Monat: März 2020

  • Konstitutionsmedizin

    Konstitutionsmedizin

    Autor: Friedemann Garvelmann

    Das Buch „Konstitutionsmedizin“ ist die Quintessenz aus 35 Jahren praktischer therapeutischer Arbeit mit der Konstitutionsmedizin auf humoralmedizinischer Basis. Damit integriert sich das oben im Blog beschriebene System nahtlos in das Denk- und Arbeitsmodell der heute gelehrten und praktizierten TEN / TEM. Die zentrale diagnostische Methode ist dabei die Augen- bzw. Irisdiagnose – mit ausschließlich konstitutionsdiagnostischem Anspruch.

    Neben den wesentlichen irisdiagnostischen Grundlagen werden in diesem Lehr- und Praxisbuch zwanzig Konstitutionen und vier Diathesen auf der Basis ihres zugrunde liegenden „pathophysiologischen Themas“ beschrieben, jeweils mit ihren charakteristischen Krankheits-Manifestationen, sowie ihrer ursächlichen Bedeutung bei der Entstehung und dem Verlauf von Krankheiten. Daraus werden konstitutionstherapeutische Konzepte mit pflanzlichen und potenzierten Arzneimitteln, sowie weiteren TEN/TEM-typischen Methoden entwickelt. Besonders interessant in Hinblick auf die praktische Anwendung ist das hier erstmalig veröffentlichte Schritt-für-Schritt-Programm für die Arbeit mit Patienten: Ausgehend von der gezielten anamnestischen Fragestellung über die Systematik der irisdiagnostischen Analyse und die Verknüpfung mit weiteren Befunden, bis zur Erstellung des individuellen konstitutionstherapeutischen Konzeptes. Ein Buch aus der Praxis für die Praxis.

  • Immunstärkende Heilpflanzen bzw. Pflanzen, die bei Viruserkrankungen helfen können

    Immunstärkende Heilpflanzen bzw. Pflanzen, die bei Viruserkrankungen helfen können

    Von vielen Pflanzen ist auch wissenschaftlich bestätigt eine immunstimulierende Wirkung bekannt. Doch immunstimulierend muss nicht identisch mit antiviraler oder antibakterieller Wirkung sein. Die immunstimulierende Wirkung von Pflanzen ist meist komplex und wirkt fördernd auf mehrere Abwehrmechanismen. Grundsätzlich kann man aber die Anwendung von immunstärkenden Heilpflanzen bei Viruserkrankungen empfehlen.

    Wissenschaftlich erwiesen ist eine immunstärkende Wirkung der folgend beschriebenen Pflanzen:

    • Sonnenhut (Echinacea sp)
    • Färberhülse (Baptisia)
    • Lebensbaum (Thuja)
    • Taigawurzel (Eleutherococcus)

    Anwendung: In Form von Esberitox

    Sonnenhut, purpurfarbener (Echinacea purpurea) oder Sonnenhut, schmalblättriger (Echinacea angustifolia)
    Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Echinaceae radix oder die ganze Pflanze Echinaceae herba.
    Anwendung: Nicht als Tee, da beim Trocknen die Wirkstoffe verloren gehen. Anwendung daher als Fertigpräparat oder als homöopathische Urtinktur. Die Dosierung der Präparate ist dem beiliegenden Beipackzettel zu entnehmen. Sie können sowohl vorbeugend, als auch direkt bei akuten Erkrankungen eingenommen werden. Um vorbeugend gegen Infektanfälligkeit zu wirken, empfiehlt sich die Einnahme von Echinacea D2 in der Dosis 3 mal 5 Globuli täglich über längeren Zeitraum (1 – 2 Monate). Im Akutfall (Influenza) tägl. 3 mal 5 Tropfen Urtinktur.
    Inhaltsstoffe: Das antimikrobielle und entzündungshemmende Prinzip in der Sonnenhutwurzel sind Kaffeesäurederivate wie Cichoriensäure und Echinacosid; daneben ätherische Öle, Flavonoide, die Immunstimulation ist vor allem auf die Polysaccharide zurückzuführen und auf Alkylamide, v.a. Echinacin. Die Wirkung entsteht sicher nur durch die Gesamtheit dieser Inhaltsstoffe.
    Heilwirkung: Die Wirksamkeit des Sonnenhuts beruht vor allem auf einer Anregung des körpereigenen Immunsystems. Echinacea ist zu einem der meist verkauften pflanzlichen Heilmittel geworden. Dennoch wird von manchen Wissenschaftlern der Echinacea jegliche Wirkung abgesprochen, da die Steigerung der Leukozytenzahl und vor allem der Granulozyten und Makrophagen nur bei parenteraler Wirkung im Tierversuch festzustellen ist. Eine Studie am ETH Zürich zeigte nun durch ein In- vitro- Experiment, dass die Alkylamide eine Bindung an die Rezeptoren der Immunzellen haben und damit die Fülle von Reaktionen in diesen ausgelöst wird. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Bildung von Zellen unseres Immunsystems; beispielsweise der Makrophagen, das sind die Fresszellen oder von T-Helferzellen angeregt wird und auch Botenstoffe des Immunsystems wie Interleukin, Interferon und Tumornekrosefaktor werden vermehrt produziert. Dennoch sind noch immer manche Wissenschaftler skeptisch, da ihnen das Studiendesign der bisher erfolgten Studien nicht ausreichend erscheint und Todesfälle in Zusammenhang mit Echinacea- Gaben vermutet werden (mittlerweile wurde bei einem Todesfall geklärt, dass die Ursache ein Leberversagen war). Echinacea ist sicher wirkungsvoll, es sollte aber unbedingt auf mögliche Risiken bzw. Nebenwirkungen und Gegenanzeigen aufmerksam gemacht werden.
    Indikation: Stärkung des Immunsystems bei Anfälligkeit gegenüber Erkältungskrankheiten, vor allem bei beginnender Influenza, zur unterstützenden Behandlung von chronischen Infektionserkrankungen wie Nebenhöhlentzündung, auch Eierstockentzündung und Infekte der Harnwege. Sonnenhutpräparate schließen die gleichzeitige Gabe von Antibiotika nicht aus, diese gemeinsame Anwendung wird sogar empfohlen. Sonnenhutpräparate, auch in Form von Salben können unterstützend bei entzündlichen Hauterkrankungen und schlecht heilenden Wunden eingesetzt werden. Die antivirale Wirkung nützt man gegen Fieberblasen.
    Echinacea sollte sofort nach den ersten Anzeichen einer Infektion genommen werden, womit der Krankheitsverlauf verkürzt werden kann. Auf dem Höhepunkt der Infektion noch Echinacea zu nehmen, bringt nichts.

