Monat: März 2021

  • Alte Heilweisen – betrachtet im Licht der analytischen Steinheilkunde

    Alte Heilweisen – betrachtet im Licht der analytischen Steinheilkunde

    Teil 2 – Wie die Steine wachsen, so wirken sie

    Der blaue gebänderte Chalcedon besteht aus reiner Kieselsäure und deren Entstehung ist maßgeblich für seine Wirkung verantwortlich. Die Kieselsäure sickert langsam durch Risse und Spalten von Gestein und ergeben die typischen Bänderungen. Durch Austrocknung verlangsamt sich der Fluss der Kieselsäurelösung, sie wird gelartig und erstarrt schließlich. Ein ähnliches Prinzip kann sich im Lymphsystem wiederfinden: Fehlt dem Körper Flüssigkeit oder wird das Lymphsystem durch Giftstoffe oder andere Umwelt- und Stressfaktoren belastet, kann das empfindliche Fließgleichgewicht zwischen der Bindegewebsflüssigkeit und dem Lymphstrom in den Lymphkapillaren und -bahnen gestört werden. Nach dem Simile-Prinzip bringt der blaue Chalcedon gestaute Gewebs- und Lymphflüssigkeit wieder in Fluss. Der Chalcedon unterstützt somit alle Körpervorgänge, die der Nährstoffversorgung der Zellen und dem Abtransport von Schad- und Schlackenstoffen aus dem Gewebe dienen. In der Entstehungsweise von gebänderten Achaten spiegelt sich auch deren Heilweise wider.

    Achate sind aus rhythmisch gebildeten Kieselsäureschichten, die durch die abgrenzenden und verschiedenen Einlagerungen von Mineralstoffen entstanden sind. Diese Ablagerungen von einzelnen Kieselsäurehäuten bilden immer eine Grenze zur nächsten Schicht. Die Form der Abgrenzung mit klaren, trennenden, umhüllenden Grenzflächen, die sich in der Hautbildung der Kieselsäure zeigt, ist die Verbindung aus den Wirkungsprinzipien der Entstehung, der Signatur und den vorhandenen Mineralstoffen im Achat.

    Ein anderes wichtiges Kriterium ist seine Erscheinungsform, die Zeichnungen und Strukturen, die entstanden sind, jene offenbaren die spezifische Anwendung der Achate. Ähnliches geht mit Ähnlichem in Resonanz und so zeigt sich der Achat in verschiedenen Erscheinungsformen analog zum entsprechenden Organ. Auf Basis der Signaturenlehre lässt sich für die Wirkung der Achate eine Stärkung des Schutzes, der Stabilität und der Geborgenheit, vor allem in Zeiten, in denen man sich nicht „in der Mitte“ fühlt, ableiten.

    Werden all diese Prinzipien und Gesichtspunkte bei einer Beratung oder Behandlung genau erarbeitet, so ergibt sich ein bestimmter Stein für einen bestimmten Menschen in einer bestimmten Situation, mit einem bestimmten Thema. Die Analytische Steinheilkunde ist damit ein sehr präzises Instrument zur Diagnose und Therapie mit Heilsteinen.

    „So ließ Gott weder die Schönheit noch die Kraft der Edelsteine zugrunde gehen sondern er wollte, dass sie auf der Erde seien zu Ehre und Segnung und für die Heilkunst.“
    Hildegard von Bingen, Physica

    Anwendung der Heilsteine
    Um die gewünschten Heilwirkungen zu erzielen, können Heilsteine auf unterschiedliche Weise eingesetzt werden. Welche Anwendungsweise dabei im Einzelnen zu bevorzugen ist, entscheiden entweder praktisch – umsetzbare Überlegungen oder persönliche Vorlieben.

    Tragen oder Auflegen:
    Hier werden Steine auf den zu behandelnden Körperbereich aufgelegt. Allein durch die Körpernähe über eine kürzere oder längere Zeit entfaltet der Stein seine Wirkungen. Die Steine können auch mit Fixierpflaster in dem zu behandelten Bereich aufgeklebt werden. Es kann hilfreich sein, den innewohnenden Organrhythmus in unserer Tages- und Nachtzeit einzubeziehen. Sowohl die Phase der höchsten Organaktivität als auch die Phase der Organruhezeit, die sich immer gegenüberliegen, sind zu beachten.

