Monat: April 2021

  • Ostern im Fokus der Tradition

    Ostern im Fokus der Tradition

    Zu Ostern begehen wir christliche Feiertage, die auf ein heidnisches Fest zurückgehen, das bunt und üppig das Ende der dunklen Jahreszeit feierte. Durch die länger werdenden Tage erwacht die Natur, Knospen, Blätter und Blumen sprießen, alle Zeichen der Fruchtbarkeit. Die Symbolik greift diese Themen auf, welche die Osterzeit begleiten, beginnend mit dem Osterhasen, über die bunte Eier bis hin zum Osterschinken. Diese Bräuche sind teilweise bereits Jahrtausende alt.

    Der Ursprung des Wortes „Ostern“ ist nicht geklärt. Naheliegend scheint die Verknüpfung mit der Himmelsrichtung „Osten“, die bildlich für Morgenröte und Wiedergeburt steht. Der Bezug zu Ostara, einer umstrittenen, germanischen Göttin der Fruchtbarkeit und des Frühlings, wird überlegt. In anderen Sprachen weist das Wort „pascha“ auf das hebräische Pessachfest hin, das den Auszug der Juden aus Ägypten feiert und somit ebenfalls einen Neubeginn darstellt. Ausschweifend gefeiert wurde in vorchristlichen Traditionen jedenfalls das Wiedererwachen der Natur, die Wiederkehr des Frühlings und das Wiedererstarken der Fertilität meist zur Frühlingstagnachtgleiche. Dieses Fest war der Höhepunkt der Herrschaft der keltischen Göttin Brigit und ihres Götterbärs. Sie zogen durch die Natur und überall, wo ihre Füße den Boden berührten, sprossen Pflanzen. Viele dieser Gewächse, die den Osterbrauch begleiten, gehen auf germanische Wurzeln zurück.

    Der Palmbuschen beinhaltet sieben oder neun Hölzer je nach Region, gebunden aus alten, heiligen, mächtigen Pflanzen, viele dem Saturn signiert wie etwa Buchsbaum, Stechpalme, Wacholder, Eibe, Thuje, Tanne und die mondigen Weidenkätzchen. Auch Haselnuss, Buchenzweige, Efeu oder Erika befinden sich darin. Die Hasel ist eine Pflanze des Merkurs, der Holler verbindet mit Anderswelten. Als Strauß gebunden oder auf einem Haselholz oder Hollerast befestigt, werden die Buschen am Palmsonntag geweiht, um der Abwehr von Dämonen, Hexen, Pest oder vor Blitz zu schützen, danach auf dem Feld oder im Garten aufgestellt. Dieser schmucke Besen soll die Ernte sichern und zu Kindersegen führen. Die Palme, von der sich der Name ableitet, war schon im Altertum eine geehrte Pflanze; Siegreiche wurden damit geschmückt.

    Der christliche Osterfestkreis beginnt mit dem Aschermittwoch und endet traditionell mit Pfingsten. Zu Ostern wird die Auferstehung Jesu Christi gefeiert und gilt in den christlich geprägten Religionen als wichtigstes Fest des Jahres. Die bei uns bekanntesten Ostersymbole wie der Palmbuschen, der Osterhase oder die Eier sind keltisch inspiriert und bereiten uns im Grunde schon auf den Wonnemonat Mai vor.

    Der Hase oder besser gesagt das Kaninchen ist ein sich leicht vermehrendes Tier und bringt jede Menge Kinder in die Welt. Das Langohr war auch Begleiter der Göttin Ostara und ein Symbol der Fruchtbarkeit. Dass der Hase bald bunte Eier brachte und heute auch Geschenke, ist verständlich. Die Menschen gestalteten daher Nester und später Körbe, die mit Schleifen und Bändern geschmückt wurden.

    Die Eier wurden schon bei den Griechen und Ägyptern als Sinnbild der Potenz verehrt und in Tempeln aufgehängt. Nach dem Winter fangen Hühner zum Eierlegen an, ein Zeichen für die Wiederkehr des Frühlings. In der Fastenzeit galten Eier als flüssiges Fleisch und durften nicht verzehrt werden; es war daher zweckdienlich sie am Ende der Fastenzeit zu essen. Da Hühner früher draußen herumlaufen durften, mussten die Eier gesucht werden. Vermutet wird, dass Menschen die Eier versteckten, da das Eierschenken von der Kirche verboten war. Der Brauch die Eier zu färben und zu bemalen geht wohl in das 13. Jh. zurück. Bis ins 20. Jh. waren die meisten Ostereier rot – als Farbe der Fertilität. Dann zog die Vielfalt ein, manchmal erweitert um die Farbe Violett – als Farbe der Buße, andernorts wird besonders heute das ganze Farbspektrum genutzt.

    Das Lamm galt den Juden als Opfertier und wurde während des Pessachfests gegessen. Im Christentum wurde das Lamm mit Jesus gleichgestellt, die Opfergabe mit dem Opfer Jesu – ein wichtiges Symbol der Auferstehung. Hase, Eier, Lämmchen erhalten wir heute in Schokolade oder gebacken und oft reich verziert. Die Schokoladenvielfalt ließ sich zusätzlich um Schmetterlinge, Marienkäfer und Frühblüher erweitern – alles farbenprächtige Bilder des Frühlings.

    Die Osterbrote wiederum haben ihre Wurzeln in Ägypten und Griechenland: Die Backwaren galten als Insignie der Ehre für die Göttinnen. Bei den Hellenen war Brot Luxus und durfte nur an hohen Feiertagen gegessen werden. Bis heute werden die Wecken mit edlen Zutaten wie Butter, Eiern, Safran, Honig und Nüssen gebacken. Im Mittelalter war dieses Brot die erste Speise, die höhere Mengen an Kalorien enthielt; sie wurde vor allem Patenkindern geschenkt und auch entsprechend geschätzt.

    Als traditionelle Osterspeise gilt meist der geweihte Osterschinken. Die „Weichfleischjause“ besteht aus: Schinken – für das Glück, alternativ oder zusätzlich der Rindszunge – gegen schlechte Worte, Krenn – zum Schutz gegen Schlangen, Eiern – für reichliche Fortpflanzung, Salz – als Erde und schließlich Brot – für Jesus Christus.

