Autor: Ing. Michaela Hauptmann

  • Pastinake – „die Germanenwurzel“

    Pastinake – „die Germanenwurzel“

    Die Pastinake – einst als „Germanenwurzel“ bekannt – war lange Zeit ein Grundnahrungsmittel in Europa, bis sie im 17./18. Jahrhundert von der Kartoffel verdrängt wurde. Jetzt feiert sie ihr verdientes Comeback in den Küchen, und das zur besten Jahreszeit! Besonders im Herbst und Winter, wenn der Körper nach wärmenden und nährenden Speisen verlangt, ist die Pastinake ein echter Geheimtipp.
    Dieses uralte Wurzelgemüse hat nicht nur einen intensiven, süßlich-würzigen Geschmack, sondern ist auch aus Sicht der Traditionellen Europäischen Medizin (TEM) ein wahres Kraftpaket.

    Sie wirkt besonders stärkend auf den Darm, unterstützt die Leber und fördert das Phlegma – ein wunderbarer Ausgleich, wenn Kälte und Feuchtigkeit im Winter den Körper belasten. Sie stärkt die Darmflora, regt die Verdauung an und hat sogar entzündungshemmende Eigenschaften, die das Immunsystem unterstützen.

    Durch langes Garen und die Kombination mit Gewürzen wie Thymian, Ingwer, Zitrone und Fenchel entfaltet die Pastinake ihre ganze Kraft und wird besonders bekömmlich. Perfekt für die kalte Jahreszeit! Sie lässt sich vielseitig einsetzen: Ob als Püree, in Eintöpfen, Gulasch oder gebraten – die Pastinake bringt mit ihrem süßlich-würzigen Aroma nicht nur Abwechslung auf den Teller, sondern auch wertvolle Nährstoffe.

    Und das Beste: Die Pastinake eignet sich für alle Altersgruppen – ausgenommen den geschwächten Phlegmatiker – und sorgt mit ihrer speziellen Zusammensetzung aus Kohlenhydraten und Aminosäuren dafür, dass selbst die Kleinen gut versorgt sind. Dieses Wintergemüse wärmt von innen und ist ein wahres Geschenk für Körper und Seele in den kalten Monaten.

    Lauwarmer Pastinakensalat:
    Zutaten; 1 Zwiebel, 2 Karotten, 2–3 Pastinaken, Butter, Gemüsebrühe, Salz, Zimt, Kurkuma, Schabzigerklee, Olivenöl, Verjus, Honig, Schwarzkümmelsamen, geröstete Nüsse, Kerne oder Samen, Kräuter, rosa Pfefferbeeren
    Zwiebel hacken, Karotten und Pastinaken grob raffeln und in etwas Butter und Gemüsebrühe weich dünsten, mit Salz, Zimt, Kurkuma und Schabzigerklee würzen. Mit einer Marinade aus Öl, Verjus und Honig vermischen und zugedeckt ca. 20 Minuten ziehen lassen. Lauwarm mit gerösteten Nüssen, Kräutern und rosa Pfefferbeeren servieren.

    Tipp: Wie unterscheidet man die Pastinake von der Peterwurzel? Nun, die Wurzel der Petersilie hat einen anderen Blattansatz. Merk dir diese Eselsbrücke: Du ziiiiiiiehst an der Petersiiiiiilie. Der Blattansatz ist aus der Petersilienwurzel herausgezogen. Bei der Pastinake sitzen die Blätter hingegen in einer kleinen Mulde.

    TEM-Steckbrief der Pastinakenwurzel
    Element: Luft
    Qualitäten-Mischung feucht 2–3 & warm 2–3
    Geschmack süßlich und würzig, bei zu langer Lagerung auch etwas bitter
    Wirkung: stärkt die Darmflora, stützt Phlegma, Leber, Immunsystem, entzündungshemmend, appetitanregend, nährend

    Text zur Verfügung gestellt: Ing. Michaela Hauptmann, Aus dem Buch: Temperamentvoll essen – Ernährung nach der Traditionellen Europäischen Medizin, erschienen im Ennsthaler Verlag

  • Bittersalate … mal öfters auf den Speiseplan setzen

    Bittersalate … mal öfters auf den Speiseplan setzen

    Gebratener Bittersalat

    Zutaten für 2 Personen
    1 kleinen Radicchio oder 2-3 Chicorée, Olivenöl, 3-4 Marillen oder 1-2 Pfirsiche, 1 Knoblauchzehe, Essig, Salz, Zucker, Senf, 1 Handvoll Nüsse, 2-3 TL Granatapfelkerne, etwas Rucola, Feta oder Ziegenkäse

    Salat in Streifen schneiden, Obst in Stücke schneiden und in etwas Olivenöl mit klein gehacktem Knoblauch sanft braten, mit Essig, Salz, Senf und Zucker abschmecken. Mit Nüssen und Granatapfelkernen bestreuen und mit Feta und frischem Rucola servieren.

    TEM-Steckbrief Bittersalate

    • Element Erde
    • Qualitäten-Mischung kalt 1–2 & trocken 1–2
    • Geschmack bitter, herb, manchmal etwas scharf
    • Wirkung magen- und leberstärkend, kühlend

    Zur Gattung Cichorium zählen die als Bittersalate geschätzten Sorten Wegwarte, Endivie, Zuckerhut, Radicchio und Chicorée. Doch nicht nur die Blätter, auch die Wurzeln, speziell jene der Wegwarte, finden Verwendung. Deren Wurzel wird als magenfreundlicher, koffeinfreier Kaffee-Ersatz – Zichorienkaffee – angeboten. Bittersalate sollten regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Ihr bitterer Geschmack bringt Leber und Verdauung wieder ins Gleichgewicht. Er fördert die Schleimhautsekretion und dadurch auch den Speichelfluss. Auch die Produktion von Magensaft wird angekurbelt, dies fördert die Verdauung. Bittersalate regen den Stoffwechsel und Appetit an und mindern die Lust auf Süßes. Um durch den sekundär befeuchtenden Effekt nicht auszukühlen, ist es besonders für kalte und schwache Mägen wichtig, die Bittersalate zu erhitzen und kräftig mit Essig, Knoblauch und Olivenöl zu temperieren. Das oftmals empfohlene Wässern von Bittersalaten ist nicht notwendig. In den modernen Salatzüchtungen wurden bereits viele Bitterstoffe eliminiert. Es reicht, den Salat gründlich zu waschen und trocken zu schleudern. Den Strunk und die derben Blattrippen kann man, muss man aber nicht entfernen.

