Monat: Juli 2021

  • Die Organpflege im Jahreskreis

    Die Organpflege im Jahreskreis

    JULI-KREBS-MOND

    Mit diesem Sternzeichen breiten sich die gesamten Körperentsprechungen auf den Ebenen Geist-Seele-Körper über anziehende Schwerkraft und Mondeinfluss an Schultern, Brust, Lungenraum, Arme hinab zum Magen mit seinen Säften, zu Galle und Leber. In der Humorallehre spricht man bei der Lunge über das Ausgleichsgefäß, bei der Milz vom Stoffwechselwasser, der Bauchraum ist die Quelle der Fluida. Im Ganzen als feuchtes Phlegma bekannt. Wir erkennen im Krebssymbol einen stets sich bewegenden Kreislauf zwischen Geben und Nehmen, sich Ausdehnen oder Zusammenziehen, Werden und Vergehen. Der wechselhafte Mond ist sein Planet. Und natürlich spielt sich das alles sehr markant im Inneren ab: darin erkennen wir sieben Mondstände in einem Mondmonat zur Betrachtung.

    Was Krebs in der Brust fühlt, durchdringt mondartig den Wasserhaushalt und trifft natürlich auf die über 70% wässrig durchzogenen Organe und Systeme. Werden sie „überschwemmt“, kann Rheuma anrücken.

    Oder eine fulminante Bronchitis, symptomatische Entsprechungen zu einem eventuell länger mit sich getragenen Zustand wie etwa: „Wenn ich sage, was mir hier nicht passt, gibt es womöglich Kleinholz, was ich absolut vermeiden will.“ Das Ganze schlägt sich wohl auf das Gemüt, macht Angst. Zum Beispiel über den Magen laufend. Ganz nach der alten, chinesischen Bildsprache „besitzt der Magen keine Zähne.“ Und das geschieht so seit Äonen auf der ganzen Welt und jenseits der Heilsysteme. Dieses Bild verdeutlicht in sehr einfacher und klarer Form, was er leisten kann, was ihm zugearbeitet werden muss und worauf er sich bezieht, was ihn schwächt. In der Tat traut man da dem Magen oft zu viel „Unverarbeitetes“ zu, wird das, was ihn erreicht, vorher nicht eingehend analysiert, studiert, überprüft, vorverarbeitet, um „verdaut“ zu werden. Und dann steht ihm noch die Milz zur Seite: beinahe im Verborgenen erarbeitet sie in Demut, kontrolliert das Geschehen ihres Arbeitgebers in wunderbarer Zusammenarbeit. Die beiden arbeiten zusammen und stehen in engster Verbindung zueinander, gehören beide dem Erdelement an: ausgleichend zwischen weiblichen und männlichen Energien.

    Ohne sie, ihre Arbeit, gäbe es für alle anderen Organe und Systeme im menschlichen Körper kein Weiterkommen. Die geistig-seelisch-körperliche Aufforderung könnte lauten: Nichts stauen und stocken lassen. Vielmehr im großen Meer der festen und flüssigen Speisen fischen. Das Angebot ist in heutiger Zeit wohl doch reichlicher als in anderen Epochen. Immer in geistig-seelischer Abstimmung beflissen. Das Eigenbewusstsein, der wirkliche innere Ernährungstherapeut, leistet den wirklichen Part, auf den Magen zu hören. Und nicht nur auf ihn. Der Magen liegt nicht umsonst physisch und funktional in der zentrierten Körpermitte. Gerät hier etwas ins Ungleichgewicht, kann dies als Grundursache für gar viele Erkrankungen angesehen werden. Ihm geht es um den geregelten Brennstofflieferanten, der weise verteilt wird. Krebs weiß eigentlich davon, ob er es als Potential einsetzen kann, ist eine Sache der Erfahrung und des Bewusstseins.

    Magengeschwüre, Sodbrennen, Verdauungserschwernisse haben ihre Wurzeln oft auf der Gefühlsebene, während Hinunterschlingen von fettem Essen die Tätigkeit blockiert. Bekanntlich steht Fett im Gegensatz zu Wasser. Wie also soll das wässrige-krebsbestimmte Dosieren beider in ein Sowohl-als-auch mit einer dritten Dimension gelingen, um zu einer regulierten Verdauung zu kommen? Wer nimmt denn diese beiden Extreme am besten auf? Ballaststoffe (Heilkräuter wie Basilikum, Estragon, Origano, Thymian, Curcuma, Gemüse gedämpft, Bitterstoffe, Hülsenfrüchte (allerdings weichgekocht und nicht „al dente“!! und diese dann noch mit 1/5 gutem Öl/Portion, jenseits der Ernährungstabellen) Wurzelgemüse, Buchweizen, Dinkel, Reis) um nur einige zu nennen und einer individuellen Abstimmung Raum zu lassen.