    Das traditionelle Osterfeuer mit Wärme und Licht dient dem Austreiben des Winters. Das Feuer, schon seit jeher heilig, wurde geschützt und signiert die Sonne mit ihrer Kraft. Dieser Brauch, seit dem 16 Jh. belegt, wurde jedoch schon in heidnischen Traditionen gepflegt. Entzündet wird dieses Licht in den Abendstunden des Karsamstags. Familien, Freunde und Nachbarn versammeln sich um die Flammen, feiern das Ende des Fastens und den Beginn der warmen Jahreszeit.

    Heute verändern sich die Bräuche. Anstelle des Fastens im Sinne des Katechismus wird auf Fleisch, Süßes, Alkohol oder auf neue Medien verzichtet. Der traditionelle Gang in die Frühmesse des Sonntags wird durch ein ausgiebiges, spätes Frühstück ersetzt. Dabei werden jedoch in den meisten Familien Osterbrot und bunte Eier serviert. Anschließend folgt die Suche nach vielen kolorierten Süßigkeiten und Geschenken im erwachenden Garten. Fast schon so wie vor vielen hunderten Jahren.

  • Die Milz – ein fast vergessenes Organ

    Die Milz – ein fast vergessenes Organ

    Teil 1

    Die Häufigkeit von Krankheiten, bei denen die Milz eine mehr oder weniger offensichtliche Rolle in der humoralen Pathophysiologie spielt, zeigt, dass die humoralmedizinische Sicht der Dinge mitnichten „überholt“ oder „historisch“, sondern vielmehr ein hochaktuelles Thema ist.

    Zunächst die Milzfunktionen, wie sie in der konventionellen Medizin bekannt sind. Anschließend werden diese Fakten mit dem traditionellen Wissen verknüpft:

      1. Die Milz fungiert als Blutspeicherorgan. D. h., eine ihrer Aufgaben ist es, bei der Blutverteilung im Organismus mitzuwirken. Sie ist in der Lage, bei Bedarf rasch Blut in den Organismus abzugeben und auch wieder aufzunehmen.
      2. Eine weitere Milzfunktion ist die Erkennung und Elimination alter Erythrozyten („Erythrozytenmauserung“). In der Milz werden die Erythrozyten auf ihr Alter hin gecheckt und ab einem Alter von etwa 120 Tagen aussortiert. Dieser Vorgang ist wichtig, damit der Organismus seine Blutqualität erhalten kann. Sie merken vielleicht, dass ich ganz bewusst einige Begriffe verwende, die der traditionellen Heilkunde entstammen, weil es die Verknüpfung der wissenschaftlichen Sicht mit der Humoralmedizin erleichtert.
      3. Ein weiterer Aspekt ist die Milz als Immunorgan. Sie hat die Aufgabe, Lymphozyten zu bilden und zu speichern, humorale Antikörper (Immunglobuline) zu bilden und mit ihren Phagozyten Antigene aller Art zu beseitigen. Wenn man diese Aufgaben zusammenfasst, kommt man zu dem Schluss, dass man die Milz als „Lymphknoten des Blutes“ bezeichnen kann.

    Ausgehend von diesen drei physiologischen Aufgaben kann man ableiten, was sich entwickelt, wenn diese Funktionen pathologisch verändert sind:

    Bei Störungen der Blutspeicherfunktionen entstehen pathologische Situationen der Blutverteilung im gesamten Organismus. Ein häufig vorkommender pathologischer Zustand ist die sogenannten „Abdominalplethora“ (auch ein Begriff aus der traditionellen Heilkunde), die darauf beruht, dass die venösen Gefäße des Bauchraums den für die Blutbewegung notwendigen Spannungszustand (Tonus) nicht aufbauen können. Als Folge stagniert der Blutfluss im Venensystem des Bauchraums, wovon besonders das Pfortadersystem betroffen ist. Da die Vena lienalis ein Seitenast der Pfortader ist, ergibt sich sekundär aus der passiven Stagnation in der Pfortader auch ein venöser Rückstau in die Milz. Damit ist nicht ein klinisch manifester Pfortaderstau gemeint, der etwa infolge einer Einfluss-Störung in die Leber auftritt, sondern um die häufig auftretenden subklinischen Stauungszustände im abdominellen Venensystem, die ein pathogenetischer Faktor für eine Vielfalt unterschiedlicher Krankheitsbilder sind.

    Eine Störungen der Blutverteilung im Organismus kann symptomatisch auf sehr unterschiedliche Weise zum Ausdruck kommen beispielsweise. in Form einer Hypotonie. Interessanterweise kommt es nicht selten vor, dass die arterielle Hypertonie ein Kompensationsversuch des Organismus für den plethorischen Zustand im venösen Schenkel ist, mit dem versucht wird, die venöse Stauung „wegzuschieben“ – was aber aufgrund der Elastizität der Gefäße nicht funktionieren kann. In dieser Pathophysiologie spielen plethorische Zustände im Pfortadersystem offensichtlich eine zentrale Rolle. Daher erlebt man in der Praxis immer wieder, dass sich die Blutdruckwerte bei einer sogenannten essenziellen Hypertonie durch eine Milztherapie langsam, aber sicher normalisieren.

    Kommen wir zum nächsten Punkt: Elimination alter Erythrozyten. Wenn diese Funktion insuffizient verläuft, führt dies logischerweise dazu, dass durch Überalterung die Erythrozytenqualität abnimmt. D.h., der Wirkungsgrad beim Transport von Sauerstoff reduziert sich. Daraus entstehen Zustände mit typischen Anämie-Symptomen. Im Laborbefund des Blutes stellt man aber fest, dass die Werte des roten Blutbildes unspektakulär im unteren Normbereich sind. Trotzdem hat der Mensch Symptome, die auf einen anämischen Zustand schließen lassen. Dies ist die Folge des reduzierten Wirkungsgrades beim Sauerstofftransport – ein qualitatives Defizit, das sich quantitativ häufig nicht erfassen und sich daher auch nicht durch die Gabe von substanziellen Eisenpräparaten oder -infusionen lösen lässt. In der defizitären Blutqualität wird das kalte und trockene, melancholische Prinzip der Humoralmedizin erkennbar. Darüber hinaus bedingt mangelhafte Blutqualität auch eine Überfrachtung des Blutes mit Stoffwechsel-Endprodukten (Metaboliten). Näheres dazu folgt im humoralmedizinischen Teil dieses Artikels.