    Aus meinem Buch: „Temperamentvoll essen“, Ennsthaler Verlag.

  • Der Apfel-Sauerkrautsalat

    Der Apfel-Sauerkrautsalat

    Dieses Rezept passt super für die kommende Zeit, wo alle draußen grillen!

    Zutaten für 2 Portionen:
    1 kleine rote Zwiebel
    1 großer Apfel
    ½ Bio-Zitrone
    200 g Sauerkraut
    1–2 EL Hanfsamen
    1–2 EL Hanföl
    Pfeffer
    1 Prise Zucker
    Kümmel

    Die Zwiebel fein hacken, den Apfel entkernen, raspeln und mit dem Abrieb und Saft der halben Zitrone, Hanföl sowie dem Sauerkraut vermischen. Mit Pfeffer, Zucker und Kümmel abschmecken. Den Salat etwa eine Stunde durchziehen lassen – gerne auch länger – und danach noch einmal kräftig abschmecken.

    Dieser Salat ist eine erfrischende Idee für ein sommerliches Grillfest und kann wunderbar schon einen Tag vorher zubereitet werden.
    Rezept aus meinem Blubber Buch 🙂
    Blubbern für die Lebensgeister – Fermentieren für mehr Vitalität und einen frohen Darm, erschienen im Ennsthaler Verlag

  • Schnelle Hirsepfanne mit Gewürzmandel und Fenchel

    Schnelle Hirsepfanne mit Gewürzmandel und Fenchel

    Zutaten (4 Portionen):
    150 g Hirse, 300-450 ml Gemüsesuppe, 40 g Rosinen,
    1 Apfel, 1–2 kleine Karotten, 1-2 Fenchelknollen, 1–2 EL Butter,
    8 EL Mandeln + Gewürzmischung: (1 Msp. Muskat, frisch gemahlen, ½ Langer Pfeffer, gemörsert, je ½ TL Kurkuma, Salz und 1-2 TL Honig)
    Für oben drüber: gemischte frische Kräuter, Fenchelgrün, Zitronensaft

    Hirse gründlich waschen, mit der doppelten bis dreifachen Menge Gemüsesuppe und den Rosinen aufkochen und gar ziehen lassen.
    In der Zwischenzeit Apfel entkernen und in Spalten schneiden. Fenchel vierteln und den Strunk herausschneiden. Apfelspalten, Karotten und Fenchel in Scheiben schneiden und in einer Pfanne mit etwas Butter und Wasser bei mittlerer Hitze weich dünsten.
    In einer weiteren Pfanne Mandeln unter Beobachtung trocken rösten, bis sie duften. Vom Herd nehmen, grob hacken und mit der Gewürzmischung vermischen.
    Wenn die Hirse weich ist, mit dem Gemüse auf Tellern anrichten und mit den Würzmandeln und gehacktem Fenchelgrün sowie Kräutern bestreuen.
    Mit frischem Zitronensaft beträufeln und servieren.

    Das haben Karotten, Fenchel, Mandeln, Hirse, Kurkuma und Rosinen aus Sicht der TEM für dieses sanguinische Rezept zu bieten

    • Karotten unterstützen die Hirnfunktion und stärken das Phlegma.
    • Fenchel öffnet, erwärmt und stärkt Leber, Milz, Brust, Hirn und Nieren.
    • Hirse kühlt und trocknet, stützt die Nerven.
    • Mandeln wirken befeuchtend und besänftigend.
    • Kurkuma reinigt Blut und Leber und stimuliert die Spiritus.
    • Rosinen verbessern das Phlegma
    • Sie schmecken

    Quelle: Temperamentvoll essen – Ernährung nach der traditionellen Europäischen Medizin

  • Ernährungstipp: Mit Wohlfühl-Ernährung Kraft tanken

    Ernährungstipp: Mit Wohlfühl-Ernährung Kraft tanken

    Erschöpfung, Müdigkeit – keine Kraft? Das sogenannte Fatigue Syndrom zieht nicht bloß bei Long-Covid betroffenen Kreise. Müde, schlapp und kraftlos – diese Eigenschaften sind immer wieder Thema. Wir fühlen uns ausgepowert. Stress und Überarbeitung saugen an unserer Lebenskraft. Sie fressen Ressourcen – was tun wir? Essen wir jetzt das richtige? Wie schaut unsere Ernährung gerade jetzt aus?
    Essen wird zur Nebensache. Wir geben nach. Dabei gibt uns gerade Nahrung die tägliche Energie. Rein wissenschaftlich betrachtet wird jedem Lebensmittel ein Energielevel zu geschrieben. Kalorien/Kilojoule sind die Einheiten, die die Energie der Lebensmittel mathematisch berechnen. Doch in der TEM wissen wir, dass das Wissen dieser berechneten Maßeinheiten alleine nicht ausreicht. Essen hat weit mehr zu bieten. Die Bekömmlichkeit und Verdauung stehen im Mittelpunkt. Wenn wir müde und schlapp sind, dann rückt die Verträglichkeit unserer Mahlzeiten noch mehr in den Fokus. Denn gerade in Zeiten von physischer und psychischer Belastung ist unsere Verdauung hochsensibel.

