Monat: November 2020

  • Von Drachenfrau und Zauberbaum

    Von Drachenfrau und Zauberbaum

    Das große österreichische Märchenbuch

    Autor: Helmut Wittmann, Anna Vidyaykina (Illustrationen)

    Diese Sammlung ist das aktuelle Standardwerk österreichischer Volksmärchen. – Märchen gehen in archetypischen Bildern auf entscheidende Phasen und wesentliche Herausforderungen des Menschseins ein. Die Symbolsprache alpenländischer Überlieferungen ist uns dabei natürlich besonders vertraut.

    Helmut Wittmann ist seit über 30 Jahren Märchenerzähler von Beruf. Für diesen Band hat er eine bunte Vielfalt alpenländischer Volksmärchen zusammengetragen:

    Von der Prinzessin auf der gläsernen Brücke und dem Zwerg Hahnengiggerl, bis zur liebreizenden Frau des Walddrachens und dem himmelhohen Zauberbaum.

    Bei den Recherchen für den Band hat Helmut Wittmann auch einige besondere Raritäten entdeckt: Das Märchen »Von drei und einem Rätsel« ist eine davon, das Zaubermärchen »Von den drei Eiern« eine andere. Auch Märchen von Minderheiten wie den Roma und Sinti, sowie den burgenländischen Kroaten, sind hier nachzulesen.

    Beeindruckend auch, wie aktuell manche dieser Überlieferungen rüberkommen. Gute Beispiele dafür sind »Von der List und Weisheit der Frauen« und »Die Glocken der Gerechtigkeit«.

    Die ausdrucksstarken Illustrationen gestaltete Anna Vidyaykina. Sie wurde 1989 in Russland geboren, lebt seit 2002 in Österreich und studierte an der Universität für angewandte Kunst in Wien. 2014 gewann Anna Vidyaykina den internationalen Illustrationswettbewerb „Notte die fiaba“ in Italien.

    Die UNESCO hat auf Antrag von Helmut Wittmann das Märchenerzählen in Österreich in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Ein immaterieller Schatz des schöpferischen Denkens sind auch diese Märchen mit ihrer bildreichen Sprache und ihrer freundlichen Weisheit.

    Text und © Helmut Wittmann, www.maerchenerzaehler.at

  • CBD – die wiederentdeckte Naturmedizin

    CBD – die wiederentdeckte Naturmedizin

    Kompakt-Ratgeber: Was Cannabidiol alles kann und wie es u. a. bei Schmerzen, Stress und Schlafstörungen richtig eingesetzt wird.

    AutorInnen: Mag. pharm. Susanne Hofmann, Mag. pharm. Alexander Ehrmann

    Dieser Ratgeber von Mag. pharm. Alexander Ehrmann und Mag. pharm. Susanne Hofmann spannt den Bogen von traditionellem Heilwissen hin zu fundierter Wissenschaft und nimmt dabei nicht nur die weltweite Studienlage, sondern ebenso die rechtlichen Grundlagen unter die Lupe. Vor allem aber zeigen die beiden erfahrenen Pharmazeuten die vielfältigen Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten von CBD: Richtig eingesetzt und dosiert schafft Cannabidiol natürliche Abhilfe bei Schmerzen, Angst, Stress, Entzündungen und vielen anderen Beschwerden. Und weil die Naturmedizin auch bei vierbeinigen Patienten großen Erfolg zeigt, erläutert ein Extra-Kapitel die Anwendung von CBD-Öl bei Tieren.

    • CBD: das Wichtigste zu Geschichte, Rechtslage und Medizin
    • Natürliche Hilfe: Wirkungen und Einsatzgebiete von CBD
    • Von Tropfen bis Kraut: Die richtige Anwendung
    • Wie Sportler von Cannabidiol profitieren können
    • Mit Extra: CBD-Öl für Tiere

    Das Buch ist ab sofort im Mankau Verlag und im Shop der Saint Charles Apotheke erhältlich.

