Monat: Mai 2020

  • Hier einige Gedanken und Rezepturen zur Corona-Thematik.

    Hier einige Gedanken und Rezepturen zur Corona-Thematik.

    Der Ansatz, die konstitutionelle Stabilität der Menschen zu unterstützen, ist wesentlich konstruktiver, als der panisch-hypnotischen Blick auf das VIRUS, das im Grunde nur ein elektronenmikroskopisch kleiner Eiweissklumpen ohne ‚eigene‘ Vitalität ist. Das Virus entfaltet erst in Wechselbeziehung mit Wirtsorganismen seine Dynamik, indem es bestimmte Zellen (in diesem Fall Epithelien der Bronchial- und Lungenschleimhaut) genetisch so umprogrammiert, dass die infizierten Zellen statt ihrer physiologischen Aufgabe viele neue Viren produzieren, die dann weitere Zellen infizieren.

    Darauf reagiert das Immunsystem sofort mit dem Mechanismus, der seit Jahrmillionen das Überleben in dieser Welt gesichert hat: Einer akuten Entzündung mit systemischer Ausdehnung als Fieber. Diese Entzündung wird vom mucosaassoziierten Lymphsystem (MALT) im Interstitium getragen.

    Fazit: Bei der coronainduzierten ‚interstitiellen Pneumonie bzw. Bronchitis / Bronchiolitis‘ handelt es sich nicht um die Krankheit, sondern um die universelle natürliche ‚feurige‘ Abwehr- und Überwindungsreaktion des Organismus als Selbstheilungsstrategie. Dabei besteht aber das Risiko, dass die betroffene Person damit energetisch so überfordert und in der Atemphysiologie so eingeschränkt wird, dass sie im worst case daran sterben kann.

    Wie effizient die Abwehrreaktionen eines Menschen sind und in welchem Rahmen sie ablaufen, hängt dabei – neben dem Alter und den Vorerkrankungen – weit mehr von den konstitutionellen Reaktionsmustern der betroffenen Person ab als vom Virus. Hier ist der alte Bernard’sche Lehrsatz offensichtlich: „Der Erreger ist Nichts, das Milieu ist Alles“. Alle Lebewesen haben im Laufe der Evolution gelernt, mit Viren und deren genetischen Mutationen umzugehen – sonst gäbe es längst keine Menschen mehr. Und es gibt tausende von Viren in der Natur, die wir noch nicht kennen und die (wie das aktuelle Sars-CoV-2) durch Mutationen entstanden sind (wo auch immer….) und Wirtswechsel vollzogen haben. Dass wir den Menschen, die bei der Auseinandersetzung mit den Viren lebensbedrohliche Probleme bekommen, bestmöglich helfen, ist selbstverständlich.

    Leider gehört es nicht zum medizinischen Allgemeinwissen, dass es völlig unschädliche, aber sehr effiziente therapeutische Möglichkeiten gibt, die Konstitution (und damit das Milieu) individuell so zu stabilisieren, dass gute Chancen für eine effiziente und harmlose Auseinandersetzung mit einem Virus bestehen – was nicht heißt, dass das symptomfrei ablaufen muss! Aber diese Optionen kommen allesamt aus der Naturheilkunde und werden meist schon deshalb pauschal abgelenht.

    Aufgrund der Individualität jedes Menschen und seiner Krankheiten, sollte eigentlich auch die Wahl der Mittel und Methoden individuell sein (Die Irisdiagnostiker sind hier bzgl. Differenzierungsmöglichkeit mal wieder klar im Vorteil…!)

    Die ‚funktionelle Trias‘ Schleimhaut / Lymphsystem / Flora bietet aber eine probate ‚Leitschiene‘ für die Konstitutionstherapie.