    Färberhülse (Baptisisa tinctoria)
    Verwendete Pflanzenteile: Wurzeln, Baptisiae radix
    Anwendung: Als Einzelmittel in Form der Urtinktur oder Baptisia D2 bis D6, Kombinationspräparat Esberitox (Baptisia, Thuja, Echinacea)
    Inhaltsstoffe: Polysaccharide, Alkaloide, Isoflavonide, Cumarine, Glykoproteine
    Heilwirkung: Da Baptisia in der Regel als Kombinationspräparat Esberitox verwendet wird, gibt es nur Studien mit diesem. Diese konnten aber zeigen, dass Esberitox im Indikationsgebiet „akute virale Atemwegsinfekte“ gegenüber der Placebokontrolle therapeutisch signifikant überlegen ist.
    Indikation: Esberitox vorbeugend zur Immunstimulation, unterstützend zur Behandlung viraler Infekte wie Grippe, Schnupfen, aber auch Herpes, Gürtelrose, Pfeiffersches Drüsenfieber, etc
    Anmerkung: Baptisia homöopathisch bei viralen Infekten mit einem starken Zerschlagenheitsgefühl und großer Erschöpfung, bei eitriger Angina (kann nichts Festes schlucken)

    Lebensbaum Thuje (Thuja occidentalis)
    Verwendete Pflanzenteile: Blätter und Zweige, Thujae occidentalis herba
    Anwendung: Kombinationspräparat Esberitox, Thujentinktur äußerlich gegen Warzen
    Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl (Ketone wie ?- Pinen, Sabinen, Terpinen, Fenchon, Thujon), Polysaccharide, Glykoproteine
    Wirkung: Die Thuje ist grundsätzlich als giftig einzustufen, wobei Vergiftungen hauptsächlich von Kindern bekannt sind, die Zweige gekaut hatten. Auch bei der missbräuchlichen Anwendung als Abortivum sind Vergiftungen bekannt. Neben dem ätherischen Öl enthält die Thuje auch Polysaccharide. Auf diese ist wissenschaftlich gut untersucht ihre immunstärkende Wirkung zurückzuführen. Man hat herausgefunden, dass die T- Zellbildung (T- Lymphozyten sind wichtige Bausteine des Immunsystems, deren Botenstoffe den B- Lymphozyten die Information zur Bildung der passenden Antikörper liefern) angeregt wird und die Bildung von Interleukin, einem dieser Botenstoffe. Dem ätherischen Öl ist eine starke antivirale Wirkung zuzusprechen, daher kann die Thuje auch äußerlich als Tinktur gegen Warzen eingesetzt werden. Homöopathisch als Einzelmittel nur als Thuja D6 zur Umstimmung bei massivem Warzenbefall oder als Thuja C30 vorbeugend gegen Impfschäden (vor allem Zeckenimpfung)
    Anmerkung: Die Thuje wird in der Regel nicht alleine, sondern in Kombination mit Rotem Sonnenhut (Echinacea purpurea) und der Färberhülse (Baptisa tinctoria), die übrigens allesamt aus Nordamerika stammen, in Form des Fertigpräparates Esberitox in Apotheken angeboten. Dieses Mittel kann schon vorbeugend zur Stärkung des Immunsystems eingenommen werden. Vor allem ist aber der Einsatz bei Viruserkrankungen wie Influenza, Herpes- Infektionen, Gürtelrose, Pfeiffer’schem Drüsenfieber, etc zu empfehlen.

    Taigawurzel (Sibirischer Ginseng, Eleutherococcus senticosus)
    Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Eleutherococci radix.
    Anwendung: Urtinktur
    Inhaltsstoffe: Die Inhaltsstoffe differieren beträchtlich von jenen des Koreanischen Ginseng (deshalb sollte man besser bei dem Namen Taigawurzel bleiben), bei den Eleutherosiden handelt es sich um so unterschiedliche Stoffklassen, die als Eleuthersoid A, B, C, D bezeichnet werden. Für die Wirksamkeit wesentliche Inhaltsstoffe sind Lignane (z. B. Syringasinolglykoside) Phenylpropanderivate (z.B. Syringin), Cumarine, Triterpensaponine und Polysaccharide, besonders Pektine (Polygalakturonane) unterschiedlicher Natur (Phenylpropane, Kumarane, Lignane etc.)
    Heilwirkung: Grundsätzlich kann gesagt werden, dass alle Ginseng-Arten eine adaptogene Wirkung haben. Als Adaptogene bezeichnet man Substanzen, die die Widerstandsfähigkeit des Körpers gegen von außen kommende Belastungen so stärken, dass normale Körperfunktionen nicht beeinträchtigt werden. Als immunstärkendes Mittel ist die Taigawurzel daher vor allem dort zu empfehlen, wo Stress – egal welcher Herkunft – dazu führt, dass man infektanfällig wird. In kontrollierten Doppelblindstudien konnte festgestellt werden, dass Taigawurzelpräparate vor allem die zelluläre Immunität- Makrophagen, T- Helferzellen, natürliche Killerzellen, die imstande sind, virusinfizierte Zellen und Tumorzellen anzugreifen, signifikant vermehren. Zusätzlich wird die humorale Abwehr- Interferone, Interleukine, etc positiv beeinflusst. Eine immunstimmulierende Eigenschaft kann der Taigawurzel daher sicher zugesprochen werden, auch dem amerikanischen Ginseng (Panax quinqefolius), nicht dem Koreanischen Ginseng (Panax ginseng).
    Indikationen: Stressbedingte Erschöpfungszustände, stressbedingte Abwehrschwäche, überhaupt Abwehrschwäche bei Erwachsenen, Rekonvaleszenz. Begleitend zu Chemotherapie, überhaupt bei Krebs.

