Monat: Januar 2021

  • Pentalogie – eine Form der Zahlenlehre

    Pentalogie – eine Form der Zahlenlehre

    Sie ist eine Lehre eines numerologischen Systems, die Geburtsdatum und Geburtszeit in ein Sprachrohr verwandelt. Die Geburtszahlen verraten Talente, die man ins Leben mitgebracht hat. Genauso werden Blockaden ersichtlich, an dem unsere Seele wachsen kann. Beides, sowohl Begabungen als auch Lernaufgaben, werden durch die Deutung eines Pentaskopes klarer und somit ist man Schöpfer seines eigenen Lebens.

    Es ergeben sich Entwicklungsmöglichkeiten aufgrund von Selbsterziehung, Erkenntnissen und Prägungen, die auf alle „Fälle“ wachstumsfördernd und horizonterweiternd sind. Die Grundlage – wie bei allen „kosmischen“ Lehren – bilden die hermetischen Gesetze. Jede Zahl zeichnet besondere Eigenschaften aus. Manche bewerten wir als gut, manche als schlecht. Ziel ist es, aus diesen Bewertungen und Urteilen auszusteigen, um fürs Leben zu gewinnen. Schuldzuweisungen, Opfer-Täterprinzipien gelangen in ein anderes Licht, Eigenverantwortung rückt dadurch in den Mittelpunkt.

    2020 war ein Jahr, sich um seine eigenen Bedürfnisse zu kümmern. Ablenkungen sind jetzt nicht gefragt gewesen. Das haben wir sicherlich durch den Lock Down bemerkt. Wir waren ganz auf uns gestellt. Die Erkenntnisse waren da oft sehr ernüchternd.

    Geprägt durch die Zahl 2 und 10. Die 2 steht für Heilung, Medialität und Vertrauen. Sind hier diese Themen noch nicht erlöst, so werden wir mit Illusion, Täuschung, Ängsten und Zweifel konfrontiert. Die 10 steht für Wandlung und Veränderung. Sie steht auch für unsere Bedürfnisse und Nächstenliebe.

    2021 wird sich die Energie von 2020 fortsetzen. Hier kommt noch die Zahl 1 zu tragen. 1 steht für Wandel, Transformation und Macht. Sie steht für den höheren Willen, die geistige Antenne und Zentrierung und somit für die Anbindung an das höhere Selbst, an das Göttliche.

    Es wird sicherlich eine spannende Zeit. Die Themen, die sich im vergangenen Jahr gezeigt haben, werden sich im kommenden Jahr auf jeden Fall sicherlich akut präsentieren, soweit sich diese noch nicht verabschiedet haben. Die Möglichkeiten, die sich in dieser Zeit ergeben, sind absolute Chancen, auch wenn sie sich als Krisen zeigen. Mach die Krise zur Chance und du wirst wachsen!

    Foto zur Verfügung gestellt von Mag.a pharm. Dr. Gabriele Kerber-Baumgartner

  • Wege zur Ganzheit

    Wege zur Ganzheit

    Philosophie einer ganzheitlichen Medizin

    Autor: Gerhard Kögler

    Die Medizin ist ein Spiegel der evolutionären Entwicklung der Menschen. Wir sehen immer mehr eine Abkehr vom systemischen und kontext-orientierten Denken hin zu einer rein symptomatischen Betrachtungsweise. Das hat sich teils gut bewährt, aber teils auch in eine Sackgasse des Gesundheitssystems geführt.

    Die moderne Medizin ist keine geeignete Medizin für die gesamte Welt, meinen Philosophen und Mediziner. Dieses Buch soll Einblicke in die Betrachtungsweise alter Philosophien und Medizinsysteme wie der Naturmedizin, des Schamanismus, der traditionellen Medizin in Asien und im Westen, der Entwicklung der Psychologie, bis hin zu moderner Gehirn- und Stressforschung und der Epigenetik bieten. Dabei wird keineswegs nur der wissenschaftliche Aspekt beschrieben, sondern viele philosophische Betrachtungen bis hin zu metaphysischen Sichtweisen hinzugezogen. Aus dieser breit gefächerten Darstellung will der Autor Wege ableiten, die uns wieder mehr in das systemische Denken führen, aber vor allem Wege, die uns gesünder und zufriedener machen.