    Rezepturen

    Vorschlag Rezeptur 1:
    Auf dieser Basis steht die folgende Rezeptur, die sowohl Kinder als auch Erwachsene (natürlich ergänzend zu sinnvoller Diätetik) sowohl prophylaktisch in der gegenwärtigen Situation einnehmen können aber auch als Nachsorge, wenn ein Infekt vorhanden war:
    Vincetoxicum D4 dil.
    Silicea D6
    Scrophularia ø
    Geranium robertianum ø
    Abrotanum ø aa 20 ml
    M. f. dil.
    DS: Erwachsene 2 x tgl. 25 Tr. vdE. (Kinder: 2 x tgl. Tropfenzahl des Alters, gut verdünnt)

    Ideen hinter der Mittelwahl:
    Vincetoxicum: Immunstimulation, bes. bei viraler Belastung
    Silicea: Stimulation und Stabilisierung sämtlicher interstitieller Grundfunktionen
    Scrophularia: Konstitutionelle Stabilisierung des Lymphsystems
    Geranium robertianum: Stimulation und Stabilisierung lymphatischer Immunfunktionen
    Abrotanum: Stimulation der Coctio und Stabilisierung von GALT / MALT

    Vorschlag Rezeptur 2:
    Eine weitere Methode zur konstitutionellen Stabilisierung, bes. mit Zielrichtung auf das Lymphsystem: Eigenblutnosode C6, jeden Morgen 5 Tr. Oral

    Noch ein Tipp:
    Die Erfahrung aus vielen ‚Grippewellen‘ zeigt, dass wir TEM-TherapeutInnen künftig zunehmend mit Patienten konfrontiert sein werden, die Covid-19 hinter sich haben, aber durch die Krankheit so geschwächt sind, dass sie wochen- und monatelang nur schwer wieder ‚auf die Füße kommen‘. Optimal ist für solche Menschen natürlich eine gezielte individuelle Konstitutionstherapie nach iridologischer Analyse. Sollte das nicht möglich sein, müssen etwas unspezifischere Mittel zum Einsatz kommen, die die Wiederherstellung der energetischen Bilanz des Menschen unterstützen: z. B. Kalium jodatum D6, Kalium phosphor. D6, Carbo vegetabilis D6 In dem Zusammenhang eine Anregung an die vielen engagierten PharmazeutInnen: Es wäre sehr hilfreich, eine Nosode Covid-19 in C30 und C200 zur Verfügung zu haben…

  • Über die Schlüsselblume in der traditionellen Medizin

    Über die Schlüsselblume in der traditionellen Medizin

    Schlüsselblumen kennen wir als Frühblüher im Garten und als Zierblumen in unterschiedlichen Formen und Farben. Bis meist vor Ostern erfreuen uns vielerorts in der Natur die Wiesen- und Waldschlüsselblumen mit ihrer gelben Pracht und den kleinen, nickenden Blütenständen. Die Himmelsschlüssel waren seit jeher Pflanzen der Götter. Viele Geschichten ranken sich um die Wiesenprimel und all diese wollen sagen, dass die Primel ein Schlüssel zur Anderswelt ist. Sie kommt aus dem Zaubergarten der Muttergöttin Freya oder Venus und erschließt mit ihrer magischen Kraft- durch Aufschließen des Himmelstors- den Frühling.