    Edelsteinwasser und Edelsteinelixiere:
    Hier wird die Wirkung des Steins auf Wasser als Trägermedium übertragen, welches innerlich eingenommen oder äußerlich angewendet wird. Bei der inneren Einnahme ist zu beachten, dass manche Steine Giftstoffe ans Wasser abgeben. Daher sollten Edelsteinwasser und -elixiere nur mit Fachkenntnis hergestellt werden.

    Meditation:
    In der Meditation wird ein Stein kontemplativ betrachtet oder während der Meditation auf bestimmte Körperstellen gelegt oder gehalten. Das bewusste Wahrnehmen des Steins unterstützt unsere Offenheit und erleichtert das Einlassen und Verbinden mit dessen Wirkungen.

    Aufstellen in der Umgebung:
    Steine, die sich in der Umgebung eines Wohn-, Arbeits- oder Schlafraums befinden, können auf uns einwirken. Durch bewusstes Aufstellen von (Ge-)Steinen in der Umgebung können Räume atmosphärisch gestaltet werden.

    Edelsteinmassage:
    Eine angenehme und deutliche Art Heilwirkungen von Steinen wahrzunehmen, sind Edelsteinmassagen. Die Kombination von Berührung, Bewegung und Steinwirkung führt zu einem unmittelbaren Erlebnis.

    Besondere Anwendungen mit Steinen:
    Leberwickel unterstützen zum Beispiel die Wärmeproduktion im gesamten Organismus und alle Arten von Stauung und Stockung in Leib und Gemüt werden angeregt, ins Fließen zu kommen. Innerhalb dieser bewährten Anwendung können Edelsteine auf die Leberspitze gelegt werden, wie z.B. Peridot, Chrysopras, Prehnit, Magnesit, die auch zur Unterstützung der Reinigung, Entgiftung und Entschlackung angewendet werden.

    Für den Heilerfolg ist die innere Hinwendung zum betreffenden Heilstein ebenso wichtig. Beschäftigen Sie sich mit ihm: Spüren Sie sich in den Stein ein, lesen Sie nach über seine Eigenschaften und Wirkungen, meditieren Sie mit ihm und machen Sie sich ein Bild davon, was für ein »Stein-Wesen« Sie in ihren Händen halten. Dann haben Sie alle Türen für eine positive Heilwirkung eröffnet…

    Die eigenen, selbst erlebten und verstandenen Erkenntnisse können zu einem Erfahrungsschatz werden, aus dem Sie jederzeit schöpfen können.

  • Entgiften und Entschlacken mit der Kraft der Natur

    Entgiften und Entschlacken mit der Kraft der Natur

    Mit dem Frühlingserwachen steigt in uns der Wunsch nach Erneuerung. Die meist von üppigen Festtagen geprägte Winterzeit liegt hinter uns – mit einem Zuviel an Süßem, Fett und Alkohol sowie einem Zuwenig an Bewegung. Die Fastenzeit am Ende des Winters hat daher Tradition. Der Körper soll wieder erwachen.

    Doch was steckt hinter den überall kolportieren Wunderkuren und Entschlackungsdiäten? Und was ist langfristig gesund und wirklich sinnvoll? Können wir durch regelmäßige Kuren den Körper wieder in Schwung bringen und damit viele Krankheiten frühzeitig vorbeugen?

    Unser Organismus gleicht einem Speicher, der neben gewünschten Nährstoffen auch unerwünschte Stoffe sammelt. Solche „Mülldeponien“ sind vor allem das Binde- und Fettgewebe, aber auch der Darm. Zum Neutralisieren der Gifte und entstehenden Säuren benötigt der menschliche Organismus Mineralstoffe, die – wenn sie nicht in ausreichenden Mengen von der Nahrung kommen – den körpereigenen Reserven wie Knochen oder Muskeln entzogen werden.

    Die Schlackenansammlungen in unserem Körper sind Ursachen vieler Zivilisationskrankheiten, so kann es auch zu chronischen Erschöpfungszuständen, Depressionen, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, chronischen Hautausschlägen, Geschwüren, sexueller Unlust oder Allergien kommen. Diesen Erkrankungen können wir etwa durch regelmäßige Entgiftungskuren im Frühjahr und im Herbst frühzeitig vorbeugen.