    In ihrer pathophysiologischen Bedeutung als Immunorgan tritt die Milz in Erscheinung bei allen Formen der Abwehrschwäche und bei allergischen Krankheiten. Die Milz ist als Lymphorgan für die Steuerung und die Leistungsfähigkeit des gesamten Lymphsystems, vor allem aber des intestinalen Lymphapparates (GALT) mitverantwortlich, in enger Kooperation mit den Peyer’schen Plaques. Aus diesem Grund lohnt es sich, bei Abwehrschwäche und bei Allergien die Milz in das therapeutische Konzept mit einzubeziehen.

    An diesem Punkt eine kleine Zwischenbemerkung: Wir müssen uns von der Vorstellung monokausaler Ursache-Wirkungsprinzipien lösen. Diese Simplifizierung ist in einer systemischen Medizin (wie der TEM / TEN) nicht haltbar. Gerade die chronischen Krankheiten basieren immer auf multiplen Ursachenkomplexen. Einen Störfaktoren kann ein konstitutionell stabiler Organismus immer „wegstecken“, das heißt, er kann ihn kompensieren. Erst wenn mehrere Störfaktoren zusammenkommen, bricht die systemische Steuerung zusammen und es entwickelt sich das, was wir als Krankheit bezeichnen. In diesem Sinne spielt die Milz häufig die Rolle eines Co-Faktors im pathophysiologischen Geschehen. Sie ist ein Mosaikstein im Krankheitsprozess, tritt aber selbst nur selten in gravierender Weise in Erscheinung. Außer bei einigen Malognosen, dem Pfeiffer’schen Drüsenfieber und einigen anderen Infektionskrankheiten bei denen eine Splenomegalie besteht, ist die Milz ein eher „stilles“ Organ, das wenig Beschwerden bereitet, vielleicht mal Seitenstechen als Zeichen einer Milzkapselspannung. Wahrscheinlich schenkt man ihr deshalb nur so wenig Beachtung. Nach schulmedizinischer Lehrmeinung kann ein Mensch problemlos auf die Milz verzichten. Deshalb wird sie bei Erkrankungen oder Ruptur auch recht kritiklos operativ entfernt, was im Übrigen die einzige schulmedizinische „Milztherapie“ ist… Es ist richtig, dass ein Mensch zwar ohne Milz leben kann – aber häufig auf Kosten der Lebensqualität. Andere Organe – v. a. die Leber und Nieren – sind in der Lage, Milzfunktionen zu kompensieren. Aber 100 %-ig ist diese Kompensation in der Regel nicht. Daher entwickeln sich nach Splenektomie häufig auch Probleme des gesamten melancholischen Formenkreises in allen möglichen Bereichen und Ebenen des Organismus, für die Sie nach dem Lesen dieser Arbeit nicht nur Erklärungen, sondern auch therapeutische Ansätze kennen werden.

    Immer wieder wird mir in Seminaren die Frage gestellt, ob man nach Splenektomie noch Milzmittel geben darf, oder nicht. Klare Antwort: Ja, man darf nicht nur, man muss sogar! Es ist ein Prinzip der TEN, dass wir keine Organe (im materiellen Sinne) behandeln, sondern mit der Therapie Einfluss auf deren Funktionalität nehmen. In der Naturheilkunde steht immer die Funktion im Zentrum der Betrachtung. Das Organ ist nur das „Werkzeug“ zur Bereitstellung seiner spezifischen Funktionen für den Gesamtorganismus. Aus diesem Blickwinkel behandle ich mit einem „Milzmittel“ nicht das „Organ Milz“, sondern optimiere dessen Funktionen. Müssen nach Milzentfernung aber die Milzfunktionen von anderen Geweben kompensatorisch geleistet werden, ist es umso dringender, sie dabei zu unterstützen. Dafür gibt es Parallelen in anderen Bereichen: Nach Entfernung der Gallenblase sind unbedingt Gallenmittel einzusetzen, um die Funktionen der nicht mehr vorhandenen Gallenblase bestmöglich zu kompensieren. Oder nach Tonsillektomie ist eine Lymphtherapie sinnvoll, um dennoch die Immunsysteme stabil zu halten. Es ist in allen Bereichen der TEM / TEN das Gleiche: Wir beeinflussen Wirkprinzipien – nicht Organe.

    Lesen Sie mehr zum Thema Milz in unseren nächsten Newsletter-Ausgaben

  • Die Organpflege im Jahreskreis

    Die Organpflege im Jahreskreis

    April – Vorfrühling – Widder

    Jeder Monat wird, nach den alten Lehren, einem Körperteil zugeordnet, der natürlich nicht statisch zu sehen ist und weitere Entsprechungen im Körper einbezieht. Es ist die Marskraft, die sich im Vorfrühling willensstark den Weg ins Licht bahnt. Der Mond hat dabei seinen unterstützenden Anteil. Man erkennt diese am besten daran, dass sich unter der Asphaltdecke eine Heilpflanze mit aller Sprengkraft an die Oberfläche zu bewegen vermag: der Löwenzahn.Die Energie des Widders umfasst den Bereich vom Scheitel bis zur Nase. Die oben genannte Signatur bezieht sich damit auch auf die Galle, wenn nicht nur dem Widdergeborenen z.B. etwas „mächtig auf den Geist geht“, er sich hetzt, Angst hat, den Anforderungen nicht zu entsprechen, ihm „etwas über den Kopf wächst“ u.Ä.Tee trinken im Winter und an kühlen Tagen heißt, die Körpertemperatur gut halten und somit schützt diese fast schon als selbstverständlich erachtete Zeremonie auch vor allerlei Infektionsgefahren. Die Kopfbedeckung, nach einem kalten Winter, sollte zumindest noch in der Tasche mitgetragen werden. Gerade die Übergänge von einer Jahreszeit zur nächsten werden als für das Immunsystem kritischen Tage betrachtet.Der Kopf trägt alles im Körper Eingebundene an Informationen gleichsam als Schaltstelle in sich: Das Haar, die Stirn, die Augen, die Nase mit ihren Polypen (Ohren, Mund, Kiefer/Zähne, Mandeln, Schilddrüsen werden im Mai betrachtet), Schleimhautgruppen, Lymph-, Blut-, Nervenbahnen, Gewebe und das Gehirn im Besonderen. Unter diesen Stichworten finden sich unzählige ganzheitliche Entlastungs-, Heilungs- und Therapieansätze.

