Kategorie: Rezepte

  • Der Bär ist los – spürst du das frische Grün in dir?

    Der Bär ist los – spürst du das frische Grün in dir?

     

    Der Bär ist los. Ja, definitiv. nun ist das Sammelfieber ausgebrochen. Bereits seit 1-2 Wochen oder gar schon 3 Wochen wird immer wieder von Bärlauchfunden berichtet. Mit den ersten feinen grünen Blättern wissen wir! Nun ist Frühling. Und da sind wir auch schon beim Bären. Der Bär im Bärlauch ist keine deutschsprachige Besonderheit – auch im wissenschaftlichen Namen: Allium ursinum, steckt der Bär. Ursus ist der Bär.Was hat der Bärlauch aber eigentlich mit dem Bären zu tun? Nun darüber wird munter diskutiert. In vielen Kulturen stellt der Bär ein besonderes Symbol für Kraft und Stärke dar. Daher sind viele besonders heilwirksame Pflanzen – wie zum Beispiel Bärlapp, das Bärenkraut, die Bärentraube, die Bärwurz – nach dem Bären benannt.

    Eine besonders nette Geschichte ist es, dass der Duft des Bärlauchs die Bären aus dem Winterschlaf erwachen lässt und sich die tapsigen Waldbewohner genüsslich ihren ersten Hunger damit stillten.

    Bärlauch als Muntermacher

    Bärlauch ist ein wunderbares Frühlingswildkraut und lockt uns bei den ersten frühlingshaften Temperaturen in den Wald. Wenn der Wald nach Knoblauch duftet, ist Sammeln angesagt. Ernte Bärlauch so jung und frisch wie möglich. Nur dann, wenn er Saison hat, wirkt er am besten. Bärlauch gehört zu jenen Kräutern, die nur mäßig bis gar nicht erhitzt werden sollen. Durch Hitze geht die Wirkung der Scharfstoffe verloren – die schwefelhaltigen Stoffe, die für den Geschmack und die förderliche Wirkung maßgeblich sind, werden verändert. Daher am besten roh verwenden: als Pesto, in Frischkäse oder in gekochten, pürierten Bohnen als Brotaufstrich.

    Die reichlich enthaltenen schwefeligen Öle machen den Bärlauch zu einem guten Unterstützer, um das Blut zu reinigen, das Phlegma in Schwung zu bringen und es auszuleiten. Die Öle sind auch eine Kampfansage an fäulnisverursachende Bakterien und helfen bei der Darmsanierung. Die grünen Blätter sorgen für Entgiftung und Entschlackung nach dem Winter. Bärlauch erleichtert die Verdauung, wirkt vorbeugend gegen Arteriosklerose und blutdrucksenkend. Bärlauch hilft ebenso bei der Ausleitung von Schwermetallen. Ein Zuviel an Bärlauch kann zu Überreaktionen führen.

    “Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.” (Paracelsus)

    Dazu hatte ich vor vielen Jahren ein eigenes Selbstexperiment – wobei Experiment war es gar keines – es war Unwissenheit und überschwängliche Freude: Ich kochte für die ganze Familie ein Bärlauchmenü – es gab kaum etwas, in dem kein Bärlauch enthalten war. Es duftete herrlich – es war so schön grün – alle waren begeistert. Doch ich konnte nichts essen – beim Kochen und Verkosten hatte ich mein Pensum an Bärlauch erfüllt. Alleine der Geruch widerte mich an – mir war schlecht – ein Reinigungsprozess aus allen Poren fand statt – JA aus allen!. Es dauerte gut 10 Jahre, bis ich wieder in einen Wald gehen konnte – alleine der Geruch des Bärlauchs weckte in mir ein ungutes Gefühl. Erst Jahre später wurde mir der Reinigungsprozess klar – JA es war ein unglaublicher Reinigungsprozess – sehr intensiv und wirkungsvoll.

    Heute liebe ich Bärlauch wieder und freue mich über die ersten zarten Triebe und auf die Plätze im Auwald, wo er versteckt grünt …

    Bärlauch sammeln birgt auch Gefahren. Man sollte die Blätter richtig erkennen, denn die Verwechslungsgefahr ist immer gegeben. 2 Pflanzen sind es, mit denen Bärlauch verwechselt werden kann. Das wunderschön blühende und duftende Maiglöckchen und die Herbstzeitlose

    Hier ein paar Tipps zur Analyse.

    • Wenn du am Bärlauch-Blatt reibst, duftet es unverkennbar an Knoblauch.
    • Das Bärlauch-Blatt hat eine Mittelrippe, die du brechen kannst – achte auf das Knackgeräusch.
    • Das Ende des Bärlauch-Stängels bis zur Zwiebel ist weiß (Das Maiglöckchen ist rosa).
    • Bärlauch wächst in Gruppen, aber jedes Blatt hat einen eigenen Stängel. (Beim Maiglöckchen wachsen 2 Blätter je Stängel und das Blatt der Herbstzeitlosen hat gar keinen Stängel.
    • Die Unterseite des Bärlauch Blattes ist matt, die Oberseite glänzend.

    Im Zweifelsfalle, schaue, ob es bei Dir geführte Kräuterwanderungen gibt. Das macht Spaß und du lernst viel über die Schätze der Natur.

    TEM Steckbrief: Bärlauch

    • Element: Feuer
    • Qualitäten-Mischung: warm 4 & trocken 3–4
    • Geschmack: knoblauchartig, scharf, süßlich
    • Wirkung: blutreinigend, blutdrucksenkend, herzstärkend, verdauungsfördernd, entgiftend, entschlackend, schleimlösend

    Erbse trifft Bärlauch

    250 g Erbsen, Bärlauch, Petersilie, 2 EL Butter, Hanföl, Salz, Pfeffer, Chili, Muskat, Radieschen, 1 Zitrone Abrieb und -saft Erbsen in ca. 100 ml Gemüsesuppe weichkochen. Bärlauch und Petersilie fein hacken. Wenn die Erbsen weich sind, Butter, Öl und Gewürze zugeben und mit den Kräutern stampfen oder pürieren. Ggf. noch etwas Wasser dazugeben. Mit knackig frischen Radieschen servieren.