    Foto, Text © Der Trainer Verlag für Beratung, Training, Coaching

  • Die Bedeutung der Rituale

    Die Bedeutung der Rituale

    Rituale & Rhythmen in der TEM

    Die Bedeutung der Rituale
    Seit jeher nutzt der Mensch Rituale als Anker in einer sich ständig verändernden Welt. Rituale oder anders gesagt Bräuche finden sich in unserem Alltag wieder und sind Handlungen, die wiederkehren. Sie bringen Ordnung und einen gewissen Rhythmus in unsere Welt und geben dadurch Beständigkeit und Sicherheit.

    Wir kennen eine Fülle an Ritualen: * persönliche – etwa der Morgenkaffee oder die kalte Dusche. * familiäre – ein gemeinsames Frühstück, Spieleabende, Sonntagsausflüge. * soziale – Hochzeit, Taufe, Weihnachten, Neujahrswalzer. Auch in der Traditionell Europäischen Medizin (TEM) gibt es einige bedeutsame Rituale, die mit Kräutern, Licht, Feuer, Danksagungen, aber auch Heilung und Gesundheit zu tun haben. Pflanzen verstärken stets die Wirkung von Ritualen, ebenso das Licht einer Kerze oder geweihtes Wasser. Das Sammeln von Kräutern nach den Jahreszeiten, das Verabreichen einer bestimmten Arznei oder die Weihnachtstanne als Zeichen des Lichtes sind rituelle Handlungen in der TEM. Das Anzünden von Kerzen und das Aufstellen von Barbarazweigen spendet uns Hoffnung. Räucher-Zeremonien werden oft zur Reinigung eingesetzt. Rituale leiten uns Menschen durch unser Leben und markieren wichtige Stationen. Sie machen die Welt für uns einfacher!

    Kennen und fühlen Sie Ihren Rhythmus?
    Unser Leben ist in bestimmte Phasen, Zyklen oder anders gesagt Rhythmen unterteilt. Ebenso wie Pflanzen und Tiere unterliegen wir Menschen den Schwankungen der Natur. Sie alle kennen Begriffe wie Lebensrhythmus, Jahreskreislauf, Tageszyklus, Mondphasen und Menstruationszyklus. Jeder Abschnitt unseres Lebens ist von bestimmten Ereignissen und Entwicklungsprozessen geprägt. Wir leben im Einklang mit der Natur und sind über jahreszeitliche Rituale in das Leben eingebunden. Auch unser Stoffwechsel richtet sich nach den Rhythmen. Bedeutet der Frühling noch Entschlackung des Organismus, so nehmen wir im kühlen Winter eher deftigere Speisen und wärmende Gewürze zu uns. Saisonale Nahrung wird zu bestimmten (Ernte)Zeiten besser verwertet und wir sehnen uns entweder nach heißen Bädern oder auch nach Kneipp-Anwendungen. Punkto Tageszyklus sind wir aktiv, wenn die Sonne scheint und eher müde, wenn das Tageslicht schwindet. Die Zeitumstellung bringt unseren Bio-Rhythmus durcheinander und Nachtarbeit uns teilweise aus dem Gefüge.

    In der TEM kann durch die Beobachtung und Wahrnehmung der Taktung unseres Lebens der Erfolg von Therapien verbessert werden, aber auch die Wirksamkeit und Aufnahme von Medikamenten in gewissen Zyklen besser gelingen.

    Werden wir uns dessen bewusst und versuchen wir danach zu leben!

    Spüren Sie Ihren Rhythmus?

  • Dem Immunsystem mit der Bürste auf die Sprünge helfen!

    Dem Immunsystem mit der Bürste auf die Sprünge helfen!

    Bürstenmassage ist eine klassische Anwendung der TEM und Klostermedizin, die der Haut guttut. Gleichzeitig aktiviert und mobilisiert das Bürsten aber auch Lymphe und ist damit ein kleiner, aber feiner Baustein der Stärkung der Immunkompetenz in Zeiten von Corona!