    Studien zur Immunstimulation
    Einen wesentlichen Beitrag zum immunstimulierenden Effekt liefern die Polysaccharide, sie stärken sowohl die humorale wie auch die zelluläre Immunantwort. Pektine mit einem hohen Galakturonsäureanteil können das Wachstum von Knochenmarkzellen fördern und die Entstehung von Tumormetastasen inhibieren. Auch im Tierversuch an der Maus vermag Eleutherococcus-Extrakt sowohl das zelluläre als auch humorale Immunsystem stimulieren. Die Stimulierung der Lymphozytenproliferation gilt ebenfalls als Hinweis auf immunstimulierende Effekte. In vitro-Untersuchungen an Spenderblut zeigten, dass Extrakte von Eleutherococcus, diese Wirkung erzielen, während kein Effekt von Extrakten des echten Ginseng (Panax ginseng) beobachtet wurden. Bei gesunden Probanden konnte nach 4-wöchiger Einnahme eines Fluidextraktes eine hoch signifikante Zunahme von T-Zellen und natürlichen Killerzellen im Blut festgestellt werden. In einer weiteren Studie an 50 Probanden wurde ein Fluidextrakt aus Eleutherococcus mit einem Frischpflanzenpresssaft aus Echinacea purpurea verglichen. Aus diesen Studiendaten ist zu schließen, dass mit Zubereitungen von Eleutherococcus die zelluläre Immunabwehr und die körperliche Leistungsfähigkeit gesteigert werden können.

  • Ätherische Öle in Zeiten wie diesen

    Ätherische Öle in Zeiten wie diesen

    Die Medizin der alten Zeit benutze die Mittel so, wie sie in der Natur wachsen. Und so kannte die frühe Heilkunst den Einfluss der Riechstoffe auf den Menschen zunächst in Form von Räucherungen, aromatische Öle werden seit fast 5.000 Jahren verwendet. In Europa gilt der französische Parfümhändler und Kosmetikchemiker Rene M. Gattefosse als Begründer der Aromatherapie. Durch die Veröffentlichung seiner Forschungen in seinem Buch „Aromatherapie“ prägte er auch den Begriff dieser Therapieform.

    Die Aromatherapie ist ein Teilbereich der Phytotherapie und beruht auf der systematischen Verwendung von ätherischen (konzentrierten) Ölen, die aus aromatisch riechenden Pflanzenteilen zumeist destilliert werden. Ätherische Öle sind intensiv duftende Vielstoffgemische, die mit Wasser nicht mischbar sind, aber im Wasserdampf flüchtig. Die Zusammensetzung der ätherischen Öle variiert stark je nach Pflanzenmaterial und daher entfalten sich die einzelnen Öle auch in unterschiedlichsten Bereichen des Organismus. Durch ihren unmittelbaren Effekt auf Zentren im Gehirn regulieren sie psychische und physische Vorgänge wie etwa Gedächtnis, Stimmungen und Kreativität. Über das vegetative Nervensystem haben sie Einfluss auf vielfältige Organ- und Stoffwechselfunktionen. Zusätzlich zu den Reaktionen über das Riechen der Duftstoffe entfaltet das ätherische Öl durch seine reichhaltigen Inhaltsstoffe auch pharmakologisch seine starken, aber ausgewogenen Wirkungen. Viele Duftstoffe besitzen die Fähigkeit die Stimmung zu beeinflussen und somit das Wohlbefinden zu verbessern. Dabei können sie sowohl sedierende als auch stimulierend wirken. Menschen, die an stressbedingten Krankheiten leiden erfahren Erleichterung ihrer Beschwerden durch die entspannenden Eigenschaften der ätherischen Öle und ihrer speziellen Anwendungsmethoden. Viele ätherische Öle besitzen darüber hinaus eine starke antimikrobielle Wirkung vor allem auf Viren, Bakterien und Pilze.

    Vorschläge zu ätherischen Ölmischungen, die uns in dieser Zeit gut begleiten und unterstützen könnten:

    Ätherische Ölmischung zur Reinigung der Raumluft, auch immunstimulierend

    • 1 ml Lavendel
    • 1 ml Ravintsara
    • 3 ml Zitrone
    • 5 ml Bergamotte

    Die Öle werden gemischt. 5 ml der Mischung können in 45 g 96% Ethanol in einer Sprühflasche gemischt und als Raumspray verwendet werden. Alternativ kann die Ölmischung in einem Aromastreamer verwendet werden, der den Duft gut über den Raum verteilt. Neben einer Wirkung zur Reinigung der Raumluft ist die Mischung aufgrund seiner Öle auch zur Steigerung der Immunabwehr geeignet. Lavendel wird zu Recht als Allheilmittel gesehen. Das Öl weist antiseptische und entzündungshemmende Wirkungen auf und unterstützt die Zellregeneration und Heilung. Seine krampflösende, entspannende und beruhigende Wirkung hilft dem Körper bei Erkältungskrankheiten.

    Ravintsara wird in Madagaskar angepflanzt und dort zur Immunstimulation, aber auch bei akuten Erkrankungen aufgrund seiner antibakteriellen, antiviralen und schleimlösenden Wirkung verwendet.

    Zitronenöl ist durch seine starke antiseptische Wirkung charakterisiert. In manchen Krankenhäusern wird das Öl folglich zur Keimreduktion genutzt. Durch seinen Duft wirkt das Öl anregend und konzentrationsfördernd und muntert niedergeschlagene Gemüter auf.