     

  • Die Heilkraft der Erdäpfel … als Fastenbegleiter

    Die Heilkraft der Erdäpfel … als Fastenbegleiter

    Genauso wie man nach intensiver Bewegung ein ausreichendes Maß an Ruhe benötigt, bedarf es einer passenden Pause nach den Mahlzeiten. Wie lange diese sein soll, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Es gibt mehrere Ansätze und viele Möglichkeiten, Essenspausen einzulegen.

    Du musst dabei nicht in erster Linie an strenges Fasten denken. Wobei, Menschen fasteten immer schon. Es gab von Natur aus immer wieder längere Zeiträume mit eingeschränkter oder ohne Versorgung. Diese Selbstverständlichkeit des Verzichts wurde ein Teil vieler Kulturen und ist weltweit in den Religionen verankert. Ob im Christentum, Islam oder Buddhismus, überall gibt es bestimmte Zeiten der Enthaltsamkeit, des Fastens.

    Fastest du?

    Nicht immer muss man beim Fasten auf feste Nahrung verzichten, es gibt viele auch abgeschwächte Formen. Beim Basenfasten, das auch gern „detoxen“ bzw. entgiften genannt wird, wird die Nahrungszufuhr stark eingeschränkt. Es basiert auf einer vorwiegend pflanzlichen Ernährung, die für manche Altersgruppen vorteilhafter ist – sie ist wesentlich schonender als die radikale Nulldiät.

    Und Kartoffeln sind sehr oft die Stars.

    Kartoffeln wirken basisch und gleichen damit chronische Übersäuerung aus. In der “Basenküche” stellen Kartoffeln durch ihre entsäuernde Wirkung ein wichtiges Lebensmittel dar.

    Und genau so eine Kur, habe ich vor kurzem gemacht – sie war perfekt für mich – allerdings gab es nicht bloß Erdäpfel sondern auch ganz viel Gemüse.

    Kartoffeltage wie ich sie gemacht habe, sind großartig zur Entschlackung. Und ich habe tatsächlich gut entschlackt. Aus Sicht der TEM – erkennt man allerdings gleich am leicht süßlichen Geschmack und der weichen Konsistenz den nährenden Aspekt. >> Vorsicht ist bei einem phlegmatischen Ungleichgewicht geboten – der Geschmack verrät es bereits: Kartoffeln bilden zähe und schleimige Feuchtigkeiten und sind eher für junge, hitzige Temperamente geeignet.

    Phlegmatiker haben hier tatsächlich ein Thema damit – die Zubereitungsform ist extrem wichtig. Muskat & Majoran sind die absolut notwendigen Beigaben um die „phlegmatische“ Erdäpfel zu temperieren – und ja Butter und Fett unbedingt reduzieren. Die Kombination mit viel Gemüse zahlt sich aus.

    Wie habe ich die Kartoffeltage eingehalten?

    Ich habe es sehr entspannt gemacht – abends hab ich ca. ¾ kg Kartoffel und ½ kg Karotten gedämpft. Das war meine Basis. Am nächsten Tag wurden die Kartoffeln in den unterschiedlichsten Varianten zubereitet – es ging schnell. Es gab Suppe, Püree, Laibchen, Puffer, Eintopf,… mit Pilzen, Zwiebeln und frisch zubereitetem Gemüse und mit vielen frischen Kräutern – vor allem Petersilie und Majoran. Muskat frisch gerieben über jedes Gericht – sowieso. Für den knackigen Biss, und um die Eiweißversorgung nicht zu vernachlässigen gab es immer wieder geröstete Nüsse dazu.

    Zwei meiner Lieblingsrezepte möchte ich dir heute gerne weitergeben – probiere sie doch aus.

    Pastinaken-Erdäpfel-Stampf mit würzigen Haselnüssen und Schmorzwiebeln

    Zutaten für 4 Portionen

    Zutaten Pastinaken-Erdäpfel-Stampf

    • 300-400 g Erdäpfel, mehlig
    • 300-400 g Pastinaken Wurzeln
    • 20 g Butter
    • 50-100 ml Gemüsesuppe
    • Pfeffer, frisch gemahlen
    • 0,5 TL Salz
    • 2 – 3 Prisen Muskat, gemahlen
    • 1 Spritzer Essig oder Zitronensaft

    Zutaten würzige Haselnüsse und Schmorzwiebeln

    • 200 g rote Zwiebeln
    • 100 g Haselnüsse
    • 1-2 TL ÖL
    • Gewürzmischung: ¼TL Salz sowie Je 1/2 TL Paprikapulver edelsüß, Pfeffer, Majoran und Thymian, Frische Kräuter (z.B. Majoran oder Thymian)

    Erdäpfel und Pastinaken schälen und in kleine Stücke schneiden. In etwas Gemüsesuppe weichkochen. Während das Gemüse kocht, Zwiebeln in Ringe schneiden und in etwas Öl bei mittlerer Temperatur dünsten sowie in einem kleinen Topf 1-2 TL Öl erhitzen und die Haselnüsse unter Beobachtung rösten. Die Gewürzmischung zu den Nüssen geben, gut vermischen und in eine Schüssel umfüllen. Wenn die Erdäpfel- und Pastinaken Stückchen weich sind, 20 g Butter zugeben und mit einer Gabel oder einem Erdäpfelstampfer zerdrücken. Stampf und Schmorzwiebeln mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss sowie Essig oder Zitronensaft abschmecken. Pastinaken-Erdäpfel-Stampf mit den würzigen Haselnüssen, Schmorzwiebeln und gehackten Kräutern anrichten und genießen.