    Der Kopf, das Haupt, ist den äußeren Umständen am meisten ausgesetzt und kühlt auch durch seine hohen flüssigen Anteile schnell aus. Ein behütetes Haupt also bietet Schutz vor Wind, Wetter, Sonne und anderen frei herumschwebenden Energien. Die Öffnungen am Haupt, mit den Schleimhäuten als Filter, bieten die erste wehrhafte Barriere gegen äußere, ungebetene Gäste, bevor das Immunsystem andere Abwehrkräfte mobilisiert. Diese Sinnesorgane, zu denen auch die Haut gehört, bräuchten genauso einen Schutz, denn all das, was wir hören, sehen, riechen, schmecken und fühlen wird registriert, verarbeitet und platziert, gespeichert.

    Mit Kopf ist auch das Hirn gemeint. Was wir denken, was sich darin alles, und zwar Tag und Nacht regelrecht „abspielt“, ist ein ganz anderer, aber bedeutender Aspekt. Kopfkino, Zielsetzung, Fokus, Tagtraum, Wunschvorstellung, Ansichten, Meinungen, Richtig/Falsch und sehr vieles mehr werden dort abgewickelt, übersetzt, zurechtgemacht, organisiert. Unbewusst oder unsortiert belassen, reagieren wir „ausgebrannt“, „abgestumpft“, „teilnahmslos“, „überreizt“, um nur einige Befindlichkeiten zu beschreiben, die sich im Kopf abspielen.

    Sollte der Kopf mal „ausgeschaltet“ werden (was so nicht in seinem Naturell liegen kann), wäre Meditation für den einen ein guter Weg. Für den anderen ist Sport oder Wandern das Mittel, Kopflastigkeit entgegenzuwirken.

    In der heute so schnell gelebten Konsumwelt fehlt anscheinend geradezu die Zeit, darauf zu achten, wo welche Muster ihren Anfang genommen haben. Scheinbar! Denn wenn alles Kopfsache ist, kann dort eine Neuprogrammierung zum Besseren erarbeitet werden. Alles Kopfsache also, das sagen Neurologen, Psychologen und andere Spezialisten.

    Die Angst z.B. ist keine Realität in dem Sinne, sondern, weitläufig gesprochen, Konditionierung. Wir programmieren sie auch verstärkt dadurch, dass sie als Information durch unsere Körpersäfte fließt. Ja und dann……kann vorkommen, dass sie uns „überflutet“.

    Was u.a. hilft, heraus zu kommen, könnten die Änderung des Blickes darauf, die genaue Reflektion, das genaue Hinschauen ermöglichen. Angst lehrt uns, sich wahr zu nehmen und zu respektieren. Nennt man das Kind beim Namen, verliert es an Übermacht. Das sich selbst Verstehen (lernen) tut das Übrige. Diese Methoden der schnellen Reflexion und Entscheidungswille stellen sich als Gegenüber der heutigen Zeitqualität zur Verfügung. Sich die Zeit nehmen kann nur jeder selbst am besten!

    Alles Kopfsache also, wenn es um den ganzen Menschen geht. Der Brummschädel, Kopfschmerzen oder etwa Migräne werden u.U. ausgelöst durch zu eiweißhaltige (meist tierische), schwere Nahrungskombinationen wie Käse mit Weintrauben, Kaffee mit Kohlenhydraten, Schokolade und Rotwein. Sie deuten des Öfteren nicht nur eine Überforderung der Galle, sondern auch auf den nicht optimalen Fettverbrennungsvorgang hin, die das gesamte Verdauungssystem betreffen. Nach schwer verdaulichen Speisen brauchen wir natürliche Verdauungshilfen, Bewegung und Amara, um den Gang zur Toilette zu ermöglichen. Eine gestattete Fastenwoche mit Leber-, bzw. Gallenkur wirken Wunder. Einläufe können im akuten Fall, das ihre dazu beitragen, den Darm von Giften zu erlösen. Ein mit älterem, giftig-faulem Stuhl angestauter Darm beeinflusst das gesamte System, der Körper kränkelt dahin und kann so auch Fieber steigernd wirken. Es ist bei einem entlasteten Darm leichter zu vertreiben und macht den Kopf wieder frei.

    Zwei Heilkräuter, welche zu obgenannten Überlegungen sehr gut passen und weiterhelfen, den Sinn des organbezogenen Monatsthemas auf den Grund zu kommen und zu verstehen sind folgende:

    Brennnessel (Urtica dioica oder urens), ganze Pflanze, Marspflanze mit venerischem Hauch eignet sich als Urtinktur oder Muttertinktur, um Klarheit zu schaffen, indem ihre gesamtreinigenden Eigenschaften und die Befreiung von schädlichen Einflüssen auf allen Ebenen wirksam eingesetzt werden kann.

    Storchenschnabel-Kraut (Geranium robertianum), von Mars-Venus-Merkur getragen, als Urtinktur oder Muttertinktur zur geistigen/seelischen Reinigung, Anregung des Lymphflusses, bei chronischen Magen-Darmleiden und zur Einsicht bei Stress bedingter Überforderung hilfreich.

     

  • Gemmo Mazerate – Die Knospenmedizin

    Gemmo Mazerate – Die Knospenmedizin

    Ein Interview von Michaela Lechner mit Christoph Olesko

    Ursprünge seines Unternehmens finden sich in Wien, wo Christophs Vater zu Beginn der 70er Jahre zwei Läden betrieben hat. Zu dieser Zeit wurden Tees, offene Kräuter, ätherische Öle aber auch Tinkturen zum Verkauf angeboten. Schließlich war es Herr Olesko Senior, der die Gemmo Mazerate erstmals nach Österreich brachte. Gemmo Mazerate enthalten junges Pflanzengewebe wie Knospen, Triebspitzen oder feine Würzelchen.