    Kurzvideo zum Buch

  • Lichtvolle Naturgeschenke für dunkle Zeiten

    Lichtvolle Naturgeschenke für dunkle Zeiten

    Sobald die Sonnenstrahlen schwächer und tiefer in die Landschaft strahlen, uns lange, kalte Nächte in die warme Stube drängen, werden auch die Heilpflanzen veranlasst, sich zurück zu ziehen. Tiere begeben sich in den Winterschlaf oder haben kraftvolle Nahrung gesammelt, um in der dunklen Zeit im Jahr ausreichend mit den nötigen Grundstoffen versorgt zu bleiben.

    Die Sonne spiegelt sich in unserem Innersten. Sie ist unser Lebensfunke. Ihr Schwächer werden berührt auch uns Menschen. Irgendwann tritt Erschöpfung ein, sollte der Rückzug zur Regeneration genutzt werden können, natürliche Schwäche, Pause oder Reflexion hin zum Jahresabschluss nicht in Trübsal münden müssen. In dieser vorwinterlichen Zeit leiden vermutlich sehr viele Menschen unter Stimmungstiefs, Melancholie, Herbst- oder Winterblues, Schwermut oder Depression. Für manche ist sogar noch im Vorfrühling eine schier unüberwindbare Traurigkeit an der Tagesordnung. Da helfen erhellende, v.a. gelbblühende Pflanzen und goldgelbe Heilmittel, indem sie uns ihre lichtvollen Wirkstoffe schenken.

    Mit der Stärkung der Psyche und des Immunsystems darf schon im Herbst begonnen werden. Das Bienenvolk macht es uns vor und schenkt uns bereits im Juni ein natürliches „Antibiotikum“, den sonnengoldenen Honig (Mel apis). Er begünstigt unseren Energiestoffwechsel, erhellt die Stimmung, stärkt die Nerven, wirkt enzymatisch und eignet sich als Medizinpferd für viele weitere Heilmittel. Zum Herbstbeginn beugt 1 TL täglich davon in Vitamin C reichem Zitronenwasser auch Erkältungen vor. Honig ist mit seinen großartigen Inhalten eine Medizin, kein beliebiger Süßstoff.

    Der stinkende Storchenschnabel (Geranium robertianum), der selbst der nahenden Schneedecke trotzt und, sofern man eine Kolonie im Halbschatten der Waldesränder entdeckt hat, beinahe Jederzeit hilfsbereit. Sobald der Schnee jedoch am Schwinden ist, ladet und färbt er sich sogleich mit sprühendem Lebenssaft blutrot auf. Da ist eine Urtinktur, aus dem ganzen Kraut angesetzt, gerade richtig gegen die Frühjahrs-Depression. Aber auch so manche Entzündung, beruhend auf rauen Übergängen der Jahreszeiten, (z.B. Mandel-, Brustdrüsen-, Sehnenentzündung) lässt sich durch eine Auflage aus frischem Saft oder zerstampftem Kraut schnell heilen.

    Das heilvolle Johanniskraut (Hypericum perforatum), als Tee oder Tinktur zubereitet, ist wohl eines der meistgenannten Heilkräuter, das Depression erst nicht aufkommen lässt, wenn es vorbeugend eingesetzt wird und heilt. Interessant ist ein Alkoholauszug der Blüten in 40%igem Nussschnaps, zu Johanni angesetzt! Ein Likörglas, jeden 2. Abend vor dem Schlafengehen eingenommen, erhellt bescheiden, effizient und einfach die Stimmung. Das Öl-Mazerat aus den Blüten dient zur abendlichen Einreibung des Herzens und vertreibt die Schwere. Bei drohender Erkältung reibt man nach einem Fußbad die Fußsohlen und die inneren Oberarme damit ein. Deshalb kann das Johanniskrautöl an Babies und Kleinkindern begleitend gegen Infekte und Unruhe sehr vorteilhaft eingesetzt werden. Mit einigen wenigen! Tropfen Ätherischem Öl der Bitterorange (Citrus aurantium ssp.amara)Orange (Citrus sinensis) oder Lavendel (Lavandula angustifolia) wirkt diese Rezeptur sehr breit gefächert auf das Gemüt und die Überwindung von schwerfälligen Situationen.