    Apropos Verdauung. Woran denkst du bei Verdauung

    Vor kurzem habe ich diese Frage auch bei einem Vortrag gestellt. Es hat mich ehrlich gesagt nicht verwundert, dass die meisten sofort an Stuhl und Harn gedacht haben. Und wie wars bei dir Hast du auch zuerst an den Inhalt deiner Kloschüssel gedacht
    Tja, bei Verdauung denken wohl 90% der Menschen daran. Ist ja nicht ganz verkehrt, bei Verdauung an die Ausscheidung zu denken – doch die Ausscheidung ist letztlich nur ein wichtiges Zeichen, wie die Verdauung abläuft.
    In der TEM sehen wir die Verdauung von einem ganz anderen Blickwinkel. Es geht mehr darum, wie man das, was man ißt auch bis in die letzte Zelle seines Körpers aufnehmen kann. Alle wertvollen Inhaltsstoffe sollen von Kopf bis Fuß an den richtigen Ort kommen, um unsere Lebenskraft in Schwung zu halten.

    Die Qualität in unserer Zelle

    Die Vier-Temperamenteküche hat den Anspruch, aus unserem täglichen Essen bestmöglich Energie und Lebenskraft zu gewinnen, um gesund und vital zu sein. Das bringt natürlich auch mit sich, dass wir hochwertige Lebensmittel verwenden und diese so zubereiten, dass wir sie auch gut aufnehmen können.
    Die alte Medizin war da schlau. Sie nannte die Verdauung nicht Verdauung, sondern Coctio – also Kochung. Sie wussten um die Qualität von gekochtem Essen. Gekochtes Essen betrachtete man als “vorverdaut”. Man macht es dem Körper viel einfacher mit gekochtem Essen.
    Stell dir deinen Magen als Kochtopf vor. Ist er gut aufgewärmt, kommt der Inhalt viel früher ins Brodeln und du brauchst weniger Zeit und Strom. Genauso ist es auch, wenn du deinem Körper gekochtes Essen gönnst. Du ersparst deinem Magen – gerade in Zeiten massiver Belastung – und deinem gesamten Körper wertvolle Energie. Energie, die du ganz notwendig brauchst, um wieder fit zu sein.
    Doch gerade, wenn wir kraftlos sind, nehmen wir uns selten Zeit für uns selbst zu kochen. Ein schiefer Kreislauf beginnt. Jetzt ist dir sicher klarer geworden, dass du nun nicht bloß auf ein fertiges Weckerl, einen Schokokeks, zu einem Butterbrot, … greifst. Doch wie kann man da ausbrechen Welche Alternativen gibt es, um in herausfordernden Zeiten dennoch für sich gut zu sorgen?

    Sei vorbereitet, wenn die Kraft nachlässt

    Ich weiß, nicht jeder kocht so gerne wie ich. Für mich bedeutet Kochen Entspannung. Es hat was Meditatives zu schneiden, zu rühren, zu backen. In Töpfe und Pfannen zu schauen, wo es munter vor sich hin köchelt, macht mir einfach Freude.

    Doch auch ich habe Zeiten, wo ich einfach keine Lust habe und auch keine Zeit finde frisch zu kochen. Genau dann kommt Mealprep ins Spiel. Als ich am Vorabend zu dem Vortrag, düste, von dem ich vorhin erzählt habe, wusste ich genau, dass ich keine Zeit haben werde, um dort zu Abend zu essen. Kurzerhand erwärmte ich mir eine Kürbiscremesuppe, füllte sie in einen Behälter und als ich ankam, hatte ich ein wärmendes angenehmes Abendessen bei der Hand – ja ich hätte auch im Supermarkt eine Käsesemmel kaufen können … aber die hätte mir ganz sicher nicht so gutgetan. Und die Zeit war die gleiche.

    Rezept: schnelle KÜRBISSUPPE MIT MANDELN
    Zutaten (4 Portionen):
    200 bis 300 g geschälter Kürbis, 1 Scheibe frischer Ingwer, 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 80 g Mandeln, 400 g Gemüsesuppe, 1 Prise Chili, Salz, Pfeffer, Zitronensaft

    Kürbis, Ingwer, Zwiebel und Knoblauch in Würfel schneiden und mit den Mandeln in der Gemüsesuppe weichkochen. Suppe pürieren und mit Chilipulver, Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft abschmecken. Mit frischen Kräutern verfeinert gleich genießen oder heiß in saubere Schraubgläser einfüllen und im Kühlschrank aufbewahren.

    Suppen wie diese sind ein gutes Beispiel – ich liebe sie, auch schon zum Frühstück. Suppe oder ein Gemüseeintopf ist immer eine willkommene Mahlzeit. Mit dabei habe ich auch immer eine Portion Eiweiß, meist koche ich Nüsse oder Hülsenfrüchte gleich mit und je nach Lust und Laune werden sie püriert oder es bleibt stückig. Abgefüllt in Gläsern, habe ich so immer mein Soulfood im Kühlschrank parat. Das ist eine Möglichkeit von vielen. Was heute neumodisch Mealprep heißt, war immer schon als Essensplanung bekannt und notwendig. Heute hat man das “verlernt” – irgendwie schade, und so wird Kochen oftmals als Belastung gesehen.
    Insofern bin ich total happy, dass ich auch einen Beitrag zu einem wichtigen Thema leisten konnte und, dass ich es dir hier auch gleich zur Verfügung stellen kann. Als Absolventin und Teammitglied der Akademie für integrative Ernährung durfte ich an einem wunderbaren Gemeinschaftsprojekt teilnehmen – einem E-Book, in dem es unter anderem eben vieles rund um Essensplanung geht und feine Rezepte gibt. Mein Highlight sind die Kraftsuppen – nicht umsonst heißen sie so. Sie geben Kraft und Energie und lassen sich super vorbereiten und aufbewahren.

    Temperamentvolle Grüße!
    Schön, dass Du da bist, auf dich achtest und dich nährst!