    Säfte in Fluss bringen
    Entschlacken gilt als therapeutische Maßnahme, um Stoffwechselprodukte vermehrt auszuscheiden. Dafür müssen die Körpersäfte wieder in Fluss gebracht werden. Für eine erfolgreiche Entgiftung und Entschlackung, also den Abtransport von Stoffwechselprodukten, sind folgende Ausscheidungsorgane von zentraler Bedeutung: Darm, Leber, Niere und Blase, Lymphe sowie die Haut. Diese müssen in ihrer Funktion bei einer Entschlackungskur unterstützt werden.

    Gerade im Frühjahr bietet sich dazu die Gemmotherapie an – hier werden Zubereitungen aus jungen Knospen und Sprossen verwendet, die reich an pflanzlichem Embryonalgewebe sind. Das Gemmomazerat Edelkastanie wird zur Lymphreinigung verwendet und stärkt auch die Milz, die wichtig für das Lymphsystem ist. Wacholdersprossen haben eine positive Wirkung auf die Leberfunktion und wirken leberregenerierend. Als bekanntes Entwässerungs- und Entgiftungsmittel unterstützen die Birkenknospen auf sanfte Art unsere Nieren und unsere Blase. Zusätzlich werden der Darm und die Darmlymphe mit Heilerde oder Zeolith einem Vulkan-Mineral- gereinigt. Sinnvoll ist, die Kur bei abnehmendem Mond zu beginnen und ferner über einen Zeitraum von mindestens drei Wochen bis zu sechs Wochen durchzuführen.

    Doch auch viele der folgenden Kräuter, die schon sehr bald im Frühjahr zu finden sind und die traditionellerweise auch in die Gründonnerstagssuppe gehören, unterstützen uns beim Prozess der Entgiftung. Der Löwenzahn gehört zu den ersten Pflanzen, die austreiben. Sein bitterer Geschmack zeigt seine reinigende Kraft; er ist eine der besten Leber und Galle-Heilpflanzen. Der Bärlauch wirkt entgiftend, regt die Blutbildung an und hilft, Schwermetalle auszuleiten. Er lässt sich als schmackhaftes Bärlauch Pesto genießen. Die Brennnessel kann überall gefunden werden und ist eine bei uns allseits bekannte Pflanze; ihre entwässernde Wirkung wird in vielen Stoffwechsel- und Entschlackungstees genützt. Die Gundelrebe wirkt entgiftend und schleimlösend, regt die Verdauungssäfte an und stärkt das Herz.

    Basenbäder, Basenpulver, Meersalzbäder, Massagen, basische Gemüsesuppen oder Gemüsesäfte unterstützen den Reinigungsprozess und helfen, das Säure-Basen-Gleichgewicht wieder herzustellen. Nicht zu vergessen die Stoffwechselanregende Wirkung von Bewegung ergänzt durch die heilende Wirkung des Waldes. Unerwünschte Kilos verabschieden sich dabei meist von selbst. Zum gezielten Entschlacken, Entgiften und Reinigen ist eine individuelle Beratung unerlässlich.

  • Die Heilkraft der Erdäpfel … als Fastenbegleiter

    Die Heilkraft der Erdäpfel … als Fastenbegleiter

    Genauso wie man nach intensiver Bewegung ein ausreichendes Maß an Ruhe benötigt, bedarf es einer passenden Pause nach den Mahlzeiten. Wie lange diese sein soll, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Es gibt mehrere Ansätze und viele Möglichkeiten, Essenspausen einzulegen.

    Du musst dabei nicht in erster Linie an strenges Fasten denken. Wobei, Menschen fasteten immer schon. Es gab von Natur aus immer wieder längere Zeiträume mit eingeschränkter oder ohne Versorgung. Diese Selbstverständlichkeit des Verzichts wurde ein Teil vieler Kulturen und ist weltweit in den Religionen verankert. Ob im Christentum, Islam oder Buddhismus, überall gibt es bestimmte Zeiten der Enthaltsamkeit, des Fastens.

    Fastest du?

    Nicht immer muss man beim Fasten auf feste Nahrung verzichten, es gibt viele auch abgeschwächte Formen. Beim Basenfasten, das auch gern „detoxen“ bzw. entgiften genannt wird, wird die Nahrungszufuhr stark eingeschränkt. Es basiert auf einer vorwiegend pflanzlichen Ernährung, die für manche Altersgruppen vorteilhafter ist – sie ist wesentlich schonender als die radikale Nulldiät.

    Und Kartoffeln sind sehr oft die Stars.