    Erdäpfel-Kichererbsen Laibchen mit Blattspinat

    Zutaten für 2 Portionen

    • 300 g mehlige Erdäpfeln
    • 1-2 kleine Karotten
    • 180 g gekochte Kichererbsen (oder aus der Dose)
    • ½ TL Salz, 2 TL Majoran, 1-2 Prisen Kurkuma, 2-3 Prisen Muskatnuss, 1 TL Schwarzkümmel
    • Öl oder Butterschmalz zum Ausbacken
    • 250 g Blattspinat
    • 2 Knoblauchzehen
    • ½ Zitrone

    Erdäpfel, Karotten und Kichererbsen in Salzwasser weich kochen und abseihen. Wasser nicht verwerfen. Gemüse zerstampfen und mit den Gewürzen vermischen. Knoblauch in feine Streifen schneiden und in etwas Öl in einem großen Topf andünsten. Blattspinat dazugeben und mit etwas Kochwasser von den Erdäpfeln überbrühen und dünsten bis der Spinat zusammenfällt und das Kochwasser verdampft ist. In der Zwischenzeit aus der Erdäpfelmasse mit einem Esslöffel Laibchen ausstechen und in der Pfanne in Öl oder braten. Spinat mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken und zu den Laibchen servieren.

    TEM-Steckbrief

    • Kartoffel … Erdapfel im Schatten der Nacht (Solanum tuberosa)
    • Element: Luft
    • Qualitäten-Mischung: feucht 1–2 & ausgeglichen warm
    • Geschmack: mehlig, schleimig
    • Wirkung nährend, entsäuernd, diuretisch (harntreibend)

    Die Kartoffel ist ein Nachtschattengewächs, dessen hübsche Blüten und Blätter giftig sind. Auch die Knolle selbst ist ungekocht ungenießbar. Die Pflanze war bis in das 16. Jahrhundert in Europa unbekannt. Von Südamerika über Spanien erreichte sie Europa. Es soll eine findige List gewesen sein, die der Kartoffel den Weg in die Küchen Europas ebnete. Sie löste Rüben, Zwiebeln und Pastinaken als Hauptnahrungsmittel ab. Heute sind Kartoffeln bzw. Erdäpfel in unseren Breiten in der Küche fest verankert. Die Zubereitungsmethoden der feinen Knolle sind ebenso vielfältig wie die Sorten (mehlig, festkochend, speckig, länglich, rund, braun, blau usw.).

    Weil ich kürzlich dazu gefragt wurde … Auf Grund der vielen verschiedenen Sorten und Geschmäcker – kann nicht jede Kartoffel zu 100% dem Luft-Element zugeordnet werden – es ist ein Richtung und zeigt eine Tendenz an – verlass dich am besten immer auf den Geschmack und dein Bauchgefühl!

    Erdäpfel werden gesotten, gestampft, gebraten, gratiniert und frittiert. Sie sind der Liebling von Groß und Klein. Sie bringen ein gewisses angenehmes Wohlgefühl mit sich. Sie nähren, befeuchten und tun gut. Vor allem sind sie eine gute Mineralstoffquelle (Kalium, Kalzium, Phosphor und Magnesium) und von Natur aus frei von Gluten, Cholesterin und von gichtfördernden Purinen.

    Um den phlegmatischen – den nährenden, schleimigen – Aspekt der beliebten Kartoffelgerichte ausreichend zu temperieren darf Muskatnuss nicht fehlen und unterstützende Kräuter wie Majoran und Salbei sind obligat! Auch Zwiebeln und Kümmel unterstützen das Temperieren – daher war in Omas Küche immer Kümmel im Kochwasser.

  • Nahrung für die Lunge – Teil 1 Die Zwiebel

    Nahrung für die Lunge – Teil 1 Die Zwiebel

    “Lasst eure Lebensmittel Arznei und eure Arznei Lebensmittel sein.” (Hippokrates)

    Dieses wohlbekannte und oft gehörte Zitat von Hippokrates, dem griechischen Arzt und Begründer der Vier-Säfte-Lehre, ist nach wie vor stimmig. Behalte es im Hinterkopf und lass es dich Mahlzeit für Mahlzeit begleiten.

    Pflege deine Atemwege! Viren werden als Tröpfcheninfektion weitergegeben. Also jemand atmet das Virus aus und jemand anders atmet es gleich wieder ein. Dieses Virus will an der Schleimhaut der Lunge haften bleiben. Dafür muss es eine Schleimhautzelle befallen, um sich vermehren zu können – das gilt es zu verhindern. Die Säfte müssen fließen können. Die Schleimhäute müssen fließfähig sein. Die Atemwege sind besonders vor der Austrocknungen aber auch vor zähem Schleim zu bewahren. Halte sie fließfähig!

    Bestimmte Lebensmittel und Gewürze haben einen direkten Bezug zur Lunge und sorgen für fließfähige Schleimhäute. Angenehmer Nebeneffekt: Sie schmecken einfach wunderbar: Zwiebeln, Birnen, Gerste, Mandeln, Kohlgemüse, Birnen, Butter, Basilikum, Thymian, Kardamom, u.v.m.

    Eine Ode an die Zwiebel!

    oooh du Zwiebel!

    Zwiebeln wirken antibakteriell. Sie helfen bei Entzündungen, gegen Viren und Pilze. Sie steigern die Sekretion und wirken schleimtreibend. Sie fördern die Durchblutung. Zwiebeln befreien Nasennebenhöhlen, Bronchien und Lungen in dem Sie Brust – und Bauchraum erwärmen und kaltes und zähes Phlegma zerteilen.

    Das medizinische Potenzial der Zwiebel ist so hoch, dass selbst die WHO (World Health Organization) sie als Schleimlöser bei Erkältungskrankheiten empfiehlt. Sie ist damit auf einer Linie mit Paracelsus, der bereits davon ausging, dass Zwiebeln so viel wert sind wie eine ganze Apotheke.

    TEM-Tipp: Gib beim Zwiebeldünsten eine Prise Zucker oder etwas Honig dazu.

    Zwiebelgemüse mit Fenchel

    Zwiebeln sind der Klassiker in der Küche. Kaum ein Rezept beginnt nicht, mit dem ersten Schritt. “Zwiebeln glasig dünsten …”

    Viele haben damit bereits ein Problem, da die Pfanne zu heiß ist. Hier ein Tipp. Weniger ist oft mehr: Heize den Topf oder die Pfanne nur auf mittlere Temperatur vor – Je nach Herd wähle Stufe 5-6 statt 10.