    Lob der Bürste
    Wir schmunzeln heute ein wenig über die Hygiene unserer Vorfahren: Weil Wasserhähne und Duschen erst am Ende des 19. Jahrhunderts erfunden wurden, mussten sie sich mühsam mit Waschschüsseln und Krügen behelfen. Unsere Vorfahren im Mittelalter hätten allerdings auch über uns geschmunzelt: Wir haben heute ein Utensil vergessen, das über Jahrhunderte im Mittelpunkt der Körperpflege stand: Die Bürste. Es gibt bis heute nichts Besseres, um die Haut von abgestorbenen Partikeln zu reinigen und wichtige Gesundheitsreize zu setzen, als eine regelmäßige Bürstenmassage.

    Lymphaktivierung durch 10-minütiges Morgenritual
    Die optimale Funktion des Stoffwechsels und des Immunsystems korreliert mit der Fähigkeit des Körpers, Toxine auszuscheiden. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Lymphfluss: Im Gegensatz zum Blut, das durch das rhythmische Kreislaufgeschehen ständig in Fluss gehalten wird, fehlt dem Lymphsystem die zentrale Pumpe. Der gute Lymphfluss ist daher auf unterstützende Bewegungsimpulse angewiesen. Und hier kommt die Bürstenmassage ins Spiel: Die positiven Wirkungen einer Bürstenmassage – auf Haut, Bindegewebe und Herz-Kreislauf-System, bei Funktionsstörungen innerer Organe, auf Lymph- und Immunsystem sowie Psyche – werden in den Schriften der TEM bezeugt, wurden am Ausgang des 19. Jahrhunderts von Sebastian Kneipp propagiert und sind inzwischen durch klinische Studien belegt.

    Tipp: Gönnen Sie sich eine Bürstenmassage!
    Die Bürstenmassage ist ein einfaches und wohltuendes 10- minütiges Ritual, das sie etwa einmal pro Woche, oder sogar alle zwei bis drei Tage, am Morgen kurz vor dem Duschen durchführen können: Bürsten Sie Ihre Körperteile herzwärts, mit einer weichen Bürste, zum Beispiel mit einer Rosshaarbürste, und duschen Sie danach! Die Grundregel lautet: Von den Extremitäten beginnend immer in Richtung Herz bürsten – unter sanftem Druck und mit rhythmischen, langsamen, gleichförmigen Streichbewegungen!

    • Füße: Vom Fuß zum Unterschenkel, weiter zum Oberschenkel bis zum Po.
    • Arme: Beginnend mit der Hand zum Unterarm, dann vom Unter- zum Oberarm.
    • Bauch: Von der rechten unteren Bauchseite zur linken oberen Seite streichen (mit der Richtung der Darmperistaltik).
    • Brustkorb: Über die Rippenbögen einwärts zur Mitte zum Brustbein.
    • Wenn Sie auch den Rücken bürsten wollen, dann brauchen Sie eine Bürste mit Stiel oder eine assistierende Person.
  • Das Ohr des Judas

    Das Ohr des Judas

    Der Winter ist eine Zeit des Innehaltens und der Ruhe; die Natur zeigt sich von Reif oder Schnee umhüllt. Im Vergleich zu anderen Jahreszeiten findet sich wenig „Sammelgut“. An eine Pilzpfanne zum Jahreswechsel denken wohl die wenigsten der sonst eifrigen Sammler. Im tiefsten Winter lässt sich aber tatsächlich der Pilz, das Ohr des Judas, finden.

    Der Pilz Auricularia auricula-judae ist ein Speise- und Vitalpilz, der durch seine Form an ein Ohr erinnert. Er wächst vorwiegend auf Holunderbäumen und ist über das ganze Jahr zu finden. Im Jänner entwickelt er für gewöhnlich neues Wachstum, sodass dieser Pilz im späten Winter durch seine unverwechselbare Form leicht zu finden ist. Auch wenig Geübte können den Pilz erkennen und ohne Gefahr sammeln, denn giftige Doppelgänger sind nicht bekannt.