    Kartoffeln wirken basisch und gleichen damit chronische Übersäuerung aus. In der “Basenküche” stellen Kartoffeln durch ihre entsäuernde Wirkung ein wichtiges Lebensmittel dar.

    Und genau so eine Kur, habe ich vor kurzem gemacht – sie war perfekt für mich – allerdings gab es nicht bloß Erdäpfel sondern auch ganz viel Gemüse.

    Kartoffeltage wie ich sie gemacht habe, sind großartig zur Entschlackung. Und ich habe tatsächlich gut entschlackt. Aus Sicht der TEM – erkennt man allerdings gleich am leicht süßlichen Geschmack und der weichen Konsistenz den nährenden Aspekt. >> Vorsicht ist bei einem phlegmatischen Ungleichgewicht geboten – der Geschmack verrät es bereits: Kartoffeln bilden zähe und schleimige Feuchtigkeiten und sind eher für junge, hitzige Temperamente geeignet.

    Phlegmatiker haben hier tatsächlich ein Thema damit – die Zubereitungsform ist extrem wichtig. Muskat & Majoran sind die absolut notwendigen Beigaben um die „phlegmatische“ Erdäpfel zu temperieren – und ja Butter und Fett unbedingt reduzieren. Die Kombination mit viel Gemüse zahlt sich aus.

    Wie habe ich die Kartoffeltage eingehalten?

    Ich habe es sehr entspannt gemacht – abends hab ich ca. ¾ kg Kartoffel und ½ kg Karotten gedämpft. Das war meine Basis. Am nächsten Tag wurden die Kartoffeln in den unterschiedlichsten Varianten zubereitet – es ging schnell. Es gab Suppe, Püree, Laibchen, Puffer, Eintopf,… mit Pilzen, Zwiebeln und frisch zubereitetem Gemüse und mit vielen frischen Kräutern – vor allem Petersilie und Majoran. Muskat frisch gerieben über jedes Gericht – sowieso. Für den knackigen Biss, und um die Eiweißversorgung nicht zu vernachlässigen gab es immer wieder geröstete Nüsse dazu.

    Zwei meiner Lieblingsrezepte möchte ich dir heute gerne weitergeben – probiere sie doch aus.

    Pastinaken-Erdäpfel-Stampf mit würzigen Haselnüssen und Schmorzwiebeln

    Zutaten für 4 Portionen

    Zutaten Pastinaken-Erdäpfel-Stampf

    • 300-400 g Erdäpfel, mehlig
    • 300-400 g Pastinaken Wurzeln
    • 20 g Butter
    • 50-100 ml Gemüsesuppe
    • Pfeffer, frisch gemahlen
    • 0,5 TL Salz
    • 2 – 3 Prisen Muskat, gemahlen
    • 1 Spritzer Essig oder Zitronensaft

    Zutaten würzige Haselnüsse und Schmorzwiebeln

    • 200 g rote Zwiebeln
    • 100 g Haselnüsse
    • 1-2 TL ÖL
    • Gewürzmischung: ¼TL Salz sowie Je 1/2 TL Paprikapulver edelsüß, Pfeffer, Majoran und Thymian, Frische Kräuter (z.B. Majoran oder Thymian)

    Erdäpfel und Pastinaken schälen und in kleine Stücke schneiden. In etwas Gemüsesuppe weichkochen. Während das Gemüse kocht, Zwiebeln in Ringe schneiden und in etwas Öl bei mittlerer Temperatur dünsten sowie in einem kleinen Topf 1-2 TL Öl erhitzen und die Haselnüsse unter Beobachtung rösten. Die Gewürzmischung zu den Nüssen geben, gut vermischen und in eine Schüssel umfüllen. Wenn die Erdäpfel- und Pastinaken Stückchen weich sind, 20 g Butter zugeben und mit einer Gabel oder einem Erdäpfelstampfer zerdrücken. Stampf und Schmorzwiebeln mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss sowie Essig oder Zitronensaft abschmecken. Pastinaken-Erdäpfel-Stampf mit den würzigen Haselnüssen, Schmorzwiebeln und gehackten Kräutern anrichten und genießen.