    Für das Zwiebelgemüse schneide in der Zwischenzeit die 2 großen Zwiebeln in grobe Streifen (ca. 7-10 mm). Einen Gemüsefenchel vierteln, den Strunk herausschneiden und ebenfalls in breite Streifen schneiden. Etwas Öl und ein Stück Butter in die Pfanne geben und wenn die Butter geschmolzen ist, die Zwiebeln hineingeben. 1-2 Prisen Vanillezucker darüberstreuen und sanft braten. Nach 1-2 Minuten gib den Fenchel dazu, alles verrühren und etwas Wasser oder Kräutertee dazugeben. Zudecken und auf kleiner Flamme – evtl. musst du etwas zurückschalten – dünsten.

    Einstweilen bereite eine würzige Mischung zu. Ich liebe es frisch gemörsert: Langschwanzpfeffer, Fenchelsamen, Majoran und Salz. Diese Gewürzmischung gebe ich zum Gemüse, während es dünstet. Dann noch frische Kräuter hacken.

    Sobald das Gemüse weich ist noch 1-2 EL Obers oder einen Stich Butter zugeben und abschmecken. Mit frisch gehackten Kräutern großzügig dekoriert servieren. Apropos Kräuter – sei großzügig damit. Sie aktivieren die Schleimhäute ganz wunderbar. Doch dazu ein anderes Mal mehr.

    Dieses Rezept ist so großartig abzuwandeln. Beispielsweise mit anderem Gemüse. Nimm statt Fenchel, Karotten, Kraut, Paprika, … und da das Gemüse recht weich ist, streu ein paar geröstete Gewürzmandeln darüber … das bringt Crunch und das notwendige Protein.

    Gewürzmandeln

    Mandeln in einer Pfanne ohne Fett rösten bis, sie duften. Auskühlen lassen. Grob hacken und mit etwas Olivenöl und gemahlenen Gewürzen deiner Wahl bestreuen. Nimm eine Prise Salz, Paprika – durchaus rosenscharfes Paprika Pulver, Kurkuma, Kümmel, … experimentiere einfach quer durch dein Gewürzparadies.

    Lass es dir temperamentvoll schmecken.

    Herzlichst, Michaela Hauptmann
    Link zum Originalbeitrag

  • Winterzeit, Einkehr, Ruhe … Wärme suchen

    Winterzeit, Einkehr, Ruhe … Wärme suchen

    Denkst du bei Winter zuerst an Finsternis, Kälte, Schneematsch und Zähneklappern? Erinnere dich an deine Kindheit: Rodeln, Schneeballschlacht und ein nasser Hosenboden. Unbeschwert und sorgenfrei. Danach: Hosen wechseln, wieder raus – und … ja die Stille genießen.

    Herrlich! Hör mal … du hörst – ja genau nichts, ist das nicht fein? Einzig das Knirschen des Schnees unter den Schuhsohlen klingt wie Musik. Kuscheln am Kamin, ein schönes Buch, eine Tasse Tee, nichts wärmt besser.

    Jetzt ist die Zeit des Ausruhens. Die Zeit um die Nerven zu schonen – zurückzuschauen und nach vorne. Die winterlichen Eigenschaften dämpfen. Die Natur ist ruhiger als in den anderen Jahreszeiten. Lehn dich zurück, entspann dich – ABER, so kann es passieren, dass du den Frühling verpasst. Ja, möglicherweise verschläfst. Denn im Winter ist das dämpfende Funktionsprinzips des Phlegmas dominant. Kühl & feucht. Dies gilt es auszugleichen und zu harmonisieren. Deine Schleimhäute können austrocknen. Die Infektanfälligkeit steigt. Verkühlung, Husten, Schnupfen und Heiserkeit stehen auf der Tagesordnung. Daher ist es gerade jetzt besonders wichtig, die nährende Feuchte zu bewahren, zu erwärmen und zu stärken.

    Die Qualität der Winterkost soll warm, nährend, aber nicht belastend sein. Rohe, ungekochte und kalte Speisen bringen im Winter kaum Wohlbefinden. Hingegen weckt der Geruch eines über lange Zeit geschmorten Eintopfes ein wohliges Gefühl. Kraftsuppen, Eintöpfe und große Braten, denen durch lange Garzeiten kräftig eingeheizt wurde, sind deshalb im Winter sehr beliebt und tun wohl.

    Je nach Konstitution und Notwendigkeit temperierst du sie mit unterschiedlichen Gewürzen. Wärmende Gewürze, die in Wintergerichten nicht fehlen sollten, sind: Muskatblüte und Muskatnuss, Safran, Kakao, Senf, Pfeffer, Koriander, Gewürznelke, Zimt, Vanille, Kardamom, Galgant, Anis, Ingwer und Honig. Auch Rosinen geben eine gewisse Würze und wirken noch dazu verbessernd auf das Phlegma.

    Wenn die Tage kurz sind, wenn das Sonnenlicht fehlt, gilt es die Nerven zu stärken: Mandeln, Kamille, Melisse, Thymian, Rose, Pfeffer, Zwiebeln und Äpfel sind nun einfach gut. Warme Speisen und Getränke durchwärmen den Körper. Bewegung aktiviert. Ja, verzichte nicht auf Bewegung an der frischen Luft! Doch Obacht. Betreibe Sport, wenn es hell ist und nicht spätabends, denn die Kälte, die du über die Lungen aufnimmst, kühlt auch dein Herz. So liegt es nahe ein wärmendes Gericht aus den Schätzen der kalten Jahreszeit zu zaubern.

    Eine wunderbar sämige Maronicremesuppe
    Vorgegarte Maroni, Butter, fein gehackte Zwiebel und eine Knoblauchzehe sowie eine Prise Zucker dünsten. Mit etwas Weißwein ablöschen und mit Gemüsesuppe aufgießen. Klein geschnittene Kartoffelstückchen dazugeben und weich kochen. Die Suppe pürieren und mit Mandel- oder Haferdrink auf die gewünschte Konsistenz bringen. Nochmals erhitzen und mit Salz, Pfeffer, frisch geriebenem Muskat und zerstoßenen Fenchelsamen abschmecken. Als Einlage passen geröstete Maroni oder Schwarzbrotwürferl. Wusstest du, dass Maroni einst sogar eine Hauptnährquelle waren? Als Getreide noch teuer und Mangelware war, griff man zu Kastanien.