    Der Gattungsname Auricularia leitet sich aus dem Lateinischen von „auris, auricula“ – dem Öhrchen ab. Für den Artnamen ist überliefert, dass sich Judas Iskariot nach seinem Verrat an Jesus an einem Holunderstrauch erhängt hatte, auf dem derartige „Ohren“ zu finden waren. Auch der deutsche Name Judasohr geht auf diese Legende zurück.

    Der Pilz wächst als Schwächeparasit und Saprophyt auf alten, anfälligen und absterbenden Ästen, zumeist des Hollers und kommt auf vielen anderen Laubhölzern wie etwa dem Ahorn und der Buche vor. Ungeklärt ist bis dato, weshalb ausgerechnet der Holunder bevorzugt wird. In Zeiten der Dürre trocknet der Schwamm komplett ein. Nach Monaten des Wassermangels nimmt er in regenreichen Perioden wieder Feuchte auf, quillt, wächst weiter und bildet Sporen aus. Aufgrund dieser Eigenschaft lässt sich aus 20 g getrocknetem Pilz ein Gericht für die ganze Familie zaubern.

    Auricularia polytricha hat in der chinesischen Medizin als Mu-Err eine lange Tradition. In der Traditionellen Europäischen Medizin zählt sein Verwandter, das Judasohr, zu den wenigen Pilzen, die in den Kräuterbüchern des Mittelalters zu finden sind. Unter der Bezeichnung Fungus sambuci sind seine Anwendung bei Augen- und Halsentzündungen beschrieben. Er gilt durch seine Wärme- und Feuchtigkeitsqualitäten ausgleichend, ist jedoch selbst kühlend und befeuchtend, also phlegmatischer Natur. Lonicerus schreibt: „Hollunderschwämme löschen und drucken nieder allerley Hitze und Geschwulst“. Er empfiehlt den Pilz in Rosenwasser oder Wein einzuweichen und dann auf den betroffenen Stellen aufzulegen.

    Der Pilz Auricularia hat eine zähfleischige, gallertige Konsistenz mit wenig Eigengeschmack. Er erreicht einen Durchmesser bis zu zehn Zentimeter, seine Farbe ist bräunlich, obwohl eine seltene, weiße Varietät beschrieben wird. Die Ursache für diese Albinovariante ist jedoch unbekannt. Wie alle Vitalpilze ist er aufgrund seines Chitinkörpers schwer verdaulich. Die Inhaltsstoffe lösen sich nur schwer aus dem ganzen Pilz heraus. Er ist daher vor der Verarbeitung in möglichst feine, dünne Streifen zu schneiden. Ist der Schwamm getrocknet, wird er in jeder gewünschten Marinade für ein paar Stunden oder über Nacht eingelegt, damit alle Aromastoffe aufgesogen werden können. Hernach kann er weiter verarbeitet werden. Passend zur kalten Jahreszeit wird er in Eintöpfen gemeinsam mit Rüben, Karotten und nach Bedarf mit etwas Hühnerfleisch zubereitet. Das fehlende Eigenaroma des Judasohr ermöglicht eine Verarbeitung in nahezu jedem Gericht. Muskat, Zimt und besonders Bertram sowie verschiedene flüssige Würzen wie Pilz- oder Austernsauce bestimmen den Geschmack der Speise.

    Dieser Vitalpilz enthält vor allem die typischen Polysaccaride, ebenso Phenole und Adenosin, das für den Effekt auf das Herz-Kreislaufsystem verantwortlich gemacht wird – das Judasohr steigert nachweislich die Produktion von gefäßerweiterndem Stickstoffmonoxid.

