Monat: Mai 2021

  • Heilsteine zur Unterstützung von Magen und Darm

    Heilsteine zur Unterstützung von Magen und Darm

    In den Newsletter-Ausgaben Februar und März haben wir über die analytische Steinheilkunde und die Anwendungsmöglichkeiten berichtet, heute erfahren Sie was Heilsteine zur Unterstützung von Magen und Darm beitragen können.

    Funktion von Magen und Darm
    Der Magen hat die Aufgabe die Nahrung aufzuschließen. In der seelisch-geistigen Betrachtung ist damit die geistige Verarbeitung und Verdauung von allem was uns nährt verbunden und daraus können Erkenntnisse gewonnen werden.

    Der Dünndarm ist zuständig für die Nahrungsaufnahme und die Blutqualität. In der seelisch-geistigen Betrachtung ist damit die Lebensqualität und somit die Emotionen Zufriedenheit und Fröhlichkeit verbunden. Wir können verschiedene Heilsteine einsetzen, um die beiden Organe funktionell zu unterstützen.

    Achat: Schutz, Geborgenheit und Stabilität
    Die Farbschichten der konzentrischen Kieselsäurehäute können aus ein- oder mehrfarbigen Lagen von schwarz, grau, braun, rot, gelb, hellblau bis weiß variieren. Achate fördern innere Stabilität, Rückzug und Sicherheit und vermitteln Ruhe, Beschaulichkeit und Sammlung. Der schichtweise Aufbau unterstützt besonders sowohl Organe, die aus verschiedenen Gewebsschichten bestehen, als auch unsere Hohlorgane. Er stärkt also die Magenschleimhaut und wird bei Magenbeschwerden eingesetzt. Das innere Betrachten von seelischen Eindrucksbildern und deren bewusste Verarbeitung wird unterstützt. Beste Anwendung: Als Achatscheibe direkt auf den Magen auflegen. Beste Wirkung erzielen Achate mit grauen bis gelbbraunen Naturtönen. Bei Darmbeschwerden fördert er das Verdauen von Eindrücken und die Ausscheidung. Beste Anwendung: Trommelstein auflegen oder Edelsteinwasser trinken.

    Bernstein: Frohsinn, Optimismus und Vertrauen
    Die Farbvielfalt von Bernsteinen kann variieren von weiß über sonnengelb bis braun. Es ist ein fossiles organisches Baumharz, das im Laufe der Jahrmillionen entwässert und erhärtet ist. Bernstein fördert ein sonniges Gemüt, Sorglosigkeit, Fröhlichkeit und schenkt Vertrauen. Bei nervösen Anspannungen wirkt Bernstein entspannend und unterstützt das Gefühl von Zufriedenheit und Geborgenheit. Wenn Übelkeit durch Gastritis oder Magenschmerzen aufgrund von Sorgen und Ängsten entstanden ist, kann Bernstein direkt aufgelegt werden. Der sonnige, durchwärmende Charakter von Bernstein kann noch unterstützt werden, indem Sie diesen im warmen Wasserbad oder auf einer Wärmflasche erwärmen und dann auf den Bauch auflegen. Beste Anwendung: Erwärmter Bernstein direkt auflegen oder ein Bernsteinöl herstellen und die Körpermitte täglich morgens einreiben.

    Magnesit: Entspannung und Beruhigung
    Magnesit ist ein Magnesiumcarbonat und entsteht meist in magnesiumhaltigem Gestein durch Verwitterung oder durch die Metamorphose von Kalk zu Marmor. Die Farben können von weiß bis beige mit grauen Adern variieren. Schon die Homöopathie kennt Magnesium carbonicum als Mittel bei Krämpfen und Erschöpfung. Eine solche „homöopathische Wirkung“ geht auch vom Magnesit aus. Magnesit unterstützt und stimuliert die Selbstreinigung des Organismus. Außerdem entgiftet und entsäuert er und fördert einen basischen Stoffwechsel. Auch bei Magenschmerzen aufgrund von Stress, starken seelischen Anspannungen, Übererregbarkeit und überreizten Nerven und tiefer Erschöpfung verwendet. Bei Neigung zu Krämpfen in allen Hohlorganen, besonders krampfartigen Schmerzen im Magen-Darm-Trakt mit übermäßige Säurebildung und Sodbrennen, ist der basische Magnesit ebenfalls ein guter Stein. Als Anti-Stress-Mineral wirkt er bei Magen- und Verdauungsbeschwerden beruhigend, entspannend, krampflösend und lösend im übergeordneten Sinn. Beste Anwendung: Edelsteinwasser als Trinkkur über 4-6 Wochen einnehmen oder auf den betreffenden Bereich auflegen.

    Citrin: Lebensmut und Tatkraft
    Citrin ist ein hellgelber Kristallquarz, der seine Farbe durch minimale Eiseneinlagerungen oder ionisierende Strahlung bekommt. Das Eisen wird in dem Oxid/Gerüstsilikat im Kristallgitter eingelagert. Citrin hat einen anregend-dynamischen Charakter. Er regt die seelisch-geistige Wahrnehmung an und fördert eine gute Verarbeitung von Eindrücken. Citrin wirkt anregend auf den Magen und ist somit ein guter Heilstein bei Magenbeschwerden aufgrund von übermäßigem Essen und Völlegefühl. Er regt die Verdauung an und fördert die Säurebildung. Beste Anwendung: Trommelstein direkt auf den betreffenden Bereich auflegen.

    Anleitung zur Reinigung von Edelsteinen
    Steine nehmen Energie auf und sind Informationsträger. Sie werden warm, wenn man sie in Händen hält und am Körper trägt, oder sogar heiß, wenn sie in der Sonne liegen.

    Stoffliche Reinigung der Steine
    Zunächst sollten Sie die Steine direkt nach der Anwendung/Behandlung unter fließendem Wasser von Öl, Schweiß und Hautpartikeln befreien. Wasser nimmt Energie (Wärme, statische Ladung etc.) auf und lässt diese abfließen. Und schon verschwindet auch ein Teil der damit verbundenen „Fremdinformationen“. Zur gründlichen Reinigung können Sie ein biologisches Spülmittel verwenden, dem sie zur Desinfektion zum Beispiel ätherisches Weihrauch- oder Lavendelöl zugeben.

    Energetische Reinigung der Steine
    Steine können Fremdinformationen aufnehmen. Diese können zum »unsichtbaren Ballast« werden, wenn sie bei uns unangenehme Empfindungen und Reaktionen auslösen. Glücklicherweise gibt es Methoden, Steine gründlich zu reinigen. So hat zum Beispiel der Amethyst eine feinstofflich-reinigende Wirkung.