    Michi

    Quelle: https://www.michaelahauptmann.com/mit-guter-ernaehrung-kraft-tanken/

  • Feuerküche erfrischend anders

    Feuerküche erfrischend anders

    Macht es Sinn im Sommer zu grillen?
    Gleich vorneweg! Die Traditionelle Europäische Medizin, die auf der Jahrtausende alten Säftelehre basiert, hat da so ihre Bedenken – aber, das soll uns den Spaß nicht verderben.

    Ein paar kleine Korrekturen und schon wird aus trockenem Grillgut, ein köstlich erfrischendes Mahl. In der Hitze des Sommers ist es für unseren Körper wichtig, genug Flüssigkeit und Feuchtigkeit zu sich zu nehmen, die der Körper auch gut behalten kann und eine ausgewogene Balance zu finden.

    Erfrischend und wohltuend sind vor allem viele Gemüsesorten wie Zucchini, Melanzani, Paprika, Radieschen, Spinat, Mangold und eine Vielzahl von (Bitter)Blattsalaten – und davon gibt es jetzt wirklich reichlich. Beim Obst solltest du vor allem zu Beeren und Weichseln greifen, aber auch zu Kirschen, Marillen, Pfirsichen und Nektarinen. Einige Lebensmittel haben eine kühlende Wirkung.

    Dazu gehören Gurken, Tomaten, Avocado, Sprossen, Algen, Zitrusfrüchte und Melonen. Zu den eher kühlenden Getreidesorten zählen Gerste, Weizen und Buchweizen. Auch viele Hülsenfrüchte wie Kichererbsen sind im Sommer gut geeignet, aber achte besonders jetzt auf eine blähungshemmende Zubereitung und würze mit Kümmel, Bohnenkraut und ähnlichem.

    Huhn, Ente, Kaninchen und alles aus dem Wasser wie Fisch, Muscheln, Calamari, Tintenfisch, Flusskrebs, Krabben und Kaviar – das sind alles tolle Optionen. Auch Milchprodukte wie Joghurt, saure Milch, Buttermilch und Topfen – mit Ingwer, Pfeffer, Kräutern, Salz, Honig und so weiter gewürzt – sorgen für eine angenehme Erfrischung. Vergiss nicht auch Salzgurken, eingelegtes Gemüse, bittere Salate und Kräuter zu verwenden. Sie erfrischen und belasten den Magen nicht zu sehr.

    Bevor wir zu den erfrischend köstlichen Grillrezepten kommen, hier ein paar Grilltipps für dich:

    • Denk daran, dass Grillen eigentlich Kochen im Freien ist! Auch wenn viele gerne über offenem Feuer grillen, wird immer häufiger die indirekte Grillmethode angewendet. Dabei wird das Grillgut nicht direkt über dem Feuer platziert, sondern daneben. Dadurch wird das Essen nicht zu heiß und trocknet auch nicht so schnell aus. Weiterer Vorteil: der Garpunkt lässt sich besser kontrollieren. Ein echter Gewinn für unsere Körpersäfte und den Geschmack.
    • Verwende Gewürze, Rubs und Marinaden nach dem Grillen. Beim direkten Grillen verbrennen die Gewürze oft durch die Hitze, was schade ist. Lass das Grillgut stattdessen in den Gewürzen ziehen – zum Beispiel beim perfekten Steak.
    • Vermeide die Verwendung von Aluminiumgrilltassen. Sie eignen sich höchstens als Distanz, um zum Beispiel eine Pfanne nicht direkt auf den Grillrost zustellen.
    • Gemüse oder die beliebten Ofenkartoffeln zuerst in Backpapier und dann erst in Alufolie einwickeln. So vermeidest du den direkten Kontakt zwischen Aluminium und dem Essen.

    Gefüllte Paprika

    2 mehlige Kartoffeln, 400 g Spinat-TK oder frisch, 6 Knoblauchzehen, 1 Zwiebel, 2 EL Olivenöl, 250 g Feta, 2 EL Sonnenblumenkerne, 2 TL Majoran Blättchen, 1-2 Spritzer Zitronensaft, frisch gepresst, Pfeffer, Salz, 2-3 Prisen Muskatnuss, 3 rote große Paprika,

    Kartoffeln weich kochen. Spinat mit feingehacktem Knoblauch und Zwiebeln in einer Pfanne mit Olivenöl dünsten und auskühlen lassen. Gekochte Kartoffeln zerdrücken und mit zerbröseltem Feta und den Sonnenblumenkernen unter den Spinat mischen. Mit Majoran, frisch gepresstem Zitronensaft, Pfeffer, Salz und Muskatnuss abschmecken. Den Stiel der Paprika mit einem spitzen Messer herausschneiden. Die Kerne mit einem Löffel herauskratzen. Paprika mit der Spinatmasse füllen. Den Stiel wieder hineindrücken. Paprika von allen Seiten bei starker Hitze grillen, bis die Haut teilweise schwarz wird. Gegrillte Paprika für ca. 15 Minuten in ein geschlossenes Gefäß geben oder mit einem feuchten Geschirrtuch zudecken. Dann lässt sich die Haut leicht abziehen und die Paprika können serviert werden.

    Gegrillter Obstsalat mit Milchreis

    6 Portionen: Eine Ananas, 3 Pfirsiche, 2 Handvoll Kirschen oder Beeren, 1 Zitrone, 1 EL Holunderblütensirup, 1 Bund Melisse
    Ananas in 2 cm dicke Scheiben, Pfirsiche halbieren und entkernen. Ananasscheiben von beiden Seiten und Pfirsiche und die Zitrone mit der Kernseite nach unten grillen. Melisse Blättchen in feine Streifen schneiden. Kirschen und Erdbeeren mit dem Saft der gegrillten Zitronen, Melisse Blättchen und Holunderblütensirup marinieren.
    200 g Rundkornreis, 1 L Mandelmilch, 80-100 g Zucker, 1-2 Msp. Kardamompulver und etwas Salz unter ständigem Rühren kochen. Gegen Ende von der Herdplatte ziehen und 10-15 Minuten ziehen lassen. 1-2 EL Mandelsplitter ohne Fett anrösten. Milchreis mit den gegrillten Ananasscheiben, Pfirsichen und den marinierten Kirschen anrichten und mit den gerösteten Mandelsplitter dekorieren.