    Auricularia wirkt entgiftend und antioxidativ. Gelbgallige Schärfen werden ausgeschieden und eine Kühlung und Befeuchtung erzielt. Der Schwerpunkt liegt dabei im Blutsystem in den Arterien. Patienten mit erhöhtem Blutdruck, Arteriosklerose, Fettstoffwechselstörungen und Infarktrisiko können demnach von der Einnahme profitieren. Tatsächlich zeigt der Pilz in Studien eine ausgeprägt Wirkung auf die Blutgerinnung sowie einen Einfluss auf das rote Blutbild. Dank seiner bereits erwähnten adaptogenen Eigenschaften hilft der Gebrauch sowohl bei Blutungen, wie etwa bei Personen, die an einem Übermaß von blauen Flecken oder ständigem Nasenbluten leiden, als auch bei Patienten, die eine Blutverdünnung benötigen. Die Fließeigenschaften des Blutes werden durch den Einsatz des Pilzes nachweislich verbessert und sind daher von besonderer Bedeutung bei Patienten mit erhöhtem Blutdruck oder Arteriosklerose. Wichtig ist außerdem der Umstand, dass Auricularia die LDL-Werte verbessert und den Blutdruck senkt. Wesentlich, wenn auch nicht so auffallend wie bei anderen Vitalpilzen, ist seine den Blutzucker normalisierende Wirkung, vermutlich durch Beeinflussung der Insulinresistenz. Abgerundet wird der Effekt auf das Herz-Kreislaufsystem durch den Schutz vor oxidativen Stress.

    Das Judasohr wirkt befeuchtend auf trockene Häute und Schleimhäute und ist somit für die kalte Jahreszeit und für die Heizperiode besonders geeignet. Bei Patienten mit grauem Star kann der Pilz ebenfalls gegeben werden, genauso wie bei Neurodermitis oder Hautschäden infolge von Chemotherapie.

    Weitere Untersuchungen weisen auf den regulierenden Einfluss von Auricularia auf das Immunsystem hin, wie zum Beispiel auf die Verbesserung der Bildung von Immunzellen in der Milz. Diese Auswirkung sowie der Gebrauch bei Hämorrhoiden lässt schließen, dass der Pilz besonderen Wert im Bezug auf seine humoralen Effekte, zusätzlich auf schwarzgallige Schärfen sowie die Plethora hat und je nach Konstitution eingesetzt werden kann. Ähnliche Indikationen sind in der TCM beschrieben.

    Der Hollerschwamm ist bei Patienten indiziert, die entsprechende cholerische Krankheitssymptome aufweisen und die zusätzlich zur konstitutionellen eine symptomorientierte Therapie mit Mitteln aus der Natur wünschen. Für all jene, die Vorbeugen wollen, sollte das Ohr des Judas in den Speiseplan eingebaut werden, da eine allgemein vitalisierende und immunsteigernde Wirkung vor allem im Winter von Vorteil ist.

  • Nahrung für die Lunge – Teil 1 Die Zwiebel

    Nahrung für die Lunge – Teil 1 Die Zwiebel

    “Lasst eure Lebensmittel Arznei und eure Arznei Lebensmittel sein.” (Hippokrates)

    Dieses wohlbekannte und oft gehörte Zitat von Hippokrates, dem griechischen Arzt und Begründer der Vier-Säfte-Lehre, ist nach wie vor stimmig. Behalte es im Hinterkopf und lass es dich Mahlzeit für Mahlzeit begleiten.

    Pflege deine Atemwege! Viren werden als Tröpfcheninfektion weitergegeben. Also jemand atmet das Virus aus und jemand anders atmet es gleich wieder ein. Dieses Virus will an der Schleimhaut der Lunge haften bleiben. Dafür muss es eine Schleimhautzelle befallen, um sich vermehren zu können – das gilt es zu verhindern. Die Säfte müssen fließen können. Die Schleimhäute müssen fließfähig sein. Die Atemwege sind besonders vor der Austrocknungen aber auch vor zähem Schleim zu bewahren. Halte sie fließfähig!

    Bestimmte Lebensmittel und Gewürze haben einen direkten Bezug zur Lunge und sorgen für fließfähige Schleimhäute. Angenehmer Nebeneffekt: Sie schmecken einfach wunderbar: Zwiebeln, Birnen, Gerste, Mandeln, Kohlgemüse, Birnen, Butter, Basilikum, Thymian, Kardamom, u.v.m.