    Amethyst entsteht aus heißer Kieselsäurelösung in Gesteinshohlräumen (Drusen) und Gängen. Farbgebender Faktor der violetten Farbe des Amethystes ist das in Spuren enthaltene Eisen, welches aus dem Umgebungsgestein gelöst wird. Amethyste haben die Eigenschaft, wie alle Kristallquarze, Energien zu sammeln und über die Kristallspitzen konzentriert abzugeben. Die feinstofflich-reinigende Wirkung des Amethystes bewirkt, sich von Anhaftungen zu lösen, den Stress des Alltagslebens zu entlassen, um sich in eine innere Sammlung, Muse und innere Ruhe zu begeben. Ebenso unterstützt Amethyst, sich von Trauer und Kummer zu lösen, um inneren Frieden zu finden. Aus diesem Grund werden andere Edelsteine, wegen der befreiend-ausstrahlenden Energie auf Amethystdrusensegmente zur Reinigung aufgelegt, um diese von Fremdinformationen (unsichtbarer Ballast) zu lösen. Für eine Verbesserung der Raumatmosphäre werden Amethyst-Drusen und Segmente sowohl in allen Lebensbereichen und -räumen, an Plätzen als auch in Praxisräumen gerne eingesetzt. Sie sorgen für eine friedliche Atmosphäre, helfen „Spannungen“ aller Art aufzulösen und schwierige Lebenssituationen besser zu bewältigen. Der Amethyst unterstützt die Klärung innerer Bilder, Lebensträume und geistiger Entwürfe und verhilft zu einer inneren Ruhe.

    Es ist nicht alles Gold was glänzt!
    Leider werden Edelsteine auch gefälscht, gefärbt, mit Kunstharz behandelt, stabilisiert, und paraffiniert. Händler, die gemmologisch kontrollierte Steinqualität anbieten, finden Sie unter: www.gks-zertifizierung.de
    Foto Achat mit Magensignatur: Mit freundlicher Genehmigung von der Photographin: info@inesblersch.de

  • Die Kraft der Wurzeln: Heilwirkung und Anwendung

    Die Kraft der Wurzeln: Heilwirkung und Anwendung

    Autorin: Miriam Wiegele, Veronika Halmbacher (Illustrator)

    Ob Heilpflanze oder Superfood: So viel Kraft steckt in den Wurzeln! Haben Sie schon einmal einen Kartoffelwickel bei Schnupfen ausprobiert? Oder wussten Sie, dass Rettich gegen Stress hilft? Miriam Wiegele lädt Sie zu einem botanischen Streifzug durch die Welt der Wurzeln ein: Von A wie Alant bis Z wie Zaunrübe stellt die Autorin heimische, exotische und magische Pflanzen und ihre Wirkung vor. Jede Wurzel wird mit einem kurzen Steckbrief vorgestellt, der die wichtigsten Informationen zu Herkunft, Vorkommen und Inhaltsstoffen enthält.

    Dazu gibt es viele praktische Tipps für Garten und Küche: von ernten und haltbar machen bis kochen und würzen. – Kleines Nachschlagewerk der Naturheilkunde: Tinkturen, Salben und Tees selbst herstellen- Baldrian, Beinwell und Blutwurz: Welche Wirkung haben Wurzeln als Naturheilmittel und Arzneipflanzen? – Magie der Wurzeln: Welche geheimen Zauber wohnen Alraune und Allermannsharnisch inne? – Gewürz oder Medizin: Was steckt in Exoten wie Ingwer, Galgant und Kurkuma? – Rüben, Knollen und Zwiebeln: Warum Wurzelgemüse nicht nur gut schmecken, sondern auch in der Hausmedizin eingesetzt werden können. Wurzeln als Arzneipflanzen: Altes Wissen um Hausmittel neu entdecken Wurzeln umschließen wie ein dichtes Netz die ganze Erde. Sie sind die botanischen Vorratskammern der Natur und helfen auch dem Menschen, geerdet zu bleiben. Denn auch wir sind tief verwurzelt: in Heimat, Sprache und Vergangenheit. Miriam Wiegele ist Expertin für alternative Heilmethoden. Sie verbindet ihr umfassendes Fachwissen zu Medizin, Pharmakognosie und Botanik mit dem überlieferten Wissen aus der Naturheilkunde. Ihr Buch »Die Kraft der Wurzeln« ist ein kompaktes Nachschlagewerk für Garten und Küche – für mehr Gesundheit und Wohlbefinden!

    Klappentext zu „Die Kraft der Wurzeln“

  • Die Milz – ein fast vergessenes Organ

    Die Milz – ein fast vergessenes Organ

    Teil 2

    Wegen der Vielseitigkeit der Milzfunktionen ist es wichtig, deren Unterstützung in ein systemisches Therapiekonzept zu integrieren. Der Organismus bekommt dadurch einen weiteren, unter Umständen sehr wichtigen, Überwindungs- und Heilungsreiz.

    An dieser Stelle möchte ich in das humoralmedizinische Denk- und Arbeitsmodell mit den qualitativen Aspekten wechseln, durch die sich die Kardinalsäfte definieren. Im Zusammenhang mit funktionellen Defiziten der Milz steht die Schwarzgalle (Melancholera) mit ihren vielseitigen Manifestationen im Zentrum.