    Lebensmittel und Gewürze, aus dem reichen Angebot sorgfältig gewählt, können wärmende und Melancholie vertreibende Wirkung erzielen. Hafer (Avena sativa) und Buchweizen (Fagopyrum) z.B. stärken die Nerven und wärmen von innen. Geriebener Ingwer (Zingiber off.) und Gelbwurz (Curcuma longa) gehören auch zu den Sonnenmitteln und stärken die Abwehrkräfte, wärmen das Herz und erfüllen den Geist mit reiner Freude. Das Kurkumin erhöht den Serotonin- und Dopaminspiegel, zwei wertvolle Inhaltsstoffe, die bei Depression verhältnismäßig minimal vorhanden sind. Safran (Crocus sativus) wirkt, laut iranischen Forschern, gleich effizient gegen Depression wie herkömmliche Antidepressiva (BMC Complementary and Alternative Medicine).

    Bernstein (Succinum) und Weihrauch (Olibanum spp.) sind Harze und werden uns von den Bäumen geschenkt. Aus dem Wurzelreich liefern Erzengelwurz (Angelica arcangelica) und Baldrian (Valeriana off.) die Botschaft des Lichtes, um Geist, Seele und Körper gegen Kälte, Angst oder Depression zu wappnen. Sie alle können als Tinkturen, Pulver oder in Räucherwerk eingesetzt werden.

    Menschen mit Stimmungsschwankungen sollten in der Winterzeit Lebensmittel wie Nachtschattengewächse (Solanaceae) eher meiden oder mit wärmenden Lebensmitteln und Gewürzen ausgleichen. Tomate, Paprika, Aubergine z.B. weisen eine kühlende Thermik auf oder fördern durch ihr im Schatten der Sonne (Mond) heranwachsen schlechte Laune. Dem entsprechend wird ihre Energie als eine zehrende angesehen, die im Hochsommer so keinen nennenswerten Einfluss hat.

    Natürlich ist es für manche Menschen nicht leicht, die im Spätherbst eintretende Stille, das „Lebendige sich neigende“ „auszuhalten“. Eine sich selbst zugewandte Liebe, die das Licht der Seele nicht ausgehen lässt, duftende Gewürzplätzchen nach Hildegard von BingenBienenwachs-Kerzenschein am Kaminfeuer, eine wärmende Schafwolldecke, eine Tasse Zimt (Cinnamomum zeyl.), oder Fichtennadel (Picea abies)-Tee und ein Buch über den Vogelsang begleiten uns wohlwollend über die Schwelle. Ceylonzimt enthält u.a. recht viel Kalium, was wiederum unterstützend bei „Übergängen“ geistiger Natur, in diesem Fall zur nächsten, aufsteigenden Sonnenwende, begleitet.

    In akuten oder sich wiederholenden Fällen ist es sehr angebracht, sich gleich professionelle Hilfe zu holen. Je länger zugewartet wird, umso schneller entsteht ein Gefühl der tiefdunklen Aussichtslosigkeit. Diese Situation erfordert weitere Maßnahmen in umfangreicherem Maße.

  • Tabuthema Angst

    Tabuthema Angst

    Wir alle kennen sie, möchten aber ungern darüber sprechen – Angst! In Österreich sind etwa 1,2 Millionen Menschen von Angstzuständen oder einer Depression betroffen. Studien belegen, dass Ängste, in Verbindung mit Depressionen, eine der häufigsten Todesursachen darstellen – Tendenz steigend. Wir sollten also offen darüber reden!

