Kategorie: Rezepte

  • Pastinake – „die Germanenwurzel“

    Pastinake – „die Germanenwurzel“

    Die Pastinake – einst als „Germanenwurzel“ bekannt – war lange Zeit ein Grundnahrungsmittel in Europa, bis sie im 17./18. Jahrhundert von der Kartoffel verdrängt wurde. Jetzt feiert sie ihr verdientes Comeback in den Küchen, und das zur besten Jahreszeit! Besonders im Herbst und Winter, wenn der Körper nach wärmenden und nährenden Speisen verlangt, ist die Pastinake ein echter Geheimtipp.
    Dieses uralte Wurzelgemüse hat nicht nur einen intensiven, süßlich-würzigen Geschmack, sondern ist auch aus Sicht der Traditionellen Europäischen Medizin (TEM) ein wahres Kraftpaket.

    Sie wirkt besonders stärkend auf den Darm, unterstützt die Leber und fördert das Phlegma – ein wunderbarer Ausgleich, wenn Kälte und Feuchtigkeit im Winter den Körper belasten. Sie stärkt die Darmflora, regt die Verdauung an und hat sogar entzündungshemmende Eigenschaften, die das Immunsystem unterstützen.

    Durch langes Garen und die Kombination mit Gewürzen wie Thymian, Ingwer, Zitrone und Fenchel entfaltet die Pastinake ihre ganze Kraft und wird besonders bekömmlich. Perfekt für die kalte Jahreszeit! Sie lässt sich vielseitig einsetzen: Ob als Püree, in Eintöpfen, Gulasch oder gebraten – die Pastinake bringt mit ihrem süßlich-würzigen Aroma nicht nur Abwechslung auf den Teller, sondern auch wertvolle Nährstoffe.

    Und das Beste: Die Pastinake eignet sich für alle Altersgruppen – ausgenommen den geschwächten Phlegmatiker – und sorgt mit ihrer speziellen Zusammensetzung aus Kohlenhydraten und Aminosäuren dafür, dass selbst die Kleinen gut versorgt sind. Dieses Wintergemüse wärmt von innen und ist ein wahres Geschenk für Körper und Seele in den kalten Monaten.

    Lauwarmer Pastinakensalat:
    Zutaten; 1 Zwiebel, 2 Karotten, 2–3 Pastinaken, Butter, Gemüsebrühe, Salz, Zimt, Kurkuma, Schabzigerklee, Olivenöl, Verjus, Honig, Schwarzkümmelsamen, geröstete Nüsse, Kerne oder Samen, Kräuter, rosa Pfefferbeeren
    Zwiebel hacken, Karotten und Pastinaken grob raffeln und in etwas Butter und Gemüsebrühe weich dünsten, mit Salz, Zimt, Kurkuma und Schabzigerklee würzen. Mit einer Marinade aus Öl, Verjus und Honig vermischen und zugedeckt ca. 20 Minuten ziehen lassen. Lauwarm mit gerösteten Nüssen, Kräutern und rosa Pfefferbeeren servieren.

    Tipp: Wie unterscheidet man die Pastinake von der Peterwurzel? Nun, die Wurzel der Petersilie hat einen anderen Blattansatz. Merk dir diese Eselsbrücke: Du ziiiiiiiehst an der Petersiiiiiilie. Der Blattansatz ist aus der Petersilienwurzel herausgezogen. Bei der Pastinake sitzen die Blätter hingegen in einer kleinen Mulde.

    TEM-Steckbrief der Pastinakenwurzel
    Element: Luft
    Qualitäten-Mischung feucht 2–3 & warm 2–3
    Geschmack süßlich und würzig, bei zu langer Lagerung auch etwas bitter
    Wirkung: stärkt die Darmflora, stützt Phlegma, Leber, Immunsystem, entzündungshemmend, appetitanregend, nährend

    Text zur Verfügung gestellt: Ing. Michaela Hauptmann, Aus dem Buch: Temperamentvoll essen – Ernährung nach der Traditionellen Europäischen Medizin, erschienen im Ennsthaler Verlag

  • Bittersalate … mal öfters auf den Speiseplan setzen

    Bittersalate … mal öfters auf den Speiseplan setzen

    Gebratener Bittersalat

    Zutaten für 2 Personen
    1 kleinen Radicchio oder 2-3 Chicorée, Olivenöl, 3-4 Marillen oder 1-2 Pfirsiche, 1 Knoblauchzehe, Essig, Salz, Zucker, Senf, 1 Handvoll Nüsse, 2-3 TL Granatapfelkerne, etwas Rucola, Feta oder Ziegenkäse

    Salat in Streifen schneiden, Obst in Stücke schneiden und in etwas Olivenöl mit klein gehacktem Knoblauch sanft braten, mit Essig, Salz, Senf und Zucker abschmecken. Mit Nüssen und Granatapfelkernen bestreuen und mit Feta und frischem Rucola servieren.