    Am Ende ist es wichtig, den Grillabend zu genießen. Das Beste am Grillen ist letztendlich die gemeinsame Zeit und das Zusammensein mit Familie und Freunden!

    Ich wünsche Euch viel Spaß mit der erfrischenden Feuerküche!

    Herzlichst,
    Eure Michi

  • Birke als Heilmittel: mit Leichtigkeit zur Superkraft

    Birke als Heilmittel: mit Leichtigkeit zur Superkraft

    Teil 1

    Seit 1000enden von Jahren kennt die TEM (Traditionelle Europäische Medizin) die Birke als Heilmittel. Nennt man die Birke – schreien viele auf und haben nur noch das Thema Allergie im Sinn. Die Birke hat es nicht leicht, dabei steht sie für Leichtigkeit und gilt als anerkanntes wirkungsvolles Heilmittel.

    Wie wird die Birke als Heilmittel angewendet?
    Die Birke kennt man: mit ihrem weißen Stamm, ihren luftig leichten Blättern und Ästen ist sie ein markanter Baum – das Thema Allergie macht sie zusätzlich bekannt. Was viele nicht wissen, ist, dass uns die Birke als Heilmittel wertvolle Dienste erweist, das reicht vom Birkenwasser – frisch aus dem Baumstamm gezapft, dem Birkentee zur Ausleitung und Heilung von Harnwegsentzündungen aber auch zur äußerlichen Anwendung in Form von pflegenden Hautcremen, schmerzlindernden Ölen und aktivierendem Salzpeeling.

    Rezept Birkenblättertee: Einen Esslöffel getrocknete Birkenblätter mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und täglich drei Tassen zwischen den Mahlzeiten trinken.

    Was ziemlich unbekannt ist, ist das man die Birke als Heilmittel auch in der Küche verwenden kann – ja, man kann Birkenblätter auch essen. Sie schmeckt sehr gut in Form von Salaten, in Eiergerichten und in Aufstrichen – gesundheitlich schätzen wir in der Kulinarik den hohen Vitamin-C-Gehalt, die Bitter- und die Gerbstoffe.
    Anerkannt: Die Birke als Heilmittel
    Unsere kundigen Vorfahren setzten die Birke als Heilmittel ein, wenn es galt Schmerzen zu lindern oder Harnwegsentzündungen zu heilen. Mittlerweile sind diese Heilwirkungen auch wissenschaftlich anerkannt.
    Laut Kommission E & ESCOP – haben Birkenblätter eine anerkannte medizinische
    Anwendung für die Durchspülung der Harnwege, insbesondere bei Harnwegsentzündungen und Nierengries, und unterstützend bei bakteriellen Harnwegsinfektionen. Außerdem sind Birkenblätter vom HMPC als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft. (Auszug aus dem Kräuterdatenblatt von Patrizia Purker – Naturheilakademie)

    Die Birke aus Sicht der Traditionellen Europäischen Medizin – Riten, Bräuche und als Heilmittel
    Die Birke ist ein sogenannter Pionierbaum, was grundsätzlich mal soviel bedeutet, als dass sie sich unmittelbar nach der Eiszeit auf Grund ihrer Kälteresistenz und auch – gerade durch die tolle Flugfähigkeit ihrer Samen weit verbreitet hat. Birkenwälder findet man vorwiegend in kalten Gegenden in Skandinavien, Russland und in vielen Teilen Nordeuropas – aber auch in Neuseeland und Asien.

    Als europäischer Traditionsbaum hatte sie vor allem im keltischen, germanischen und skandinavischen Kulturraum einen festen Platz in reinigenden und ausleitenden Riten und Bräuchen. Heute noch wird im Alpenraum beispielsweise das Vieh mit Birkenreisig auf die Alm getrieben.
    Unsere europäischen Vorfahren verehrten die Birke (bherek = indogermanisch: hell, glänzend) als heiligen Baum. Für viele ist sie heute noch ein Symbol für die weiße Göttin, die uns unterstützt, uns von Altem zu befreien und Platz für Neues zu schaffen.

    Das englische „hell“ >> „bright“ lässt noch den Wortstamm erkennen. Der gälische Name für Birke (=beith) bedeutet auch Beginn/Anfang. In der Volksmedizin steht die Birke deshalb für Reinigung, was perfekt zum Frühling passt. Die Nacht des ersten Mai (Beltane, Walpurgisnacht) verbrachte man früher in Birkenwäldern, wo die Menschen die Fruchtbarkeit der Natur ehrten. Traditionell ist der Maibaum heute oftmals noch eine Birke.

    Die weiße Rinde sah man als Zeichen für Reinigung – und ihre sanften, fröhlich schwingenden Äste und zarten Blättern sind ein Symbol der Leichtigkeit. So wird ihr die Kraft zugeschrieben Negatives abzuwehren. Bei Melancholie haben die Gelehrten und Weisen Spaziergänge in Birkenwäldern empfohlen. Heute weiß man, dass die in Bäumen enthaltenen Terpene – im Fall der Birke, das Betulin – eine wohltuende Wirkung haben – man geht jetzt Waldbaden. Eine großartige Möglichkeit die Natur und die Birke als Heilmittel wieder zu entdecken.

    Birke als Heilmittel – Spaziergang im Birkenwald für den Melancholiker
    Birkenrinde wurde zur Schmerzlinderung aufgelegt und Birkenwasser im Frühling getrunken. Birkenreisig gebündelt wird in Finnland als sogenanntes Birkenquast zur Massage nach der Sauna verwendet. Mit leichten Schlägen wird die reinigende Wirkung der Saune verstärkt.