    Erdäpfel-Kichererbsen Laibchen mit Blattspinat

    Zutaten für 2 Portionen

    • 300 g mehlige Erdäpfeln
    • 1-2 kleine Karotten
    • 180 g gekochte Kichererbsen (oder aus der Dose)
    • ½ TL Salz, 2 TL Majoran, 1-2 Prisen Kurkuma, 2-3 Prisen Muskatnuss, 1 TL Schwarzkümmel
    • Öl oder Butterschmalz zum Ausbacken
    • 250 g Blattspinat
    • 2 Knoblauchzehen
    • ½ Zitrone

    Erdäpfel, Karotten und Kichererbsen in Salzwasser weich kochen und abseihen. Wasser nicht verwerfen. Gemüse zerstampfen und mit den Gewürzen vermischen. Knoblauch in feine Streifen schneiden und in etwas Öl in einem großen Topf andünsten. Blattspinat dazugeben und mit etwas Kochwasser von den Erdäpfeln überbrühen und dünsten bis der Spinat zusammenfällt und das Kochwasser verdampft ist. In der Zwischenzeit aus der Erdäpfelmasse mit einem Esslöffel Laibchen ausstechen und in der Pfanne in Öl oder braten. Spinat mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken und zu den Laibchen servieren.

    TEM-Steckbrief

    • Kartoffel … Erdapfel im Schatten der Nacht (Solanum tuberosa)
    • Element: Luft
    • Qualitäten-Mischung: feucht 1–2 & ausgeglichen warm
    • Geschmack: mehlig, schleimig
    • Wirkung nährend, entsäuernd, diuretisch (harntreibend)

    Die Kartoffel ist ein Nachtschattengewächs, dessen hübsche Blüten und Blätter giftig sind. Auch die Knolle selbst ist ungekocht ungenießbar. Die Pflanze war bis in das 16. Jahrhundert in Europa unbekannt. Von Südamerika über Spanien erreichte sie Europa. Es soll eine findige List gewesen sein, die der Kartoffel den Weg in die Küchen Europas ebnete. Sie löste Rüben, Zwiebeln und Pastinaken als Hauptnahrungsmittel ab. Heute sind Kartoffeln bzw. Erdäpfel in unseren Breiten in der Küche fest verankert. Die Zubereitungsmethoden der feinen Knolle sind ebenso vielfältig wie die Sorten (mehlig, festkochend, speckig, länglich, rund, braun, blau usw.).

    Weil ich kürzlich dazu gefragt wurde … Auf Grund der vielen verschiedenen Sorten und Geschmäcker – kann nicht jede Kartoffel zu 100% dem Luft-Element zugeordnet werden – es ist ein Richtung und zeigt eine Tendenz an – verlass dich am besten immer auf den Geschmack und dein Bauchgefühl!

    Erdäpfel werden gesotten, gestampft, gebraten, gratiniert und frittiert. Sie sind der Liebling von Groß und Klein. Sie bringen ein gewisses angenehmes Wohlgefühl mit sich. Sie nähren, befeuchten und tun gut. Vor allem sind sie eine gute Mineralstoffquelle (Kalium, Kalzium, Phosphor und Magnesium) und von Natur aus frei von Gluten, Cholesterin und von gichtfördernden Purinen.

    Um den phlegmatischen – den nährenden, schleimigen – Aspekt der beliebten Kartoffelgerichte ausreichend zu temperieren darf Muskatnuss nicht fehlen und unterstützende Kräuter wie Majoran und Salbei sind obligat! Auch Zwiebeln und Kümmel unterstützen das Temperieren – daher war in Omas Küche immer Kümmel im Kochwasser.

  • Die Fauna in der Traditionellen Therapie

    Die Fauna in der Traditionellen Therapie

    Teil 2

    Im vergangen Monat wurden tierische, homöopathische Arzneien vorgestellt. Diesmal stehen Nosoden und die Verwendung des Cantharidenpflasters im Blickpunkt.

    Eine besondere Form der „animalischen“ Mittel stellen die Nosoden dar. Diese sind definiert als Remedia, die aus Körperflüssigkeiten oder Krankheitsausscheidungen gewonnen werden, während für Sarkoden, je nach Literatur, Gewebe oder gesunde Ausscheidungen als Quelle dienen.

    Die Trennung ist uneinheitlich, weshalb sich der Begriff „Nosode“ – vom griechisch Wort „nosos“ für „Krankheit“ durchgesetzt hat. Gängige Nosoden sind Tuberkulinum oder Psorinum, die Vielfalt ist mittlerweile groß.