    TEM-Steckbrief Bittersalate

    • Element Erde
    • Qualitäten-Mischung kalt 1–2 & trocken 1–2
    • Geschmack bitter, herb, manchmal etwas scharf
    • Wirkung magen- und leberstärkend, kühlend

    Zur Gattung Cichorium zählen die als Bittersalate geschätzten Sorten Wegwarte, Endivie, Zuckerhut, Radicchio und Chicorée. Doch nicht nur die Blätter, auch die Wurzeln, speziell jene der Wegwarte, finden Verwendung. Deren Wurzel wird als magenfreundlicher, koffeinfreier Kaffee-Ersatz – Zichorienkaffee – angeboten. Bittersalate sollten regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Ihr bitterer Geschmack bringt Leber und Verdauung wieder ins Gleichgewicht. Er fördert die Schleimhautsekretion und dadurch auch den Speichelfluss. Auch die Produktion von Magensaft wird angekurbelt, dies fördert die Verdauung. Bittersalate regen den Stoffwechsel und Appetit an und mindern die Lust auf Süßes. Um durch den sekundär befeuchtenden Effekt nicht auszukühlen, ist es besonders für kalte und schwache Mägen wichtig, die Bittersalate zu erhitzen und kräftig mit Essig, Knoblauch und Olivenöl zu temperieren. Das oftmals empfohlene Wässern von Bittersalaten ist nicht notwendig. In den modernen Salatzüchtungen wurden bereits viele Bitterstoffe eliminiert. Es reicht, den Salat gründlich zu waschen und trocken zu schleudern. Den Strunk und die derben Blattrippen kann man, muss man aber nicht entfernen.

    Aus meinem Buch: „Temperamentvoll essen“, Ennsthaler Verlag.

  • Der Apfel-Sauerkrautsalat

    Der Apfel-Sauerkrautsalat

    Dieses Rezept passt super für die kommende Zeit, wo alle draußen grillen!

    Zutaten für 2 Portionen:
    1 kleine rote Zwiebel
    1 großer Apfel
    ½ Bio-Zitrone
    200 g Sauerkraut
    1–2 EL Hanfsamen
    1–2 EL Hanföl
    Pfeffer
    1 Prise Zucker
    Kümmel

    Die Zwiebel fein hacken, den Apfel entkernen, raspeln und mit dem Abrieb und Saft der halben Zitrone, Hanföl sowie dem Sauerkraut vermischen. Mit Pfeffer, Zucker und Kümmel abschmecken. Den Salat etwa eine Stunde durchziehen lassen – gerne auch länger – und danach noch einmal kräftig abschmecken.

    Dieser Salat ist eine erfrischende Idee für ein sommerliches Grillfest und kann wunderbar schon einen Tag vorher zubereitet werden.
    Rezept aus meinem Blubber Buch 🙂
    Blubbern für die Lebensgeister – Fermentieren für mehr Vitalität und einen frohen Darm, erschienen im Ennsthaler Verlag

  • Risotto des kleinen Mannes

    Risotto des kleinen Mannes

    TEM-Rezept mit Haferflocken

    Hafer hat zahlreiche Gesundheitsaspekte. Wir von InstiTEM waren von einer historischen, pikanten und vor allem auch kostengünstigen Zubereitungsart aus alten Kochbüchern angetan. Wir wünschen Dir guten Appetit mit diesem einfach-raffinierten Gericht…

    Gesunde Haferflocken – ein unbeschriebenes Blatt
    Haferflocken in der Küche bestechen durch zahlreiche Benefits: glutenarm, perfekt zum Abnehmen durch ein ideales Kohlenhydrat-Profil und voller wegen der beta-Glucane. Studien belegen nämlich, dass diese beta-Glucane den Blutzucker regulieren, das Sättigungsgefühl verbessern, die Darmgesundheit positiv beeinflussen, das Immunsystem aktivieren sowie den Cholesterinspiegel im Blut senken helfen. Kein Wunder, dass Hafer im Jahre 2017 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt wurde… Aus der Warte der TEM ist noch wichtig, dass Hafer bei der Verstoffwechselung trocknend wirkt und daher gerade im Winter gegen übermäßiges Phlegma (Verschleimung) wirkt. Heutzutage werden Haferflocken freilich großteils nur süß gegessen – mit Zimt und Zucker, in Muffins oder als gesundes Frühstück mit Früchten. Das schmeckt sicherlich gut aber ist doch ein wenig Schmalspur, denn Haferflocken sind ideal für ein schnelles und herzhaftes Mittag- oder Abendessen. Die historischen Kochbücher der TEM und Klostermedizin sind voller genialer Rezepte: für einen herzhaften „Haferbrei“ oder „Habermuas“, wie das Gericht im deutschen Sprachraum heißt; oder als „Porridge“, wie das Rezept im schottischen Hochland und angelsächsischen Sprachraum genannt wird.

    Haferbrei & Porridge – herzhafte Variationen
    Die herzhaften Haferflocken gehören in vielen Ländern zum Standardrepertoire – so etwa auch in Süd- und Osteuropa –, weil sie quasi jeden Geschmack annehmen und man die Haferflocken mit nahezu jedem Gemüse und fast allen Gewürzen perfekt kombinieren kann. Nach nur fünf Minuten Schnippeln und maximal zehn Minuten Kochzeit steht ein einfaches, günstiges Gericht der TEM-Gesundheitsküche auf dem Tisch – mit Radicchio, Rote Rüben, Pilze, Zucchini etc.