    Primula, der Name ist die Verkleinerungsform von lat. primus, das bedeutet der Erste, ist also ein kleiner Erstling und gilt daher als einer der ersten Frühlingsblüher.Die heilige Hildegard erwähnt die Schlüsselblume schon mit dem alten deutschen Namen „Hymelslozel.“ Im Mittelalter hat man die jungen Blättchen der Pflanze im Frühjahr als Salat gegessen, die ganze Pflanze bei Herzproblemen, Lähmungen, Arthritis und Gicht verwendet. Bis heute dient sie als Mittel bei Husten.Die Frühlingsschlüsselblume oder Apothekerprimel (Primula veris oder früher officinalis) ist eine 20 cm hohe behaarte Staude. Die goldgelben, duftenden Blüten haben orangerote Flecken am Schlund. Der Kelch ist bauchig erweitert. Die Blüten sind zu einer nickenden, einseitig wendigen Dolde wie einem Schlüsselbund vereinigt. Die Blüten von der hohen Schlüsselblume (Primula elatior) sind schwefelgelb und werden ebenso verwendet. Schlüsselblumenblüten enthalten kleine Mengen an Saponinen und diese vorwiegend in den Kelchblättern, jedoch 3% Flavonoide und Spuren von ätherischem Öl. Angewendet werden heute die Blüten, die mit und ohne Kelch in den Handel kommen, zumeist als mild wirkendes Expectorans bei Husten, Bronchitis und Erkältungskrankheiten. Die Wurzeln beider Stammpflanzen enthalten Saponine sowie Phenolglykoside, deren Abbau beim Trockenen zu dem charakteristischen Geruch der Droge führt.Aufgrund des Saponingehalts wirken Zubereitungen aus der Wurzel sektretomotorisch und als sekretolytisch wirksames Expektorans bei Katarrhen der oberen Atemwege, Husten und Verschleimungen.Die Primelgewächse sind wie gesagt überwiegend ausgesprochene Frühlingsblüher und zeigen uns den Beginn der wärmeren Jahreszeit an. Aus dieser Signatur heraus eignet sich die Schlüsselblume gut als Mittel zur Vertreibung der Winterdepression aber auch ganzjährig bei Schlafstörungen. Auch Menschen die sich eingeengt fühlen oder überfordert sind, können in der Schlüsselblume eine helfende Pflanze finden. Sie unterstützt den Menschen in Phasen von Druck und Zwang, um innere Freiheit bewahren zu können, unangenehme Herausforderungen anzunehmen und sich nicht blockieren zu lassen. Bei Symptomen, die zu einem Gefühl eines körperlichen Überdrucks führen wie Spannungskopfschmerz hilft die Primula, auch im Hinblick auf ihre konstitutionellen Wirkungen. Die Signatur der Sonne zeigt sich in der Farbe der Blüten und beschreibt ihr Anwendung bei Herzbeschwerden und als Nervenstärkungsmittel. Hierzu wird zumeist ein Wein aus den Blüten bereitet.In der humoralen Betrachtung sind sowohl Blüten als auch Wurzel warm und trocken. Bereits 1662 schrieb ein Arzt über die Qualitäten Schlüsselblume: „Sie wärmt, sie trocknet und erweicht, stillt Schmerzen“. Entsprechend sind auch ihre Säfte-optimierenden Einflüsse. Die Wirkungen sind besonders im Bereich Gehirn, Atem- und Verdauungswege sowie der Nieren sehr ausgeprägt. Die Einnahme von Zubereitungen aus der Schlüsselblume können unterstützend bei Beschwerden die durch kalte, gestaute aber auch durch gelbgallig verunreinigte Feuchtigkeit verursacht werden, helfen. Damit ist sie bei Skrofulose indiziert. Wird die Primel bei Beschwerden an den seriösen Häuten angewendet, so gilt sie bei stechenden und brennenden Schmerzen als Mittel der Wahl. Üblich ist dabei die Verwendung als Tinktur. Diese lässt sich aus der ganzen Pflanze bereiten.

    Schlüsselblumenhonig
    Ein bis zwei Handvoll Schlüsselblumenblüten werden gesammelt. Man lässt die Blüten anwelken, überführt sie in ein Marmeladenglas und überschichtet sie mit Honig. Mindestens zwei Wochen ziehen lassen. Als Honig ist Waldhonig für die Bereitung besonders geeignet.

    Schlüsselblumenwein nach Maria Treben
    Eine Flasche wird mit den ganzen frischen Schlüsselblumenblütendolden locker bis zum Hals gefüllt und mit naturreinen Weißwein übergossen. Die Blüten müssen bedeckt sein. Die Flasche wird, leicht verkorkt, 14 Tage in der Sonne stehen gelassen. Bei Herzbeschwerden werden fallweise ein Schluck vom Wein eingenommen, für Herzkranke ist die Einnahme von bis zu drei Esslöffel empfohlen.

     

  • Entgiften und Entschlacken in der TEM

    Entgiften und Entschlacken in der TEM

    Entgiften und Entschlacken war schon immer ein zentrales Thema der Heilkunde. In unserer heutigen Zeit sind Entgiftungs- und Entschlackungskuren wieder sehr aktuell und auch sehr wichtig. Denn unser Körper ist heute sehr belastet, man denke nur an die Pestizidanwendung in der Landwirtschaft, Medikamenten- und Schwermetallrückstände im Wasser, Radioaktivität, gentechnisch veränderte Lebensmittel, Konservierungsmittel, Farbstoffe und Geschmacksverstärker in unserer Nahrung, Abgase, Ozon, Elektrosmog oder Wohnraumgifte.Empfohlen wird zweimal im Jahr, also im Frühjahr und Herbst, eine Entschlackungskur zu machen, um den Körper in seiner Entgiftungsfunktion zu unterstützen, die belastenden Rückstände auszuleiten und ihn zu reinigen.