    Phytopharma verkauft diese Mazerate seit nunmehr über 40 Jahren, insgesamt werden 53 Gemmo Mazerate in ihrem Sortiment geführt. Michaela Lechner, Kinesiologin, Referentin und Coach für Gesundheitsmanagement hat sich mit Christoph Olesko eingehender über die Kraft dieses Embryonalgewebes unterhalten.

    Christoph, du bist mit Pflanzen groß geworden. Ja, mein Vater hat mich von Kindesbeinen an mit der Pflanzenwelt vertraut gemacht. Bei Beschwerden unterschiedlicher Art wurden zuerst die Kräuter ausgepackt und angewandt. Anfang der 80er Jahre übersiedelte mein Vater von Wien nach Ternberg. Ich folgte ihm 1991 nach. In meinem Grundberuf eines selbständigen Handelsvertreters für den Gesundheitsbereich bewarb ich dazumal auch die Produkte meines Vaters. Leider verunglückte mein Vater im Jahr 2014 tödlich. Ich nahm diesen traurigen Schicksalsschlag zum Anlass, mein Betreiben ad acta zu legen, das unternehmerische Erbe meines Vaters zu übernehmen und fortzuführen.

    Seit wann gibt es Gemmo Mazerate? Die Geschichte lehrt uns, dass Knospen schon immer im Laufe der Menschheitsgeschichte verarbeitet und verwendet wurden. Erste schriftliche Zeugnisse gehen bereits auf die Alten Griechen zurück. Vermutlich hat der Mensch die Nutzung von den Tieren übernommen. Noch heute liebt unser Rotwild die Tannenknospen (Abies). Wir kennen den Tannenwipfelsirup und auch das entsprechende Gemmo Mazerat wirkt bei Verschleimungen der Atemwege und auf die Nasennebenhöhlen sehr gut.

    Die Zubereitungsart der Knospen wurde vom belgischen Arzt und Begründer der Gemmotherapie Pol Henry in den 1950er Jahren neu entwickelt. Gemmotherapie gehört in den Bereich der Phytotherapie.

    Was bedeutet Gemmo? Gemmo, aus dem Lateinisch gemma, besitzt zwei Bedeutungen: Es steht zum einen für die Weinrebenknospe. Zum anderen ist es der Edelstein, das Juwel, das sich am Schwert eines Legionärs befand.

    Wie würdest du also das Juwel eines Gemmo Mazerats beschreiben? Das Besondere sind die embryonalen Stammzellen. Es ist im jungen Gewebe wie Knospen oder jungen Triebspitzen enthalten. Darin ist die Lebenssubstanz angelegt aber noch nicht ausdifferenziert. Junges Pflanzengewebe besitzt ein großes Teilungs- und Wachstumspotenzial. Diese Teilung muss möglichst fehlerfrei funktionieren. Das pflanzliche Immunsystem ist jenem von uns Menschen sehr ähnlich. Im Falle von Erkrankungen spielen Proteine als Informationsüberträger eine wesentliche Rolle. Ziel ist, das Verhältnis unsere körpereigenen Proteine zueinander wieder in einen Normalzustand zu bringen. Dazu können Gemmo Mazerate mit ihrem hohen Anteil an Aminosäuren und Proteinen beitragen. Das spannende ist, dass der molekulare Aufbau des pflanzlichen Chlorophylls dem menschlichen Blut sehr ähnelt. Pflanzliche und humane Proteine sprechen also eine gemeinsame Sprache. Hier kann Heilung stattfinden.

    Gibt es ein Grundkonzept, woraus die Gemmo Mazerate bestehen? Es gibt ein spezielles Auszugsmittel aus pflanzlichem Glycerin und Alkohol. Die jungen Pflanzenteile werden zerkleinert und in der Flüssigkeit ausgezogen. Diese Grundsubstanz, auch als Muttermazerat bezeichnet, ist dickflüssig. Es folgt ein Verdünnungsschritt für eine bessere Dosierbarkeit und einen bekömmlicheren Geschmack. Die Präparate sind geschmacklich sehr fein und angenehm.

    Welchen Mehrwert haben diese Präparate für uns Menschen? Gemmo Mazerate sind für jede Altersgruppe gut geeignet. Gerade für Kinder sind sie sehr sanfte, aber sehr wirksame Mittel. Kinder sind in ihrem Entwicklungsprozess der Charakteristik von jungem Pflanzengewebe sehr ähnlich. Beide befinden sich in einer starken Entwicklungsphase. Mir liegen als vierfacher Vater unsere Kinder sehr am Herzen. Es liegt an uns Erwachsenen, uns um deren Gesundheit gut zu kümmern.

    Für mehr Hintergrundwissen empfehle ich an dieser Stelle das Buch der Schweizer Naturheilpraktiker Chrischta Ganz und Louis Hutter „Gemmotherapie in der Kinderheilkunde“. Sie beschreiben unter anderem die Befindlichkeiten, die unsere jüngsten Mitmenschen in ihrem Entwicklungsprozess durchleben, dazu gehören neben Kinderkrankheiten auch Schlafprobleme oder Ausdrucksweisen von Ängsten und Wut und wie man diesen bestmöglich begegnen kann. Auch uns Erwachsenen tun die Präparate gut.

    Ist das richtige Mittel gefunden, das für den Betroffenen passt, kann dies sehr rasch zu positiven Veränderungen führen. Menschen werden durch solche Selbsterfahrungen motiviert, ihre Gesundheit intensiver in Augenschein zu nehmen und sich länger mit sich selbst zu beschäftigen. Dies ist insbesondere bei chronischen Erkrankungen wichtig.

    Die alkoholische Mischung ist für Kinder also gut verträglich? Ja, Gemmo Mazerate sind unbedenklich. Der Alkoholgehalt ist, bei entsprechender Dosierung, minimal. Auch beim Genuss von Obst wird in unserer Leber Alkohol verstoffwechselt. Die Kinder reagieren meiner Erfahrung nach sehr rasch auf die Wirkung der Mazerate. Wer ob des Alkohols dennoch Bedenken hat, kann das Mazerat in einem kleinen Glas Wasser verdünnen oder das Mazerat auf die Haut aufsprühen.