    Der InstiTEM-Tipp:
    Wenn Du wissen willst, mit welchen Zutaten Du das „TEM-Hafer-Risotto“ gemäß der der vier Temperamente und Elemente auf die Jahreszeiten oder Stoffwechseltypen abstimmen kannst – etwa Zucchini für den Choleriker oder im Sommer – dann empfehlen wir Dir folgenden Kurs:

    Das InstiTEM-Rezept
    Zutaten:

    • 100 g zarte Haferflocken
    • 300 ml Gemüsebrühe
    • 1 kleine Zwiebel
    • 150 g frisches, tiefgefrorenes oder eingelegtes Gemüse
    • 1 TL getrocknete Kräuter, etwa Oregano oder Basilikum
    • Öl zum Anbraten
    • Parmesan oder einen anderen lokalen Hartkäse
    • etwas Butter

    Zubereitung:

    • Zwiebeln klein hacken und alles andere Gemüse in bissgroße Stücke schneiden
    • Zwiebel in Öl anschwitzen
    • Gemüse hinzugeben und alles für etwa fünf Minuten auf mittlerer Hitze andünsten
    • Haferflocken und Brühe dazugeben, aufkochen lassen und alles noch fünf Minuten auf niedriger Hitze sanft garen
    • ständig umrühren, damit der Porridge nicht anbrennt
    • zum Schluss geriebenen Hartkäse drüber geben, Butter hinzufügen und kräftig unterrühren und kurz rasten lassen
  • Schnelle Hirsepfanne mit Gewürzmandel und Fenchel

    Schnelle Hirsepfanne mit Gewürzmandel und Fenchel

    Zutaten (4 Portionen):
    150 g Hirse, 300-450 ml Gemüsesuppe, 40 g Rosinen,
    1 Apfel, 1–2 kleine Karotten, 1-2 Fenchelknollen, 1–2 EL Butter,
    8 EL Mandeln + Gewürzmischung: (1 Msp. Muskat, frisch gemahlen, ½ Langer Pfeffer, gemörsert, je ½ TL Kurkuma, Salz und 1-2 TL Honig)
    Für oben drüber: gemischte frische Kräuter, Fenchelgrün, Zitronensaft

    Hirse gründlich waschen, mit der doppelten bis dreifachen Menge Gemüsesuppe und den Rosinen aufkochen und gar ziehen lassen.
    In der Zwischenzeit Apfel entkernen und in Spalten schneiden. Fenchel vierteln und den Strunk herausschneiden. Apfelspalten, Karotten und Fenchel in Scheiben schneiden und in einer Pfanne mit etwas Butter und Wasser bei mittlerer Hitze weich dünsten.
    In einer weiteren Pfanne Mandeln unter Beobachtung trocken rösten, bis sie duften. Vom Herd nehmen, grob hacken und mit der Gewürzmischung vermischen.
    Wenn die Hirse weich ist, mit dem Gemüse auf Tellern anrichten und mit den Würzmandeln und gehacktem Fenchelgrün sowie Kräutern bestreuen.
    Mit frischem Zitronensaft beträufeln und servieren.

    Das haben Karotten, Fenchel, Mandeln, Hirse, Kurkuma und Rosinen aus Sicht der TEM für dieses sanguinische Rezept zu bieten

    • Karotten unterstützen die Hirnfunktion und stärken das Phlegma.
    • Fenchel öffnet, erwärmt und stärkt Leber, Milz, Brust, Hirn und Nieren.
    • Hirse kühlt und trocknet, stützt die Nerven.
    • Mandeln wirken befeuchtend und besänftigend.
    • Kurkuma reinigt Blut und Leber und stimuliert die Spiritus.
    • Rosinen verbessern das Phlegma
    • Sie schmecken

    Quelle: Temperamentvoll essen – Ernährung nach der traditionellen Europäischen Medizin

  • Herbst-Tipps für ein starkes Immunsystem

    Herbst-Tipps für ein starkes Immunsystem

    Rote Früchte & Küchenfeuer!

    Der Herbst ist da und es wird Zeit, das Immunsystem zu stärken. Die TEM bietet hierfür alltagstaugliche Mittel: Nutze die Heilkraft von roten Wildfrüchten, eines Kräuter-Elixiers und genieße besondere Herbst-Rezepte…

    Immunstärkung im Herbst: Dreimal Rote Früchte und ein Elixier

    Wie kann man das Immunsystem im Herbst mit Kräutern und Heilpflanzen stärken?

    Nichts einfacher als das: Drei rote Wildfrüchte warten auf Dich:

    • Die Eberesche, auch als Vogelbeere bekannt, hat kleine, kugelrunde Früchte in kleinen Bündeln an Zweigen. Besonders wohlschmeckend sind die Früchte der Mährischen Eberesche, mit ihren vielfach gefiederten Blättern. Bereite Dir aus den Früchten Marmelade, Sirup, Mus und Sauce und verwende diese für Kuchen oder als Topping für Desserts, Müslis und Joghurt.
    • Eine weitere immunstärkende Wildpflanze ist der Weißdorn. Für kulinarische Zwecke solltest Du die Weißdornfrüchte erst nach dem ersten Frost ernten, denn dann sind sie richtig süß und wohlschmeckend. Bereite Dir daraus Püree (Kerne durch ein feines Sieb entfernen) und verwende dieses als Füllung oder Topping für Crêpes, Pfannkuchen oder Muffins.
    • Eine der bekanntesten Wildfrüchte des Herbsts ist die Hagebutte – die Frucht verschiedener wilder Rosenarten. Entferne die Kerne vor dem Verzehr und verarbeite die Früchte zu Marmelade, Pulver, Ketchup oder Suppe.
    • Jedem Temperament, was es benötigt