    Bei der Melancholera haben wir es mit dem Wirkprinzip zu tun, das die Elementarqualitäten „kalt“ und „trocken“ repräsentiert. Ich möchte diese beiden Begriffe in unsere heutige Denkweise übersetzen: Kälte bedeutet einen Mangel an physiologischer Wärme, also das Fehlen der Qualität, die jede Dynamik und Aktivität im Organismus aktiviert, am Laufen hält und reguliert. Wärme ist also auch die Qualität im Organismus, die dafür verantwortlich ist, dass der Organismus in einem dynamischen Anpassungsprozess an die wechselnden Bedingungen seiner Umwelt bleibt. Daher ist auch ein Abwehr- und Heilungsprozess ohne Wärmequalität nicht möglich – und auch keine Reaktion auf Therapiereize. Im Extremfall tritt eine völlige Reaktionsstarre ein. Das, was Hufeland und Hahnemann als „Lebenskraft“ bezeichnen, ist in diesem Falle deutlich reduziert und „verstimmt“. Der „innere Arzt“ ist bei dieser melancholischen Situationen deutlich geschwächt. Die zweite Qualität der Schwarzgalle, die Trockenheit, bringt zum Ausdruck, dass auch das stoffliche Prinzip stark reduziert ist. Der Begriff „Feuchtigkeit“ ist in der TEN nicht nur die Voraussetzung für jeden Aufbau von organischer Materie, sondern steht auch für die Speicherform der Energie (potenzielle Energie). Es besteht eine unauflösliche Wechselbeziehung zwischen den beiden Qualitäten. Auch die Speicherenergie – und damit die Reserven – fehlen bei der Schwarzgalle. Zusammengefasst: Es besteht ein generelles Defizit sowohl des dynamisierenden, als auch ernährenden Prinzips. Trockenheit ist aber auch wörtlich zu verstehen: In Körperflüssigkeiten gelöste Stoffe werden stark konzentriert, kristallisieren aus, bilden Konkremente und Steine, ein Vorgang, der in der traditionellen Heilkunde als „Kristallose“ bezeichnet wird. Die Melancholera ist der Kardinalsaft mit der höchsten pathogenen Potenz überhaupt. Jeder Mensch hat Schwarzgalle in sich, sie entsteht im physiologischen Säftehaushalt und hat auch physiologische Bedeutung – wenn auch nur in geringem Umfang. Sie darf aber nicht im Übermaß vorhanden sein, sonst bekommt sie prägenden Einfluss auf das Temperament und die konstitutionelle Situation des Menschen. Wird die Schwarzgalle nicht ausgeschieden, kommt es zu gravierenden Problemen. Und das dafür verantwortliche Organ ist die Milz. Sie hat die Aufgabe, die melancholischen Säfte und Schärfen aus der Blutflüssigkeit abzusondern, aufzuspalten und dann via Magen–Darm–Takt zu eliminieren. Bei einer Milzinsuffizienz nimmt das schwarzgallige Prinzip überhand, was im Laufe der Zeit immer massivere pathophysiologische Konsequenzen nach sich zieht. Die sich entwickelnden Krankheitsbilder lassen die zugrundeliegenden schwarzgalligen Prinzipien meist deutlich erkennen: Die Abwehrreaktionen auf pathogene Reize fallen zu gering aus, dadurch wird der Weg in die Chronizität geöffnet: Akute Krankheiten werden nicht überwunden, nicht ausgeheilt, sondern sie nehmen einen schleppenden Verlauf mit immer weiter reichenden Folgeproblemen; degenerative Prozesse – der ganze Bereich der Krankheiten mit der Endung … – ose kann auf schwarzgalliger Basis entstehen. Elastizitätsverlust und Erstarrung sind weitere Themen melancholischer Pathophysiologie, nicht nur im körperlichen, sondern auch im psychischen Bereich. Diese Menschen werden träge, antriebs- und motivationslos und im Umgang mit ihrer Umgebung unflexibel, verlieren ihre Anpassungsfähigkeit. Dies ist der Kernpunkt dessen, was man als Melancholie bezeichnet. Diese wird nicht nur durch depressive Verstimmungszustände geprägt, sondern dazu gehört auch die Unfähigkeit, sich verändernden Situationen anzupassen– -im psychischen und im körperlichen Bereich. Die Endstation diese Entwicklung kann die Malignität sein. Die Entartung in den bösartigen Bereich hinein ist kein Muss, aber leider sehr häufig zur beobachten. Bildhaft gesprochen, kann man die Melancholera mit einem „Bremsklotz“ bezeichnen, der sämtliche Vitalfunktionen in ihrer Dynamik reduziert und oft sogar blockiert. Aus den grundsätzlichen melancholischen Krankheitsprinzipien ergeben sich einige typische Krankheitsbilder:

    Depression, Motivationslosigkeit: Es ist kein ‚Pepp‘, keine Power mehr vorhanden, die Menschen schaffen es nicht mehr, aus ihrer Lethargie herauszukommen, weil ihnen einerseits der Impuls (das Feuer) dazu fehlt und andererseits fehlt ihnen auch die Energiereserve (die Feuchtigkeit) um diese Leistung erbringen zu können. Chronische, trockene Katarrhe sind typisch melancholische Krankheiten. Sie merken, man kann hier gut differenzieren: Katarrhe mit viel Schleim und Schwellung der Schleimhäute entstehen meist auf der Basis von zu viel Phlegma, aber die trockenen Katarrhe mit Atrophie – das ist häufig ein melancholisches Problem. Chronische Ekzeme, Arthrose, Gelenkeinsteifung – dieser ganze Bereich der chronisch-rheumatischen Erkrankungen ist nicht selten das Ergebnis ist einer mangelhaften Schwarzgalle-Ausscheidungen durch die Milz. Steinbildung, Nieren- und Gallensteine können schwarzgallig induziert sein. Die betreffenden Körpersäfte sind zu stark konzentriert (zu „trocken“), die darin gelösten Stoffe bilden Konkremente. Gleiches gilt für Harnsäureknoten bei Gicht. Fibrosen, Zirrhosen: Leberzirrhose, Lungenfibrose, Fibrose der Gallenblase, auch dies sind Krankheiten, die auf dem Boden einer Schwarzgalligkeit entstehen können. Ulzerationen, vor allem Unterschenkelgeschwüre – ein Zustand, der therapeutisch eine echte Herausforderung darstellt. Hierbei wird das zu Beginn besprochene multifaktorielle Geschehen deutlich: Die dem Ulkus zugrundeliegende Varikose ist auch wieder das Ergebnis einer Schärfenüberlastung des Blutes, häufig durch Schwarzgalle. Notwendig ist also die Stimulation der eliminatorischen Milzfunktionen, um die Säftequalität zu verbessern. Ich möchte in diesem Zusammenhang nochmals auf die alte naturheilkundliche Erkenntnis hinweisen, dass der Organismus in der Lage ist, über Haut und Schleimhäute Schlacken ersatzweise zu eliminieren, die er über die normalen Ausscheidungsorgane nicht los wird. Dies geschieht auf der Schleimhaut in Form von akuten oder chronischen Katarrhen und auf der Haut in Form von Ekzemen, Ausschlägen oder eben Ulzerationen. Das angesprochene Ulcus cruris ist ein typisches Beispiel für eine solche Ersatzausscheidung, über die der Körper sich von Schärfen im stagnierenden Blutfluss befreien kann.