    Geht man also davon aus, dass der Magen ein zentral wirkendes Organ ist, bedeutet dies auch, dass wir dem Magen immer etwas Gutes tun können. Er bietet sich als Schüssel an, der geduldig alles zu verarbeiten/knacken versucht, um weitere Organe damit zu speisen, in ihrer Arbeit zu unterstützen. Kräutersuppen sind da eine willkommene Nahrungsmedizin. Oder Bitterstoffe wie Enzian, Wermut, Löwenzahn, Rettich, Pfefferminze, Knoblauch oder Odermennig wirken funktional einladend. Das beruhigt. Aber auch gut gekaute, leichte Speisen unterstützen die Arbeit des Magens.

    Da durch den Magen alle Meridiane ihre Bahnen ziehen, kann gerade hier sinnstiftend ein geistig-seelisch-körperlicher Allgemeinzustand hergestellt werden. Magengeschwüre oder Sodbrennen z.B. werden mitgetragen, weil Sternzeichen Krebs sich nicht gut genug vorkommt, alles schwer verdaulich ist, ihm alles zu schnell geht. Unweigerlich findet die Aussparung dieser Achtung vor den obgenannten Themen ihren nach Unten gerichteten, stufenartigen Niederschlag in Galle- und Leberstau. Hier tritt dann eher das Projektionsstadium in den Vordergrund, das behauptet: „Ich doch nicht!“, „Nicht mit mir!“, „Alle machen Fehler, ich jedoch nicht.“ Dabei gibt es dafür aber keine Sicherheit. Also verschiebt sich das Ganze, natürlich ausgestatte Verdauungsfeuer im Wut zurückhalten, im kein Ventil finden in diesen feurigen, impulsiven Organen wieder. „Wieder“ ist verfänglich, angesichts der Ur-Reparationsdynamik Magen/Milz Feinarbeit, die imstande sind, sofern man gut für sie Sorge trägt, auf sie hört, viele allgemeine und spezifische Dysfunktionen fernzuhalten. Das fühlt sich dann besonders gut an.

  • Natürlicher Sonnenschutz

    Natürlicher Sonnenschutz

    Keine Angst vor der Sonne: Alles für eine gesunde Sonnenbadekultur.

    Wenn die ersten Sonnenstrahlen nach einer längeren trüben Wetterphase durch die Wolken blinzeln, dann geht uns „das Herz auf “. Unsere Laune hebt sich augenblicklich und wir genießen die helle, wärmende Energie der Sonne. Nur durch die Kraft der Sonne konnte auf unserer Erde überhaupt Leben entstehen. Heute sehen wir das als gegeben an – den alten Hochkulturen war es noch göttliche Verehrung wert. Schließlich bestimmte die Sonne das tägliche Leben unserer frühen Vorfahren. Jetzt, im digitalen Zeitalter, ist uns dieser direkte Zusammenhang kaum mehr bewusst. Mehr noch: In den letzten 100 Jahren haben wir beinahe verlernt, richtig mit dem lebensspendenden Geschenk der Sonne umzugehen.

    In den vergangenen Jahrzehnten wurde rund um Nutzen und Schaden der Sonnenstrahlung für unsere Gesundheit intensiv geforscht. Viele Theorien haben sich später als falsch erwiesen – die Meinungen reichten dabei vom Allheilmittel bis zur gefährlichen Bedrohung.

    Die Sonne hält uns gesund
    Unbestritten ist, dass die Sonne zur Verhütung zahlreicher Krankheiten beiträgt und auch als Therapie bei vielen Erkrankungen unverzichtbar ist. Am deutlichsten sehen wir das am Beispiel des Vitamin D. Unser Körper erzeugt diesen lebenswichtigen Stoff nur dann, wenn wir unsere Haut gezielt der Sonnenstrahlung aussetzen. Das hochwirksame Vitamin-D-Hormon kann unsere Zellen vor den schädlichen Anteilen der Sonnenstrahlung schützen und dadurch Zellwucherungen verhindern. Nur wenn wir ausreichend Vitamin D zur Verfügung haben, kann unser Körper auch genügend Mineralien aus der Nahrung aufnehmen und optimal verwerten.