    Falls Du einen arbeitsreichen Herbst vor Dir und keine Zeit für Wildpflanzen hast, empfehlen wir Dir unsere Immuno-Weintinktur, für die wir Rosenwurz, Tragant, Angelika, Meisterwurz, Alant, Ingwer, Zimt, Anis in bestem roten Medizinalwein angesetzt haben. Die Tinktur kannst du bequem im InstiTEM-Webshop kaufen!

    Ernährungstipps im Herbst:
    Welche Lebensmittel sind gut für die Stärkung des Immunsystems im Herbst?

    Lass Dich von Deinem Gusto leiten und halte Dich an folgende Strategien:

    • Falls Du gerne frühstückst, ist es im Herbst besonders gesundheitsfördernd, auf rohes Obst, Brot und Semmeln zu verzichten und zu einem gekochten Frühstück zu greifen. Wir empfehlen Dir „Porrdige“ – oder „Habermus“, wie man früher dazu gesagt hat. Wenn Du am Morgen zeitlich unter Druck bist, hilft Dir Deine Bettdecke beim Kochen, während Du noch im Bad bist. Lies hier, wie das geht!
    • Für ein gesundes Essen im Herbst solltest Du abends Rohkost zurückfahren, Brotmahlzeiten reduzieren und Dir regelmäßig einen Schmortopf zubereiten. Hier eine Anregung, wie Du ein eigenes Herbst-Rezept komponieren kannst.
  • Ernährungstipp: Mit Wohlfühl-Ernährung Kraft tanken

    Ernährungstipp: Mit Wohlfühl-Ernährung Kraft tanken

    Erschöpfung, Müdigkeit – keine Kraft? Das sogenannte Fatigue Syndrom zieht nicht bloß bei Long-Covid betroffenen Kreise. Müde, schlapp und kraftlos – diese Eigenschaften sind immer wieder Thema. Wir fühlen uns ausgepowert. Stress und Überarbeitung saugen an unserer Lebenskraft. Sie fressen Ressourcen – was tun wir? Essen wir jetzt das richtige? Wie schaut unsere Ernährung gerade jetzt aus?
    Essen wird zur Nebensache. Wir geben nach. Dabei gibt uns gerade Nahrung die tägliche Energie. Rein wissenschaftlich betrachtet wird jedem Lebensmittel ein Energielevel zu geschrieben. Kalorien/Kilojoule sind die Einheiten, die die Energie der Lebensmittel mathematisch berechnen. Doch in der TEM wissen wir, dass das Wissen dieser berechneten Maßeinheiten alleine nicht ausreicht. Essen hat weit mehr zu bieten. Die Bekömmlichkeit und Verdauung stehen im Mittelpunkt. Wenn wir müde und schlapp sind, dann rückt die Verträglichkeit unserer Mahlzeiten noch mehr in den Fokus. Denn gerade in Zeiten von physischer und psychischer Belastung ist unsere Verdauung hochsensibel.

    Apropos Verdauung. Woran denkst du bei Verdauung

    Vor kurzem habe ich diese Frage auch bei einem Vortrag gestellt. Es hat mich ehrlich gesagt nicht verwundert, dass die meisten sofort an Stuhl und Harn gedacht haben. Und wie wars bei dir Hast du auch zuerst an den Inhalt deiner Kloschüssel gedacht
    Tja, bei Verdauung denken wohl 90% der Menschen daran. Ist ja nicht ganz verkehrt, bei Verdauung an die Ausscheidung zu denken – doch die Ausscheidung ist letztlich nur ein wichtiges Zeichen, wie die Verdauung abläuft.
    In der TEM sehen wir die Verdauung von einem ganz anderen Blickwinkel. Es geht mehr darum, wie man das, was man ißt auch bis in die letzte Zelle seines Körpers aufnehmen kann. Alle wertvollen Inhaltsstoffe sollen von Kopf bis Fuß an den richtigen Ort kommen, um unsere Lebenskraft in Schwung zu halten.