    Bergamotte hat wie alle Zitrusdüfte eine stimmungsaufhellende Wirkung, ist angstlösend und ausgleichend. Des Weiteren wirkt es antiseptisch und antiviral. Aufgrund seiner fiebersenkenden Eigenschaften wurde das Bergamotteöl früher bei Malaria genutzt.

    Aromaöl zur Erleichterung des tiefen Durchatmens

    • 2 ml Cajeput
    • 2 ml Zeder
    • 2 ml Douglasie

    Die Öle werden gemischt. Die Anwendung erfolgt tropfenweise auf einem Stofftaschentuch, in einem Aromastreamer oder zur Herstellung eines Brustöls. Hierfür werden maximal 3-5% der Mischung mit Jojobaöl gemischt oder in eine neutrale Salbengrundlage eingearbeitet.

    Traumzeit und Glück

    • 4 ml Orange
    • 1 ml Bergamotte
    • 2 ml Rose 2%
    • 2 ml Vanille

    Die Öle werden gemischt. Die Anwendung erfolgt tropfenweise auf einem Stofftaschentuch oder in einem Aromastreamer. Fein ist die Mischung auch als Vollbad: Hierfür werden 10-15 Tropfen mit etwas Milch vermengt und dem Badewasser zugesetzt. Wer keine Wanne hat oder lieber duscht fügt 200 ml duftfreiem Duschdas 30-50 Tropfen der Mischung bei.

    Gelassen im Stress – „Wenn das Chaos auszubrechen droht“

    • 3 Tr. Zeder
    • 3 Tr. Lavendel
    • 2 Tr. Geranie
    • 4 Tr. Petit-grain

    Die Öle werden gemischt. Die Anwendung erfolgt in der Duftlampe oder in einem Aromastreamer.

    Powerpack – „Wenn die Energie noch nötig ist, aber fehlt“

    • 3 Tr. Rosmarin
    • 3 Tr. Ingwer (oder ein Zitrusduft)
    • 3 Tr. Wacholder
    • 1 Tr. Pfefferminze

    Die Öle werden gemischt. Die Anwendung erfolgt in der Duftlampe oder in einem Aromastreamer.

    Literatur:
    Marion Romer: Aromatherapie für die ganze Familie, Hirzel Verlag, 2007
    Monika Werner: Ätherische Öle, Gräfe und Unzer Verlag, 1999

  • Wildkräuterküche des Frühjahres in der Traditionell Europäischen Medizin

    Wildkräuterküche des Frühjahres in der Traditionell Europäischen Medizin

    Die Traditionell Europäische Medizin kennt keine für jeden gültige Ernährungsform, jedoch richtet sie sich unter anderem nach dem Jahreszyklus. Jene Lebensmittel also, die aktuell im Garten und der Umgebung wachsen, gelten demnach als gesund. Im Übergang von Winter zu Frühling sind die Vorräte aufgebraucht, frisch Angebautes ist noch nicht verfügbar. Traditionell haben sich die Menschen folglich in Feld, Wald und Wiese bedient.

    Das Wort „Unkraut“ leitet sich von mhd. „unkrut“ ab und bezeichnet vom Menschen nicht verwertbare Pflanzen. Dabei haben selbst die alten Germanen die Unkräuter im Frühling als erste Nahrung herangezogen und so deren Kraft genutzt. Was vor einer oder zwei Generationen noch gängig war, ist heute, wenn nicht vergessen, doch nicht mehr üblich: Die Wildkräuterküche des Frühjahres.

    Die ersten jungen Pflanzentriebe des Frühjahrs können bereits geerntet werden und bieten Pflanzenkraft mit wertvollen Inhaltsstoffen. Knospen enthalten Stammzellen die regenerierend auf den Organismus wirken. Besonders schmackhafte Knospen sind jene der Brombeere und der Linde. Brombeerknospen schmecken aromatisch nach Beeren. Sie sind ein gutes Tonikum. Sie stärken das Atemsystem und verbessern die Sauerstoffversorgung des Blutes. Lindenknospen haben ein Aroma nach jungen Erbsen. Sie haben eine steigernde Wirkung auf das Immunsystem und sind gut blutreinigend. Vor allem aber vertreiben die Lindenknospen die Winterdepression und stellen den Körper auf Frühling ein. Die Triebspitzen des Wacholders sind stark blutreinigend und haben eine desinfizierende Wirkung auf die ableitenden Harnwege. Ein besonders würziges Aroma entfalten sie, wenn sie kurz in der Pfanne geröstet werden.

    Auch die jungen Pflanzentriebe der Unkräuter sprießen schon da und dort aus dem Boden. Diese Pflänzchen eignen sich für eine Frühjahrskur. Bärlauch wirkt verdauungsfördernd und ist für seine entgiftende Wirkung auf Schwermetalle bekannt. Sauerampfer enthält viel Vitamin C und zählt zu den blutreinigenden Pflanzen. Löwenzahn ist eine Pflanze, die Verdauungssäfte anregt und das Gänseblümchen unterstützt die Niere. Birkenblätter wirken harntreibend. In fast jeder Frühjahrskur ist auch Brennnessel enthalten, die gleichfalls eine entwässernde Wirkung hat, darüber hinaus auch Mineralstoffe und Eisen enthält. Die jungen Blätter dieser Pflanzen eignen sich frisch als Salat oder als 7-Kräutersuppe. Meine Kinder freuen sich jedes Jahr auf das grüne Kartoffelpüree: Zuerst werden die Kräuter gesammelt und dann gemeinsam verkocht. Und so gilt: Vom Garten in die Töpfe.