    Es gibt fast keinen Bereich in unserem Dasein, auf den die Sonne keinen Einfluss hat. Sie sorgt für den intakten Gewebsstoffwechsel von Knochen, Knorpeln, Muskeln und Nerven genauso wie für ein ausgeglichenes Hormonsystem. Die richtige Dosis Sonnenlicht hält unsere Blutgefäße elastisch und verringert Ablagerungen, die Arteriosklerose, Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen können. Und auch die positiven seelischen Effekte sind nicht von der Hand zu weisen.

    Durch maßvolles Sonnenbaden halten sich unsere Immunzellen optimal fit für ihre Abwehraufgaben. Sie helfen, die Entstehung vieler Krebsarten – inklusive Hautkrebs – zu verhindern. Die UV-Strahlung als Hauptverursacher von Hautkrebs anzusehen, greift also zu kurz. Zahlreiche Studien zeigen nämlich, dass Melanome bei „Stubenhockern“ doppelt so häufig vorkommen wie bei „Sonnenanbetern“. Abgesehen davon bilden sich diese bösartigen Hauttumore hauptsächlich an Körperstellen, die fast nie der Sonne ausgesetzt sind. Vielmehr scheint ein wirksamer Schutz vor UV-Schäden und Hautkrebs in einer gesunden Ernährung mit Vitaminen und Mineralstoffen zu liegen. Diese positiven Effekte können wir mit natürlichen Mitteln noch zusätzlich verstärken, indem wir jene Stoffe ergänzen, die wir uns allein über die Nahrung nicht zuführen können. Dazu gehören vorrangig natürliche Antioxidantien wie Astaxanthin, die Vitamine C und E sowie einige Vitalpilze oder immunstärkende Pflanzenmischungen.

    Richtiges Sonnenbaden
    „Die Dosis macht das Gift“, stellte schon Paracelsus fest. Dieser Leitsatz gilt auch für die Zufuhr von Sonnenstrahlung. Ein Zuviel und Zu oft kann schädliche Folgen für unsere Gesundheit haben – ebenso wie das strikte Vermeiden der Sonne. Wenn wir uns ein paar Dinge bewusst machen, gelingt uns ein verantwortungsvoller Mittelweg: Im Frühjahr muss sich unsere Haut erst an die stärker werdende UV-Strahlung gewöhnen, und besonders an windigen oder leicht bedeckten Tagen unterschätzen wir ihre Kraft. In der Zeit zwischen 11 und 15 Uhr meiden wir auf jeden Fall die Sonne und halten ausgiebig Siesta im Schatten – wie im sonnigen Süden ohnehin üblich. Deshalb sollten im Sommer eine leichte Kopfbedeckung und eine gute Sonnenbrille zu unseren ständigen Begleitern zählen, um sie im Bedarfsfall schnell bei der Hand zu haben. Für besonders empfindliche Hauttypen gibt es spezielle Kleidung mit UV-Filtern. Und wenn wir trotz allem ein Hitzegefühl auf der Haut verspüren oder gar leichte Rötungen der Haut entstanden sind, heißt es: „Raus aus der Sonne!“

    Sonnenschutz von außen
    Da es nicht überall schattige Plätzchen gibt und wir bei Badewetter ungern voll bekleidet am Strand liegen, steht uns heute eine Vielzahl an Sonnenschutzmitteln zur Verfügung. Hierbei gilt es zuerst, den eigenen Hauttyp bestimmen zu lassen, denn jeder der sechs Hauttypen hat andere Eigenschutzzeiten, an denen sich dann die geeigneten Schutzmittel orientieren. Rein nach der Wirkungsweise unterschieden, gibt es zwei Arten von UV-Filtern in Sonnenschutzmitteln: chemische und mineralische. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Mittel, die chemische Filter enthalten, sollen rund 30 Minuten vorher aufgetragen werden, um ihre volle Wirkung zu entfalten. In jedem Fall ist es wichtig, dass wir beim Eincremen an den empfindlichen und stark exponierten Stellen, besonders gründlich sind – also an Stirn, Ohren, Wangen, Nase, Kinn, Schultern und Fußrücken. Für diese sogenannten „Sonnenterrassen“ eignet sich besonders Sonnenschutz in Stickform. Und weil auch der beste Sonnenschutz Schweiß, Sand und Wasser nicht den ganzen Tag über standhalten kann, ist mehrmaliges Nachcremen angesagt, vor allem nach dem Baden.