    Wie werden die Mazerate eingenommen? Gemmotherapie ist eine Impulstherapie, sie wirkt zeitnah. In Sprühflaschen abgefüllt, oder mit Tropfeinsatz, wird das Mazerat auf die saubere Mundschleimhaut gesprüht oder getropft und einige Zeit in der Mundhöhle belassen. Die Inhaltsstoffe werden direkt über die Mundschleimhaut in unserem Körper aufgenommen.

    Wer ist der Star unter den Gemmo Mazeraten? Ein Klassiker ist die Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum). Sie wird am Beginn einer Erkrankung, bei einer Entzündung oder in der Allergiezeit gerne angewandt. Johannisbeere wird auch als Medizinpferd eingesetzt. Sie hilft, Inhaltsstoffe anderer Arzneien noch besser im Körper aufzuschlüsseln und zu verwerten. Das Gemmo Mazerat der Johannisbeere unterstützt die Cortisolproduktion in der Nebennierenrinde. Für die Kinder leistet die Hundsrose (Rosa canina) gute Dienste. Sie wird bei Kindererkältungskrankheiten wie Kopfschmerzen, bei Allergien, Nasen-Rachen Entzündungen eingesetzt. Rosa canina wirkt auch antiviral.

    Wird die Gemmotherapie als Monotherapie verabreicht? Monotherapie oder Komplextherapie, beides ist möglich. Gemmo Mazerate lassen sich mit anderen Gesundheitsmaßnahmen wie Tinkturen, Tee, Schüssler Salzen, Homöopathie, Bachblüten oder allopathischen Mitteln ideal kombinieren.

    Wo sind deine Präparate erhältlich? Die Phytopharma Gemmo Mazerate sind mehrheitlich in Apotheken erhältlich. Auch im ausgewählten Fachhandel (Drogerie, Reformhaus) finden sich unsere Präparate. Wir achten darauf, dass die VerkäuferInnen mit viel Wissen über die Wirkung unserer Produkte versorgt sind und die Kunden professionell beraten können.

    Welche Gemmo Mazerate empfiehlst du deinen Mitmenschen in der aktuellen Zeitqualität, insbesondere bei Ängsten, zur Stärkung des Gemüts und der Psyche? Es gibt drei wundervolle Pflanzenbegleiter, die sich gemäß der Signaturenlehre anbieten. (Anm.: Aufgrund von Naturbeobachtungen erschließen sich die heilenden Kräfte für den Menschen)

    Feigenbaum (Ficus carica): Der Feigenbaum steht für den Überfluss, drei Mal im Jahr trägt er Früchte. Er zeigt, dass genug für uns alle da ist. Wir sind es wert gut genährt und behütet zu sein. Wir brauchen nicht verzagen. Im übertragenen Sinne hilft der Feigenbaum bei allem, was uns auf den Magen schlägt, speziell Ängste. Mit Hilfe des Feigenbaums können wir die auf uns eindringende Informationsflut besser verdauen. So ist das Feigenbaum Gemmo Mazerat ein Mittel bei Magen-Darm-Beschwerden oder bei Gastritis. Es kann bei psychosomatischen Problemen, bei Angstzuständen und Essstörungen genommen werden.

    Silberlinde (Tilia tomentosa): Die Silberlinde ist aus dem Osten zu uns gekommen und ist mittlerweile bei uns heimisch. Sie ist sehr robust und besteht das Stadtleben leichter als ihre heimischen Artgenossen. Ihre silbrige Blattunterseite kann der Baum bei starker Belastung, wie bei Sonneneinstrahlung, nach oben wenden. Dabei wird das UV-Licht mit der Blattunterseite stärker reflektiert, es ist eine beschützende Eigenschaft. Die Silberlinde besitzt das Vermögen, Gegebenheiten zu wenden und zu drehen. Das Mazerat eignet sich gut bei Anspannung, Einschlaf- und Durchschlafbeschwerden, bei leichtem Fieber oder bei Kopfschmerzen. Silberlinde ist auch ideal für die Kleinsten, die nicht schlafen können.

    Eine Kombination aus Feigenbaum und Silberlinde ist eine wunderbare Unterstützung für jene Menschen, die traurig und angespannt sind, die die derzeitige Situation schwer ertragen und sich unwohl fühlen.

    Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum): Es ist das Mittel der Wahl, wenn sich bei Männern und Frauen Erschöpfung oder ein Ausgebrannt sein abzeichnet. Ist die Kraftlosigkeit bereits so groß, dass wir nicht in den Schlaf finden, gibt der Riesenmammutbaum das Quäntchen Energie, damit wir in den Schlaf übergleiten können. Der Baum ist ein wahrer Methusalem. Er ist unerschütterlich, bleibt ruhig in seiner Mitte und steht für das Vertrauen. Der Riesenmammutbaum weiß, wie gesundes Altern erreicht werden kann. Kurzum: Er ist das Mittel für gutes Altern.

    Lieber Christoph, ich danke dir für unser Gespräch.

  • In 21 Tagen schlanker, gesünder & glücklicher

    In 21 Tagen schlanker, gesünder & glücklicher

    Herausgeber: Curhäuser Bad Kreuzen und Bad Mühllacken

    Sich fitter, leichter und vitaler fühlen innerhalb von 21 Tagen, geht das? Ja, das geht. Und zwar nicht mit einer Crash-Diät, sondern mit dem sanften Entgiftungs- und Entschlackungsprogramm nach den fünf Säulen der Traditionellen Europäischen Medizin.

    Leicht umsetzbare Tipps aus den Bereichen Ernährung, Wasser & Wickel, Heilkräuter, Bewegung und Lebensordnung sowie schmackhafte Rezepte helfen dabei zu entgiften und Ballast abzuwerfen – seien es überflüssige Kilos oder belastende Gedanken und Gewohnheiten.