    Birkenquast

    Doch auch die Parasiten auf den Birken – die Pilze haben eine tolle Wirkung. Einer davon, der Birkenporling wirkt antioxidativ – einer der Gründe, weshalb man ihn auch als Messerscheide verwendet hat. Trocken wurde der Pilz auch als Zunder verwendet. Auch Ötzi hatte einen Birkenporling bei sich.


    Birkenporling

    So zapft man Birkenwasser
    Ich habe es selbst noch nicht gemacht – aber schon getrunken. Es schmeckt ganz ganz leicht süßlich – fast wie “süßes Wasser” (Süßes Wasser bezeichnet man Wasser, dass ca. eine Stunde lang gekocht wird). Wer eine eigene Birke hat kann es mal versuchen, sollte sich aber im Vorfeld gut erkundigen. Man bohrt in die Birke ein ca. 2 cm tiefes Loch und steckt einen Schlauch hinein, hängt eine Flasche daran und lässt dann das Birkenwasser hinein tropfen. Zapfen kann man Birkenwasser allerdings nur in einem Zeitfenster von ca. 2 Wochen – zeitig im Frühling, wenn die Birke noch keine Blätter hat.


    Birkenwasser – man sollte wissen, wann, wie und wo man es tut.
    In Kurhäusern wie zum Beispiel in Bad Kreuzen (Oberösterreich) kann man Birkenwasser genießen.
    Was kaum bekannt ist, ist dass Birkenwasser vor der Pollenallergie getrunken Heuschnupfen prophylaktisch lindern kann.

    Birkenkulinarik – inkl. Rezept
    Sie ist super vielseitig, die Birke. Du kannst die zarten Blätter ganz einfach wie Küchenkräuter einsetzen. Über Eierspeisen streuen, in Topfen oder Hummus untermischen. Semmelknödel anstelle von Petersilie damit verfeinern. und du kannst sie als Salat essen – wie diesen Wildkräutersalat zum Beispiel
    Oder super genial ist es eine Handvoll Birkenblätter mit einer Handvoll Salz mörsern. Das Birkenblättersalz ist dann die Birke als Heilmittel in deiner Küche.


    Birkentopfen


    Birken-Eierspeis


    Birkenwasser als Eiswürfel

    Text @ Michaela Hauptmann, Bilder @ Michaela Hauptmann und ORF aus dem Beitrag:
    „Birke als Heilmittel in grün-weiß im ORF-Beitrag bewusst gesund: Birke – Heilmittel in grün-weiß“
    Fotos entstanden hier in der Küche von Patricia Purker von der Naturheilkundeakademie
    Den gesamten ORF Beitrag gesamten Beitrag findet Ihr in Kürze unter https://www.michaelahauptmann.com/birke-als-heilmittel/

  • Wie dir Salat bei Einschlafstörungen helfen kann

    Wie dir Salat bei Einschlafstörungen helfen kann

    (inkl. 1 köstlichen Rezept)

    Gartensalat mit dem beruhigenden Saft
    Eine Schüssel frischer, knackiger, grüner Salat, mit Joghurt- oder italienischem Dressing, ist ein weit verbreitetes leichtes Abendessen – doch dieser vermeintlich “leichte” Salat kann dir am Abend ganz schön schwer im Magen liegen und deine Träume stören – doch noch krasser:

    Knackiger Salat verhindert deinen wohligen Schlaf. Kein Wunder, das vor allem Frauen an Einschlafstörungen leiden. Die alte Medizin hat da einen anderen Blickwinkel. …
    Findet man Gartensalat bzw. Kopfsalat in alten Kochbüchern, so wurde dieser gekocht, gebraten oder gedünstet – und niemals roh verzehrt. Der Wiener Kochsalat, ein traditionelles Gericht, das gern zu Tafelspitz (ein spezielles Stück vom Rind, das gekocht wird) – oder als rein vegetarisches Gericht zu gekochten Eiern – serviert wird, erinnert an diese Salattradition.
    Auch Hildegard von Bingen fand schon, dass »unzubereiteter Salat zu nichts tauglich war und das Gehirn leer macht und den Verdauungstrakt mit Krankheitsmaterie füllt.«

    Einschlafstörungen … wenn wir älter werden
    Tatsächlich soll die rohe Salatzubereitung, wie wir sie heute lieben, auf einen besonders kreativen Leibarzt eines Papstes zurückgehen. Nun ist frischer Salat an einem sonnigen, warmen Tag absolut nichts Verwerfliches. Salat ist sehr gut als sommerliche Vorspeise geeignet, um erst mal zu befeuchten und den Durst zu stillen. Sofern deine Verdauung damit gut zurechtkommt, ist das herrlich erfrischend. Doch abends und wenn wir älter sind – wenn das Verdauungssystem in den Ruhemodus zurückschaltet –, ist roher Salat keine so gute Wahl, sondern eher eine Belastung. Als Suppe oder Kochsalat ist er wesentlich wohltuender.

    Eine Wohltat für den Schlaf – nervenberuhigend
    Für welche Zubereitungsvariante du dich auch entscheidest, verwende frisch geernteten Freilandsalat, der im natürlichen Sonnenlicht gewachsen ist und bei dem beim Anschnitt ein weißlich-milchiger Saft austritt. So kann der fragile Salat seine Wirkung voll entfalten, nämlich den Stoffwechselprozess bei der Reinigung unterstützen, kühlen, befeuchten und die Nerven beruhigen.
    Diese nervenberuhigende Wirkung kann man bei Einschlafstörungen und Gedächtnisschwäche nutzen – am besten als beruhigende Suppe zum Abendessen. Sie stellt auch kaum eine Belastung für das Verdauungssystem dar. Temperiere die Suppe je nach Jahreszeit und Konstitution mit Essig, Senf, Pfeffer, Minze, Thymian, Rosmarin, Rucola, Estragon, Kresse, Basilikum und stets einer Prise Zucker.
    Wie du siehst, kannst du diese bekömmliche Suppe variantenreich abschmecken und voll und ganz auf dich anpassen.