    Einer der ersten Homöopathen, der derartige Arzneien verwendete, war Constantin Hering. Sein ursprüngliches Bestreben war, Schlangengifte in die Homöopathie aufzunehmen. Er betrachtete das Gift der Schlange als Tierspeichel; in Analogie dazu sah er den tödlichen Speichel des tollwütigen Hundes (Lyssinum, erstmals getestet 1833). So wurden nicht nur Lachesis (Gift der Buschmeisterschlange, 1828) sondern auch Nosoden und Sarkoden unterstützt und durch ähnliche Bestreben anderer Homöopathiker in die Therapie eingeführt. Auch Karsakov, der „Erfinder der Einglas-Potenzierungs-Methode“ (aufgrund fehlerhafter Transliteration als Korsakoffmethode bezeichnet), hat etwa bereits 1832 Blut potenziert und Hahnemann auf die Wirkungen der Autonosode aufmerksam gemacht.

    Zu einer Autonosode können im Prinzip alle Körperflüssigkeiten oder Gewebe verarbeitet werden; meist Blut, Urin, Eiter oder Faeces (Kot, Ausscheidungen) meist potenziert verabreicht. Urin bietet sich an, wenn etwa wiederkehrende Blasenentzündungen vorliegen oder wenn bei kindlichen Allergiepatienten keine Blutabnahme möglich ist. Eiter oder Wundsekret werden bei schlecht heilenden Wunden oder Dekubitus gegeben und Eigenstuhlnosoden bei Durchfällen oder Darmerkrankungen. Blut wirkt unterstützend bei jeder Therapie. Bei Regelbeschwerden kann das Blut der Menses potenziert werden.

    Eigenblut und Eigenurin werden heute in Form einer Reiztherapie unverdünnt gespritzt. Die subkutane und intramuskuläre Applikation hat sich bewährt, da die Resorption durch die Depotbildung verlangsamt ist; dies ist bei chronischen Erkrankungen zweckmäßig. Die verwendeten Mengen können gesteigert und mit Ampullen homöopathischer Remedia gemischt werden. Das Blut oder der Urin beinhalten unter anderem Nährstoffe, Enzyme sowie Ausscheidungsprodukte, die im Gewebe Abwehrmaßnahmen bewirken. Diese Immunstimulierung und Stoffwechselaktivierung führt zu einer Stärkung im Organismus, wodurch die Selbstheilung wiederhergestellt werden kann.

    Häufig wird die Anfertigung von Muttermilchnosoden gewünscht. Derartige Nosoden können aus der Milch der Mutter während der ganzen Stillzeit gefertigt werden. Die Homöopathie kennt eine Vielzahl an Milchmitteln, genannt Lac, beispielsweise von Haus- und Nutztieren wie dem Hund, der Katze, dem Esel oder der Kuh sowie von Wildtieren wie dem Wolf, dem Elefanten, dem Affen oder sogar dem Delphin. Naturgemäß ist die Auswahl des Tieres entscheidend, weil ja dessen Gemüt und Verhalten in die Wirkung einfließen. Milch hat etwas Nährendes, Ureigenes, Elementares. Die Milchpräparate haben im Vergleich zu den anderen Homöopathischen Mitteln die Eigenschaft etwas zu geben; sie werden angewendet, wenn etwas fehlt. Unruhigen Kindern mit Schlafproblemen nach dem Abstillen, wird potenzierte Muttermilch gegeben. Ebenso können Menschen, denen eine Perspektive im Leben fehlt von einer derartigen Nosodengabe profitieren. Personen mit Suchtproblemen ist eine Gabe gemeinsam mit dem suchtbildenen Stoff dazu zu geben, also etwa bei Rauchern Tabacum. Lac humanum oder eine persönliche Muttermilchnosode kann natürlich auch bei anderen Symptomen wie etwa Infektanfälligkeit, Zahnen und Schmerzen, Unruhe, Mangel an Nähe, Verlangen nach Süßem angewendet werden. Ob die Nosode passt, lässt sich leicht beantworten: Würde eine Mutter bei diesen Beschwerden das Baby an die Brust legen, dann ist die Muttermilchnosode angezeigt.

    Die spanische Fliege (Lytta vesicatoria) ist ein Tier, dass gleichfalls als Homöopathikum namentlich Cantharis verwendet wird. Der Name geht auf Hippokrates und Aristoteles zurück, die das Tier schon damals nutzten. Heute werden die Krabbeltiere in Form des Cantharidenpflasters wohl häufiger als die potenziert Arznei verwendet.