    Hautpflege für danach
    Auch die richtige Pflege nach dem Sonnenbaden ist für unsere Haut wichtig – und genauso bedeutend wie die vorbeugende Immunstärkung von innen oder der UV-Schutz während der Sonnenbestrahlung. In erster Linie verlangt unsere Haut die tagsüber verloren gegangene Feuchtigkeit zurück. Wenn sie leicht gereizt ist, freut sie sich über nährende und kühlende Inhaltsstoffe wie Aloe vera. Am besten eignen sich natürliche Pflegemittel ohne Zusatzstoffe.

    Steckbrief Sonne
    Die Sonne ist das Zentrum unseres Planetensystems. Ihre Heilkräfte stellen alle bekannten Therapien und Arzneien sprichwörtlich in den Schatten. Sonnenlicht ist lebenswichtig und sorgt für:

    • funktionierendes Immunsystem
    • gesundes Herz & freie Blutgefäße
    • starke Knochen und Muskeln
    • elastische Gelenke & Bandscheiben
    • ausgeglichener Hormonhaushalt
    • lange geistige Leistungsfähigkeit
    • seelisches Gleichgewicht
    • innere Antriebskraft
  • Muttermilch – richtig nähren mit diesem mythischen Universalheilmittel

    Muttermilch – richtig nähren mit diesem mythischen Universalheilmittel

    Teil 2

    Wir wissen, dass unsere Großmütter ihre Kinder gestillt haben, unsere Urgroßmütter vermutlich auch. Sicher ist, dass Frauen schon vor sehr langer Zeit ihrem Nachwuchs unvoreingenommen und natürlich die Brust gegeben haben, so wie alle anderen Säugetiere auch. Im 20. Jh. erreichten die Stillquoten jedoch einen historischen Tiefststand!

    Lange Zeit sicherte die Nahrung mit Muttermilch das Überleben eines Neugeborenen. Seit der Antike wurde Stillen wertgeschätzt und in Mythologie, Kunst und Religion auf der ganzen Welt dargestellt. In der Antike und im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris galt die Fütterung mit der Brust als heilig; Göttinnen wurden mit der nackten Brust gemalt, ebenso in Ägypten. Die Göttin Isis soll ihren Sohn Horus gestillt und ihm damit geistige Nahrung und Unsterblichkeit geschenkt haben. Im alten Griechenland wurden die Göttinnen Hera, Demeter und Gaia als Stillende dargestellt; eine Skulptur zeigt Artemis gleich mit mehreren Brüsten und unterstreicht dadurch die Bedeutung des Nährenden und Schützenden. Plutarch schrieb, es sei notwendig, dass Mütter ihre eigenen Kinder stillen, weil sie demnach diese mit mehr Liebe und Freundlichkeit verwöhnen würden. Nach Galen konnte die Natur durch die Muttermilch für das Baby ein Heilmittel vorhersehen und herstellen. Bis zu Beginn der Neuzeit wurden der Muttermilch magische Eigenschaften zugeschrieben. Die Übertragung von sowohl physischen als auch psychischen Besonderheiten durch die Frau wurde vermutet. Nach heutigem Stand der Forschung ist bekannt, dass damals die Menschen die Bedeutung der Muttermilch richtig wahrgenommen haben. Noch im 17. Jh. galt die Muttermilch als einzige Ernährungsform des Kindes bis zu sechstem Lebensmonat, wohl um die Liebe zwischen Mutter und Kind zu fördern. Seit der Industriellen Revolution war das Stillen mit dem zunehmenden Einsatz der Mütter außer Haus nicht mehr vereinbar. Künstliche Nahrung wurde Standard, die Bedeutung der Flasche stieg, obgleich vielerorts Muttermilchbanken öffneten. Aufgrund der Bevölkerungspolitik und der hohen Säuglingssterblichkeit stiegen bis 1945 die Stillquoten wieder an; das „Flascherl“ galt als todbringend. Die wenigsten Neugeborenen überlebten die Gabe der unphysiologischen Ernährung. Mit Mitte des 20. Jh. verbesserte sich die Zusammensetzung des Milchersatzes, die Quoten der stillenden Frauen sanken ab 1950 rapide. Mit der Bewerbung derartiger Produkte wurde die Mutter aus der Pflicht genommen und das Stillen als ihre Entscheidung propagiert, gleichzeitig die Praktikabilität herausgestrichen und die Väter zum Füttern in die Pflicht genommen. Ein riesiger Markt für Produkte rund um die industrialisierte, „nach dem Vorbild der Natur“ angepriesene Milch entstand. Das Ergebnis war prompt ein weiteres Absinken der Stillquoten. Der Weg führte weg von der Natur, das Vertrauen wurde in die Überlegenheit der Technik gesteckt, das mythische Universalheilmittel durch standardisierte, industriell hergestellte Säuglingsnahrung (Instantnahrung oder Formulanahrung genannt) ersetzt.