    Rezepttipp: Kopfsalatsuppe … für einen guten Schlaf
    Kopfsalat – noch besser Endiviensalat waschen, schleudern und in feine Streifen schneiden. Zwiebeln in Butter anschwitzen, mit etwas Buchweizenmehl stauben, mit klarer Gemüsesuppe aufgießen und kurz aufkochen, dann ca. zehn Minuten simmern lassen und mit Zitronenabrieb, -saft, Salz, Pfeffer, Kurkuma, Galgant, Thymian und einer Prise Zucker würzen. Salatstreifen in die Suppe geben, pürieren, abschmecken und sofort servieren. Nach Wunsch mit einem weichgekochten Ei, etwas Joghurt, gerösteten Nüssen, gekochten Kartoffeln als Einlage servieren.
    Wohl bekomm´s und Gute Nacht ?

     

    TEM-Steckbrief

    Bilder Quelle: aus “Temperamentvoll Essen” mit dem Ennsthaler Verlag

    Tipps aus meinem Buch: Temperamentvoll Essen – Ernährung nach der Traditionellen Europäischen Medizin

    Temperamentvolle Grüße
    Schön, dass du da bist, für dich sorgst und dich nährst!

    Michi

  • Quitten… so herrlich erquickend

    Quitten… so herrlich erquickend

    Gekocht ist die Quitte einfach wunderbar – für die Verdauung und noch einiges mehr.
    Bereits die alten Griechen verehrten die Quitte. Als Frucht der Aphrodite galt sie einst als Symbol für Liebe, Glück und Fruchtbarkeit. Welch schöner Grund, um öfter von Quittemus zu kosten!

    TEM-Wirkung der Quitte:
    Quitten stärken den Magen und das Herz. Sie erfrischen und kühlen – sowohl Choleriker als auch Phlegmatiker profitieren von den wunderbaren Eigenschaften der Quitte.

    Quitte nach dem Aderlass:
    Sowohl Apfel- als auch Birnenquitten vereinen die Wirkungen von Apfel und Birne. Auch Hildegard von Bingen schätzte die herausragenden Eigenschaften der Quitte. Sie empfiehlt Quittenkompott und -mus besonders nach dem Aderlass – einer mittelalterlichen Art, sich der überschwänglichen Säfte zu reinigen. Die Methode des Aderlasses nach Hildegard von Bingen praktizieren nur noch wenige Ärzte – leider, denn der Aderlass trägt wesentlich zur Stärkung des Organismus bei. Und die Quitte stärkt danach Herz und Blut ganz besonders.

    Als Ganzheitsmediziner ist Dr. Martin Spinka einer der wenigen Spezialisten österreichweit, die das Aderlass-Verfahren nach Hildegard von Bingen durchführen und dabei langjährige Erfahrung haben. Der Aderlass eignet sich zur Entgiftung des Blutes und kräftigt das Abwehrsystem. Laut Humoralmedizin werden dabei gezielt jene Anteile des Blutes ausgeleitet, die die Gesundheit beeinträchtigen oder eine Gesundung erschweren.

    Verarbeitung der Quitten:
    Quitten sind leider fast aus den Obstgärten und vom Speiseplan verschwunden. Die Zubereitung von Quitten ist aufwendiger als die von Äpfel und Birnen. Doch die Mühe lohnt sich!
    Zuerst gilt es den wollig-öligen Flaum frisch geernteter Quitten abzuwischen – verwende dafür ein trockenes Küchentuch oder einen rauen, trockenen Schwamm. Dann waschen, schälen und entkernen. Meine Quitten waren Bio – definitiv – die Würmer fühlten sich wohl. Umso großzügiger musste ich leider ausschneiden und da das Fruchtfleisch sehr hart ist, ist das auch ganz schön anstrengend. Die Quitte selbst hat rund um das Kerngehäuse sogenannte Steinzellen, die besonders unangenehm beim Essen sind – und auch beim Schneiden – nun aber genug gejammert ?
    Bevor du mit dem Schälen beginnst, fülle eine große Schüssel mit ausreichend Zitronenwasser – Quitten werden sehr rasch braun. Schäle und schneide immer nur die Menge, die du auch gleich verarbeiten magst. Umso rascher du bist, umso heller wird dein Endprodukt.

    Für alle Rohkostbegeisterten: Zähne weg von roher Quitte. Der herbe, adstringierende Geschmack ist derart intensiv, dass man das Gefühl hat, das Gebiss bleibt in der Quitte stecken und löst die Zähne aus dem Zahnfleisch …Wer dennoch standhaft an der rohen Quitte weiterknabbert, riskiert massive Verdauungsstörungen.

    Rezept Quittenmus
    Quittenstücke in etwas Zitronenwasser und Orangensaft sowie ein wenig Rohrohrzucker weich kochen – sei kreativ beim Würzen. Es passt Kümmel, Ingwer, Vanille, Nelke, Muskatnuss. Dann cremig pürieren. Wenn du möchtest, streiche das weichgekochte Quittenmus durch ein feines Sieb. So bleiben die Steinzellen draußen und du läufst nicht Gefahr, deine Zähne beim Essen zu verletzen. Wenn nicht, einfach aufpassen. Damit das Quittenmus auch in der Vorratskammer seinen Platz finden kann, koche es dann noch ca. 1 Stunde ein. Quittenmus schmeckt einfach wunderbar. Herb und fruchtig passt es zu Sü-ßem aber auch zu pikantem.

    Quitten haben einen besonders hohen Anteil an Pektin. Der portugiesische Name für Quitte – Marmelo – ist Namensgebend für die Marmelade. Und der hohe Pektin Gehalt ist wunderbar für unsere Verdauung. Die Darmbakterien lieben Pektin aus Quitten.