    Gefahren gehören zum Leben.
    Hätten wir keine Angst, wäre die Menschheit schon lange ausgestorben. Denn Angst ist ein Beschützer, der unser Überleben sicherte – beispielsweise die Flucht unserer Vorfahren vorm hungrigen Säbelzahntiger. Auch heute reagiert unser Körper noch wie damals in lebensbedrohlichen Situationen. Geschärfter Sinn, höchste Aufmerksamkeit, angespannte Muskeln, schnelle Atmung. In vielen Situationen ist das hilfreich – aber eben nicht in allen.

    Wenn die Angst bleibt.
    Ist die Gefahr überstanden verschwinden normalerweise die Angstsymptome wieder. Richten sich unsere Ängste nun aber gegen Komplexeres z.B. finanzielle Sorgen, kann es passieren, dass der angespannte Zustand anhält. Die Angst bleibt im Körper und wird zu Stress. Wird dieser nicht abgebaut, kann er sich als körperliche oder psychische Erkrankung manifestieren und zur Depression werden.

    Angst ist eine Gefühlsregung und hat unterschiedlichste Ausprägungen. Wichtig ist es, sich seinen Ängsten zu stellen und auch offen für professionelle Hilfe zu sein. Angst kann als Chance gesehen werden, sich in Gelassenheit zu üben und Stärke zu gewinnen.

    Dinge, die Ihnen helfen können, ANGST aktiv zu vermindern.
    Regelmäßige „Outdoor“ Bewegung. Durch Bewegung kann die Stressreaktion beendet und der Körper wieder in den „Normalzustand“ zurückversetzt werden. Spazieren/Walken/Laufen im Wald und sich an der frischen Luft bewegen bringt deutliche Entspannung (Biophilia-Effekt).

    Gesunde Ernährung. Das A & O sind Gemüse, Obst, Nüsse oder Hülsenfrüchte. Reich an Mikronährstoffen, sekundären Pflanzenstoffen, Ballaststoffen und Omega-3-Fettsäuren helfen sie Ihnen sich fit zu halten.

    Selektieren & Informationsflut reduzieren. Im Minutentakt erhalten wir Katastrophen-News, die uns stressen. Ein natürlicher Schutzmechanismus wäre, bewusst Dinge auszublenden und nur portionsweise aufzunehmen. Sie entscheiden was Sie zulassen.

    Entspannung gezielt aufbauen. Ängste nehmen ab, wenn man sich entspannt und in sich ruht. Methoden wie Autogenes Training, Meditation und Yoga sind wirksame Entspannungsverfahren.

    Ruhe bewahren und atmen! Unser Körper reagiert auf Angst mit flacher, schneller Atmung. Da heißt es innehalten, ruhig bleiben und laaaaange! ausatmen. Angst und Anspannung lösen sich – versuchen Sie’s!

    Heilkräuter aus der Natur
    Die Natur bietet uns verschiedene natürliche Mittel zur Unterstützung bei Angst und innerer Unruhe wie z.B. Lavendel (angstlösend), Lavendel & Melisse (beruhigend), Baldrian, Hopfen & Passionsblume (entspannend & schlaffördernd), Johanniskraut (stimmungsaufhellend). Ebenso hilfreich: die antidepressiv wirksamen Blütenfäden vom Safran, oder die „Antistresspflanze“ Haferstroh. Leicht dosiert bewirken sie alle eine sanfte Entspannung und helfen uns ein Stückchen mehr die innere Balance zu finden.

    Der Angst die Zähne zeigen & LACHEN!
    Zu guter Letzt sei erwähnt, dass Lächeln – auch ein innerlich vor Augen geführtes Lächeln – eine enorme Kraft besitzt und entspannt. Erfreuen Sie sich selbst und Ihre Mitmenschen mit einem kleinen Lächeln – Sie werden sehen, es kommt viel positive Resonanz zurück und die Angst hat keinen Platz mehr.