    Eine Ode an die Zwiebel!

    oooh du Zwiebel!

    Zwiebeln wirken antibakteriell. Sie helfen bei Entzündungen, gegen Viren und Pilze. Sie steigern die Sekretion und wirken schleimtreibend. Sie fördern die Durchblutung. Zwiebeln befreien Nasennebenhöhlen, Bronchien und Lungen in dem Sie Brust – und Bauchraum erwärmen und kaltes und zähes Phlegma zerteilen.

    Das medizinische Potenzial der Zwiebel ist so hoch, dass selbst die WHO (World Health Organization) sie als Schleimlöser bei Erkältungskrankheiten empfiehlt. Sie ist damit auf einer Linie mit Paracelsus, der bereits davon ausging, dass Zwiebeln so viel wert sind wie eine ganze Apotheke.

    TEM-Tipp: Gib beim Zwiebeldünsten eine Prise Zucker oder etwas Honig dazu.

    Zwiebelgemüse mit Fenchel

    Zwiebeln sind der Klassiker in der Küche. Kaum ein Rezept beginnt nicht, mit dem ersten Schritt. “Zwiebeln glasig dünsten …”

    Viele haben damit bereits ein Problem, da die Pfanne zu heiß ist. Hier ein Tipp. Weniger ist oft mehr: Heize den Topf oder die Pfanne nur auf mittlere Temperatur vor – Je nach Herd wähle Stufe 5-6 statt 10.

    Für das Zwiebelgemüse schneide in der Zwischenzeit die 2 großen Zwiebeln in grobe Streifen (ca. 7-10 mm). Einen Gemüsefenchel vierteln, den Strunk herausschneiden und ebenfalls in breite Streifen schneiden. Etwas Öl und ein Stück Butter in die Pfanne geben und wenn die Butter geschmolzen ist, die Zwiebeln hineingeben. 1-2 Prisen Vanillezucker darüberstreuen und sanft braten. Nach 1-2 Minuten gib den Fenchel dazu, alles verrühren und etwas Wasser oder Kräutertee dazugeben. Zudecken und auf kleiner Flamme – evtl. musst du etwas zurückschalten – dünsten.

    Einstweilen bereite eine würzige Mischung zu. Ich liebe es frisch gemörsert: Langschwanzpfeffer, Fenchelsamen, Majoran und Salz. Diese Gewürzmischung gebe ich zum Gemüse, während es dünstet. Dann noch frische Kräuter hacken.

    Sobald das Gemüse weich ist noch 1-2 EL Obers oder einen Stich Butter zugeben und abschmecken. Mit frisch gehackten Kräutern großzügig dekoriert servieren. Apropos Kräuter – sei großzügig damit. Sie aktivieren die Schleimhäute ganz wunderbar. Doch dazu ein anderes Mal mehr.

    Dieses Rezept ist so großartig abzuwandeln. Beispielsweise mit anderem Gemüse. Nimm statt Fenchel, Karotten, Kraut, Paprika, … und da das Gemüse recht weich ist, streu ein paar geröstete Gewürzmandeln darüber … das bringt Crunch und das notwendige Protein.

    Gewürzmandeln

    Mandeln in einer Pfanne ohne Fett rösten bis, sie duften. Auskühlen lassen. Grob hacken und mit etwas Olivenöl und gemahlenen Gewürzen deiner Wahl bestreuen. Nimm eine Prise Salz, Paprika – durchaus rosenscharfes Paprika Pulver, Kurkuma, Kümmel, … experimentiere einfach quer durch dein Gewürzparadies.

    Lass es dir temperamentvoll schmecken.

    Herzlichst, Michaela Hauptmann
    Link zum Originalbeitrag

  • Gedanken über Märchen als Kraftquelle für den Alltag.

    Gedanken über Märchen als Kraftquelle für den Alltag.