    Heute gilt das Stillen mancherorts als zweiter Entwicklungsmeilenstein nach dem Atmen. „Stillen ist eine traditionelle Nahrung, die geschützt werden sollte“ beschreibt die Stillberaterin Aiden Farrow, IBCLC (International Board Certified Lactation Consultant – ein international geschützter Titel für examinierte Still- und Lactationsberaterinnen); die Muttermilch, sie geht weit zurück bis zu unserer Schöpfung [1]. In der analogen Betrachtung wird durch den Bedarf an Muttermilch das Element Wasser des Menschen gestillt. Das Wässrige ist die Verbindung mit den Wurzeln – mit dem Mütterlichen und unserer Herkunft. Das Element Wasser „ist der Nährboden, die Basis allen Seins, Nahrung für sein Entstehen. In ihm liegt die Ruhe als Ausgangspunkt allen Wachsens, der Regeneration“ [2]. Das Element Wasser ist nährend, anhaftend und bewahrend. Fehlt es, dann wird der Mensch nervös, unruhig, infektanfällig und geschwächt. Aus diesem Blickwinkel zeigt sich bildhaft die immense Bedeutung des Stillens.

    Stillen ist eine wichtige Säule für die Entwicklung und das Wachstum mit einer Vielzahl von Vorteilen. Die Muttermilch enthält Bakterien, zusätzlich zu den Nährstoffen und bioaktiven Inhaltsstoffen, die den Aufbau der Darmmikrobiota (früher Darmflora genannt) und damit die Entwicklung des Immunsystems positiv unterstützen, wie im ersten Teil beschrieben. Außerdem treten spezifische Antikörper in die Muttermilch über. Auf diese Art und Weise erhalten Säuglinge durch die Mutter etwa deren Covid-19 – Antikörper. [3]. Darüber hinaus ist das Stillen wichtig für die kognitive Entwicklung. Beim Stillen werden vom Kind mehr als 40 Muskelpaare genutzt, wodurch die gesamte Mund- und Kieferregion aktiviert wird, beim Flaschenkind sind es wesentlich weniger. Neben der Bedeutung für die ideale Kieferentwicklung und damit der Zahnstellung wird außerdem die Sprachentwicklung unterstützt. Darüber hinaus kann davon ausgegangen werden, dass bei jedem effektiven Stillvorgang die rechte mit der linken Gehirnhälfte verknüpft wird. Dies ist nötig für die Entwicklung von Empathie und Intelligenz sowie dem Erfassen von komplexen Zusammenhängen. Für die Gehirnentwicklung ist das Vorhandensein von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren entscheidend, welche nur sehr schleppend der Formular-Nahrung beigemischt werden, allerdings in immer gleichen Mengen. Die entsprechende Dosis für den Säugling in der Muttermilch ist jedoch dem individuellen Bedarf anpasst! Ähnliches gilt für den allgemeinen Nährstoffbedarf, der Entwicklungsprioritäten berücksichtigt.

    Die Muttermilch kann in verschiedenen Farbvariationen auftreten: von weiß bis klar oder gelb. Sie ist aus mehreren hundert verschiedenen Bestandteilen zusammengesetzt, die synergistisch wirken und auf die im ersten Teil detailliert eingegangen wurde. Die Muttermilch ist einfach immer perfekt zusammengesetzt; sowohl Nahrung als auch Getränk. Sie verändert sich nach den Bedürfnissen. Die Muttermilch nach einer Frühgeburt ist anders zusammengesetzt als nach einer Geburt rund um den Termin; ihre Inhaltsstoffe sind an die Nährstoffbedürfnisse eines Frühgeborenen angepasst. Grundsätzlich ist die Muttermilch äußerst leicht verdaulich und wird optimal verwertet und aufgenommen.