    Die Qualität in unserer Zelle

    Die Vier-Temperamenteküche hat den Anspruch, aus unserem täglichen Essen bestmöglich Energie und Lebenskraft zu gewinnen, um gesund und vital zu sein. Das bringt natürlich auch mit sich, dass wir hochwertige Lebensmittel verwenden und diese so zubereiten, dass wir sie auch gut aufnehmen können.
    Die alte Medizin war da schlau. Sie nannte die Verdauung nicht Verdauung, sondern Coctio – also Kochung. Sie wussten um die Qualität von gekochtem Essen. Gekochtes Essen betrachtete man als “vorverdaut”. Man macht es dem Körper viel einfacher mit gekochtem Essen.
    Stell dir deinen Magen als Kochtopf vor. Ist er gut aufgewärmt, kommt der Inhalt viel früher ins Brodeln und du brauchst weniger Zeit und Strom. Genauso ist es auch, wenn du deinem Körper gekochtes Essen gönnst. Du ersparst deinem Magen – gerade in Zeiten massiver Belastung – und deinem gesamten Körper wertvolle Energie. Energie, die du ganz notwendig brauchst, um wieder fit zu sein.
    Doch gerade, wenn wir kraftlos sind, nehmen wir uns selten Zeit für uns selbst zu kochen. Ein schiefer Kreislauf beginnt. Jetzt ist dir sicher klarer geworden, dass du nun nicht bloß auf ein fertiges Weckerl, einen Schokokeks, zu einem Butterbrot, … greifst. Doch wie kann man da ausbrechen Welche Alternativen gibt es, um in herausfordernden Zeiten dennoch für sich gut zu sorgen?

    Sei vorbereitet, wenn die Kraft nachlässt

    Ich weiß, nicht jeder kocht so gerne wie ich. Für mich bedeutet Kochen Entspannung. Es hat was Meditatives zu schneiden, zu rühren, zu backen. In Töpfe und Pfannen zu schauen, wo es munter vor sich hin köchelt, macht mir einfach Freude.

    Doch auch ich habe Zeiten, wo ich einfach keine Lust habe und auch keine Zeit finde frisch zu kochen. Genau dann kommt Mealprep ins Spiel. Als ich am Vorabend zu dem Vortrag, düste, von dem ich vorhin erzählt habe, wusste ich genau, dass ich keine Zeit haben werde, um dort zu Abend zu essen. Kurzerhand erwärmte ich mir eine Kürbiscremesuppe, füllte sie in einen Behälter und als ich ankam, hatte ich ein wärmendes angenehmes Abendessen bei der Hand – ja ich hätte auch im Supermarkt eine Käsesemmel kaufen können … aber die hätte mir ganz sicher nicht so gutgetan. Und die Zeit war die gleiche.

    Rezept: schnelle KÜRBISSUPPE MIT MANDELN
    Zutaten (4 Portionen):
    200 bis 300 g geschälter Kürbis, 1 Scheibe frischer Ingwer, 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 80 g Mandeln, 400 g Gemüsesuppe, 1 Prise Chili, Salz, Pfeffer, Zitronensaft

    Kürbis, Ingwer, Zwiebel und Knoblauch in Würfel schneiden und mit den Mandeln in der Gemüsesuppe weichkochen. Suppe pürieren und mit Chilipulver, Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft abschmecken. Mit frischen Kräutern verfeinert gleich genießen oder heiß in saubere Schraubgläser einfüllen und im Kühlschrank aufbewahren.

    Suppen wie diese sind ein gutes Beispiel – ich liebe sie, auch schon zum Frühstück. Suppe oder ein Gemüseeintopf ist immer eine willkommene Mahlzeit. Mit dabei habe ich auch immer eine Portion Eiweiß, meist koche ich Nüsse oder Hülsenfrüchte gleich mit und je nach Lust und Laune werden sie püriert oder es bleibt stückig. Abgefüllt in Gläsern, habe ich so immer mein Soulfood im Kühlschrank parat. Das ist eine Möglichkeit von vielen. Was heute neumodisch Mealprep heißt, war immer schon als Essensplanung bekannt und notwendig. Heute hat man das “verlernt” – irgendwie schade, und so wird Kochen oftmals als Belastung gesehen.
    Insofern bin ich total happy, dass ich auch einen Beitrag zu einem wichtigen Thema leisten konnte und, dass ich es dir hier auch gleich zur Verfügung stellen kann. Als Absolventin und Teammitglied der Akademie für integrative Ernährung durfte ich an einem wunderbaren Gemeinschaftsprojekt teilnehmen – einem E-Book, in dem es unter anderem eben vieles rund um Essensplanung geht und feine Rezepte gibt. Mein Highlight sind die Kraftsuppen – nicht umsonst heißen sie so. Sie geben Kraft und Energie und lassen sich super vorbereiten und aufbewahren.

    Temperamentvolle Grüße!
    Schön, dass Du da bist, auf dich achtest und dich nährst!

    Michi

    Quelle: https://www.michaelahauptmann.com/mit-guter-ernaehrung-kraft-tanken/

  • Feuerküche erfrischend anders

    Feuerküche erfrischend anders

    Macht es Sinn im Sommer zu grillen?
    Gleich vorneweg! Die Traditionelle Europäische Medizin, die auf der Jahrtausende alten Säftelehre basiert, hat da so ihre Bedenken – aber, das soll uns den Spaß nicht verderben.

    Ein paar kleine Korrekturen und schon wird aus trockenem Grillgut, ein köstlich erfrischendes Mahl. In der Hitze des Sommers ist es für unseren Körper wichtig, genug Flüssigkeit und Feuchtigkeit zu sich zu nehmen, die der Körper auch gut behalten kann und eine ausgewogene Balance zu finden.

    Erfrischend und wohltuend sind vor allem viele Gemüsesorten wie Zucchini, Melanzani, Paprika, Radieschen, Spinat, Mangold und eine Vielzahl von (Bitter)Blattsalaten – und davon gibt es jetzt wirklich reichlich. Beim Obst solltest du vor allem zu Beeren und Weichseln greifen, aber auch zu Kirschen, Marillen, Pfirsichen und Nektarinen. Einige Lebensmittel haben eine kühlende Wirkung.