    Brombeerknospenschokolade

    1-2 Hand voll frische Brombeerknospen
    80g Kakaobutter
    20 g Kakao
    20 g Honig
    30 g Haselnussmus
    30 g Mandelmus

    Die Kakaobutter bei niedriger Temperatur schmelzen. In ein schmales hohes Gefäß überführen und Kakao und Honig ergänzen. Mit dem Pürierstab rasch durchrühren. Anschließend die Muse zugeben und nochmals pürieren. Die Knospen werden untergehoben und in eine Schokoladenform gegossen. Alternativ kann die Masse auf eine Dauerbackfolie gestrichen werden. Am besten im Tiefkühler fest werden lassen. Durch die frischen Knospen ist die Schokolade nicht lagerbar. Rasch verbrauchen.

    Grünes Kartoffelpüree

    1,5 kg festkochende Erdäpfel
    2 große Zwiebel
    Öl
    2 Knoblauchzehen
    2 Hand voll junge Brennnesselblätter und Triebspitzen
    1-2 Hand voll Giersch
    2 Hand voll gemischte Kräuter: Vogelmiere, Löwenzahn, Spitzwegerich, Schafgarbe, Sauerampfer, Birkenblättchen, Gänseblümchen…
    Ca. 300 ml Schlagobers und Milch gemischt

    Kartoffeln werden in Schale weichgekocht. Die Zwiebel werden geschält, geschnitten und in Öl angedünstet. Der Knoblauch wird klein gehackt und dem Zwiebel zugegeben und kurz angeschwitzt. Anschließend werden die grob gehackten Kräuter hinzugegeben und gerade erwärmt.

    Die Kartoffeln werden geschält, zerdrückt und mit Milch und Sahne zu einem Püree verarbeitet. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Die Kräutermischung wird untergezogen und sofort serviert.

    Wildspargelragout

    1 kleine Zwiebel
    1 EL natives Kokosöl
    1 Hand voll Wildspargel wie Hopfensprossen oder Waldgeißbartschösslinge.
    etwas gemischte Gemüsewürze
    gemischte Kräuter (Dost, Petersilie, Ysop und Zitronenthymian)
    Cashewnüsse
    Sahne (Schlagobers oder Cashewnussmus)

    Für das Ragout Zwiebel in Kokosöl anrösten. Den Wildspargel in 3 cm lange Stücke schneiden und mit der Würze dünsten. Zum Verfeinern mit etwas Sahne und den gehackten Kräutern würzen. Wer vegan lebt, ersetzt das Schlagobers durch Cashewnussmus. Dazu passt hervorragend: Selbstgemachte Nudeln und frischer gerösteter Spargel.

  • Gemmomazerate zur Steigerung der Immunabwehr

    Gemmomazerate zur Steigerung der Immunabwehr

    Wir sind uns zumeist nicht bewusst, dass wir Menschen aus mindestens so vielen Bakterien bestehen wie aus Zellen. Die Omnipräsenz der Keime ganz allgemein gesprochen, wird uns zumeist erst bewusst, wenn diese unangenehm oder gar lebenseinschränkend werden. Um unserer Milieu zu schützen oder wenigstens zu stärken bietet die Natur Pflanzenkraft in Form von Stammzellen.

    Die Knospen der schwarzen Johannisbeere haben einen anregenden Effekt auf den gesamten Organismus und wirken gleichzeitig auch regulierend auf Teile des Hormon-, Immun-, und Kreislaufsystems. Die Wirkung wird durch eine erhöhte Ausschüttung der Nebennierenhormone hervorgerufen, wodurch das Gemmomazerat entzündungshemmende Eigenschaften aufweist und das Immunsystem stimuliert. Das Mittel wird bei Entzündungen empfohlen wie Infekten und Schmerzen, Entzündungen des Respirationstrakts, des Bewegungsapparats oder bei Allergien.

    Die Knospen des Schwarzen Holunders regen Immun- und Stoffwechselsystem an. Durch seine zusätzlich ausgeprägte Wirkung auf die Schleimhäute unterstützt die Knospe auch gut bei Erkrankungen der Atemwege und allgemeinen Infekten. Das Gemmomazerat hat auch fiebersenkende Eigenschaften.

    Das Gemmomazerat der Hundsrose ist nicht nur ein großartiges Mittel in der Kinderheilkunde. Die Knospe stärkt ebenfalls das Immunsystem und hat eine bemerkenswerte antivirale und antibakterielle Wirkung. Außerdem wirkt es anregend auf die Nebennieren und erhöht so die körpereigene Cortisolausschüttung. Häufig wird das Mazerat daher bei viralen Infekten angewendet aber auch bei Schmerzzuständen, die mit Krämpfen einhergehen.

    Bei einer Mischung aus zwei dieser Knospen verstärken sich diese in deren Wirkung. Liegt ein Schwerpunkt der Erkrankung zusätzlich im Lungenbereich ist die Ergänzung mit dem Gemmomazerat der Hasel sinnvoll. Die Knospen der Hasel stärken das Bindegewebe innerhalb der Lungen und wirken außerdem als Drainagemittel. Daher wird die Hasel bei chronischen Lungenerkrankungen eingesetzt.

    Die Voraussetzung für eine Stimulation des Immunsystems und für die Anregung der Selbstheilungskräfte ist die Grundversorgung mit jenen Vitaminen und Mineralstoffen, die für eine gesunde Funktion von Immunsystem und Stoffwechsel verantwortlich sind. Keine Kraft der Knospe kann daher eine gesunde ausgewogene Ernährung ersetzen.

  • Gewöhnliche Hasel (Corylus Avellana)

    Gewöhnliche Hasel (Corylus Avellana)

    Die Hasel, auch Haselstrauch genannt, gehört zu den Sträuchern, die jeder kennt. Dies ist nicht nur dem Umstand zu verdanken, dass ihre Früchte, die Haselnüsse, so herrlich schmecken und für unsere Vorfahren von der frühen Steinzeit an eines der wichtigsten Nahrungsmittel waren. Sondern auch deswegen, weil wir in jungen Jahren aus seinen einjährigen, geraden Schösslingen Pfeile und aus den stärkeren Stämmchen Bogen basteln konnten. Die Hasel lädt Kinder regelrecht dazu ein durch ihr Blattdickicht streifend in die abenteuerliche Welt der Indianer, Riesen und Feen einzutauchen.