    Quittenkäse
    Eine feine Art der Haltbarmachung ist es, Quittenmus mit noch mehr Zucker sehr, sehr lange einzukochen, bis es ganz dick und fest ist. Dann streichst du es auf Backpapier und lässt es trocknen. In Stücke schneiden und wenn du magst, kannst du die Stücke noch in Feinkristallzucker wälzen. In einer luftdichten Dose aufbewahren und portionsweise als kleine gesunde Nascherei für den Darm genießen.

    Hast du jetzt Lust auf Quitten bekommen? Schön! Jetzt – ja gerade jetzt im Oktober – sind die Quitten herrlich reif. Und wenn du ein paar ganz schöne Quitten ergatterst, genieße den Duft. Quitten sind ganz wunderbare Duftspender: Lege unbeschädigte, voll entwickelte Quitten im Wohnraum auf. Die anfangs fast geruchlosen Früchte entwickeln ihr blumiges Aroma sehr langsam, duften dann aber von Oktober bis zum Frühjahr.

    Temperamentvolle Grüße. Schön, dass Du da bist!

  • Zucker – und warum ich dennoch Himbeermarmelade mit Thymian koche

    Zucker – und warum ich dennoch Himbeermarmelade mit Thymian koche

    Beginnen wir gleich mal mit dem Zucker. Zucker mag auf den ersten Blick den süßen Geschmack repräsentieren. Doch das Bild trügt. Der süße Geschmack ist wesentlich diffiziler: Gemüse, Fleisch, Getreide, Milchprodukte und Muttermilch sind süß. Der weiße Haushaltszucker – Rübenzucker –, wie wir ihn heute kennen, kam erst im 18. Jahrhundert auf. Durch Zucker aufbereitete Speisen und Süßigkeiten sind viel zu süß und sorgen für die Überfeuchtung der Gewebe, sie reizen und überhitzen den Organismus. Übergewicht und andere sogenannte Zivilisationskrankheiten entstehen.

    Durch die Kreuzzüge kam um 1100 n. Chr. auch die im Vorderen Orient angewendete Konservierung mit Zucker nach Europa. Bald spielte sie ein wichtige Rolle. Den frühsten überlieferten Hinweis gibt ein königlicher Erlass von 1353: Französischen Apothekern, die mit Zucker eingemachte Früchte herstellten wurde verboten, den weißen „Caffetinzucker“ durch Honig zu ersetzen.

    Knapp hundert Jahre später berichtete der Leibarzt des Fürsten von Tarent, D ‘Asculo über die gärungshemmenden Eigenschaften von Zucker. Dicht bestreute er Butter und Fett mit Staubzucker um es zu konservieren. Doch Zucker war teuer. Noch.

    Mit Beginn der Rübenzuckerindustrie 1801 wurde Zucker erschwinglich und nun konnte man ihn in vollem Umfang einsetzen. Man startete mit Obst. Marmeladen, Konfitüren und Gelees. 1 Kilogramm Obst : 1 Kilogramm Zucker. Alkohol unterstütze die Haltbarkeit. Zitronensäure verringerte den PH-Wert und somit war gegen den Verderb der kostbaren Früchte eine wahre Wunderwaffe geboren.

    Noch heute ist Marmelade kochen – einkochen – beliebt. Selbstgemacht, noch dazu mit den Früchten aus dem heimischen Garten schmeckt es einfach besser.
    In der TEM wird Zucker als Gewürz betrachtet und zum Temperieren von Speisen verwendet. Besonders für Ältere sowie für Menschen, die sich von Krankheiten erholen, und für Melancholiker ist Zucker günstig. Sparsam und punktuell. Ganz nach dem Motto – „Die Dosis macht das Gift“.
    Und daher gehört Marmelade auch in der TEM hin und wieder dazu – nicht täglich, aber wenn, dann selbst gemacht!

    Rezept


    Himbeermarmelade mit Thymian

    1000 g Himbeeren, 3-4 Thymianzweige, 1 Packung Gelierzucker zum Beispiel 2:1, 1 Zitrone, 1 Prise Salz, 1 kleiner Tropfen Öl

    Schraubgläser gründlich reinigen (sterilisieren und mit der Öffnung nach unten auf einem Geschirrtuch bereit halten. Einen kleinen Teller für die Gelierprobe in das Gefrierfach legen. Beeren, Thymian, Zitronensaft, Salz, Öl und Gelierzucker in einem großen Topf erhitzen. Sobald die Masse kocht auf die Uhr schauen – und je nach Packungsangabe ca. 4 Minuten sprudelnd kochen. Den Teller aus dem Gefrierfach holen und die Gelierprobe machen: 1 TL heiße Flüssigkeit auf den gekühlten Teller geben und warten, bis sie kalt ist. Ist die Fruchtmasse danach fest, ist die Marmelade fertig. Wenn nicht, nochmals kurz kochen – aber nicht zu lange. Wenn sich Schaum gebildet hat, mithilfe eines Schaumlöffels zügig abnehmen und die heiße Marmelade sofort bis knapp unter den Rand in die vorbereiteten Gläser einfüllen – dabei ist eine Marmeladetrichter hilfreich. Nun sofort verschließen – vorher noch schauen, ob der Glasrand nicht angetropft und sauber ist. Evtl. mit Küchenpapier abwischen. Nun die Marmelade so schnell wie möglich abkühlen lassen.
    Oft wird beschrieben, dass danach das Glas für 5 Minuten umgedreht werden soll, um auch den Deckel zu sterilisieren. Dies wird mittlerweile nicht mehr empfohlen. Saubere Deckel und der Dampf des heißen Einfüllgutes reicht völlig aus.

    Dieses Rezept und viele weitere zum Thema Vorratshaltung, im speziellen Fermentieren findest du im neuen Buch von mir, das mit dem Ennsthaler Verlag erschienen ist.

    Bilder zur Verfügung gestellt: Ennsthaler Verlag