    Schwarzgallige Krankheitsprinzipien als Folge einer humoralen Milzinsuffizienz
    (Traditionelle Sicht)

    • Mangelhafte Heilungsreaktionen (Hypoergie)
    • Chronizität
    • Degeneration
    • Elastizitätsverlust / Erstarrung
    • Kristallisation
    • Depression / Geistige Unbeweglichkeit
    • Malignität

    Daraus resultierende, typische Krankheiten:

    • Depression / Motivationslosigkeit
    • Chronische, trockene Katarrhe
    • Chronische Ekzeme
    • Chronische Arthritis, Arthrose, Gelenkeinsteifung
    • Nierensteine
    • Fibrosen / Zirrhosen
    • Ulcera
    • Malignosen

    Ein weiterer Milz-Aspekt
    Bisher lag der Focus unserer Betrachtung klar auf den ausscheidenden, entgiftenden Funktionen der Milz. Darüber hinausgehend ist die Milz aber auch das Organ, das die Bewegung der Feuchtigkeit im Körper regelt. Damit bekommt sie auch einen Bezug zu den ernährenden Phlegma-Prinzipien, deren Zentrum im System Mund-Magen-Darm-Pankreas (1. Coctio) und in den assimilatorischen Funktionen im Pfortadersystem und der Leber liegt (2. Coctio). Die Milz hat dabei die Aufgabe, die Nährsäfte dort hin zu leiten, wo sie gerade benötigt werden. Und sie verhindert Feuchtigkeitsstockungen im Gewebe, indem sie die Säfte in Bewegung hält. Eine Milzinsuffizienz kann daher auch Hintergrund für Ernährungsstörungen der Gewebe und für Ödeme sein. Auch wenn zur Optimierung der Kochungsprozesse die Stimulation des „Magen-Systems“ mittels pflanzlicher Bittermittel im Zentrum steht, kann es doch in vielen Fällen sinnvoll sein, zusätzlich Milzmittel zu geben, damit die Nährsäfte auch dorthin kommen, wo sie gebraucht werden. Auch bei Ödemen und anderen Symptomen für Feuchtigkeitsstockungen ist es sinnvoll, neben gefäßtonisierenden Lymph- und Blutmitteln und Aquaretica zusätzlich ein Milzmittel zu verordnen. Für diesen Zweck steht uns die Scilla maritima (Meerzwiebel) zur Verfügung, eine von Hufeland’s wichtigsten Milzpflanzen. Näheres dazu weiter unten.

    Im letzten Teil zum Thema „Milz“ stellen wir Ihnen im nächsten Newsletter 6 Heilpflanzen vor.

    Die unveränderte Verbreitung dieses Textes, sowie seine Verwendung als Zitat in anderen Veröffentlichungen ist unter Angabe des Verfassers und der Quelle ausdrücklich gestattet und erwünscht! Der Autor bittet darum, über die Verwendung des Textes informiert zu werden.

  • Die Organpflege im Jahreskreis

    Die Organpflege im Jahreskreis

    Mai-Venus/Mars – Stier

    Der Frühling erwacht gerade aus einem tiefen winterlichen Schlaf. Die Wiesen und Haine, die Sträucher und Bäume haben die innere Erderwärmung mit dem noch kühlen April- und Mairegen aufgenommen und strecken sich in die milder werdende Luft. Dieses erste Grün gibt die Erde nur zu dieser Zeit frei. Es ist ganz neu und frisch und zart, kraftvoll und durchdringend klar wie kein anderer Grünton. Hildegard von Bingen spricht vom Augenbad im Grün, sooft man kann, da es die Sehkraft unterstützt. In der Tat suchen unsere Augen wie von selbst nach den Frühlingsfarben. Dieses Grün und ein Hauch rosa, wie etwa das der Apfelblüte, die den Rosengewächsen angehört, ist auch die Farbe des Herzens. Voller Liebe weckt die Natur ihre Kinder. Voller Hoffnung erwartet die Welt dieses Erwachen in eine fruchtbare Zeit. Mit allen Sinnen nehmen wir sie in uns auf und beginnen, uns zu entfalten.

    Was gibt es nicht alles zu feiern im MAIENMONAT: Maifeuer, Maibutter, Maibuschen, Hochzeit, Erstkommunion, Mai- oder Marienandacht. Sie sind der Mutter Maria, all den Müttern auf der Welt gewidmet, all den Göttinnen geweiht! Und im heutigen 21.Jahrhundert reflektieren wir besonders die Göttin in uns, Kräfte erfahrend, wie sie in dieser Konzentration das Wesentliche zum guten Leben auffordert. Ob in männlichen oder weiblichen Herzen stellt sich nicht die Frage, da die Göttin in allen Wesen wohnt. Bewusst oder unbewusst, mitgetragen oder bekämpft. Tief innendrin umhüllt von einem zarten Rosa zwischen Mond und Venus.

    Die Geschichte schreibt im Westen heute noch von der Hartnäckigkeit des Stiers als ein Symbol, dessen sich v.a. Banken und Investitionsinstitute oder stürmische Powerelemente bedienen. Die himmelschreiendste Form bleibt nach wie vor der Stierkampf in spanischen Dörfern und Städten.

    Die Persische und Ägyptische Tradition belebte einen sehr alten, demütigen und Früchte tragenden Stierkult. Apis (im Tempel zu Memphis) wurde nach seinem natürlichen Tod mit Osiris vereint und eine 70-tägige Staatstrauer anberaumt, in der verschiedene Bestattungsrituale vollzogen wurden. Letztendlich übergab man die Überreste dem heiligen Fluss Nil, um den Kreis des Fruchtbaren dankend zu schließen und zu erneuern.

    Die Körperbereiche Kiefer mit Zähnen, Ohren, Hals, Kehlkopf, Stimmbänder, Mandeln, Schilddrüsen, Nacken und Schultern sind im Stiermonat und an Stiertagen besonders empfindlich und nicht sonderlich belastbar.