    Zu unseren wichtigsten Entgiftungs- und Ausscheidungsorganen gehören die Schleimhäute von Nase, Rachen und Bronchien, Lunge, Magen-Darm, Bauchspeicheldrüse, Leber, Nieren-Blase, Lymphsystem und Haut.

    Dadurch, dass der Körper von Giften und Schlacken befreit wird, kommt es zu einer Anregung von neuer Blutbildung und zu neuer Lebenskraft und neuer Lebensenergie. Die Zellen und Organe können wieder besser ernährt und regeneriert werden, die Stimmung verbessert sich, die Selbstheilungskräfte werden unterstützt, die Abwehrkräfte gestärkt und der Körper ist nicht mehr so anfällig für Beschwerden und Erkrankungen. In der Naturheilkunde wurde immer empfohlen, Entgiftungs- und Entschlackungskuren bei abnehmendem Mond zu beginnen, damit der Körper in seinem natürlichen Rhythmus unterstützt wird. Schon Hildegard von Bingen hat vor 1000 Jahren empfohlen, den Aderlass nach Vollmond, also 1. bis 5. Tag nach Vollmond, zu machen.

    Wichtige Kräuter zum Entgiften und Entschlacken sind:

    Birke
    Die Birkenblätter oder der Birkensaft werden seit jeher in Frühjahrskuren zur Reinigung über Niere und Blase empfohlen. Sie ist eine sehr milde Ausleitungspflanze, die auch bei Bluthochdruck und Allergien gut eingesetzt werden kann, entweder als Tee oder in Tropfenform. Daneben wird sie auch gerne empfohlen zur Durchspülung bei Harnwegsinfektionen, Wasseransammlungen im Gewebe oder Cellulite. Sie wirkt sanft entwässernd, reizt die Nieren nicht, wirkt vitalisierend und regt die Blutneubildung an. Sie leitet Schadstoffe bis hin zu Harnsäure aus.

    Brunnenkresse
    Die Brunnenkresse wirkt als frisches Kraut in Salaten, Saucen, Rührei, Suppen, Eintöpfe, Tee- oder Tropfenform allgemein ausleitend. Sie ist ein gutes Mittel für Magen, Leber, Galle, Niere und wird bei Stoffwechselstörungen, rheumatischen Beschwerden und Gicht empfohlen. In der Volksmedizin wurde die frische Brunnenkresse zerdrückt und mit Zucker vermischt bei Schwächezuständen, Hautkrankheiten, Lungenleiden und Rheuma angewendet.

    Löwenzahn
    Der Löwenzahn mit seinen leuchtend gelben Blüten ist eine wichtige Ausleitungspflanze für die Leber, Galle, Lymphsystem und kann sogar Pestizide, Umweltschadstoffe und Medikamentenrückstände ausleiten. Seine Bitterstoffe unterstützen auch die Arbeit der Bauchspeicheldrüse, sodass er zu den wichtigsten Heilpflanzen für die Bauchspeicheldrüse gehört.

    Ackerstiefmütterchen
    Das Ackerstiefmütterchen unterstützt unser größtes Entgiftungsorgan, nämlich die Haut. Es bringt den Hautstoffwechsel wieder in Ordnung, wirkt juckreizstillend, beruhigend und heilend bei allen Hautleiden wie Irritationen, Ekzeme, Neurodermitis oder Schuppenflechte und ist schon für kleine Kinder geeignet. Angewendet wird es in Form von Tee, Tropfen, Salben oder Badezusatz.

    Wegwarte
    Die Wegwarte wächst an Straßenrändern, wo die Belastung von Autoabgasen und Umweltschadstoffen am höchsten ist. Und trotzdem überlebt sie dort. Sie gehört zu den wichtigsten Ausleitungspflanzen für Umweltschadstoffe und wirkt auf alle Entgiftungsorgane ausleitend.