  • Der Darm in der Traditionellen Europäischen Medizin

    Der Darm in der Traditionellen Europäischen Medizin

    Teil 1

    Bereits Wilhelm Busch wusste, dass ein gesunder Magen und Darm unbeachtet bleibt, viel Arbeit, wenig Dank. So ist der Gastrointestinaltrakt (GIT) wohl nach wie vor ein unterschätztes Organ. Heißt es nicht stets, die Haut wäre das größte Organ? Dabei hat der Darm bei einer Länge von etwa acht Metern eine Oberfläche von 400-500 m2, die Haut lediglich hingegen etwa 1,5-2 m2. Glauben sie, man denke nur mit dem Gehirn? Das zenterale Nervensystem (ENS) weist 100 bis 200 Millionen Neuronen auf, das zentrale Nervensystem allein 100. Das ENS lernt, korrigiert, agiert unabhängig vom Großhirn und ist Sitz der Intuition. Mehr Nervenstränge laufen vom ENS zum ZNS als umgekehrt. Nicht zu vergessen sind die hundert Billionen Bakterien, die den GIT besiedeln. Damit existiert das am dichtesten besiedelte Ökosystem im menschlichen Körper. Die Keime sind nicht nur relevant für unsere Verdauung und Gesundheit, nein, die Bakterien beeinflussen das menschlich-soziale Verhalten. Beeindruckt?

    Der Gastrointestinaltrakt beginnt streng genommen in der Mundhöhle und endet mit dem After. Er erweist sich gemeinsam mit den Nebenhöhlen und der Lunge als größte Barriere des Körpers zur Außenwelt im Menschen. Die ständige Einsatzbereitschaft dieses Organs ist in hohem Maße wichtig und funktioniert dabei wie ein Türsteher. Aufgebaut ist diese Grenze aus drei Schichten:Die äußerste Schicht wird durch intestinale Mikrobiota gebildet, gemeinhin als Darmflora bekannt. Die Gesundheitserreger helfen bei der Aufnahme von Nährstoffen, bieten Schutz vor pathogenen Keimen, regulieren den pH-Wert und bilden wichtige Stoffe wie etwa kurzkettige Fettsäuren, die der Ernährung der Darmschleimhaut dienen, aber auch das Gehirn versorgen.Die Darmschleimhaut selbst hat eine schwierige Aufgabe da sie zwei völlig gegensätzliche Funktionen zu erfüllen hat. Einerseits fungiert sie als Resorptions- und Sekretionsorgan, andererseits als Diffusionsbarriere. Diese Schranke erfolgt über sogenannte tight-junctions, schmalen Bändern aus Membranproteinen, die sich nur aufgrund bestimmter Signale öffnen.Die dritte und innerste Schicht bildet das darm-assoziierte Immunsystem, welches das größte Immunorgan des Menschen überhaupt darstellt. 80% aller aktiven Immunzellen befinden sich im Darm!

    Das Funktionieren dieses Wunderwerks ist ausschlaggebend für die Verdauung und damit für die Aufnahme jener Stoffe, die den Körper nähren, aufbauen sowie mit Energie und Kraft versorgen. Jeder Teil des menschlichen Organismus und auch die Energie, die benötigt wird, um sich zu bewegen oder um zu denken, waren ursprünglich ein Lebensmittel. Der Körper verwandelt Artfremdes in Körpereigenes. Um die Nährstoffe verwerten zu können, muss der Organismus zunächst Energie aufbringen, um im Verständnis der Traditionellen Europäischen Medizin aus der kalten, feuchten Nahrung nährendes, warmes und feuchtes Sanguis herzustellen. Dieses wird schließlich wieder verbraucht. Die Lebensmittel müssen zuerst auf das energetische Potential des Organismus gebracht werden. Somit beginnt der erste Schritt der Verdauung bereits in der Küche. Die Zubereitung der Speisen verändert deren humorale Wärmequalitäten. Dies erfolgt etwa durch Würzen, Säuern oder Kochen.