    Zugluft ist etwas, was Stiergeborene nicht aushalten können. Einer Ohrenentzündung sollte mit einer Kopf-, bzw. Halsbedeckung präventiv entgegengewirkt werden. Meistens wirkt ein dünner Seidenschal zur rechten Zeit. Grundsätzlich ist die Ausbildung der Ohren eine der ersten Entwicklungsphasen des Embryos im Mutterbauch. „Nada brahma – die Welt ist Klang“ wäre wohl die schönste Begleitschwingung zum Eintritt ins Erdenleben. Die innere Stimme sagt: “Was ich da zu hören bekomme, tut mir weh und macht Angst.“ Kind leidet sehr häufig unter gereizten Gehörgängen. Die Welt, in die es hineingeht, ist voller neuer Wahrnehmungen, die so manchen Säugling zu überfluten drohen. Mit allen Sinnen leben muss erst gelernt werden. Eine Art Adaption ist angesagt und wenn es gar nicht anders geht, „stellt man auf Durchzug“, was allerdings nicht die Lösung ist. Ferrum phosphoricum-Gaben oder/und ein feuchtwarmes Heublumen-Kissen aufgelegt, können zu Beginn einer Otitis media die Entzündung schnell lindern oder ausheilen. Die Königskerze (Verbascum thapsus), aus Kraut und Blüte im Aufguss zubereitet oder als Muttertinktur verabreicht, kühlt heiße Entzündungen der oberen Luftwege, lindert Husten und reinigt Bronchien und Drüsen. Woher diese Symptome kommen, sollte in einer professionellen Befundung und Befragung festgestellt werden, um ein Gesamtbild der Konstitution ablesen zu können! Ein Stiergeborener ist immer für Aufklärung bereit. Ihn interessieren Prävention wie auch höhere Zusammenhänge einer bestimmten Situation ganz besonders. D.h., ein analytischer Zugang ist ihm in die Wiege gelegt worden.

    An der Halsregion stellen Zugluft oder andere herausfordernde Situationen wie etwa eine Rede, ein Chorkonzert mit Solo so manche von jetzt auf gleich beginnende Halsentzündung mit Tonsilla pharyngea (Rachenmandeln), Tonsilla palatina (Gaumenmandeln) und Tonsilla lingualis (Zungenmandeln) her, oder es kommt ein plötzlicher Stimmverlust auf. Der Odermennig (Agrimonia eupatoria) gilt als eines der „Sängerkräuter“, das so manchen musikalischen Auftritt zu retten imstande ist. Als Muttertinktur geeignet, in Form von Tee hinreichend, kühlt und pflegt er die überhitzten oder überreizten Stimmbänder. Die geistige Einladung zu Gaumen-, Rachen- und Zungen-Mandelentzündungen fordert auf, den verbalen Ausdruck zu finden für das, „was auf der Zunge liegt“, anstatt es herunterzuschlucken.

    Kinder leiden häufig an Erkrankungen im Kopfbereich, der oberen Luftwege und Halsregion. Viele Zahn- und Halserkrankungen werden von den dort als Wächter sitzenden Lymphknoten in Schach gehalten. Schwellen sie an, kann dies auf viele weitere Krankheitsbilder aufmerksam machen! Nicht nur Erreger von außen, sondern auch generelle Verschleimungen und Verschlackungen durch Lebensmittel wie z.B. Milch und deren Produkte wie Käse, können zu Verstopfungen des komplexen Lymphsystems führen. Die Braunwurz (Scrophularia nodosa) beschreibt eine Pflanze, die diese Knoten als Wurzelgruppe veranschaulicht. Sie vermittelt in ihren Säften Schleim lösende Eigenschaften von verdichteten oder verklumpten Schlacken. Auch das Labkraut (Galium verum) bietet seine lymphreinigenden Dienste an. Venus selbst hat sich um seine Zartheit und Lockerheit gekümmert. Für mich gehört eine Muttertinktur daraus begleitend zu jeder Frühjahrskur. Ob als Tee oder Muttertinktur für 6 Wochen beteiligt sie sich an diesem neu anzuregenden Säfte-Austausch, den die Natur zu dieser Zeit sowieso vornimmt. Dabei ist die Zusammenarbeit zwischen Lymphsystem und Darm zu betonen, da bereits im Säuglingsalter das Milieu für Abwehrmechanismen versus Verschlackung angelegt wird.

    Den Nacken mit ätherischem Pfefferminzöl zu entspannen, wirkt kühlend, ausdehnend und Nerven beruhigend, trägt man ca. 4 Tropfen auf 1 TL Trägeröl auf und massiert die entsprechende Partie ein. In meiner Kindheit hieß es dazu: „Der Schuss vergeht, die Hexe bleibt!“ Das ätherische Pfefferminzöl weist noch viele weitere wohltuende Eigenschaften auf wie z.B. Klärung geistiger Überforderung, Kühlung bei Fieber, Überhitzung oder generellen Muskelverspannungen. Halserkrankungen reichen über den inneren Zweig des Herzmeridians bis zur Achselhöhle, der den Unterschulter-Blattmuskel berührt und an seiner Armgelenkspitze ein ausleitendes Ventil findet. Betrachten wir den Blasenmeridian in seiner absteigenden Leitbahn, können wir am Haaransatz des Hinterkopfes einen wichtigen Teil des Rückenstreckers, sowie den gleich anschließend schulterwärts liegenden oberen, trapezförmigen Muskel mit in die Entlastungsdynamik hereinnehmen.

    Die Aufgaben der Schleimhäute und des Lymphsystems sind komplex. Sie leisten von Kopf bis Fuß Hervorragendes zum allgemeinen Wohlbefinden. Man könnte sagen: ist das Lymphsystem in seiner reinigenden Funktion unterstützt, belebt es den ganzen Körper! Daher macht es Sinn, sie immer wieder einer Reinigung zu unterziehen, gerade im Frühjahr und im Herbst. Sie unterscheiden sich in Größe und Anordnung zwischen männlichen und weiblichen etwas, aber auch in ihren Funktionen:

    • Hormon=griechisch=Erreger, je nach Disposition anregend oder hemmend wirksam
    • Hormone werden von den wichtigsten endokrinen Drüsensystemen produziert
    • Hormone fließen unmittelbar in das Blutsystem (innersekretorisch)
    • Spirituell/organischer Aspekt: alle tragen bei zur Steuerung von Energie, Knochenwachstum, Kalziumspiegel im Blut, Salz-, Wassergleichgewicht im Blut, Körpertemperatur, Hunger, Durst. Fortpflanzung, infektionsabwehrende weiße Blutkörperchen, Blutzucker, lokale Immunabwehr und sehr vieles mehr.

