffe sind sie möglichst dünn oder klein zu Schneiden und beim Essen besonders gut zu Kauen.
    • Wegen der Güte und Vielzahl der Inhaltsstoffe sollten sie oft und in jeder Form verzehrt werden.

    Als Lebensmittel können Pilze praktisch überall hinein geschummelt werden: Die Schwammerl werden klein geschnitten, mit Zwiebel angeröstet, bis alles Wasser ausgekocht ist. Dann wir mit Wasser übergossen, gut weichgekocht und in Folge püriert. In dieser Form haben die Pilze ihr Aroma weitgehend verloren und können in nahezu jede Speise gegeben werden. Weiters können sie getrocknet und gepulvert zum Würzen herangezogen werden oder sparsam, um wenig Aroma zu geben ins Gewürzsalz gemischt werden. Um einen Tee zu bereiten, werden getrocknete Pilze mit siedendem Wasser übergossen und 10 Minuten gekocht. Ein so zubereiteter Pilzdekokt kann innerlich angewendet werden, bietet sich des Weiteren äußerlich bei Hauterkrankungen an, etwa bei Fieberblasen, ferner zum Spülen und Gurgeln. Pilzpulver können direkt eingenommen werden, ins Essen gemischt oder bei sehr intensiven Aromen mit etwas naturtrübem Apfelsaft aufsupendiert getrunken werden. Pilzextrakte finden ganz bewusst medizinische Verwendung. (Rechtlich gelten sie als Nahrungsergänzungsmittel, Heilversprechen dürfen nicht gegeben werden, unabhängig von den dazu vorliegenden Studien.) Für die Herstellung der Extrakte werden die Pilze von dem wasserunlöslichen Chitingerüst befreit und gelangen dadurch zu einer 20-30 fachen höheren Stärke. Aufgrund der pharmakologischen Breite und Vielfalt gehört die Nutzung dieser Produkte in die Hände eines erfahrenen Therapeuten. Dieser stimmt die Pilze passend mit eingenommenen Medikamenten ab, empfiehlt geeignete Zubereitungsformen und Dosierung sowie den besten Zeitpunkt der Einnahme.

    Inhaltsstoffe

    Obwohl Pilze zwar zu 90% aus Wasser bestehen, enthalten sie dennoch viel Eiweiß und sind darüber hinaus gleichzeitig arm an Kalorien-, Cholesterin- und Fett. Durch die enthaltenen Aminosäuren zeigen sie eine hohe biologische Wertigkeit; viele Pilze enthalten alle acht essenziellen Aminosäure. Das Aminosäureprofil der Pilze erweist sich besonders reich an Leucin, Isoleucin und Valin, welche für das Muskelgewebe besonders wichtig sind. Dazu kommen noch weitere, wichtige regulatorische Aufgaben im Körper. Pilze beinhalten Ballaststoffe zwischen 20 und 50%. Der größte Anteil an Kohlenhydraten u.a. Chitin (Beta-Glucan) in den Pilzen dürfte unverdaulich sein, diese Ballaststoffe sind wichtig für die Darmgesundheit.

    Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium, Selen und Zink sind reichlich vorhanden; leider reichern sich auch Schwermetalle leicht ein. Hinsichtlich der Vitamine zeichnen sich Schwammerl durch hohe Gehalte an B-Vitaminen wie etwa B1, B2, B3, B5 und B12 aus; die meisten davon finden sich im Austernseitling und Champignon. Bemerkenswert ist das Vorkommen von Ergocalciferol, einer Vorstufe von Vitamin D. Das Stehen von Pilzen in der Sonne, steigert den Gehalt an Ergocalciferol.

    Alle Pilze produzieren die für sie typischen Polysaccaride, die 1,3-1,6-beta-D-Glukane. Sie bilden aufgrund ihrer besonderen Struktur eine Helix aus. Diese Kohlenhydrate verursachen eine besondere Wirkung auf unser Immunsystem; sie greifen an verschiedenen Stellen ein. Sie wirken als Adaptogene mit hohen antioxidativen Wirkungen. Nicht wenige wirken gegen Krebs und Tumore, weil sie die Krebszellen durch Aktivierung der Immunreaktion beeinflussen.

    Lektine sind wasserlösliche kleine Glycoproteine, sie spielen eine wichtige Rolle in der Zellkommunikation im Immunsystem und bei Entzündungsreaktionen und Krebs

    Chitin, das wir vor allem aus dem Panzer von Insekten kennen, wirkt auf Immunzellen und Zellbotenstoffe. Pilze enthalten tetra- (Sterole- zb Ergosterol) und pentacyklische Triterpene – sie wirken entzündungshemmend sowie Polyphenole (Antioxidantien), Indole, Enzyme und vieles mehr.

    Welche heimischen Pilze sind nun für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit besonders ideal? Lesen sie mehr im nächsten Teil.

    [1] Giuliana Furci, aus „Fantastische Pilze“, AT Verlag, 2020

    Literatur beim Verfasser

  • Aller Krankheit Anfang liegt im Bauch?