    Sehr vereinfacht betrachtet wird Muttermilch in den Milchbläschen des Brustdrüsengewebes gebildet, der Vorgang variiert je nach Lactationszyklus und ist äußerst komplex. Bereits vor der Geburt bildet sich dort das Kolostrum, die Vormilch aus. Sie ist dickflüssiger und meist durch den Gehalt an Carotinoiden gelblich gefärbt. Im Vergleich zur reifen Muttermilch ist sie fettarm, weist einen hohen Eiweißgehalt auf sowie Immunstoffe, die das Kind vor allem vor Infektionen schützen sollen. Außerdem wird damit der Darm gepflegt und ausgekleidet. Mit einem bis wenigen Tropfen Vormilch ist das Kind geschützt, genährt und mit allem Nötigen versorgt. Die Natur stellt alles bereit, das für ein Überleben des Neugeborenen im Notfall von elementarer Bedeutung ist; bereits ab der sechzehnten Schwangerschaftswoche wird dieser großartige Powerdrink in seiner Vielfalt bereitgestellt. Durch das frühe, allererste Anlegen an die Brust wird die Kommunikation zwischen Mutter und Kind verbessert. Die Mutter wird vor verstärkten postpartalen Blutungen bewahrt. Die Ausscheidung des Mekoniums, des ersten Stuhls des Neugeborenen, wird unterstützt. Dieser Stuhl enthält viel an Biliverdin, einem Abbauprodukt des Hämoglobins, wodurch seltener eine behandlungsbedürftige Neugeborenengelbsucht auftritt. Das Saugen an der Brust regt die Bildung der reifen Muttermilch an, erhöht die Milchmenge und verlängert die Gesamtstilldauer. [4] Der eigentliche Milcheinschuss kann bis zu 14 Tage auf sich warten lassen. Das Kind verhungert in dieser Zeit sicher nicht, egal was die Krankenschwester über den Arzt bis hin zur (Schwieger)mutter erzählen. Die Vormilch reicht aus, solange das Kind 8-12 mal in 24 Stunden an den Mamillen beidseits effektiv saugt. Die Muttermilch verändert sich allmählich hin zur reifen Muttermilch. Bedacht werden sollte dabei auch, dass der Magen des Babys bei der Geburt winzig ist, lediglich die Größe einer Murmel hat.

    Das vielfach als praktisch angepriesene Flascherl bewirkt nachweislich weniger Hautkontakt. Diese Kinder verbringen meist verschwindend geringe Zeiten in Körperkontakt mit der Mutter, wodurch deren Risiko für einen sogenannten Babyblues oder gar für eine Depression erhöht ist; Schlafstörungen sind möglich. Mütter, die die Brust geben, neigen um 80% seltener an Stimmungstiefs, schlafen tiefer und besser, weil sich deren Schlafrhythmus jenem des Säuglings anpasst. Das Risiko für plötzlichen Kindstod wird minimiert. Flaschenkinder neigen zu Übergewicht! Ihre Nahrungsaufnahme bedeutet für sie – anders als bei gestillten Kindern – keine Anstrengung. Gestillte Säuglinge trinken, bedingt durch den Milchspendereflex, in Intervallen, vergleichbar mit mehreren kleinen Gängen und Pausen. Flaschennahrung kommt ohne diese „Essenspausen“ aus, die Milch rinnt in Babys hinein bis das Sättigungsgefühl eintritt und die Kinder überfüttert sind. Gestillte Kinder hören auf zu trinken, wenn sie satt sind. Sie nuckeln dann zur Erfüllung ihres Nähebedürfnisses weiter. Häufig heißt es, dass Kinder mit Formularnahrung besser schlafen. Würden wir abends nach dem Verzehr von dreimal Schweinsbraten mit Knödel erholsamen Schlaf finden? Keineswegs! Instantnahrung enthält lediglich Nährstoffe; sie stellt nicht einmal annähernd einen Ersatz dar, für den sie angepriesen wird. Dabei handelt es sich vielmehr um ein künstlich aufbereitetes Präparat für den Krisenfall, damit der Säugling im Notfall nicht verhungert. Mütter, deren Kinder zu wenig Muttermilch bekommen oder deren Kinder schlechter zunehmen als mit der Flasche aufgezogene Kinder, sollten zunächst professionelle Hilfe einer Stillberatung in Anspruch nehmen. Von der WHO empfohlen wird das Trinken an der Brust; Spritzen mit Feeder oder Sonde sowie Brusternährungssets werden demnach im Bedarfsfall der Flasche vorgezogen. Im Interesse des Kindes soll auf keinen Fall auf eigene Faust zu dem beworbenen Notfallmittel gegriffen werden. Bereits eine einmalige Gabe von Flaschennahrung nach der Geburt verändert die Darmflora nachhaltig für das ganze Leben. Muss, aus welchen Gründen auch immer, zugefüttert werden sollten die oben genannten Hilfsmittel mit humaner Spendermilch gefüllt sein, im äußersten Fall die Flasche. Entsprechende Milchbanken sind in größeren Städten wie Wien, Linz oder Salzburg eingerichtet. Außerdem sollte den Kindern das Fläschchen an der nackten Brust gegeben und die Seite zum Anlegen öfter gewechselt werden. Wir Menschen möchten, wenn wir verliebt sind, Nähe ohne Maß, überfließend und einhüllend genießen, nicht wahr? Und wir sehnen uns noch immer im tiefsten Inneren nach jener bereits zu Beginn des Artikels im ersten Teil gefragten Arznei, die uns unversehrt, verbundener und intelligenter werden lässt.