    Von der grantigen Schicksalsfrau und ihrem Geschenk …

    Das Schöne an Märchen ist, dass sie in klaren Bildern schnurstracks auf das Wesentliche eingehen. Genau deshalb werden diese Geschichten seit Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden, erzählt. Natürlich sind sie auch kulturhistorisch interessant, und natürlich haben sie auch einen nostalgischen Charme. Entscheidend aber ist, dass sie grundlegende menschliche Erfahrungen, Ängste und Hoffnungen auf den Punkt bringen.

    Zuallererst wird im Märchen immer ein existenzielles Problem aufgezeigt. Die Heldin oder der Held der Erzählung merkt: So kann es nicht mehr weitergehen! Es muss etwas geschehen. Es gilt eine Lösung zu finden.

    Damit beginnt die eigentliche Geschichte. Nehmen wir eben als Beispiel das Volksmärchen »Von der grantigen Schicksalsfrau«1

    Für alle, die mit österreichischer Mundart nicht so bewandert sind, eines vorweg: Ein Grant ist ein Ärger. Und eine grantige Schicksalsfrau wünscht sich kein Mensch. Aber wenn eine Erzählung schildert, wie man mit einer grantigen Schicksalsfrau umgehen kann, um sie milde und wohlwollend zu stimmen, dann ist das karmisch gesehen eine wirklich brauchbare Geschichte.

    Der Inhalt des Märchens kurz zusammengefasst:

    Eine verarmte Prinzessin erfährt, dass sie offenbar ein »Unglücksrabe« ist. Schlimm genug, dass ihr Leben unter diesem tristen Vorzeichen steht. Offenbar hat sie das Unglück auch schon über ihre Familie gebracht. Schnell entschlossen packt sie ihre Sachen und bricht auf. Zum einen will sie die Familie nicht weiter mit hineinziehen in ihr eigenes Unglück. Zum anderen will sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen und das Ganze zum Glücklichen wenden.

    Dabei muss sie aber schnell feststellen, dass ihre Schicksalsfrau eine bösartige Alte ist, die ihr immer und überall hin folgt. Die wird sie so schnell nicht los, denn die verbitterte Alte ist überhaupt nicht bereit von ihrem »Opfer« abzulassen. So sehr unsere Heldin auch gegen ihre Schicksalsfrau ankämpft: Es hilft alles nichts. Immer wieder setzt sich die Alte durch und macht erbarmungslos klar, wer hier das Sagen hat. Wer selbst schon erfahren hat, wie massiv familiäre Prägungen und Gewohnheiten wirken können, entdeckt in diesem Märchen schnell ein Stück Lebensalltag. Unsere Heldin weiß in ihrer Not schlussendlich nicht mehr aus und ein.

    Da trifft sie am Weg Franziska. Die ist eine einfache Wäscherin. Eine Frau also, die gewohnt ist Tag für Tag vieles sauber zu machen und zu bereinigen. Und – wie so oft im Leben – bringt diese scheinbar unbedeutende Begegnung die Wende. Denn Franziska weiß, wie man mit einer Schicksalsfrau umgeht. Nicht das Aufbegehren und der Kampf helfen weiter. Es gilt die verbitterte Alte milde zu stimmen. Das geschieht freilich nicht von heute auf morgen. Dazu braucht es Geduld und einen langen Atem. In anschaulichen Bildern zeigt das Märchen wie einfühlsam sich unser »Unglücksrabe« um die eigene Schicksalsfrau annimmt. Das bleibt nicht ohne Wirkung. Aus der verhärmten Alten wird nach und nach eine strahlende Schöne.

    Das Märchen setzt aber noch eins drauf:

    Die so verwandelte Schicksalsfrau hat für unsere Heldin ein Geschenk. Auf den ersten Blick steckt hinter dieser vermeintlichen Kostbarkeit eine große Enttäuschung. Ja, die Heldin fragt sich, ob die Schicksalsfrau mit ihr nicht einmal mehr ein böses Spiel treibt. Erst in der Lebenswirklichkeit stellt sich heraus, dass dieses Geschenk das fehlende Stück zu ihrem Glück ist.