    Dazu gehören Gurken, Tomaten, Avocado, Sprossen, Algen, Zitrusfrüchte und Melonen. Zu den eher kühlenden Getreidesorten zählen Gerste, Weizen und Buchweizen. Auch viele Hülsenfrüchte wie Kichererbsen sind im Sommer gut geeignet, aber achte besonders jetzt auf eine blähungshemmende Zubereitung und würze mit Kümmel, Bohnenkraut und ähnlichem.

    Huhn, Ente, Kaninchen und alles aus dem Wasser wie Fisch, Muscheln, Calamari, Tintenfisch, Flusskrebs, Krabben und Kaviar – das sind alles tolle Optionen. Auch Milchprodukte wie Joghurt, saure Milch, Buttermilch und Topfen – mit Ingwer, Pfeffer, Kräutern, Salz, Honig und so weiter gewürzt – sorgen für eine angenehme Erfrischung. Vergiss nicht auch Salzgurken, eingelegtes Gemüse, bittere Salate und Kräuter zu verwenden. Sie erfrischen und belasten den Magen nicht zu sehr.

    Bevor wir zu den erfrischend köstlichen Grillrezepten kommen, hier ein paar Grilltipps für dich:

    • Denk daran, dass Grillen eigentlich Kochen im Freien ist! Auch wenn viele gerne über offenem Feuer grillen, wird immer häufiger die indirekte Grillmethode angewendet. Dabei wird das Grillgut nicht direkt über dem Feuer platziert, sondern daneben. Dadurch wird das Essen nicht zu heiß und trocknet auch nicht so schnell aus. Weiterer Vorteil: der Garpunkt lässt sich besser kontrollieren. Ein echter Gewinn für unsere Körpersäfte und den Geschmack.
    • Verwende Gewürze, Rubs und Marinaden nach dem Grillen. Beim direkten Grillen verbrennen die Gewürze oft durch die Hitze, was schade ist. Lass das Grillgut stattdessen in den Gewürzen ziehen – zum Beispiel beim perfekten Steak.
    • Vermeide die Verwendung von Aluminiumgrilltassen. Sie eignen sich höchstens als Distanz, um zum Beispiel eine Pfanne nicht direkt auf den Grillrost zustellen.
    • Gemüse oder die beliebten Ofenkartoffeln zuerst in Backpapier und dann erst in Alufolie einwickeln. So vermeidest du den direkten Kontakt zwischen Aluminium und dem Essen.

    Gefüllte Paprika

    2 mehlige Kartoffeln, 400 g Spinat-TK oder frisch, 6 Knoblauchzehen, 1 Zwiebel, 2 EL Olivenöl, 250 g Feta, 2 EL Sonnenblumenkerne, 2 TL Majoran Blättchen, 1-2 Spritzer Zitronensaft, frisch gepresst, Pfeffer, Salz, 2-3 Prisen Muskatnuss, 3 rote große Paprika,

    Kartoffeln weich kochen. Spinat mit feingehacktem Knoblauch und Zwiebeln in einer Pfanne mit Olivenöl dünsten und auskühlen lassen. Gekochte Kartoffeln zerdrücken und mit zerbröseltem Feta und den Sonnenblumenkernen unter den Spinat mischen. Mit Majoran, frisch gepresstem Zitronensaft, Pfeffer, Salz und Muskatnuss abschmecken. Den Stiel der Paprika mit einem spitzen Messer herausschneiden. Die Kerne mit einem Löffel herauskratzen. Paprika mit der Spinatmasse füllen. Den Stiel wieder hineindrücken. Paprika von allen Seiten bei starker Hitze grillen, bis die Haut teilweise schwarz wird. Gegrillte Paprika für ca. 15 Minuten in ein geschlossenes Gefäß geben oder mit einem feuchten Geschirrtuch zudecken. Dann lässt sich die Haut leicht abziehen und die Paprika können serviert werden.

    Gegrillter Obstsalat mit Milchreis

    6 Portionen: Eine Ananas, 3 Pfirsiche, 2 Handvoll Kirschen oder Beeren, 1 Zitrone, 1 EL Holunderblütensirup, 1 Bund Melisse
    Ananas in 2 cm dicke Scheiben, Pfirsiche halbieren und entkernen. Ananasscheiben von beiden Seiten und Pfirsiche und die Zitrone mit der Kernseite nach unten grillen. Melisse Blättchen in feine Streifen schneiden. Kirschen und Erdbeeren mit dem Saft der gegrillten Zitronen, Melisse Blättchen und Holunderblütensirup marinieren.
    200 g Rundkornreis, 1 L Mandelmilch, 80-100 g Zucker, 1-2 Msp. Kardamompulver und etwas Salz unter ständigem Rühren kochen. Gegen Ende von der Herdplatte ziehen und 10-15 Minuten ziehen lassen. 1-2 EL Mandelsplitter ohne Fett anrösten. Milchreis mit den gegrillten Ananasscheiben, Pfirsichen und den marinierten Kirschen anrichten und mit den gerösteten Mandelsplitter dekorieren.