    Die Traditionelle Europäischen Medizin bezeichnet alle Stoffwechsel- oder Reifungsvorgänge als Kochung. Die Kochung (Coctio) der Nahrungsmittel ist Voraussetzung für die Bildung der Säfte. Diese Humores sind nicht als Körperflüssigkeiten zu verstehen, sondern sie sind Kräfte, die im Körper wirken. Bei den genannten Organen ist nicht das Organ im modernen Sinne gemeint, sondern seine funktionelle Einheit. Erst durch die Erhöhung der humoralen Qualität der Speisen können diese verdaut werden. Wie viel physiologische Wärme nun für die Kochung nötig wird, hängt der Temperamentenlehre folgend, von dem individuellen Zustand eines Menschen ab.

    Die physiologische Umwandlung erfolgt nach der Traditionellen Europäischen Medizin in vier Schritten:
    Die erste Coctio beginnt mit der Zerkleinerung der Nahrung im Mund und danach mit dem Aufschließen im Magen. Denaturierung bedeutet im ursprünglichen Sinn, dass den zugeführten Speisen ihre Natur entzogen wird. Dazu benötigt der Magen viel Kraft und Wärme und wird dabei durch die anliegenden Organe unterstützt. Der Magen steuert den Verdauungsprozess und bringt die energetische Aufwertung in Gang. Der entstandene Nahrungsbrei „Chylus“ wird in den Dünndarm transportiert, dort materiell aufgelöst; die Nährstoffe werden resorbiert. Unnatürliche Stoffe wie raffinierte Lebensmittel, Konservierungs- und Farbstoffe können durch Denaturierung und Chylifikation nicht überwunden werden. Ihnen kann die Natur nicht entzogen werden. Derartige Stoffe wirken daher ungünstig bis giftig auf den Organismus.

    Sind die Schleimhäute überwunden, erfolgt die zweite Coctio des Chylus in den Mesenterial- und Pfortadergefäßen sowie in der Leber. Durch weitere Wärmeeinwirkung vollzieht sich die zweite Kochung. Die Leber verleiht dem Chylus die Individualität des jeweiligen Organismus. Das dabei entstandene rohe Blut nährt die Leber, der größte Teil wird in den Körper transportiert. Bei diesem Vorgang entstehen aus dem rohen Sanguis als Nebenprodukt Ausscheidungssäfte, welche aufsteigen (Chole) und solche, die erdig sind und absinken (Melanchole). Beide werden über die physiologischen Ausscheidungsorgane Leber und Milz eliminiert. Für Phlegma jedoch existiert kein physiologisches Ausscheidungsorgan. Daher muss es durch Wärmeeinwirkung vollständig in Sanguis umgewandelt werden, sonst wirkt es pathologisch kalt und feucht im Organismus.

    Die dritte Coctio und die Bildung von vollendetem Sanguis erfolgt im Gewebe, dort wo es benötigt wird. Im Kapillarnetz bildet sich durch den Einfluss physiologischer Wärme das Blut und ermöglicht so die Versorgung des Körpers. Die bei dieser Gewebetätigkeit entstehenden Überschussstoffe werden von den Zellen in den Zellzwischenraum (Interstitium) abgegeben. Die extrazelluläre Flüssigkeit durchzieht alle interzellulären Räume des Organismus und erreicht jede Zelle. In jedem Fall stellt sie die „Transitstrecke“ für alle Stoffe und Informationen dar, welche die Zelle erreichen sollen. Stoffwechselendprodukte werden schließlich über Lymph- und Blutkapillaren abtransportiert, um ausgeschieden zu werden. Fehlt es an physiologischer Wärme, kann das Blut nicht gebildet, Stoffwechselprodukte nicht mehr regulär abtransportiert werden. Sie reichern sich im Bindegewebe an. Diese Primärsäfte entstehen nach abgeschlossener Kochung und werden als Nährsäfte bezeichnet. Sekundärsäfte sind Ausscheidungssäfte und können durch pathologische Abläufe bei jedem Kochungsschritt entstehen. Sie haben keine physiologische Bedeutung, können jedoch Grundlage für die Entstehung von Krankheiten sein.