    Allerdings sind die Haselsträucher nicht nur für uns Menschen wichtig. Ebenfalls sind sie für Flora und Fauna von unschätzbarer Bedeutung. Die Hasel selbst stellt außerordentlich wenige Ansprüche an Boden und Klima, sie ist in hohem Masse resistent gegenüber Luft- und Bodenverschmutzung und treibt problemlos nach vollständigem Rückschnitt wieder aus. Sie ist eine wichtige Bodenverbesserin. Ihr leicht zersetzbares Laub ist nährstoffreich und alkalisiert den Boden. Schutz und Nahrung bietet sie auch unseren gefiederten Freunden. Knospen, Blüten, Früchte sowie verschiedene auf der Hasel lebende Raupen und andere Insekten bieten ihnen durchs ganze Jahr hindurch Nahrung. Seit je her gilt die Hasel als Glücksbringerin und durfte in keinem Garten fehlen. Gerade in unserer Zeit wo die Artenvielfalt der Vögel und Insekten dramatisch am Sinken ist, sollten wir uns auf diese alte Gepflogenheit zurückbesinnen und einen Mensch und Tier beglückenden Haselstrauch in unseren Garten setzen!

    Wirkung des Haselknospen-Gemmomazerats
    Das Haselnuss-Gemmomazerat wirkt allgemein stärkend auf den gesamten Organismus. Chronische Lungenerkrankungen, wie z.B. Asthma, chronische Bronchitiden erfahren durch dieses Mazerat eine Besserung. Ebenfalls hilft es das Blut und die Lymphe in Fluss zu halten und findet bei Krampfadern und schweren Beinen Verwendung. Seine blutaufbauende Wirkung kommt bei Anämie zum Einsatz, ganz besonders bei Kindern. Auch ist eine entzündungshemmende Wirkung zu beobachten. Entzündungen im Respirations- und Verdauungssystem profitieren am meisten davon. Eine beruhigende, ausgleichende Wirkung auf Psyche und Nerven ist ebenfalls vergesellschaftet.

    Eine Knospe mit Affinität zu den verborgenen Kräften
    Das Haselknospen-Gemmomazerat eignet sich sehr für Menschen die sich von Erdstrahlen, Mondeinfluss und Elektrosmog negativ beeinflusst fühlen. Es stärkt die natürlichen Schilder dieser Menschen und macht sie weniger durchlässig.

    Beliebte Kombinationen mit anderen Gemmomazeraten:

    • bei chronischem Asthma oder spastischer Bronchitis: Haselstrauch + Schwarze Johannisbeere + Wolliger Schneeball
    • bei Anämie: Haselstrauch + Heckenrose + Roter Hartriegel
    • bei Magenschleimhautentzündungen: Haselstrauch + Feigenbaum

    Dosierung des Gemmomazerats Haselstrauch:

    • Erwachsene:
      3 x täglich 15 Tropfen in etwas Wasser geben, einnehmen und gut einspeicheln, im Akutfall alle 1-2 Stunden.
    • Kinder unter 6 Jahren:
      3-5 Tropfen in etwas Wasser 2-3 x täglich, im Akutfall alle zwei Stunden 3 Tropfen (max. 24 Tropfen pro Tag).
    • Kinder/Jugendliche zwischen 6 und 12 Jahren:
      5-8 Tropfen in etwas Wasser 2-3 x täglich, im Akutfall alle zwei Stunden 5 Tropfen (max. 60 Tropfen pro Tag).
  • Bertram (Anacyclus pyrethrum Linné)

    Bertram (Anacyclus pyrethrum Linné)

    Bertram gilt in der HVB-Heilkunde als Universalheilmittel. Die pulverisierte Wurzel kann praktisch in jeder Mahlzeit in kleinen Mengen eingenommen werden. Hauptbestandteile sind 42 verschiedene ÄÖ wie Mono- und Sesquiterpene mit bis zu ca. 20% Campher, Cineol, Pinen und Caryophylen. Diese wirken sowohl antiviral, antibakteriell, antimykotisch und entzündungshemmend als auch antiseptisch, desinfizierend. Zusammen mit Galgant sorgen ihre Inhaltsstoffe in bedeutendem Maße für gute Stimmung, eine gute Verdauung und guten Umgang mit Stress. Die Wirkung auf das autonome Nervensystem hatte HVB bereits erkannt und betont, wie wichtig ihre stabilisierende Wirkung auf den Körper auf allen Ebenen ist.

    Zitat: „ Wenn der Mensch isst und trinkt, lenkt ein im Menschen angelegtes Meridiansystem (vitales tractus rationalitatis) den Geschmacks- und Duftstoff zum Gehirn, fördert seine gute Durchwärmung zusammen mit der Durchblutung von allen anderen Organen wie Herz, Leber und Lunge, die ebenfalls diese Feinstoffe und Duftstoffe aufnehmen, um davon ernährt zu werden“.

    Seine Krebs hemmenden Eigenschaften durch einen großen Anteil an Inulin wirken immunisierend auf Killerzellen. Für Diabetes II Patienten ist Bertram Pulver empfehlenswert, weil es dabei unterstützen kann Insulinresistenz zu beseitigen. Bertram wirkt u.a. schleimlösend, astringierend, entzündungshemmend, antioxidativ, enthält Spurenelemente wie Zink, Mangan, Kupfer, Natrium, Kalium, Kalzium und Silizium, was gut ist für Haut, Haar, Nägel und Bindegewebe. Klinische Studien haben nachgewiesen, dass Bertram wirksam gegen Malaria, Aids und Ebola ist.

    Pelargonien-Mischpulver mit einem Anteil an Bertram Pulver ist als Grippeprophylaxe bei Schnupfen, Husten, Darm-Grippe bekannt und geschätzt, kann dazu beitragen Herz-Schmerzen und Kopfschmerzen zu lindern.