    Die Stillraten haben sich seit den neunziger Jahren trotz aller Untersuchungen, nach Studienergebnissen und Empfehlungen nur geringfügig verbessert. Neben all den Vorteilen bringt das Stillen teilweise auch Probleme mit sich, sowohl körperlich als auch psychischer Natur. Für eine glückliche, gelungene Stillzeit ist Information während der Schwangerschaft die oberste Vorbereitung. Vielfach wird leider gar nicht, antiquiert oder falsch beraten. Die Stillquote könnte durch eine geeignete Beratung, vor allem ab der Mitte der Schwangerschaft, massiv erhöht werden. Ein Großteil der Frauen, die eine derartige Beratung erhalten haben, Stillen über das erste Lebensjahr hinaus und liefern damit ihren Kindern genau jenes Gesundheitswundermittel, von dem wir eigentlich träumen. Wir sehnen uns nach der Göttin Venus, nach Nähe, Geborgenheit, Fürsorge, Intuition und Gesundheit. All das liegt im Geschenk der für das Kind maßgeschneiderten Ernährung durch die Mutter. Denn es gilt: Für alle Kinder ist Muttermilch Medizin und damit ist Stillen vorausschauende Therapie.

    Vielen Dank für die fachliche Beratung durch Sigrid Moser, Stillberaterin IBCLC, mobile-stillberatung.at

    [1] „Breastfeeding is a traditional food that should be protected“, indiginews.com/vancouver-island/breastfeeding-is-a-right-that-shouldnt-be-taken-away and journals.sagepub.com/doi/epub/10.1177/0890334419887958, abgerufen am 05.05.2021

    [2] Dieter Poik: 5 Elemente – Begleiter auf dem Weg zum Menschen – Freya Verlag

    [3] „COVID-19 und Stillen: Aktuelle internationale Empfehlungen“, www.stillen-institut.com/de/coronavirus-covid-19-und-stillen-aktuelle-empfehlungen.html, abgerufen am 05.05.2021

    [4] Christine Lang: Bonding – Bindung fördern in der Geburtshilfe – Urban & Fischer in Elsevier Verlag

    Literatur bei der Verfasserin.

    Weitere Informationen unter: www.llli.org/germanwww.stillen-institut.com

    Die unveränderte Verbreitung dieses Textes, sowie seine Verwendung als Zitat in anderen Veröffentlichungen ist unter Angabe des Verfassers und der Quelle ausdrücklich gestattet und erwünscht! Die Autorin bittet darum, über die Verwendung des Textes informiert zu werden. Die beiden Teile des Textes können bebildert als pdf-Datei bei der Autorin angefordert werden.

  • Aromapflege für alte und kranke Menschen

    Aromapflege für alte und kranke Menschen

    TEIL 2

    Anregung der Verdauung
    Alte Menschen essen meist wenig und vor allem trinken sie zu wenig, daher haben sie oft Probleme mit dem Stuhlgang. Eine Einreibung des vorderen Bauches im Uhrzeigersinn kann recht hilfreich sein. Folgende ätherischen Öle sollten verwendet werden: Rosmarin, Ingwer, Petit Grain, Fenchel, Pfefferminze.

    Kreislauf anregen
    Auch der Kreislauf alter Menschen ist häufig ein Problem. Es gibt einige sehr anregende Öle, doch Vorsicht bei hohem Blutdruck, daher besser mit dem Arzt absprechen.
    Allgemein anregend: Zitrone, Pfefferminze, Ingwer
    Herzstärkend (nicht bei hohem Blutdruck): Rosmarin, auf die Herzgegend auftragen

    Gelenkschmerzen lindern
    Zusätzlich zu ärztlich verordneten Heilmitteln können mit ätherischen Ölen Schmerzzustände gelindert werden. Dazu macht man Einreibungen oder warme Kompressen über die betroffenen Gelenke. Folgende ätherischen Öle sind empfehlenswert: Teebaum, Eucalyptus citriodora (der zitronenduftende Eukalyptus hat entzündungshemmende Eigenschaften!), Niaouli, Lorbeer, Wacholder, Pfefferminze.