    HORMONE und SCHLEIME wirken ja in unserer ersten Zeugungsinformation als Suchbild zwischen zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechtes als erste Datenangleichung der sich zu entwickelnden Menschwerdung. Der dritte Aspekt der Selbstentscheidung fällt damit, im angehenden Leben die Aufgaben zu übernehmen, die wir individuell als Spirit gewählt haben: zwischen Mutter und Vater, Geschwistern, Gesellschaft, Region, Land, Staat, Kontinent im Zusammenwirken mit der Erdenseele. Das menschliche „Lymphwasser“, das darin angereichert wurde, gleicht einer beinahe transparenten Lösung mit klebrigen Eigenschaften und erinnert stark an das Lymphwasser eines Baumes wie etwa der Birke im Frühling, die hunderte von Litern reinster Flüssigkeit entgegen der Schwerkraft in ihre Zweigspitzen befördert: glukoseähnlich, leicht süßlich, beinahe klar und als schwereloses Liquid. Das Resultat ist die Nährlösung für die Knospen und Blätter und eben diese Signatur weist auf lymphreinigende, belebende und -stärkende Eigenschaften hin. Die Inhaltsstoffe bestätigen diese Wirkung auch für uns zur Lymphreinigung und Kräftigung. Gemmotherapie als Konsistenz lehnt daran an. Das Mittel aus Moorbirke (Betulla pubescens) kommt zum Einsatz, wenn es sich um Entzündungen der Schleimhäute oder Schilddrüsen-Unterfunktion handelt. Walnuss (Juglans regia) als Lymphdrainage, zusammen mit Edelkastanie (Castanea sativa) kann bei schlechter Zirkulation Abhilfe schaffen.

    Der seelischen Komponente kann die Frage nach der feinstofflichen Abgrenzung dienlich sein. Wo bringe ich mich inwiefern ein, was geht mich nichts an, wie sehen die Fallen aus, in denen ich mich immer wieder verhänge. Wenn sich körperliche Zeichen deutlich schwankend verschlimmern, werden Faktoren derart sichtbar, dass zwischen Hyper- und Hypofunktion oder Zwischenstadien sich gerade bei Frauen als Schwankungen zeigen, die besondere Untersuchungen erfordern, da Hormontätigkeiten eine wesentliche Rolle spielen.

    Neben einer klinisch gut durchgearbeiteten Diagnose dürfen Heilpilze wie Reishi, Maitake, Shiitake und/oder schleimlösende Kräuter wie Eibisch, Malve, Zinnkraut ihre Heilwirkung am Menschen vertrauensvoll erproben. Jeder kennt ja das vielseitig funktionable Zitronenwasser, heute angereichert mit 1 EL Honig und 1 TL Gelbwurzpulver auf 1 L abgekochtem Wasser, morgens nüchtern begonnen, als nicht nur schleimlösend, aber auch Darm entlastend und somit Galle/Leber-reinigend.

    Sollte sich ein Hallux valgus bemerkbar machen, zeugt er nicht selten von einer Schilddrüsen-, bzw. Milzdisposition, die auf allen Ebenen genauestens abzuklären ist, bevor eine OP in Erwägung gezogen wird. Schilddrüsen stehen im allgemeinen und spirituellen Kontext für Transformationsprozesse, die wiederum zwischen inneren und äußeren Befindlichkeiten aufgabenbezogen, einer spezifischen Ausrichtung höherer Einflüsse anvertraut werden können.

  • Muttermilch – richtig nähren mit diesem mythischen Universalheilmittel

    Muttermilch – richtig nähren mit diesem mythischen Universalheilmittel

    Teil 1

    Stellen sie sich vor, es gäbe ein Medikament, das den Kindern von der Geburt an bis ins Kleinkindalter täglich gegeben wird, welches die Kinder klüger, sozialer und gesünder macht; dieses Mittel greift in die genetische Programmierung ein und verhindert dadurch vererbte Erkrankungen. Wollen sie ihrem Kind dieses Wundermittel Muttermilch vorenthalten?

    Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt die ersten sechs Monate voll zu stillen, dann weitere zwei Jahre unter Beikost und auch darüber hinaus. Voll gestillt bedeutet: Die Ernährung des Kindes erfolgt ausschließlich mit Muttermilch. Die Realität sieht leider anders aus! Bei der Entlassung aus dem Krankenhaus werden lediglich 73% der Kinder gestillt; nach sechs Monaten sind nur mehr 10% der Kinder in dieser glücklichen Lage! Den Kindern wird dadurch genau jener Powerdrink vorenthalten, der eingangs beschrieben wurde.

    Das Wort „stillen“ leitet sich höchstwahrscheinlich ab von den Begriffen still, leise, in sich zu sein. Das Wort wurde erst ab dem 16. Jd. anstelle von „säugen“ – auf- oder aussaugen der Mutter- genutzt. Damit ist dem Kind die Brust zu geben mehr als bloße Nahrungsaufnahme; alle fünf Sinne des Kindes werden dadurch angeregt. Das Kind riecht die Mutter und die Nahrung, es spürt die Haut, den Herzschlag der Mama und deren eigene Ruhe, es hört die Stimme und den Rhythmus des Herzens und sieht die Mutter – die Distanz zu dem Gesicht der Mutter ist dabei ideal; es schmeckt die Vielfalt der Aromen, die es im Mutterleib bereits wahrgenommen hat und daher kennt. Kurzum, das Kind fühlt sich mit Liebe genährt.

    Die Brust ist nach der Nabelschnur die zweite, wichtigste Verbindung der Mutter zum Kind. In vielen Kulturen gelten die Brüste der Frau – auch Mammae genannt – als das Symbol der Weiblichkeit. Die Verbindung zu der Mutter, der Mama ist offensichtlich. Der Mensch ist das einzige Säugetier, bei dem die Brust mit der Entwicklung zum Frausein ausgebildet wird und nach dem Stillen verbleibt. Der Busen ist venerisch, verwöhnend, nährend. Unmittelbar nach der Geburt müsste jedes Kind auf den Brustkorb der Mutter gelegt werden, um die Bindung zur Mutter zu intensivieren. Nach meist mehreren Stunden anstrengender Arbeit des Nachwuchses mit Hilfe der Mutter durch den Geburtskanal, findet er sich in einer kalten, hellen und ungewohnten Umgebung wieder und möchte Nähe wahrnehmen, Wärme spüren, das Schlagen des Herzens hören, ihm Vertrautes. Diese Momente sind für Mutter und Kind bindend und werden daher als Bonding bezeichnet. Vielfach werden Neugeborene der Mutter entrissen, um sie zu Wiegen und zu Messen, obwohl sich weder Größe noch Gewicht nach ein paar Stunden nennenswert verändert hätten. Das Bonding verliert jedoch bereits zehn Minuten später diese besondere, enorm wichtige Qualität, vergleichbar, als ob man Tage nach einem verletzenden Erlebnis getröstet würde. Die Hormonausschüttung und damit auch jene Stoffe der Mutter, die in die Muttermilch übertreten, werden so unterbunden. Dies ist wesentlich neben der Verbindung, die zwischen Mutter und Kind entsteht. Viele Mütter realisieren erst durch den Körperkontakt mit dem Kind im Außen, dass es auf der Welt ist und aus der Frau, der Schwangeren eine Mutter geworden ist. Dieses Kuscheln, das nackt erfolgen muss, ist Basis für den Stillerfolg und damit einer der Teile dieses besonderen Gesundheitsmittels Muttermilch, das unsere Jüngsten bekommen sollten.