    Zusätzliche Tipps

    • Ausleitungsbäder mit Ackerstiefmütterchen über die Haut
    • Macht man eine Entschlackung- oder Entgiftungskur kann man den Körper mit abendlichen Voll- oder Fußbädern gut unterstützen. Über unsere Füße entgiftet der Körper sehr stark.
    • Regelmäßige Saunagänge, vor dem Saunagang eine Tasse Holunderblütentee trinken, um das Schwitzen anzuregen
    • Viel Trinken
    • Bewegung an der frischen Luft
    • Unterstützende Bürstungen, Massagen oder Lymphdrainagen

     

  • Kräuter für die Augen

    Kräuter für die Augen

    „Schau mir in die Augen, Kleines,“ dieser berühmte Satz aus dem Film Casablanca sagt es sehr klar aus. Unsere Augen lassen nicht nur Eindrücke herein, sondern sie lassen sie auch heraus. In ihnen sieht man die Gefühle und Stimmungen der Menschen.

    Die Augen, Spiegel der Seele
    Es sind unsere Augen, die in Tränen ausbrechen und so eine psychische Situation nach außen offenbaren. Liebe dagegen macht blind- im Stadium des Verliebt seins sieht man die Realität nicht mehr klar. Die häufigsten Störungen im Bereich der Augen sind Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit, wobei Kurzsichtigkeit vor allem in der Jugend auftritt und die Weitsichtigkeit eine Störung des Alters ist.

    Aus psychosomatischer Sicht lässt sich das leicht erklären. Die Jugendlichen sehen meist nur ihren eigenen Umkreis, „man sieht nur bis zur eigenen Nasenspitze“. Der alte Mensch dagegen sollte aufgrund seiner Lebenserfahrung schon Weisheit und Weitsicht entwickelt haben. Leider verwirklichen viele Menschen diese Weitsicht nur in der Weitsichtigkeit.

    Sehen ist mehr als schauen
    Zwei Drittel aller Sinneseindrücke werden durch die Augen, also visuell vermittelt. Das heißt, wir nehmen die meisten Reize aus der Umwelt mit den Augen wahr. Darüber hinaus sind die Augen sehr eng verknüpft mit der allgemeinen Fähigkeit zur Bewegung und unseren geistigen Leistungen. Das heißt das Sehen ist maßgeblich an der Bewältigung unseres täglichen Lebens beteiligt. Grund genug, zu überlegen, was wir für unsere Augen tun können.

    Entspannung für die Augen
    Den besten Abstand von belastenden Alltagssituationen und Stress gewinnen wir durch das Schließen der Augen. Nur wenn der visuelle Reizfluss unterbrochen wird wie beim Schließen der Augen, schalten wir im wahrsten Sinne des Wortes ab. Sind wir dagegen angespannt und fordern unserem Denkvermögen höhere Leistungen ab, können wir das Höchstmaß an Sehschärfe mobilisieren. Dadurch können Situationen schneller erfasst und der nötige Durchblick gewonnen werden. Die Augen sind aber nicht unbegrenzt belastbar. Sie sind dankbar, wenn man ihnen die Möglichkeit zur Entspannung gibt. Gut geeignet sind dafür spezielle Übungen, die von dem amerikanischen Arzt Dr. Bates schon 1920 beschrieben wurden.

    Generelle Augenübung

    • Schauen Sie 6-7 mal hintereinander zunächst nach rechts, dann nach links und wieder nach rechts.
    • Dann heben Sie ihre rechte Schulter so weit wie möglich nach oben, wenn sie nach rechts schauen und umgekehrt. Mehrere Male wiederholen.
    • Dann bücken Sie sich mit ausgestreckten Armen und lassen ihre Augen den Fingerspitzen folgen, dasselbe links und wiederholen.
    • Zum Abschluss setzen Sie sich wieder hin und drehen ihre Augen im Kreis von rechts nach links.

    Palmieren
    Mit dieser Übung können die Augen gut entspannt werden. Bildschirmarbeiter sollten sie also von Zeit zu Zeit durchführen. Sie setzen sich entspannt hin, legen die Handflächen leicht gewölbt über die Augen und überkreuzen die Finger auf der Stirn. Tief und gleichmäßig atmen und versuchen, sich in einen Zustand tiefster Dunkelheit zu versetzen.