    Begleitet werden Sie dabei von Lilly, die humorvoll ihre Erfahrungen mit diesem Leichter-Leben-Programm schildert. Machen Sie sich auf den Weg: Lösen Sie noch heute Ihr Ticket für eine Reise zu mehr Vitalität, Lebensfreude – und nicht zuletzt zu Ihrem Wohlfühlgewicht.

  • „Die grüne Neune“

    „Die grüne Neune“

    Eine Suppe als Kraftformel, die die Menschheit seit jeher begleitet. Suppen wärmen den Magen, stärken die Organe und Systeme und heilen uns. Die „Grüne Neune“ wird am Gründonnerstag zubereitet. Anschließend an die Fastenzeit unterstützt sie den Schritt über die Schwelle zur Verabschiedung des Winters und zur Erneuerung des Lichtes der Auferstehung. Die tiefere Bedeutung einer Kräutersuppe mit NEUN Kräutern würde hier den Rahmen sprengen. Einige Anregungen dazu sind beispielsweise:

    • die Zahl NEUN als karmische Schlüsselzahl
    • Avicenna sagte: „Wisse, dass jedwede Zahl nichts anderes ist als neun oder ein Vielfaches davon, zuzüglich eines Darüberhinausgehenden. Wer das Darüberhinausgehende und den Multiplikator von Neun kennt, der kennt das Wesen und die Zahl in jeder Beziehung.“
    • Aus neun verschiedenen Gewürzen sind Mischungen aus allen Kontinenten überliefert
    • die „Neunte“ L.v.Beethoven
    • Mythen, Religionen, Helden und Engel in großer Vielzahl beinhalten die Zahl Neun oder Quersummen daraus.

    Heute werden diese Überlieferungen einem neuen Wert zugeführt. Kräuter begleiten die Menschheit aus reinen, vorbehaltlosen Diensten an unserem Wohlergehen. Sie gestalten unsere Nahrung erst richtig verdauungsfähig. Sie führen unserem Körper alles zu, was er braucht, um gesund zu bleiben oder gesund zu werden. Und leisten damit große Dienste an Geist, Seele und Körper. Weisen diverse Beeinträchtigung eines Haut-, Knochen-, Verdauungs-, Blut- und/oder Lymphbildes auf Krankheiten hin, kommen Heilpflanzen uns demütig zu Hilfe. Heilkräuter und Wildpflanzen beinhalten die wichtigsten Mineralien und eine Reihe weiterer, wichtiger Inhaltsstoffe wie Ätherische Öle, Saponine, Salze u.a.. Die genaue Kenntnis darüber bleibt Voraussetzung. Wenn uns also jedes Jahr zur annähernd selben Zeit die Möglichkeit gegeben wird, eine Art Auferstehung INS LICHT zu „verinnerlichen“, sollten wir das aus unserem ganzen Herzen auch tun. Mit der Gründonnerstags-Suppe, die neun Kräuter beinhaltet, kann etwas zu Ende gebracht, eine Schwelle überschritten, innere Klarheit erreicht werden, das Leben mit der Natur, das Wesentliche erkannt werden. Der Gründonnerstag 2021 fällt auf den 1.April, 4. Tag abnehmender Mond in Skorpion. Schon allein die Skorpion-Position ist sehr geeignet, Heilkräuter zu sammeln. Es ist ein Blatt Tag mit Feuchte- und Kohlenhydrate-Anteil. D.h., günstig zur Ernte der für die Suppe benötigten, ersten, zarten Blatttriebe! Diese Suppe kann meines Erachtens das ganze Jahr über therapeutisch eingenommen werden, da sie jedem gezüchteten Kraut vorzuziehen ist. Eine Reihe von weiteren Begünstigungen für die Arbeit mit Heilpflanzen, die auf diesen Tag fallen, kann man in den diversen Mondkalendern finden. Ein bescheidenes Ritual zum Dank an die Kraft der Pflanzen kann der Vorbereitung vorausgehen: Die Pflanze um Erlaubnis bitten, ein Gebet aussprechen und eine Gabe in Form von Körnern, Tabak, Räucherwerk o.ä. an der Stelle zurücklassen. Nur eine kleine Menge Kräuter von genügend Vorhandenen nehmen. Sie mit anderen Lebewesen (Bienen, Hummeln etc.) teilen. Wer sich dem Studium der angegebenen Kräuter widmen möchte, erfährt einiges über die geballten Heilungsaspekte jeder einzelnen Pflanze.

    Das Rezept für 4-6 Personen:

    3-4 L heißes Wasser oder Brühe, 2-3 Handvoll frisch geschroteter Dinkel, je eine schwache Handvoll frisch gesammelter Blatt-Kräuter: Beifuß (Artemisia vulg.), Brennnessel (Urtica urens od. -dioica), Frauenmantel (Alchemilla vulg.), Gundermann (Glechoma hederacea), Giersch (Aegopodium podagraria), Löwenzahn mit Wurzel (Taraxacum off. planta tota), Schafgarbe (Achillea millefolium), Spitzwegerich (Plantago lanceolata), Vogelmiere (Stellaria media) ODER Bärlauch (Allium ursinum), Beinwell (Symphytum off.), Bibernelle (Pimpinella major), Günsel (Ajuga reptans), Guter Heinrich (Chenopodium bonus-henricus) u.a. insgesamt NEUN 2-3 EL Olivenöl pro Portion, Veilchen, Huflattich oder andere essbare Blüten zum Garnieren. Dinkelschrot in einem großen Topf ohne Fett unter Rühren leicht angeröstet, bis er einen feinen Duft freisetzt. Das heiße Wasser oder Brühe aufgießen, etwas Salz, Pfeffer und 2 Lorbeerblätter dazu geben, zugedeckt ca. 20 Min. unter Rühren leicht köcheln. Kräuter waschen und klein schneiden, zur Suppe geben und weitere 5 Min. köcheln. Mit Olivenöl und Blüten servieren. Variationen: Anstelle des Dinkels kann anderes Getreide oder Grassamen (Reis, Hirse, Quinoa), sowie Kartoffel in Würfel verwendet werden. Nach Belieben kann die Suppe mit klein geschnittener Zwiebel, Knoblauch oder Lauch angereichert werden. Mit serviert werden kann auch getoastetes Knoblauchbrot: Weißbrotscheiben toasten und mit Knoblauchrübe abreiben. Warm servieren.