    Eine Reihe von Insekten führen auf die Haut aufgetragen zu Bläschenbildung. Dieser Käfer Cantharis ist in Europa beheimatet; hat eine längliche Form mit charakteristisch grün-schimmernden Farben und unangenehmen Geruch. Fein zerkleinert liegt die Droge als schmutzig-braunes Pulver vor, das mit zahlreichen leuchtend grünen Punkten übersät ist.

    Das Blasenziehen zählt zu den ausleitenden Verfahren und wurde bereits bei römischen Ärzten als Heilmittel eingesetzt. Dabei wurden verschiedene Mittel wie ätzende Lauge ferner Pflanzen wie Wolfsmilch, Giftsumach oder Senf verwendet.

    Paracelsus sagte, dass, „nur jemand den Namen Arzt verdiene, der die Gicht heilen kann“ und bezog sich dabei wiederum auf die Anwendung mit dem Pflaster der spanischen Fliege. Hufeland lobte diese Heilmethode ebenso. Verschiedene Rezepte für Cantharidensalben sind überliefert wie etwa die Helle, die milder ist oder die Schwarze, die als weiteres Reizmittel Essigsäure und Terpentinöl enthält. Moderne derartige Salben werden auf Vaselinbasis hergestellt und aus unterschiedlichen Anteilen an Canthariden und reizenden Harzen und den Ölen der Kiefer gemischt. Wundauflagen werden damit bestrichen und auf die bedürftige Stelle gelegt und dort verklebt. Über Nacht bildet sich eine Blase, die einer Verbrennung zweiten Grades entspricht. In der ausgeleiteten Lymphflüssigkeit sammeln sich Schärfen und Schmerzmediatoren. Untersuchungen an Patienten mit lumbaler Spinalkanalstenose zeigten einen signifikanten, schmerzlindernden Effekt! In weiterer Folge werden immunkompetente Zellen und Enzyme aktiviert, die zu einer Autoregulation führen.

    Sehr gute Ergebnisse werden neben Wirbelsäulen- und Gelenksleiden auch bei Tumorschmerzen sowie Erkrankungen des HNO-Bereichs, Haut- und Nervenkrankheiten erzielt. Aufgrund des Effektes auf das Lymphsystem wird das Prozedere auch „weißer Aderlass“ genannt. Die Blase wird schließlich mit einer Kanüle entleert und gegebenenfalls die Haut entfernt, was eine Verstärkung des Wundreizes hervorruft. Aus der Lymphflüssigkeit kann eine Autonosode hergestellt werden, so mancher Ärzt oder Heilpraktiker spritzt die Lymphflüssigkeit sogar. Allerdings werden dadurch auch Reizstoffe des Pflasters verabreicht, entsprechende Reaktionen sind möglich. Abschließend muss die Blessur durch das Auftragen einer Salbe etwa der bewährten Hamamelissalbe versorgt werden. Die Wunde kann noch über Tage Lymphe sezernieren. Erst nach der vollständigen Abheilung kann ein weiteres Pflaster geklebt werden- so dies als unbedingt nötig erachtet wird. Eine Ergänzung durch Schröpfen ist denkbar. Im Abstand von wenigen Tagen kann baunscheidtiert werden.

    Als Kontraindikationen werden akute Cystitis, Nephritis und akut entzündete, gerötete Gelenke genannt. Die Salbe sollte keineswegs auf offene Wunden oder Schleimhäute aufgebracht werden, auch Gelenksbeugen sind auszuschließen. Auf Zurückhaltung ist bei pigmentreichen Patienten wegen möglicher Hyperpigmentierung zu achten, ebenso bei Schwangeren. Derartige Therapieformen gehören in die Hände erfahrener, zugelassener TherapeutInnen oder ÄrztInnen

    Bekannt sind viele weitere Arzneien aus dem Tierreich. Manche fanden als Reinstoff sogar ihren Weg in die moderne Medizin wie die Curaregifte aus den Pfeilgiftfröschen oder die Insuline, die zwischenzeitlich semisynthetisch aus Schweinepankreata hergestellt wurden. Für die Nutzung in der integrativen Medizin werden heute tierische Drogen genauso wie pflanzliche nach ihrer Signatur beurteilt und in homöopathischen Prüfungen getestet. Die Vielfalt ist dabei mindestens ebenso groß wie bei jenen aus dem Pflanzenreich.