    TEM-Steckbrief

    • Element Feuer
    • Qualitäten-Mischung warm 1 & trocken 1
    • Geschmack süßlich, nussig, schleimig
    • Wirkung nährend, schwer verdaulich … wenn nicht richtig zubereitet

    Guten Appetit und temperamentvolle Grüße.
    Schön, dass Du da bist, auf dich achtest und dich nährst!

  • Gewürzbirnen: ROT & SAFTIG – so richtig herrlich um jetzt im Herbst das Sanguis aufzufüllen.

    Gewürzbirnen: ROT & SAFTIG – so richtig herrlich um jetzt im Herbst das Sanguis aufzufüllen.

    Jetzt ist die Zeit der Melancholie, du bemerkst es bestimmt – die Haut wird trocken. Umso wichtiger ist es saftiges zu essen und uns zu nähren, damit wir nicht austrocknen. Daher ist diese Kombination gerade jetzt einfach perfekt.

    Gewürzbirnen im Rote Rüben Sud

    Saftig und etwas kernig, aber keinesfalls hart sollen die Birnen für dieses Rezept sein. So wirken sie besonders befeuchtend. So beleben sie die Schleimhäute. Der Klecks Schlagobers verstärkt die direkte Funktionsebene zu Magen, Darm und Blut. Sanguisaufbau pur!

    7 Birnen schälen, halbieren und das Kerngehäuse mit einem Löffel entfernen. Nach und nach – damit sie nicht braun werden – in einen Topf mit 500 ml guten Rote Rübensaft und ca. 100 ml Wasser – so, dass sie gut bedeckt sind -, 3 EL Zucker, einer Zimtstange, 2 Sternanisen, 3 Gewürznelken, 1 kleines Stück Ingwer, 1 TL ungesüßtem Kakaopulver und 1 TL Zitronensalzpaste geben. Ca. 30 Minuten bei mittlerer Temperatur weich kochen. Evtl. einmal wenden, damit sie rundherum schön rot werden. Lauwarm mit einem Klecks Vanille-Schlagobers und geriebene Zartbitter-Schoki servieren. Die übrigen roten Birnen samt dem Saft in Gläsern einkochen und später im Jahr genießen.

    Die Vorteile dieses Gerichts schlagen Purzelbäume!

    Birnen haben viele großartige Eigenschaften und Nährstoffe, die in gekochter Form super verfügbar sind. Besonders die festfleischigen reifen Sorten regen die Magen- und Darmfunktion an und fördern das Ausleiten der Schwarzgalle – der Melancholie. Zimt, Zucker, Honig, Obers (Sahne) und Butter verstärken die direkte Funktionsebene zu Magen, Darm und Blut. Daher gibt es kurz vor dem Servieren noch einen Klecks Schlagobers drauf.

    Rote Rübe, Rote Beete, Rauna, Rana, Rahne, Rohne, Ronen, Randig, Rohna. Die rote Knolle hat landauf, landab viele Namen – wie sagst du dazu? Weich gekocht ist sie gewissermaßen bereits vorverdaut – und dadurch für uns gut aufzunehmen. Speziell an grauen Herbst- und Wintertagen wirkt sie stimmungsaufhellend, denn sie unterstützt sowohl den Sauerstoffumsatz als auch die Blutbildung.

    Diese Kombination ist Sanguis pur!

  • Herbstliche Fruchtstärke der Traditionellen Europäischen Medizin

    Herbstliche Fruchtstärke der Traditionellen Europäischen Medizin

    Im Jahreszyklus beginnt das Sammeln von Kräutern im Frühjahr mit den Knospen der Bäume, mit den jungen Blättchen und erreicht natürlich im Sommer mit seiner Fülle den Höhepunkt. Der Herbst, so scheint, ist mehr Erntezeit für Äpfel, Birnen, Zwetschken, Kürbis oder Kraut sowie von allen Arten von Knollen und Wurzeln. Nicht zu vergessen ist jedoch die Fruchtstärke, die Pflanzen spenden können, um die Gesundheit des Menschen zu stärken, sowohl in der Küche als auch im Kräuterkisterl.

    Die Berberitze (Berberis vulgaris) ist eine traditionelle Färberpflanze, die sehr unterschiedlich verwendet werden kann. Wurzel und Rinde färben gelb, die Beeren rot. Arzneilich werden neben der Wurzel und der Rinde, die Alkaloide enthalten und daher als stark wirksam gelten, auch die Beeren genutzt. Sie leiten sowohl übermäßige Gelbgalle und auch Schwarzgalle ab sowie die dazu gehörigen Schärfen. Darüber hinaus fungieren die „Spitzbeerli“ zusammenziehend und trocknend auf übermäßige Feuchtigkeit. Sie sind mild ausleitend, sowohl auf Darm als auch auf Niere und haben entzündungshemmenden Einfluss. Anwendung findet die Berberitze besonders bei der aziden Diathese und den daraus resultierenden Erkrankungen.

    Die Früchte färben sich ab August rot und können bis in den Winter hinein am Strauch hängen bleiben. Beim Reifen werden die schmalen, länglichen Beeren immer saurer, weshalb der Strauch auch unter anderem Sauerdorn genannt wird. Die Früchte enthalten Vitamin C und andere organische Säuren sowie Antioxidantien. Neben der Verwendung der Berberitzenfrüchte als Tinktur oder Zusatz eines entsäuernden Tees, können sie zu einem erfrischenden Saft gekocht werden. Weiters kann man die Beeren wie in der Persischen Küche zu Fleischgerichten oder zu Reis reichen.