    RP. PELARGONIENMISCHPULVER
    Nimm Kranichschnabel (Geranium anglicum) und weniger Bertram als vom Kranichschnabel und ebenso Muskatnuss weniger als von Bertram, mache es zu einem Pulver und mische es zusammen. Viele Apotheken stellen dieses Pulver inzwischen selbst her.

    Zitat: Wighard Strehlow: „Die Hildegard- Heilschätze“, 2018 Knaur Menssana Verlag

    Blogtext © judithwieser.com

  • Gemmotherapie – Knospen in der Naturheilkunde

    Gemmotherapie – Knospen in der Naturheilkunde

    In der Gemmotherapie wird das Kostbarste und Lebendigste jeder Pflanze verwendet, um es den Menschen zur Verfügung stellen zu können: die Knospen und andere Pflanzengewebe, die sich in hoher Zellteilungsaktivität befinden. Das lateinische Wort „gemma“ bedeutet „Knospe“ aber auch „Edelstein“, „Juwel“. In Knospen ist demnach das Edelste der Pflanze enthalten – ihr Lebensplan.

    Es geht in der Gemmotherapie um das pflanzliche Embryonalgewebe, das vor allem in Knospen, Sprossen, Keimlingen und innerer Rinde zu finden ist. Das Potential dieses Gewebes, wofür die Knospe im konkreten wie auch im übertragenen Sinne steht, manifestiert sich in der ausgezeichneten Heil- und Regenerationskraft der entsprechenden flüssigen Auszüge der sogenannten Gemmomazerate. Diese Kraft wird sinnbildlich durch das Aufbrechen einer Knospe oder den Durchbruch eines jungen Pflanzentriebs durch den Asphalt erfahrbar. Knospen entstehen, ruhen und treiben aus. Der Zyklus einer Knospe verbindet Frühling, Sommer, Herbst und Winter und lässt den Menschen am Jahreskreis teilhaben. Das Leben eines Baumes und eines Strauches ist ein Werden und Vergehen, Wachsen und Streben, eine Welt von Samen, aufbrechenden Knospen, von Saft und Holz, wachsenden und fallenden Blättern. Bäume und Sträucher bieten Insekten, Vögeln, Pilzen und vielen anderen Lebewesen Nahrung und Schutz. Und ihre Wurzeln greifen tief in die Ahnenwelt, wo das Wasser des Lebens sorgsam gehütet wird. Mit der Gemmotherapie eröffnet sich uns eine neue Form, die alte Baumheilkunde zu leben und weiterzuentwickeln. Bäume richten ihre Aufmerksamkeit durch die Wurzeln auf den Boden und sind tief verankert und verbunden mit Mutter Erde. Über ihre Blätter und Äste kommunizieren sie mit der Luft und dem Himmel. Die Bewegung der Bäume und der Sträucher sind abhängig von Licht, Wind und Regen. Sie wenden sich der Sonne, dem Mond und allen Sternen zu. Oft haben Bäume ein hohes Alter und strahlen Größe, Ehre und Weisheit aus. Seit Menschengedenken sind wir bei ihnen willkommen-sie scheinen uns zu rufen, wir mögen zu ihnen kommen.

    Bäume sind des Menschen große Brüder, ihre Freunde, Begleiter und Vertraute. Ebenso wie sie im Boden wurzeln, stehen wir mit beiden Füßen auf der Erde. Und wie sie ihre Äste in die Luft hinausstrecken und dem Himmel entgegenwachsen stehen wir aufrecht und recken unseren Kopf in die Höhe. Sie wandeln unser ausgeatmetes Kohlenstoffdioxid in Sauerstoff um und ermöglichen uns damit das Leben. Wir sind stofflich und energetisch mit ihnen verbunden. Auch die Menschen in unserem Kulturkreis lebten vormals über Jahrtausende hinweg in tiefer Verbundenheit mit den Bäumen und Sträuchern ihrer Umgebung. Die Verehrung der Bäume als nahe Verwandte prägt das Leben und die Heilkunde aller indigenen Völker. Entnommen aus dem Buch Gemmotherapie, Knospen in der Naturheilkunde

    Mehr dazu lesen sie in unserem Buchtipp „Gemmotherapie, Knospen in der Naturheilkunde“

  • Bitterstoffe im Frühling

    Bitterstoffe im Frühling

    Bitterstoffe im Frühling sind eine besonders wertvolle Begleitarznei in Fastenkuren, Darmreinigungen, bei Entschlackungs- und Entgiftungsprozessen, zu frisch aufflammenden Frühlingsgefühlen und der Lust, nach dem „Winterschlaf“ in Bewegung zu kommen. Dass sie das ganze Jahr über in kleinen Mengen Großes bewirken können, kommt langsam wieder zur Geltung.

    Wenn es um Bitteres geht, denkt man an Galle und Leber oder Ungenießbares, das lange auf der Zunge bemerkbar bleibt. Man denkt dabei kaum an Hormone und Bauchspeicheldrüse oder Magen und Darm. Und doch sind alle hier aufgezählten Organe daran beteiligt, dem Körper zu optimalen Funktionen zu verhelfen oder diese bei zu behalten.

    Die sogenannten AMARA verschiedenster Art hatten in vergangener Zeit einen festen Platz in der Ernährung, in der Therapie, im Lebensplan. Heute findet man sie noch in der Hausapotheke, als schnelle „Verdauungshilfe“ im Anschluss an ein schweres Essen. Meist unwillig eingenommen.

    Bitterstoffe aus heimischen Pflanzen dienen der Reinigung von Schleimhäuten, der Verdauung und Optimierung des Aufbaues der Darmflora, der besseren Aufnahme von Vitaminen. Sie mobilisieren Abwehrkräfte, reinigen das Blut, aktivieren die Entsäuerung, ergeben einen natürlichen „Fatburner“ als Appetitregulatoren, wirken durchblutungsfördernd und sorgen für eine stabile Funktionstüchtigkeit aller Organe.