    Augenmassage
    Die zarte Massage bestimmter Meridianpunkte hat eine starke durchblutungsfördernde Wirkung auf die Gesichts-, aber auch den Augenmuskel. Mit leichtem Druck massieren Sie mit kreisenden Fingern seitlich der Nasenwurzel, unterhalb der äußeren Augenbrauenenden, im Bereich des Jochbeins seitlich der Nase und streichend am oberen Rand der Augenhöhlen unterhalb der Augenbrauen…

    Die Augen essen mit
    Augenprobleme wie Netzhautschäden, Makuladegeneration, Altersweitsichtigkeit oder grauer Star lassen sich nicht wegtrainieren. Einen kleinen Beitrag zur Vorsorge leisten aber sekundäre Pflanzenstoffe in der Nahrung. Als „Radikalfänger“ schützen sie die Netzhaut und sorgen für gesunde Sehsinneszellen. Auch die Nachtblindheit (wichtig für Autofahrer), bei der schlecht funktionierend Stäbchen- Sinneszellen das Dämmerungssehen einschränken, lässt sich durch gezielte Versorgung mit sekundären Pflanzenstoffen positiv beeinflussen. Solche Schutzstoffe sind vor allem die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin, Beta- Carotine und Anthocyane. Wissenschaftliche Studien belegen, dass der Konsum von Pflanzen mit diesen Wirkstoffen das Risiko für Makuladegeneration um fast 40% senken kann. Bei besonderer Beanspruchung der Augen, zum Beispiel Bildschirmarbeiten, ist der Bedarf an diesen Schutzstoffen erhöht.

    Lutein, Zeaxanthin finden sich in Spinat, Kopfsalat, Erbsen, Petersil und Grünkohl. Im Spinat finden sich besonders viele Augenschutzstoffe, er ist daher weniger ein Gemüse für Kinder, sondern für ältere Menschen.

    Das Anthocyan Myrtillin in der Heidelbeere dagegen sorgt ganz besonders für die Elastizität der Gefäße in den Augen und ist gut für Menschen, die unter Nachtblindheit und Lichtempfindlichkeit leiden.

    Wie sensibel sind unsere Augen
    Die Augen sind hochkompliziert und sensibel gebaute Sinnesorgane. Warnsignale, dass mit unseren Augen etwas nicht in Ordnung ist, sind:

    • Brennen der Augen
    • Tränen der Augen
    • Trockenheit der Augen
    • jede Art von Lichtscheuheit
    • Schmerz
    • Sehverschlechterung

    Ein Besuch beim Augenarzt ist dann sicher zu empfehlen

    Heilpflanzen für die Augen
    Je nach Problem gibt es die Möglichkeit als vorbeugende Selbsthilfemaßnahme Heilpflanzen zu verwenden. An vorderster Stelle steht dabei eine Heilpflanze, deren Name ihre Wirkung klar umschreibt.

    Augentrost (Euphrasia officinalis)
    Verwendete Pflanzenteile: Das ganze blühende Kraut, Euphrasiae herba.

    Anwendung: Tee (1-2 Teelöffel Droge mit 1/4 l kaltem Wasser übergießen, zum Sieden erhitzen, abseihen) innerlich und äußerlich als Umschlag auf das Auge oder als Augenspülung verwenden. Zur äußerlichen Anwendung gibt es auch verschiedene Präparate zum Eintropfen, zum Beispiel Euphrasia-Augentropfen von Weleda. Innerlich wird Augentrost auch homöopathisch in Form von Euphrasia D6 gegen alle möglichen Augenprobleme wie Augenbrennen, gerötete, gereizte und tränende Augen eingesetzt (3 mal 5 Globuli/Tag).

    Inhaltsstoffe: Die Inhaltsstoffe sind Iridoidglykoside wie Aucubin, dem man neuerdings eine „Breitbandwirkung“ gegen bakterielle Infektionen und überhaupt entzündungshemmende Wirkung zuschreibt. Diese Wirkung wird noch durch Gerbstoffe und Flavonoide verstärkt.