    Die Frucht der Rose ist die Hagebutte (Rosa ssp.). Mittlerweile werden unzählige verschiedene Rosensorten, insbesondere wegen ihrer Schönheit angeboten. Die Wildrosen sind eher schlicht, die Blüte ist 5-zählig und zart. Die Früchte bilden sich im Herbst aus und leuchten im Winter vom Strauch, so wie jene der Berberitze. Die „Hetschepetsch“ sind durch ihre unzähligen Stacheln und durch die überhängenden Triebe sehr wehrhaft. Die Früchte wirken leicht kühlend und zusammenziehend und leiten übermäßige Gelbgalle und cholerische Schärfen über die Nieren ab. Ähnlich der Berberitze haben sie mild diuretische und leicht abführenden Effekt. Neben der immunstimulierenden Wirkung des enthaltenen Vitamins C tragen auch weitere Vitamine wie B1, B2, Vitamin E, Mineralstoffe und Antioxidantien zur immunprotektiven Wirkung bei. Schon im Arzneischatz des Hippokrates wird die Hundsrose als entzündungswidriges Mittel genannt. Üblich ist die Anwendung bei aziden, cholerainduzierten Beschwerden wie etwa Gelenksarthrosen und Schmerzen des Bewegungsapparates. Außerdem senken die Inhaltsstoffe den Blutdruck und den Cholesterinspiegel und wirken somit arteriosklerotisch.

    Die Hagebutte wird gerne als Ergänzung zu Fruchtteemischungen oder arzneilichen Weinen gegeben. Neben der angenehmen Säure und dem milden Aroma zeichnet sie sich im Winter durch den hohen Gehalt an Vitamin C aus. Bereits zur Zeit der Pfahlbauten- darauf weisen Funde hin- wussten die Menschen das Hagebuttenmus zu schätzen. Dieses wird heute noch in Bayern, der Schweiz und Österreich etwa in Palatschinken gereicht. Bei der Zubereitung einer Marinade für einen bitteren Herbstsalat mit Cichorien ist das Mus eine äußerst schmackhafte Bereicherung. Aus den Hagebutten lässt sich nach Zuckerzusatz und Gärung ferner ein vorzüglicher, süßer Wein zubereiten oder daraus auch ein Essig herstellen.

    Die Beeren des Wacholders (Juniperus communis) waren schon im Altertum bekannt. Bereits die Germanen sollen die „Kranewitterbeeren“ als Arznei genutzt haben. Sie galten und gelten noch immer als lebensverlängerndes Mittel, das bei einer Vielzahl von Erkrankungen angewendet werden kann. Bei den Früchten handelt es sich um Beerenzapfen, die nach der Bestäubung aus den Fruchtblättern durch Verdickung und Verwachsung entstehen. Die Reifung dauert drei Jahre von grün bis zum charakteristischen Blau. Getrocknet sind sie schwarzbraun. Sie fördern die Coctio (Verdauung), sind wärmend, öffnend und vermindern zähe Feuchtigkeit. Sie haben eine ausleitende Wirkung auf die Gelbgalle und deren Schärfen. Die Beeren tonisieren das Abdomen und regen dadurch die „Blum“ (Menstruation) an. Sie gelten seit jeher als potentes Ausleitungsmittel, weshalb jedoch Vorsicht geboten ist. Während der Schwangerschaft sowie bei Herz- und Nierenpatienten gilt der Wacholder in therapeutischen Dosen als kontraindiziert.

    Durch das außergewöhnliche Aroma der Beeren werden sie gerne als Gewürz verarbeitet. Sie dienen dem Zusatz von Füllungen von Wild oder Marinaden für Ente oder Kalbfleisch. Weiters sind sie in Einlegegewürzen enthalten. Wacholderbeeren werden als Zusatz beim Räuchern von Wurstwaren oder in traditionellen Rauhnächte-Mischungen verwendet.

    Der Weißdorn (Crategus ssp.) ist bekannt für seine das Herz stärkenden Inhaltsstoffe. Zumeist wird dabei an die Blüten und Blätter gedacht. Die kräftig roten Früchte, die im Herbst geerntet werden können, dienen der Kreislaufregulation und werden zur Unterstützung der Herzfunktion gegeben. Eine Tinktur aus den Früchten kann mit jener aus Blüten und Blättern vereinigt werden. Ganz besonders bietet sich die Verarbeitung zu einem arzneilichen Wein an. Die Früchte wirken austrocknend und leicht zusammenziehend. Traditionell erfolgte die Anwendung bei Durchfällen und übermäßiger Menstruation. Erst ab der Mitte des 19. Jhd. wurden Erfahrungen mit der Anwendung von Weißdorn als Herzmittel gesammelt.

    Im Herbst findet sich außer den erwähnten Beeren eine Vielzahl an Früchten, die zur Ernte einladen. Nach dem Motto „Hecken schmecken“ lassen sich etwa Früchte von Sanddorn, Eberesche, Schlehe, Brombeere oder Kornelkirsche sammeln und auf unterschiedlichste Varianten sowohl als Lebens- als auch Heilmittel verarbeiten. Nach dem Motto „Heilsamer Wald“ lassen sich da und dort auch Maroni und Haselnuss beernten, Heidel- und Preiselbeeren pflücken. Wer Glück hat, kann so manche schmackhafte und Vitalität spendenden Pilze finden. So bietet der Herbst einen bunten Reigen an unterschiedlichen Gaben, welche die Gesundheit in den kalten Monaten zu stärken vermögen.

    Rezept: Herbst- Herzwein
    1 Handvoll Weißdornblätter und Früchte
    ½ Handvoll Hagebutten

    Die Früchte werden zerstoßen, die Blätter klein geschnitten, anschließend in eine Weithalsflasche gefüllt und mit einem Liter Bio-Rotwein übergossenen. Nach Wunsch lässt sich diese Mischung mit einer aufgeschnittenen Vanilleschote ergänzen. Sie soll für 10-14 Tage in der Sonne stehen gelassen, dann durch ein Tuch filtriert und in eine dunkle Glasflasche gefüllt werden. Dieser Wein ist unkonserviert und gehört daher zur Lagerung in den Kühlschrank. Täglich ein Achterl bei sonstiger Alkoholabstinenz wird bei nervösen Herzbeschwerden und Altersherz empfohlen.