    Europa beheimatet einige sehr kraftvolle und äußerst bittere Drogen, die in Form von Pulver, Muttertinktur, Presslingen, Kapseln oder Tee´s erhältlich sind. Z.B.: Gentiana lutea, die Enzianwurz, Centaurium erythraea, das Tausendguldenkraut oder Acorus calamus, die Kalmuswurz, um 3 verschiedene zu nennen.

    Aufmerksam machen möchte ich auf die Löwenzahnwurzel, Taraxacum officinale. Sie enthält u.a. Taraxacin (Bitterstoff mit Sesquiterpenlaktonstruktur), Vitamine, Cholin, Inulin, Saponine, Gerbstoffe, Flavonoide und einen hohen Anteil an Kalium. Stellen wir kurz einen Zusammenhang dieser Inhaltsstoffe her mit weiteren Körperaktivierungen, so kann gesagt werden, dass LÖWENZAHN ein Frühjahrsmittel von enormer Wirkkraft ist: Verdauungshilfe (optimierte Darmtätigkeit), Leberreinigung (unterstützend), Stärkung der Nebennierenrinde (geistig/spirituelle Entwicklung).

    Zubereitungsformen: Die ganze Pflanze mit Wurzel vor der Blüte (planta tota) in Salaten, Suppen etc.. Die Wurzel getrocknet und pulverisiert 3 x ½ Teelöffel täglich unter die Zunge oder in Marinaden und auf Salaten, als Muttertinktur (bei Phytopharma Ternberg) in etwas Wasser wird sie den unterschiedlichen Zubereitungs- und Verträglichkeitsmöglichkeiten gerecht.

  • Die zwei Säulen der Diagnostik und Therapie

    Die zwei Säulen der Diagnostik und Therapie

    Meist sind es konkrete Beschwerden bzw. eine aktuelle Krankheitssituation, die einen Patienten veranlassen, sich in Behandlung zu begeben. Sie/er erhofft sich Linderung und optimaler Weise Heilung von genau diesen Beschwerden. Diese Intention des Patienten unterscheidet nur unwesentlich bei einem konventionellen Mediziner oder einem TEM-Therapeuten. Ein entscheidender Unterschied liegt aber darin, dass Patienten eines TEM-Therapeuten meist bereits einen erfolglosen Behandlungsweg durch verschiedene Fachrichtungen hinter sich haben.

    In dieser Situation reicht es nicht, nur die Methodik der Therapie zu verändern. Solche Fälle erfolgreich behandeln zu können, setzt voraus, ein völlig anderes Denk- und Arbeitsmodell für die Diagnostik und Therapie zugrunde zu legen – eben das der TEM. Ein Kernelement der TEM ist die Erkenntnis, dass Krankheiten weder temporäre Einzelereignisse, noch lokal begrenzte Phänomene sind. Krankheit ist stets ein systemisches Geschehen, dh., es betrifft immer den Gesamtorganismus auf allen Ebenen – auch wenn sich das Krankheitsgeschehen lokal begrenzt manifestiert. Jeder Mensch hat individuell „Stark- oder Schwachpunkte“, die gesundheitliche Stabilität bzw. Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten bedingen. Und er verfügt über individuelle Aktions- und Reaktionsmuster, die seine gesamten Lebensprozesse in Gesund- und Krankheit maßgeblich prägen. Hierfür wird in der TEM der zusammenfassende Begriff „Konstitution“ verwendet, aus dem sich in der TEM eine komplexe ‚Konstitutionsmedizin‘ entwickelt hat, mit spezifischer Diagnostik und darauf aufbauender Konstitutionstherapie. Der Konstitution eines Menschen liegen genetische Faktoren zugrunde, die epigenetisch individualisiert sind. Mit der Analyse der konstitutionellen Situation eröffnen sich praktisch umsetzbare Möglichkeiten, die systemische Pathophysiologie bei der Entstehung, dem Verlauf und der Überwindung von Krankheiten zu verstehen und therapeutisch zu beeinflussen. Die Konstitutionsanalyse liefert vor allem bei der Behandlung chronischer Erkrankungen häufig die entscheidenden Informationen für das effiziente Therapiekonzept. Die wichtigste Methode der Konstitutionsdiagnostik (und ausschließlich hierfür!) ist die Iris- oder Augendiagnose.

    Die Arbeit mit Kranken in der TEM steht somit auf zwei „Grundpfeilern“ bzw. „Säulen“:

    • Diagnostik der aktuellen Krankheitssituation (Pathophysiologie und Organpathologie)
      Daraus wird der symptom- bzw. indikationsorientierte Zweig der Therapie abgeleitet
    • Diagnostik der konstitutionellen Situation (humorale Langzeit-Pathophysiologie)
      Daraus wird der konstitutionsorientierte Zweig der Therapie abgeleitet)

    Die „Stärke’“ dieser beiden Grundpfeiler variiert, der Krankheitssituation entsprechend, sehr stark: Bei akuten Krankheiten liegt der Schwerpunkt auf der symptomorientierten ‚Säule‘ (wobei auch hier so gut wie immer auch konstitutionelle Aspekte eine Rolle spielen – zumindest bei Überwindung und Regeneration). Bei chronischen Krankheiten liegt der Schwerpunkt von Diagnostik und Therapie klar auf der konstitutionellen Situation. Dieses „Säulenmodell“ ist allerdings vorwiegend als gedanklich-konzeptionelles Konstrukt zu verstehen. In der praktischen Anwendung wird deutlich, dass die Trennung zwischen „symptomorientiert“ und „konstitutionsorientiert“ nicht sehr streng ist, weil fast alle Verfahren und Mittel der TEM sowohl die eine als auch die andere Wirkungsrichtung repräsentieren – auch wieder mit unterschiedlichen Schwerpunkten. In meiner therapeutischen Arbeit bin ich als Autor dieser Zeilen zu dem Ergebnis gekommen, dass die Konstitutionsmedizin ohne Übertreibung zu den „Kronjuwelen“ der TEM gezählt werden muss.