    Die vierte Coctio erfolgt im Dick- und Mastdarm. Das Wasser und die Schleime, die während der ersten Coctio in den Magen und Darm abgesondert wurden, müssen getrennt behandelt werden, einschließlich möglicher Schadstoffe. Während das Wasser wieder rückgeführt wird, müssen alle anderen Stoffe ausgeleitet werden. Liegt eine Schwäche in der Trias Lymphsystem-Schleimhaut-Symbiontenflora und damit dem Türsteher vor, versucht der Körper zu kompensieren. Entweder er probiert mit einer verstärkten Ausscheidung von Wasser und Schleim das Problem in den Griff zu bekommen (Durchfall) oder er resorbiert verstärkt (Verstopfung). Auch andere Wege wie Hitzeerscheinungen (Entzündungen) sind möglich. Funktioniert das System Darm perfekt, so endet die Verdauung mit dem Absetzen des Stuhls völlig sauber.

  • Gewürzbirnen: ROT & SAFTIG – so richtig herrlich um jetzt im Herbst das Sanguis aufzufüllen.

    Gewürzbirnen: ROT & SAFTIG – so richtig herrlich um jetzt im Herbst das Sanguis aufzufüllen.

    Jetzt ist die Zeit der Melancholie, du bemerkst es bestimmt – die Haut wird trocken. Umso wichtiger ist es saftiges zu essen und uns zu nähren, damit wir nicht austrocknen. Daher ist diese Kombination gerade jetzt einfach perfekt.

    Gewürzbirnen im Rote Rüben Sud

    Saftig und etwas kernig, aber keinesfalls hart sollen die Birnen für dieses Rezept sein. So wirken sie besonders befeuchtend. So beleben sie die Schleimhäute. Der Klecks Schlagobers verstärkt die direkte Funktionsebene zu Magen, Darm und Blut. Sanguisaufbau pur!

    7 Birnen schälen, halbieren und das Kerngehäuse mit einem Löffel entfernen. Nach und nach – damit sie nicht braun werden – in einen Topf mit 500 ml guten Rote Rübensaft und ca. 100 ml Wasser – so, dass sie gut bedeckt sind -, 3 EL Zucker, einer Zimtstange, 2 Sternanisen, 3 Gewürznelken, 1 kleines Stück Ingwer, 1 TL ungesüßtem Kakaopulver und 1 TL Zitronensalzpaste geben. Ca. 30 Minuten bei mittlerer Temperatur weich kochen. Evtl. einmal wenden, damit sie rundherum schön rot werden. Lauwarm mit einem Klecks Vanille-Schlagobers und geriebene Zartbitter-Schoki servieren. Die übrigen roten Birnen samt dem Saft in Gläsern einkochen und später im Jahr genießen.

    Die Vorteile dieses Gerichts schlagen Purzelbäume!

    Birnen haben viele großartige Eigenschaften und Nährstoffe, die in gekochter Form super verfügbar sind. Besonders die festfleischigen reifen Sorten regen die Magen- und Darmfunktion an und fördern das Ausleiten der Schwarzgalle – der Melancholie. Zimt, Zucker, Honig, Obers (Sahne) und Butter verstärken die direkte Funktionsebene zu Magen, Darm und Blut. Daher gibt es kurz vor dem Servieren noch einen Klecks Schlagobers drauf.

    Rote Rübe, Rote Beete, Rauna, Rana, Rahne, Rohne, Ronen, Randig, Rohna. Die rote Knolle hat landauf, landab viele Namen – wie sagst du dazu? Weich gekocht ist sie gewissermaßen bereits vorverdaut – und dadurch für uns gut aufzunehmen. Speziell an grauen Herbst- und Wintertagen wirkt sie stimmungsaufhellend, denn sie unterstützt sowohl den Sauerstoffumsatz als auch die Blutbildung.

    Diese Kombination ist Sanguis pur!