    Entgegen landläufiger Meinung kann jede Frau stillen; jedes Kind kann gestillt werden. Keine Brustwarze (ein umstrittener Begriff) ist ungeeignet, die jeweilige Mamille passt perfekt zu dem entsprechenden Kind! Besonders Neugeborene mit Beeinträchtigung oder Frühchen sollten in den Genuss dieses Heilmittels kommen, denn weder Vorerkrankungen der Mutter noch Medikamenteneinnahmen sind ein Ausschlusskriterium des Stillens. Die Empfehlung, den Arzt zu fragen, ist nur dann zweckmäßig, wenn dieser ein ausgebildeter Stillberater ist. Sonst wird häufig bei Medikamenten, manchmal sogar bei naturheilkundlichen Mitteln vom Stillen abgeraten; selten ist untersucht, ob oder wieviel des Arzneimittels in die Muttermilch übergeht und welche Auswirkungen es in Wahrheit hat. Tatsächlich liegen immer Erfahrungswerte vor. In jedem Fall kann der Mutter auf individuellem Wege zum Stillen verholfen werden. Mit Hilfe kann sogar Frauen, die bereits abgestillt haben, zu einer Relaktation und damit zu einem erneuten Milchfluss verholfen werden. Nicht einmal eine Schwangerschaft ist Voraussetzung, um zu stillen! Fakt ist: Der Schaden, der durch mangelndes oder fehlendes Stillen entsteht, ist viel größer, nicht nur persönlich, sondern auch wirtschaftlich sowie gesellschaftlich betrachtet. Unwille der Frau und fehlende Unterstützung sind das größte Stillhindernis. Die Anerkennung und Unterstützung des Vaters, dass das Kind gestillt wird, sind -wie Studien zeigen- für die Stilldauer ausschlaggebend.

    Jede Muttermilch ist exklusiv zusammengesetzt. Damit ist nicht nur gemeint, dass sich jene der Kuh von jener eines Wales unterscheidet – dies natürlich auch. Bedeutsamer ist, dass die Milch von Mutter zu Mutter, von Kind zu Kind, von Jungen und Mädchen und sogar nach Tages- und Jahreszeit variiert. Farbe, Konsistenz, Geschmack und Komposition verändern sich individuell. Die Muttermilch enthält Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Fette und Proteine, Mikronährstoffe und Vitamine, die für den Säugling von großer Wichtigkeit sind. Darüber hinaus sind Hormone, Enzyme und Nukleotide (RNA- und DNA-Bausteine) enthalten. Muttermilch lebt! In einem Tropfen Muttermilch sind 4000 aktive Zellen enthalten, Stammzellen, Wachstumsfaktoren, Immunglobuline, die für die spezifische und unspezifische Abwehr von Bedeutung sind. Sie beinhaltet Stoffe, die in die genetische Information eingreifen und den Organismus programmieren. Vom Darm über die Niere, dem Stoffwechsel und dem Immunsystem bis zu Gehirn wird epigenetisch eingegriffen und reguliert. Man stelle sich vor, diese Veränderung der menschlichen Software erfolgt mit Hilfe von Stoffen, die für ein Kalb gedacht sind! Nur die Muttermilch und damit das Stillen sichert eine kontrollierte, artspezifische, individuelle, epigenetische Programmierung. Bekannt ist, dass gestillte Kinder um 30-60% seltener an Infektionen, Durchfall, Atemwegserkrankungen oder wie Pseudokrupp und Otitis media erkranken. Das Auftreten von Asthma und Allergien wird eingeschränkt; belegt ist die Reduktion sogar von genetisch vorbelasteter Leukämie. Stillkinder sind nachweislich seltener krank! Während des Stillens sind die Säuglinge durch den sogenannten Nestschutz gegen verschiedenste Krankheiten immunisiert. Gleich nach der Geburt werden bei der Mutter durch das Stillen die Rückbildung und der Wochenfluss gefördert. Stillende haben ein um über 20% vermindertes Brustkrebsrisiko, ebenso wie jenes für Eierstockkrebs oder Osteoporose. Das Diabetesrisiko sinkt sogar um 35%, jenes für kardiovaskuläre Erkrankungen um 28%. Durch die beim Stillen freigesetzten Hormone erhöht sich auch die Bindungsfähigkeit an den Partner. Oxytocin ist das Liebeshormon, Prolaktin fördert das Durchhaltevermögen. Diese Verbindungsfähigkeit, die beim Säugling genährt wird, hält an, sie macht das Stillkind ausgeglichener, geerdeter für sein ganzes Leben.

    Fortsetzung folgt

    Die unveränderte Verbreitung dieses Textes, sowie seine Verwendung als Zitat in anderen Veröffentlichungen ist unter Angabe des Verfassers und der Quelle ausdrücklich gestattet und erwünscht! Die Autorin bittet darum, über die Verwendung des Textes informiert zu werden.

    Die beiden Teile des Textes können nach der Veröffentlichung des zweiten Teils auch als pdf-Datei bei der Autorin angefordert werden.

  • Aromapflege für alte und kranke Menschen

    Aromapflege für alte und kranke Menschen

    Teil 1

    In früheren Generationen war es selbstverständlich, dass die Angehörigen zuhause gepflegt wurden. Auch heute ist es der Wunsch der meisten Senioren, zuhause bleiben zu können, auch wenn schon diverse Folgen des Altwerdens schmerzhaft bemerkbar werden. Keine Frage, dass zur Pflege entsprechende Kenntnisse nötig sind, die man lernen kann. Wenig bekannt ist bei uns noch die Aromapflege.Im professionellen Pflegebereich beginnen immer mehr Krankenschwestern auf ätherische Öle zurückzugreifen und auch im häuslichen Bereich ist die Anwendung mit entsprechender Information sehr empfehlenswert.Was ist Aromapflege

    Unter Aromapflege versteht man den bewussten Einsatz von ätherischen Ölen in der Kranken- und Altenpflege. Im Unterschied zur Aromatherapie dient die Aromapflege primär dazu, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und ätherische Öle vor allem prophylaktisch einzusetzen. Ätherische Öle haben eine ganzheitliche Wirkung, weil sie einerseits durch den Duft auf Geist und Seele wirken und andererseits auch eine physiologische Wirkung auf den Körper haben.