    Am Ende ist es wichtig, den Grillabend zu genießen. Das Beste am Grillen ist letztendlich die gemeinsame Zeit und das Zusammensein mit Familie und Freunden!

    Ich wünsche Euch viel Spaß mit der erfrischenden Feuerküche!

    Herzlichst,
    Eure Michi

  • Wie dir Salat bei Einschlafstörungen helfen kann

    Wie dir Salat bei Einschlafstörungen helfen kann

    (inkl. 1 köstlichen Rezept)

    Gartensalat mit dem beruhigenden Saft
    Eine Schüssel frischer, knackiger, grüner Salat, mit Joghurt- oder italienischem Dressing, ist ein weit verbreitetes leichtes Abendessen – doch dieser vermeintlich “leichte” Salat kann dir am Abend ganz schön schwer im Magen liegen und deine Träume stören – doch noch krasser:

    Knackiger Salat verhindert deinen wohligen Schlaf. Kein Wunder, das vor allem Frauen an Einschlafstörungen leiden. Die alte Medizin hat da einen anderen Blickwinkel. …
    Findet man Gartensalat bzw. Kopfsalat in alten Kochbüchern, so wurde dieser gekocht, gebraten oder gedünstet – und niemals roh verzehrt. Der Wiener Kochsalat, ein traditionelles Gericht, das gern zu Tafelspitz (ein spezielles Stück vom Rind, das gekocht wird) – oder als rein vegetarisches Gericht zu gekochten Eiern – serviert wird, erinnert an diese Salattradition.
    Auch Hildegard von Bingen fand schon, dass »unzubereiteter Salat zu nichts tauglich war und das Gehirn leer macht und den Verdauungstrakt mit Krankheitsmaterie füllt.«

    Einschlafstörungen … wenn wir älter werden
    Tatsächlich soll die rohe Salatzubereitung, wie wir sie heute lieben, auf einen besonders kreativen Leibarzt eines Papstes zurückgehen. Nun ist frischer Salat an einem sonnigen, warmen Tag absolut nichts Verwerfliches. Salat ist sehr gut als sommerliche Vorspeise geeignet, um erst mal zu befeuchten und den Durst zu stillen. Sofern deine Verdauung damit gut zurechtkommt, ist das herrlich erfrischend. Doch abends und wenn wir älter sind – wenn das Verdauungssystem in den Ruhemodus zurückschaltet –, ist roher Salat keine so gute Wahl, sondern eher eine Belastung. Als Suppe oder Kochsalat ist er wesentlich wohltuender.

    Eine Wohltat für den Schlaf – nervenberuhigend
    Für welche Zubereitungsvariante du dich auch entscheidest, verwende frisch geernteten Freilandsalat, der im natürlichen Sonnenlicht gewachsen ist und bei dem beim Anschnitt ein weißlich-milchiger Saft austritt. So kann der fragile Salat seine Wirkung voll entfalten, nämlich den Stoffwechselprozess bei der Reinigung unterstützen, kühlen, befeuchten und die Nerven beruhigen.
    Diese nervenberuhigende Wirkung kann man bei Einschlafstörungen und Gedächtnisschwäche nutzen – am besten als beruhigende Suppe zum Abendessen. Sie stellt auch kaum eine Belastung für das Verdauungssystem dar. Temperiere die Suppe je nach Jahreszeit und Konstitution mit Essig, Senf, Pfeffer, Minze, Thymian, Rosmarin, Rucola, Estragon, Kresse, Basilikum und stets einer Prise Zucker.
    Wie du siehst, kannst du diese bekömmliche Suppe variantenreich abschmecken und voll und ganz auf dich anpassen.

    Rezepttipp: Kopfsalatsuppe … für einen guten Schlaf
    Kopfsalat – noch besser Endiviensalat waschen, schleudern und in feine Streifen schneiden. Zwiebeln in Butter anschwitzen, mit etwas Buchweizenmehl stauben, mit klarer Gemüsesuppe aufgießen und kurz aufkochen, dann ca. zehn Minuten simmern lassen und mit Zitronenabrieb, -saft, Salz, Pfeffer, Kurkuma, Galgant, Thymian und einer Prise Zucker würzen. Salatstreifen in die Suppe geben, pürieren, abschmecken und sofort servieren. Nach Wunsch mit einem weichgekochten Ei, etwas Joghurt, gerösteten Nüssen, gekochten Kartoffeln als Einlage servieren.
    Wohl bekomm´s und Gute Nacht ?

     

    TEM-Steckbrief

    Bilder Quelle: aus “Temperamentvoll Essen” mit dem Ennsthaler Verlag

    Tipps aus meinem Buch: Temperamentvoll Essen – Ernährung nach der Traditionellen Europäischen Medizin

    Temperamentvolle Grüße
    Schön, dass du da bist, für dich sorgst und dich nährst!

    Michi

  • Quitten… so herrlich erquickend

    Quitten… so herrlich erquickend

    Gekocht ist die Quitte einfach wunderbar – für die Verdauung und noch einiges mehr.
    Bereits die alten Griechen verehrten die Quitte. Als Frucht der Aphrodite galt sie einst als Symbol für Liebe, Glück und Fruchtbarkeit. Welch schöner Grund, um öfter von Quittemus zu kosten!