    Freilich ist das nur ein Beispiel von vielen Märchen, die die Entwicklung eines Menschen schildern, der unter einer Situation leidet, zu einem Menschen, der gelernt hat mit dem eigenen Schicksal umzugehen und es glücklich zu meistern – ein beeindruckendes Frauenmärchen.

    Ein männliches Pendant ist das Märchen »Vom Burschen, der zur Sonne gegangen ist«**

    Da taumelt einer kraftlos durchs Leben. Ein kleiner Stier, also die wilde Urkraft, regt ihn an, sich aufzumachen, um von der Sonne Kraft für sein Leben zu bekommen. Am Weg gilt es allerdings einiges für Andere zu tun. Sein Glück, dass er sich darauf einlässt. Deshalb hat auch seine Reise Erfolg.

    Immer wieder schildern Märchen die unterschiedlichsten Probleme und Herausforderungen, die sich im Leben ergeben können. So eindringlich Märchen aber auch die missliche Lage ihrer Protagonisten schildern, so fantasievoll und klar deuten sie auch die Wege zur Lösung dieser Probleme an.

    Die Heldinnen und Helden des Märchens zeigen anschaulich auf, dass und wie es gelingen kann über sich hinauszuwachsen. Selbst in den schlimmsten Situationen taucht – oft unverhofft – Hilfe auf und der rettende Weg tut sich auf. Entscheidend ist dabei dass die Heldin oder der Held sich selber treu bleiben.

    Man denke nur an das burgenländische Märchen »Armreich und Schmerzenreich«***. Da lässt die Mutter ihrer eigenen Tochter die Hände abhacken. So entsetzlich das auch ist: Selbst hier findet die Geschichte zu einem glücklichen Ende. Bei aller Grausamkeit zählt vor allem die Botschaft, die zwischen den Zeilen hervorschreit: Wenn ein Mensch in einer derart furchtbaren Situation noch zu einem glücklichen Leben finden kann, dann lohnt es sich – mit Blick auf schwierige Situationen im eigenen Leben – nicht in Selbstmitleid zu verfallen, sondern die Lösung entschlossen anzugehen.

    Natürlich verlangen unterschiedliche Lebenssituationen nach unterschiedlichen Geschichten. Wer fühlt sich nicht hin und wieder geringgeschätzt wie Aschenputtel, oder überfordert, weil jemand meint, man könne und solle Stroh zu Gold spinnen. Auch die Trauer über den Verlust von Familienmitgliedern und Freunden wird im Märchen angesprochen, sei es ganz direkt, wie im steirischen Volksmärchen »Vom Hahnengiggerl« oder bildhaft im Kärntner Zaubermärchen »Vom roten Apfel«.

    Fertige Antworten geben Märchen keine, aber jede Menge Anregungen mit der jeweiligen Situation umzugehen. Deshalb gibt es ja auch diese Fülle von Märchen. Verpackt in archetypischen Bildern und Gestalten werden die unterschiedlichsten Lebenssituationen anschaulich dargestellt. Wie beim Essen heißt es dann selbst zu entdecken was einem schmeckt und gut tut – und was nicht. No na!

    Aber eins gilt wohl für alle Menschen und macht das Wesen dieser Überlieferungen aus:

    Wer Märchen immer wieder einmal auf sich wirken lässt merkt schnell, dass diese Geschichten erstaunliche Kraftquellen eröffnen.

    Dabei geht es natürlich nicht darum aus einer vermeintlich rauen Wirklichkeit in zuckersüße Fantasiewelten zu flüchten, sondern darum, mit geistiger Wendigkeit aus einer reichen Fantasie heraus den Alltag zu gestalten.

    1 Dieses Zaubermärchen ist im Hörbuch »Von einem, der träumte ein Schmetterling zu sein. Oder umgekehrt!?« und auf www.maerchenerzaehler.at unter »Programme« bei »Zum Reinhören« zu hören.

    ** nachzulesen im Band »Das Geschenk der zwölf Monate – Märchen, Bräuche und Rezepte im Jahreskreis«

    *** nachzulesen im Band »Von Drachenfrau und Zauberbäum – Das große österreichische Märchenbuch«