    Aller Krankheit Anfang liegt im Bauch?

    Die Traditionelle Europäische Medizin erlebt im 21. Jahrhundert eine regelrechte Renaissance. Es wird laufend auf diesem Gebiet geforscht, weshalb bereits zahlreiche Annahmen, die in der alten Medizin schon lange Gültigkeit haben, mittlerweile auch wissenschaftlich bestätigt werden konnten.

    Die meisten kennen wohl den Spruch von Hippokrates von Kos (460 – 370 v.Chr.):
    „Aller Krankheit Anfang liegt im Bauch“

    Vor einigen Jahren rückte das menschliche Mikrobiom in den Mittelpunkt intensiver Forschungstätigkeit. Mittlerweile gilt es als wissenschaftlich erwiesen, dass die Entstehung zahlreicher Krankheiten entweder direkt oder indirekt mit der Darmgesundheit in Zusammenhang steht.

    Das menschliche Mikrobiom kann zurecht als „Superorganismus“ bezeichnet werden.

    Unser Körper besteht aus 10 Trillionen menschlichen Zellen. Allerdings werden wir von 10-mal mehr mikrobiellen Zellen – also 100 Trillionen – besiedelt!

    Diese wiederum setzen sich aus mehr als 1000 verschiedenen Spezies zusammen und bringen in ihrer Gesamtheit stattliche 2 Kilogramm auf die Waage.

    Das „Mikrobiom“ ist dabei als die Gesamtheit aller Mikroorganismen in einem humanen Habitat (z.B. im Darm) zu verstehen. Zu 90% besteht es aus Bakterien, den Rest machen mikrobielle Eukaryonten, Pilze, Hefen, Viren und Archaeen aus.

    Ernährung, Bewegung, Stress, Schlafverhalten, Medikamente (z.B. Antibiotika, Antidepressiva), Rauchen, Hygienemaßnahmen, Umweltgifte, Sonnenlichtexposition und auch der Geburtsmodus beeinflussen maßgeblich die Zusammensetzung des Mikrobioms.

    Mittlerweile wurden mehr als 50 verschiedene Erkrankungen, die in der Schulmedizin beschrieben werden, mit unserer Mikrobiota assoziiert – für einige, wie z.B. Asthma und Darmkrebs, besteht auch ein kausaler Zusammenhang. In der TEM fallen diese Pathologien in die Begriffsdefinition der „Skrofulose“ (siehe Garvelmann F.; Raimann C. (2018): Humoralmedizinische Praxis, Band 1) und werden individuell therapiert (Konstitutionstherapie).

    Einige Beispiele:
    Chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Rheumatische Systemerkrankungen, Allergien, Hashimoto, Adipositas, Metabolisches Syndrom, Kardiovaskuläre Erkrankungen, Depressionen, Demenz, Autismus, Osteoporose, Fibromyalgie,…….

    Faszinierend ist auch die wissenschaftliche Erkenntnis, dass das intestinale Mikrobiom mit unserem Gehirn kommunizieren kann. (Die Verbindung zwischen Bauchraum und Gehirn ist in der TEM schon lange bekannt). Dies gelingt über die Hypothalamus – Hypophysen – Nebennierenrinden – Achse (CRH, ACTH, Cortisol), den Vagusnerv, über Cytokine (Immunsystem), den Tryptophan – Metabolismus (Serotonin), GABA u.a. sowie über kurzkettige Fettsäuren. Dadurch können über die Darmflora beispielsweise auch Angststörungen und depressive Verstimmungen ausgelöst werden.

    Da die Zusammensetzung der Darmflora sehr stark von unserer Ernährungsweise abhängt, können wir folglich unsere Psyche sowohl positiv, aber eben auch negativ beeinflussen – je nach dem, was wir essen.

    Es zahlt sich also in vielerlei Hinsicht aus, die kleinen Helferleins in unserem Darm gut zu füttern, damit sie sich in unserem Körper wohl fühlen und sich entsprechend vermehren können. Dadurch wird die Vermehrung pathologischer Mikroorganismen in unserem Darm und die Entwicklung einer fehlerhaften Zusammensetzung der Darmflora (Dysbiose) verhindert.

    Auf das Thema Darmgesundheit wird im Rahmen einer Ernährungsberatung nach der Traditionellen Europäischen Medizin ganz besonderes Augenmerk gelegt. Dabei werden Ernährungsempfehlungen stets individuell unter Berücksichtigung des Temperaments (genetisch vorbestimmter Stoffwechseltyp), der Temperatio (aktuelle Stimmungslage), der Lebensphase, der Jahreszeit, der sozialen und familiären Situation sowie der Umweltbedingungen ausgesprochen, denn jeder Mensch hat spezielle Bedürfnisse.