    Ätherische Öle richtig anwenden
    Ätherische Öle können, wenn sie nicht richtig angewendet oder dosiert werden, auch unangenehme und manchmal sogar schädliche Nebenwirkungen haben. Es wäre daher pflegenden Angehörigen zu empfehlen, einführende Kurse zu besuchen. Wichtig ist auch die Auswahl der ätherischen Öle. Einerseits sollte man unbedingt darauf achten, nur qualitativ hochwertige Öle zu kaufen. Der Einsatz von synthetisch hergestellten oder minderwertigen ätherischen Ölen sollte in der Aromapflege vermieden werden. Beim Kauf sollte man daher genau auf das Etikett und die Angaben, die dort gemacht werden, schauen.

    Anwendungsmethoden
    In der Aromapflege für alte und bettlägerige Menschen ist der Einsatz von Duftlampen zur Raumbeduftung sehr empfehlenswert.

    Dosierung Duftlampe:
    In die Schale der Duftlampe gibt man ungefähr 5 – 10 Tropfen auf eine Wasserfüllung. Anfängern in der Aromapflege wäre zu empfehlen, nur einzelne Düfte anzuwenden und keine Mischungen und auch nicht verschiedene Düfte hintereinander.

    Anwendung über die Haut:
    Da ätherische Öle durch die Haut ins Körperinnere diffundieren können, ist die Anwendung in Form von Einreibungen oder Massagen vor allem dort zu empfehlen, wo eine physiologische Wirkung erzielt werden soll. Ätherische Öle nie pur auf die Haut bringen, sondern immer in Mischung mit fetten Ölen.

    Dosierung für alte Menschen:
    12- 15 Tropfen ätherisches Öl auf 100 ml Trägeröl oder Lotion.

    Dosierung zur Anwendung im Bad:
    Da sich ätherische Öle nicht mit Wasser mischen, braucht man einen natürlichen Emulgator. Dafür eignet sich Milch oder Honig. In 2 EL Milch oder 1 EL flüssigen Honig pro Badewanne 5- 7 Tropfen ätherisches Öl mischen, dann in das Wasser geben. Für Teilbäder wie ein Fußbad nimmt man 1 EL Meersalz und 5 Tropfen ätherisches Öl. Sitzbäder mischt man mit 1- 2 EL Joghurt und 5- 6 Tropfen.

    Inhalationen:
    Auf 1 Schüssel heißes Wasser nicht mehr als 2 Tropfen.

    Aromapflege für Schwerkranke
    Der Einsatz von ätherischen Ölen kann auch bei Erkrankungen wie Alzheimer, Demenz oder Parkinson positive Wirkungen zeigen. Diesen Einsatz sollte man aber in Aromatherapie ausgebildetem Pflegepersonal überlassen.

    Aromapflege in der häuslichen Krankenpflege
    Sorgfalt in der Anwendung ist immer zu empfehlen. In der häuslichen Pflege empfehlen sich ätherische Öle zur täglichen Körper- und Mundpflege. Mit Einreibungen des Brustbereiches kann man Atemwegsprobleme verbessern. Verdauung anregend sind Einreibungen des Bauchbereiches. Viele ätherische Öle wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd, eignen sich also zur Behandlung von schmerzenden Gelenken und Muskeln. Schlafstörungen und Unruhezustände können mit ätherischen Ölen ebenso positiv beeinflusst werden wie depressive, apathische Zustände. Wichtig ist dabei, immer daran zu denken, dass durch die Aromapflege primär die Lebensqualität des Betroffenen verbessert werden soll, während die Behandlung bestehender Krankheiten dem Arzt vorbehalten bleibt.

    Tägliche Pflege
    Die täglichen Hygienemaßnahmen können durch ätherische Öle und deren Duftwirkung zu einem erfreulichen Ereignis werden. Für die tägliche Waschung sollte man nicht jeden Tag dasselbe ätherische Öl verwenden. An Tagen, wo der Angehörige schwer zu mobilisieren ist, kann man 1- 2 Tropfen Rosmarinöl auf den Waschlappen geben und damit die Waschung durchführen. Bei Unruhezuständen nimmt man Lavendel und wenn man Geraniumöl verwendet, beginnt der Tag gleich mit einem die Seele harmonisierenden rosenähnlichen Duft. Mundpflege: Für das Wohlbefinden ist ein frischer Mundraum ganz wichtig, gleich ob der Angehörige noch über eigene Zähne verfügt oder einen Zahnersatz hat.

    Mundwasser selber herstellen:

    10 ml Myrrhentinktur (aus der Apotheke), dazu 2 Tropfen Pfefferminzöl. Von dieser Mischung gibt man 2 – 3 Tropfen ins Mundspülwasser. Alkoholische Einreibung: Vor allem bei bettlägerigen Menschen kann eine Einreibung des Rückens nach der täglichen Waschung sehr angenehm sein.

    Franzbranntwein selber herstellen:

    • 1 l 40% Kornbranntwein
    • 3 Angelikawurzel
    • 5 Tropfen Latschenkiefer
    • 5 Tropfen Zirbelkiefer
    • 8 Tropfen Lavendel
    • 2 Tropfen Pfefferminze
    • 5 Tropfen Zitrone

    Zwei Wochen ziehen lassen, zur Anwendung eventuell mit Wasser verdünnen.

    Gesichtsöl: Alte Menschen haben meist eine trockene Haut. Zur täglichen Pflege kann man ein Gesichtsöl herstellen, indem man auf 50 ml Mandelöl 5 Tropfen Geranie gibt.

    Vollbad: Ist der Betroffene kräftig genug, kann ein wöchentliches Bad empfohlen werden. Die Auswahl des ätherischen Öles richtet sich dann nach der konkreten Befindlichkeit.

    Stärkung der Atemwege
    Alte Menschen sind oft verschleimt und haben Probleme mit dem Abhusten. Eine Einreibung des Brustraumes (Rücken, oberer Brustbereich) mit folgenden ätherischen Ölen kann da sehr hilfreich sein:

    Thymian, Cajeput, Niaouli, Kiefer, Myrte, Eucalyptus (wenn möglich sollte nur Eucalyptus radiata verwendet werden, also Achtung beim Einkauf).

    Diese ätherischen Öle sind auch für Inhalationen zu empfehlen.

    In unserem nächsten NL erfahren Sie mehr über Möglichkeiten der Anregung der Verdauung oder des Kreislaufs bis hin wie man Gelenksschmerzen oder aber auch depressive Zustände lindern kann.