    Modifikationen: Die Hagebutten können durch Aroniabeeren ersetzt werden; anstelle der Vanilleschote kann etwas Baldrianwurzel beigemengt werden; ein Zweig Rosmarin kann unterstützend bei Erschöpfung und Kreislaufbeschwerden genommen werden, dann erfolgt die Einnahme jedoch nach dem Mittagessen.

    Rezept: Wacholdersauerkraut
    1 Zwiebel
    1 Apfel
    Butter nach Bedarf
    500 g Sauerkraut
    Gemüsebrühe
    5-7 Wacholderbeeren
    1-2 Blatt Lorbeerblätter
    1-2 Pimentsamen

    Den Zwiebel in feine Scheiben, den Apfel würfelig schneiden und beides in Butter andünsten. Das Sauerkraut hinzufügen und mit den Wacholderbeeren sowie den restlichen Gewürzen ergänzen. Anschließend mit Gemüsebrühe aufgießen und 2-3 Minuten auf kleiner Flamme weiter dünsten. Das Kraut in eine feuerfeste Form schütten und im Backrohr (Umluft) bei 140°C 40-60 Minuten fertig garen. Gemeinsam mit Erdäpfelsterz, am besten gewürzt mit Knoblauch und Kümmel, servieren.

    Zur Verstärkung des Wacholder-Aromas können die Beeren vor der Verwendung gut zerstoßen werden.

  • Süße, rote Früchtchen- die Erdbeere

    Süße, rote Früchtchen- die Erdbeere

    So manch einer erinnert sich vielleicht an die Wegzehrung auf dem Weg zur Schule. Ob frisch von der Pflanze, als Marmelade oder Sauce, eingepackt in Topfenteig oder in Schokolade getaucht, die roten Früchte können wohl die meisten begeistern. Dabei sind die Erdbeeren nicht nur schmackhaft, sondern auch reich an Vitalstoffen und Mineralien. Genutzt werden außerdem nicht nur die wohlschmeckenden Früchte, sondern auch die Blätter.

    Erdbeeren sind sowohl in Europa als auch in Amerika heimisch. Schon zur Zeit der Pfahlbauern waren die äußerst aromatischen Walderdbeeren (Fragaria vesca) bekannt und ein wichtiges Nahrungsmittel. Beeren und Kräuter aus der eigenen Ernte dienten auch als Opfergabe. Die moderne Gartenerdbeere (Fragaria x ananassa) wurde im 18. Jahrhundert aus zwei nordamerikanischen Arten gezüchtet, um größere Früchte mit einem süßeren Geschmack und einem ausgeprägten Duft zu erhalten.

    Erdbeeren gehören zur Familie der Rosaceae. Die Familie blüht üppig mit einem wahrem Blütenmeer in Weiß bis Rosarot. Typischerweise haben die Blüten fünf Kelch- und Blütenblätter und zahlreiche Staubblätter. Bei den Fruchtblättern gilt die Zahl von eins bis fünf als ursprünglich, auch viele können es sein, entsprechend vielfältig sind die Ausprägungen der Früchte. Korrekterweise sind Erdbeeren, wie Himbeeren, nicht wirklich Beeren. Während echte Beeren aus einer Blüte mit einem Fruchtknoten stammen und typischerweise mehrere Samen haben, werden die Erdbeeren aus einer einzigen Blüte mit mehreren Fruchtknoten gebildet, was sie zu einer so genannten „Aggregatfrucht“ macht. Echte Beeren haben Samen auf der Innenseite der Frucht, während eine Erdbeere ihre Samen auf der Außenseite trägt. Auch Pharmaziestudenten sind verwundert, dass Wassermelonen und Kiwis Beeren sind und Erdbeeren Sammelnussfrüchte.

    Die falschen Beeren enthalten Anthocyane, wie die meisten dunkel gefärbten Beeren, sowie Flavonoide und Gerbstoffe. Anthocyane sind für ihre antioxidativen Eigenschaften bekannt und verleihen den Beeren ihre rote Farbe. Flavonoide wie Quercetin haben antihistaminische und entzündungshemmende Eigenschaften und gelten als wichtig in der Krebsprävention. Erdbeeren enthalten weiters eine bedeutende Menge an Proanthocyanidinen deren antimykotische Wirkung untersucht wird. Obwohl Weintrauben (Vitis vinifera) die bekanntesten Nahrungsquellen für Proanthocyanidine sind, enthalten Erdbeeren höhere Konzentrationen als sowohl rote als auch grüne Trauben. Die in der Erdbeere enthaltenen Polyphenole verringern Entzündungen sowie das Herzinfarktrisiko und verbessern des Plasmalipidprofil. Neben den genannten Vitalstoffen ist die Erdbeere eine ausgezeichnete Quelle für Vitamin C und Mangan sowie eine gute Quelle für Ballaststoffe, Mangan und Phosphor. Sie bietet weitere Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Calcium und Vitamine wie Vitamin K, Niacin und Vitamin B2.

    Erste Aufzeichnungen über die medizinische Verwendung sind bei den Römern zu finden. Fragaria vesca- die kleine Duftende und Essbare – war jedoch sicher im Norden bei den Sammlern viel wichtiger. Die Blätter galten als blutreinigend und wurden bei Leber-, Milz und Nierenleiden verwendet. Wurzelabkochungen wurden bei Durchfall und Gelbsucht gegeben. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden Erdbeeren bei uns angebaut und als Teil einer gesunden Ernährung angesehen. Während zunächst nur die Blätter als Heilmittel verwendet wurden, kurierte Carl von Linné mit den Beeren rheumatische Gicht und sie waren hilfreich bei Verdauungsproblemen. Die Früchte wurden bei cholerischem und hitzigem Magen verordnet und waren jenen mit viel Gelbgalle nützlich. Die Blätter, Früchte und Wurzeln wurden weiters für die Zubereitung von Salben, Arzneitees und Sirupen herangezogen. Blätter und Wurzel werden als kalt und trocken beschrieben, während die reifen Früchte als warm und trocken gelten.