  • Der Bär ist los – spürst du das frische Grün in dir?

    Der Bär ist los – spürst du das frische Grün in dir?

     

    Der Bär ist los. Ja, definitiv. nun ist das Sammelfieber ausgebrochen. Bereits seit 1-2 Wochen oder gar schon 3 Wochen wird immer wieder von Bärlauchfunden berichtet. Mit den ersten feinen grünen Blättern wissen wir! Nun ist Frühling. Und da sind wir auch schon beim Bären. Der Bär im Bärlauch ist keine deutschsprachige Besonderheit – auch im wissenschaftlichen Namen: Allium ursinum, steckt der Bär. Ursus ist der Bär.Was hat der Bärlauch aber eigentlich mit dem Bären zu tun? Nun darüber wird munter diskutiert. In vielen Kulturen stellt der Bär ein besonderes Symbol für Kraft und Stärke dar. Daher sind viele besonders heilwirksame Pflanzen – wie zum Beispiel Bärlapp, das Bärenkraut, die Bärentraube, die Bärwurz – nach dem Bären benannt.

    Eine besonders nette Geschichte ist es, dass der Duft des Bärlauchs die Bären aus dem Winterschlaf erwachen lässt und sich die tapsigen Waldbewohner genüsslich ihren ersten Hunger damit stillten.

    Bärlauch als Muntermacher

    Bärlauch ist ein wunderbares Frühlingswildkraut und lockt uns bei den ersten frühlingshaften Temperaturen in den Wald. Wenn der Wald nach Knoblauch duftet, ist Sammeln angesagt. Ernte Bärlauch so jung und frisch wie möglich. Nur dann, wenn er Saison hat, wirkt er am besten. Bärlauch gehört zu jenen Kräutern, die nur mäßig bis gar nicht erhitzt werden sollen. Durch Hitze geht die Wirkung der Scharfstoffe verloren – die schwefelhaltigen Stoffe, die für den Geschmack und die förderliche Wirkung maßgeblich sind, werden verändert. Daher am besten roh verwenden: als Pesto, in Frischkäse oder in gekochten, pürierten Bohnen als Brotaufstrich.

    Die reichlich enthaltenen schwefeligen Öle machen den Bärlauch zu einem guten Unterstützer, um das Blut zu reinigen, das Phlegma in Schwung zu bringen und es auszuleiten. Die Öle sind auch eine Kampfansage an fäulnisverursachende Bakterien und helfen bei der Darmsanierung. Die grünen Blätter sorgen für Entgiftung und Entschlackung nach dem Winter. Bärlauch erleichtert die Verdauung, wirkt vorbeugend gegen Arteriosklerose und blutdrucksenkend. Bärlauch hilft ebenso bei der Ausleitung von Schwermetallen. Ein Zuviel an Bärlauch kann zu Überreaktionen führen.

    “Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.” (Paracelsus)

    Dazu hatte ich vor vielen Jahren ein eigenes Selbstexperiment – wobei Experiment war es gar keines – es war Unwissenheit und überschwängliche Freude: Ich kochte für die ganze Familie ein Bärlauchmenü – es gab kaum etwas, in dem kein Bärlauch enthalten war. Es duftete herrlich – es war so schön grün – alle waren begeistert. Doch ich konnte nichts essen – beim Kochen und Verkosten hatte ich mein Pensum an Bärlauch erfüllt. Alleine der Geruch widerte mich an – mir war schlecht – ein Reinigungsprozess aus allen Poren fand statt – JA aus allen!. Es dauerte gut 10 Jahre, bis ich wieder in einen Wald gehen konnte – alleine der Geruch des Bärlauchs weckte in mir ein ungutes Gefühl. Erst Jahre später wurde mir der Reinigungsprozess klar – JA es war ein unglaublicher Reinigungsprozess – sehr intensiv und wirkungsvoll.

    Heute liebe ich Bärlauch wieder und freue mich über die ersten zarten Triebe und auf die Plätze im Auwald, wo er versteckt grünt …

    Bärlauch sammeln birgt auch Gefahren. Man sollte die Blätter richtig erkennen, denn die Verwechslungsgefahr ist immer gegeben. 2 Pflanzen sind es, mit denen Bärlauch verwechselt werden kann. Das wunderschön blühende und duftende Maiglöckchen und die Herbstzeitlose

    Hier ein paar Tipps zur Analyse.

    • Wenn du am Bärlauch-Blatt reibst, duftet es unverkennbar an Knoblauch.
    • Das Bärlauch-Blatt hat eine Mittelrippe, die du brechen kannst – achte auf das Knackgeräusch.
    • Das Ende des Bärlauch-Stängels bis zur Zwiebel ist weiß (Das Maiglöckchen ist rosa).
    • Bärlauch wächst in Gruppen, aber jedes Blatt hat einen eigenen Stängel. (Beim Maiglöckchen wachsen 2 Blätter je Stängel und das Blatt der Herbstzeitlosen hat gar keinen Stängel.
    • Die Unterseite des Bärlauch Blattes ist matt, die Oberseite glänzend.

    Im Zweifelsfalle, schaue, ob es bei Dir geführte Kräuterwanderungen gibt. Das macht Spaß und du lernst viel über die Schätze der Natur.

    TEM Steckbrief: Bärlauch

    • Element: Feuer
    • Qualitäten-Mischung: warm 4 & trocken 3–4
    • Geschmack: knoblauchartig, scharf, süßlich
    • Wirkung: blutreinigend, blutdrucksenkend, herzstärkend, verdauungsfördernd, entgiftend, entschlackend, schleimlösend

    Erbse trifft Bärlauch

    250 g Erbsen, Bärlauch, Petersilie, 2 EL Butter, Hanföl, Salz, Pfeffer, Chili, Muskat, Radieschen, 1 Zitrone Abrieb und -saft Erbsen in ca. 100 ml Gemüsesuppe weichkochen. Bärlauch und Petersilie fein hacken. Wenn die Erbsen weich sind, Butter, Öl und Gewürze zugeben und mit den Kräutern stampfen oder pürieren. Ggf. noch etwas Wasser dazugeben. Mit knackig frischen Radieschen servieren.