    Das Pfefferminzöl ist allgemein schmerzlindernd, wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigten. Man kann es in Form von Kompressen bei Kopfschmerzen anwenden, bei Muskel- und Nervenschmerzen in Form von Einreibungen.

    Wundliegen vorbeugen
    Bei bettlägerigen Menschen besteht die Gefahr, dass sie sich vor allem an den Stellen, auf denen lange Druck lastet, wund liegen. Neben den üblichen Vorbeugemaßnahmen können Einreibungen mit folgenden ätherischen Ölen die Haut stärken: Myrrhe, Weihrauch, Lavendel, Zeder, Zistrose

    Unruhezustände und Ängste lindern
    Viele Düfte haben durch ihre Wirkung auf das Limbische System eine Wirkung auf die seelische Befindlichkeit. Man wendet sie entweder über die Duftlampe oder durch Einreibungen im oberen Brustbereich an. Wie beim Thema Schlafstörungen ist Lavendel das erste Mittel der Wahl bei Unruhezuständen. Angstlösend sind Bergamotte, Neroli, Geranium, Thymian, Ylang- Ylang.

    Depressive Zustände lindern
    Bei apathischen, depressiven Phasen alter Menschen helfen vor allem Neroli, Petit Grain, Pfefferminze, Zitrone, Rosmarin und Muskatellersalbei.

    Kölnisch Wasser zur geistigen Anregung:
    In 5 ml 90% Weingeist folgende ätherischen Öle in dieser Reihenfolge lösen:

    • 2 Tropfen Zeder
    • 2 Tropfen Gewürznelke
    • 3 Tropfen Rosmarin
    • 4 Tropfen Lavendel
    • 3 Tropfen Petit Grain
    • 5 Tropfen Bergamotte
    • 2 Tropfen Neroli

    Von diesem Konzentrat gibt man bei der Anwendung einige Tropfen in destilliertes Wasser und trägt es im Nackenbereich auf.

    Schlafstörungen mildern
    Der alte Mensch hat ein anderes Schlafverhalten und leidet oft unter Einschlaf- oder Durchschlafstörungen. Das Mittel der Wahl dafür ist- durch viele Untersuchungen abgesichert- das Lavendelöl. Beim Kauf darauf achten, dass es sich um echtes Lavendelöl (lat. Name Lavandula officinalis oder angustifolia) handelt. Anwendung entweder in der Duftlampe, als Einreibung der Brust oder auch ein paar Tropfen auf das Kopfkissen.

    Ebenso hilfreich können die folgenden Öle sein: Majoran, Mandarine, Geranium, Muskatellersalbei, Ylang- Ylang

    Hilfe für die PflegerInnen
    Dass die Pflege alter und schwerkranker Menschen sowohl für professionelle Pfleger als auch für die pflegenden Angehörigen sehr anstrengend sein und zu Erschöpfungszuständen bis hin zum Burnout führen kann, ist bekannt. Pflegende Menschen sollten daher auch für sich selber die positive Wirkung ätherischer Öle nutzen. Anwendung als Dusch- oder Badezusatz oder Einreibungen.

    Erschöpfungszustände: Thymian, Rosmarin, Lorbeer, Pfefferminze.
    Nervliche Reizzustände: Neroli, Bergamotte, Orange, Lavendel, Geranium.
    Burnout: Zeder, Thymian, Geranium, Patschuli, Koriander.

    Sterbebegleitung mit Düften
    Der letzte Weg des Menschen ist oft mit Ängsten und Unruhezuständen verbunden. Wenn der Angehörige das Glück hat, in seiner vertrauten Umgebung umgeben von seinen Lieben zu sterben, kann man ihm den Weg mit Düften begleiten, die man vor allem in der Duftlampe einsetzt.

    Weihrauch – erleichtert den Übergang und Geranium und Rose öffnen das Herz für den Übergang.

    Diese Düfte helfen auch den Angehörigen, Abschied zu nehmen. Wenn es sich um einen sehr schmerzlichen Abschied mit großen Trauergefühlen handelt, kann der Einsatz von Neroli und Bergamotte in Kombination mit Rose helfen.