    TEM-Wirkung der Quitte:
    Quitten stärken den Magen und das Herz. Sie erfrischen und kühlen – sowohl Choleriker als auch Phlegmatiker profitieren von den wunderbaren Eigenschaften der Quitte.

    Quitte nach dem Aderlass:
    Sowohl Apfel- als auch Birnenquitten vereinen die Wirkungen von Apfel und Birne. Auch Hildegard von Bingen schätzte die herausragenden Eigenschaften der Quitte. Sie empfiehlt Quittenkompott und -mus besonders nach dem Aderlass – einer mittelalterlichen Art, sich der überschwänglichen Säfte zu reinigen. Die Methode des Aderlasses nach Hildegard von Bingen praktizieren nur noch wenige Ärzte – leider, denn der Aderlass trägt wesentlich zur Stärkung des Organismus bei. Und die Quitte stärkt danach Herz und Blut ganz besonders.

    Als Ganzheitsmediziner ist Dr. Martin Spinka einer der wenigen Spezialisten österreichweit, die das Aderlass-Verfahren nach Hildegard von Bingen durchführen und dabei langjährige Erfahrung haben. Der Aderlass eignet sich zur Entgiftung des Blutes und kräftigt das Abwehrsystem. Laut Humoralmedizin werden dabei gezielt jene Anteile des Blutes ausgeleitet, die die Gesundheit beeinträchtigen oder eine Gesundung erschweren.

    Verarbeitung der Quitten:
    Quitten sind leider fast aus den Obstgärten und vom Speiseplan verschwunden. Die Zubereitung von Quitten ist aufwendiger als die von Äpfel und Birnen. Doch die Mühe lohnt sich!
    Zuerst gilt es den wollig-öligen Flaum frisch geernteter Quitten abzuwischen – verwende dafür ein trockenes Küchentuch oder einen rauen, trockenen Schwamm. Dann waschen, schälen und entkernen. Meine Quitten waren Bio – definitiv – die Würmer fühlten sich wohl. Umso großzügiger musste ich leider ausschneiden und da das Fruchtfleisch sehr hart ist, ist das auch ganz schön anstrengend. Die Quitte selbst hat rund um das Kerngehäuse sogenannte Steinzellen, die besonders unangenehm beim Essen sind – und auch beim Schneiden – nun aber genug gejammert ?
    Bevor du mit dem Schälen beginnst, fülle eine große Schüssel mit ausreichend Zitronenwasser – Quitten werden sehr rasch braun. Schäle und schneide immer nur die Menge, die du auch gleich verarbeiten magst. Umso rascher du bist, umso heller wird dein Endprodukt.

    Für alle Rohkostbegeisterten: Zähne weg von roher Quitte. Der herbe, adstringierende Geschmack ist derart intensiv, dass man das Gefühl hat, das Gebiss bleibt in der Quitte stecken und löst die Zähne aus dem Zahnfleisch …Wer dennoch standhaft an der rohen Quitte weiterknabbert, riskiert massive Verdauungsstörungen.

    Rezept Quittenmus
    Quittenstücke in etwas Zitronenwasser und Orangensaft sowie ein wenig Rohrohrzucker weich kochen – sei kreativ beim Würzen. Es passt Kümmel, Ingwer, Vanille, Nelke, Muskatnuss. Dann cremig pürieren. Wenn du möchtest, streiche das weichgekochte Quittenmus durch ein feines Sieb. So bleiben die Steinzellen draußen und du läufst nicht Gefahr, deine Zähne beim Essen zu verletzen. Wenn nicht, einfach aufpassen. Damit das Quittenmus auch in der Vorratskammer seinen Platz finden kann, koche es dann noch ca. 1 Stunde ein. Quittenmus schmeckt einfach wunderbar. Herb und fruchtig passt es zu Sü-ßem aber auch zu pikantem.

    Quitten haben einen besonders hohen Anteil an Pektin. Der portugiesische Name für Quitte – Marmelo – ist Namensgebend für die Marmelade. Und der hohe Pektin Gehalt ist wunderbar für unsere Verdauung. Die Darmbakterien lieben Pektin aus Quitten.

    Quittenkäse
    Eine feine Art der Haltbarmachung ist es, Quittenmus mit noch mehr Zucker sehr, sehr lange einzukochen, bis es ganz dick und fest ist. Dann streichst du es auf Backpapier und lässt es trocknen. In Stücke schneiden und wenn du magst, kannst du die Stücke noch in Feinkristallzucker wälzen. In einer luftdichten Dose aufbewahren und portionsweise als kleine gesunde Nascherei für den Darm genießen.

    Hast du jetzt Lust auf Quitten bekommen? Schön! Jetzt – ja gerade jetzt im Oktober – sind die Quitten herrlich reif. Und wenn du ein paar ganz schöne Quitten ergatterst, genieße den Duft. Quitten sind ganz wunderbare Duftspender: Lege unbeschädigte, voll entwickelte Quitten im Wohnraum auf. Die anfangs fast geruchlosen Früchte entwickeln ihr blumiges Aroma sehr langsam, duften dann aber von Oktober bis zum Frühjahr.

    Temperamentvolle Grüße. Schön, dass Du da bist!