    Heilwirkung: Schon der Name deutet die offenbar erfolgreiche Anwendung bei Erkrankungen der Augen an. Der botanische Name Euphrasia, der aus dem Griechischen stammt, bedeutet soviel wie Frohsinn und Wohlbefinden. Im Mittelalter war man überzeugt, dass der Augentrost auch die innere Sehkraft stärken und hellsichtig machen kann. Die Wissenschaft ist sich nicht sicher, auf welche Wirkstoffe die schon alte Anwendung dieser Heilpflanze zurückzuführen ist. Tatsache ist, dass sie erfahrungsgemäß bei akuten und subakuten Bindehautentzündungen sehr wirkungsvoll ist. Besonders für Menschen, die Arbeiten verrichten, bei denen die Augen sehr belastet werden, beispielsweise Bildschirmarbeit, aber auch die Arbeit in Büros mit Klimaanlagen oder vielen Raucherkollegen, sollten Augentrostumschläge schon vorbeugend eingesetzt werden. Ob die innerliche Anwendung des Tees in solchen Fällen auch hilft, müsste erprobt werden. Gute Erfahrungen hat man aber bei der Verwendung als Tee bei Menschen beobachten können, die „nahe am Wasser gebaut sind“, also bei der leisesten Belastung ihrer Augen bereits zum Tränen neigen.

    Indikation: Subakute und akute Bindehautentzündung, Ermüdungserscheinungen der Augen, Lidrandentzündung.

    Fenchel (Foeniculum vulgare)
    Die Fenchelkörner eignen sich als Tee (Samen zerdrücken, Aufguss, 10 Minuten ziehen lassen) zu Augenspülungen für gereizte Augen. Den Tee abkühlen lassen, in Glas schütten, dieses über das offene Auge geben und kurz durchspülen.

    Augenspülungen
    Für Augenspülungen, damit ist gemeint, dass der Augapfel mit dem Tee gespült wird, im Unterschied zu Umschlägen auf das geschlossene Lid, sollte Kamillentee nicht verwendet werden, da sein ätherisches Öl so stark ist, dass es die Bindehaut reizen könnte. Aus der Erfahrung bewährt hat sich neben dem Augentrost für Augenbäder der Fencheltee. Die Volksmedizin sprach ihm immer eine kräftigende und „klärende“ Wirkung auf das Auge zu. Das ätherische Öl des Fenchels ist jedenfalls ausreichend entzündungshemmend, ohne die reizende Wirkung der Kamille.

    Lidrandentzündungen
    Bei Lidrandentzündungen oder auch bei Gerstenkörnern dagegen sollte Kamillentee als entzündungshemmendes Mittel in Form von Umschlägen auf das geschlossene Auge verwendet werden. Eine Alternative dazu ist Eichenrindentee, dessen Gerbstoffe eine starke zusammenziehende Wirkung haben.

    Trockene Augen
    Immer mehr Menschen leiden an einer mangelhaften Tränenflüssigkeitsproduktion, dem sogenannten trockenen Auge (Sicca- Syndrom). Als Ursache kommen Bildschirmarbeit, aber auch hormonelle Probleme in Frage. Die Beschwerden zeigen sich in einem Trockenheits- und Fremdkörpergefühl (als ob man Sand in den Augen hätte) und Brennen und Jucken in den Augen.

    In der Apotheke gibt es eine Vielzahl von Tränenersatzmitteln, die auch über längeren Zeitraum verwendet werden können.

    Mit homöopathischen Augentropfen (Oculoheel) könnte auch ursächlich gegen das Problem der trockenen Augen vorgegangen werden. Kombiniert werden in diesen Augentropfen, die praktisch in Plastikkapseln abgefüllt, als Einmalmittel verwendet werden, folgende Heilpflanzen:

    • Euphrasia (Augentrost): Gegen Augenbrennen und geschwollene Lidränder
    • Jaborandi (Pilocarpus): Allgemein bei Augenschmerzen und bei Überanstrengung
    • Cochlearia (Löffelkraut): Bei Rötungen der Augen, u.a. auch durch Bildschirmarbeit
    • Echinacea (Sonnenhut): Gegen die Entzündungstendenz.

    Diese Augentropfen helfen den Augen die natürliche Feuchtigkeit zurückzugeben und auch Kontaktlinsenträgern. Augenreizungen zu vermeiden.