  • Lindenblüten – das Schönheitsmittel

    Lindenblüten – das Schönheitsmittel

    Bereits zu Zeiten der alten Griechen galt die Linde als Baum der Heiler und als Symbol des Friedens. Mit ihren zahlreichen heilenden Inhaltsstoffe wie Flavonoide, Gerbstoffe, Schleimstoffe, Saponine, Gerbsäure, Vitamin C, Vitamin P und ätherische Öle hat sie schon bei manch Leid helfen können. Denn die Linde verfügt über eine besonders vielfältige, heilende Bandbreite: von schmerzlindernd bei Rheuma, Migräne, Magen- und Unterleibsschmerzen, blutdrucksenkend, beruhigend, schlaffördernd, verdauungsfördernd, harntreibend, fiebersenkend, reizlindernd bei Husten, entzündungshemmend bei Halsschmerzen oder gar vorbeugend zur Steigerung der Immunabwehr oder als Erfrischung bei Hitzewallungen.

    So wohltuend die Heilwirkungen auf den menschlichen Organismus wirken, sind sie ebenso für die Hautpflege geeignet. Bereits im Mittelalter erwähnte Hildegard von Bingen in ihren Kräuterbüchern Lindenblütenwasser als Schönheitsmittel. Denn in der Lindenblüte steckt mehr Kraft als ihr zugetraut wird. Wir wollen einen genaueren Blick auf die Heilwirkung der Linde auf die Haut werfen.

    Die Heilwirkung der Linde auf die Haut
    Ab Juli warten die Blüten der Linde darauf gepflückt zu werden. Wenn möglich ziehen Sie die Blätter der Sommerlinde der Winterlinde vor, denn die bis zu 15 cm langen Blätter, verfügen über eine noch stärkere Konzentration der heilenden Wirkstoffe. Verarbeitet wird sie dann, je nach Anwendungsbereich zu einer Tinktur oder ähnlichem.

    Das wertvolle ätherische Öl der Linde, aber auch die Gerbstoffe haben eine antibakterielle und antimikrobielle Wirkung auf die Haut. Gerbstoffe sind auch bekannt, dass sie eine zusammenziehende Wirkung haben, also leicht straffend auf die Haut wirken. Außerdem verfügen sie über wundheilungsfördernde Eigenschaften. Der feine Duft des ätherischen Öls und auch die Flavonoide wirken beruhigend und entzündungshemmend und fördern die Durchblutung. Alles tolle Eigenschaften für unsere Haut.

    Äußerlich angewendet helfen Lindenblüten z.B. verdünnt in Bädern oder als Umschlag bei Wunden. Auch als Badezusatz eignet sich die Linde hervorragend. Ein Bad in Lindenblüten dient der Beruhigung sowie der Steigerung der Immunabwehr. Wenn in der kalten Jahreszeit die Haut müde und schlecht durchblutet aussieht, kann eine Kompresse kleine Wunder wirken. Sie fördert die Durchblutung und beseitigt auch das eine oder andere „Knitterfältchen“.

    Der in der Linde enthaltene Wirkstoff Farnesol ist Bestandteil vieler Deodorants, denn er verhindert, dass Schweiß unangenehm riecht, deshalb ist Linde auch perfekt als selbstgemachtes Deodorant geeignet z.B. mit einem Ölauszug.

    Mit ihrer kühlenden Wirkung eignet sich die Linde auch als Gesichtswasser oder Haarspülung. Lindenblütenaufguss ist ein altes, wirksames Gesichtswasser zur Tiefenreinigung. Sie beruhigt zudem angespannte oder gereizte Gesichtshaut, erfrischt sofort und verfeinert das Hautbild. Der Sud des Aufgusses eignet sich auch als Spülung nach dem Haare waschen. Bei unreiner Haut oder Pickeln hilft zusätzlich das Inhalieren eines Aufgusses aus Lindenblüten.

    Wollen Sie ihre gestresste Haut nach einem Sonnenbrand beruhigen? Auch hier eignet sich die Heilwirkung der Linde. Ein kühlender Umschlag mit kaltem Lindenblütentee erfrischt die erhitzte, vom Sonnenbrand gestresste Haut und lindert das brennende Gefühl auf der Haut. Das Lindenblüten Öl hilft auch bei Verbrennungen, Sonnenbrand und entzündeten Hautstellen. Der wunderbare Duft entspannt und beruhigt und ist eine tolle Zutat in Cremes und Salben.

    Ein Geheimtipp ist Lindenblätter für die Augen zu verwenden. Denn über Nacht entfalten frische Lindenblätter ihre klärende, reinigende Wirkung, wenn man sie auf die Augen legt. Sie sorgen so für einen strahlenden und frischen Blick. Zur Befestigung genügt eine Schlafmaske.

  • Ptisane Erfrischung

    Ptisane Erfrischung

    Seit Hippokrates sind Rezepte für die Ptisane, das Gerstenwasser überliefert. In Renaissance und Barock hat man am Geschmack gefeilt: mit Früchten, Gewürzen und Kräutern. Erfrisch Dich mit der TEM: Michaela Hauptmann und Karl Steinmetz zeigen, wie es geht!