    Heute wird die Pflanze nur noch wenig medizinisch genutzt. Die Blätter enthalten insbesondere Gerbstoffe, aber auch Flavonoide und Anthocyane. Ein aus den Blättern zubereiteter Tee wird zur Behandlung von Durchfall gegeben und ist häufig Bestandteil von Frauentees rund um die Geburt. Als Lebensmittel erfreuen sich die Früchtchen jedoch ungebrochen weit verbreiteter Beliebtheit und Verwendung als Nahrungsmittel.

    Hirse-Vanille-Creme mit Erdbeeren und Schokolade

    Für die Hirse-Vanille-Creme:

    60 g Datteln
    100 g Mandeln
    600 ml Wasser
    100 g Hirse
    1 EL Maisgrieß
    1 TL Bourbon-Vanille-Pulver

    Für das Erdbeermus:

    80 g Rosinen (je nach Süße der Beeren ev. mehr)
    80 ml Wasser
    300 g frische Erdbeeren

    Für die Schokolade:

    50 g Kakaobutter
    50 g Honig
    15 g Kakaopulver
    2 EL Öl

    Datteln mit Mandeln für die Hirse-Vanille-Creme mit 300 ml Wasser zu einem dicken Brei musen. Portionsweise das restliche Wasser hinzugeben und pürieren, sodass eine feine Milch entsteht. Diese Milch mit der geriebenen Hirse und dem Maisgries vermengen, Vanillepulver hinzufügen und unter ständigem Rühren aufkochen lassen. Anschließend nachquellen und abkühlen lassen. Für das Erdbeermus die Rosinen mit den Beeren und dem Wasser pürieren. Je nach Wunsch kann das Mus auch aufgekocht werden. Für die Schokolade Kakaobutter schmelzen. Kakao, Öl und Honig untermengen und alles gut vermengen. Die Hirse-Vanille-Creme wird mit dem Erdbeermus abwechselnd in ein Glas geschichtet. Mit der Schokolade abschließen.

    TIPP: Statt Hirse lässt sich Reis verwenden und statt Mandeln sind alle anderen Arten von Nüssen geeignet. Neben verschiedenen Beerenmusen kann je nach Jahreszeit auch Rhabarberkompott und Apfel- oder Birnenmus verwendet werden.

    Rezept modifiziert und mit freundlicher Genehmigung von vollwert-blog.de

  • Wildkräuterküche des Frühjahres in der Traditionell Europäischen Medizin

    Wildkräuterküche des Frühjahres in der Traditionell Europäischen Medizin

    Die Traditionell Europäische Medizin kennt keine für jeden gültige Ernährungsform, jedoch richtet sie sich unter anderem nach dem Jahreszyklus. Jene Lebensmittel also, die aktuell im Garten und der Umgebung wachsen, gelten demnach als gesund. Im Übergang von Winter zu Frühling sind die Vorräte aufgebraucht, frisch Angebautes ist noch nicht verfügbar. Traditionell haben sich die Menschen folglich in Feld, Wald und Wiese bedient.

    Das Wort „Unkraut“ leitet sich von mhd. „unkrut“ ab und bezeichnet vom Menschen nicht verwertbare Pflanzen. Dabei haben selbst die alten Germanen die Unkräuter im Frühling als erste Nahrung herangezogen und so deren Kraft genutzt. Was vor einer oder zwei Generationen noch gängig war, ist heute, wenn nicht vergessen, doch nicht mehr üblich: Die Wildkräuterküche des Frühjahres.

    Die ersten jungen Pflanzentriebe des Frühjahrs können bereits geerntet werden und bieten Pflanzenkraft mit wertvollen Inhaltsstoffen. Knospen enthalten Stammzellen die regenerierend auf den Organismus wirken. Besonders schmackhafte Knospen sind jene der Brombeere und der Linde. Brombeerknospen schmecken aromatisch nach Beeren. Sie sind ein gutes Tonikum. Sie stärken das Atemsystem und verbessern die Sauerstoffversorgung des Blutes. Lindenknospen haben ein Aroma nach jungen Erbsen. Sie haben eine steigernde Wirkung auf das Immunsystem und sind gut blutreinigend. Vor allem aber vertreiben die Lindenknospen die Winterdepression und stellen den Körper auf Frühling ein. Die Triebspitzen des Wacholders sind stark blutreinigend und haben eine desinfizierende Wirkung auf die ableitenden Harnwege. Ein besonders würziges Aroma entfalten sie, wenn sie kurz in der Pfanne geröstet werden.

    Auch die jungen Pflanzentriebe der Unkräuter sprießen schon da und dort aus dem Boden. Diese Pflänzchen eignen sich für eine Frühjahrskur. Bärlauch wirkt verdauungsfördernd und ist für seine entgiftende Wirkung auf Schwermetalle bekannt. Sauerampfer enthält viel Vitamin C und zählt zu den blutreinigenden Pflanzen. Löwenzahn ist eine Pflanze, die Verdauungssäfte anregt und das Gänseblümchen unterstützt die Niere. Birkenblätter wirken harntreibend. In fast jeder Frühjahrskur ist auch Brennnessel enthalten, die gleichfalls eine entwässernde Wirkung hat, darüber hinaus auch Mineralstoffe und Eisen enthält. Die jungen Blätter dieser Pflanzen eignen sich frisch als Salat oder als 7-Kräutersuppe. Meine Kinder freuen sich jedes Jahr auf das grüne Kartoffelpüree: Zuerst werden die Kräuter gesammelt und dann gemeinsam verkocht. Und so gilt: Vom Garten in die Töpfe.

    Brombeerknospenschokolade

    1-2 Hand voll frische Brombeerknospen
    80g Kakaobutter
    20 g Kakao
    20 g Honig
    30 g Haselnussmus
    30 g Mandelmus

    Die Kakaobutter bei niedriger Temperatur schmelzen. In ein schmales hohes Gefäß überführen und Kakao und Honig ergänzen. Mit dem Pürierstab rasch durchrühren. Anschließend die Muse zugeben und nochmals pürieren. Die Knospen werden untergehoben und in eine Schokoladenform gegossen. Alternativ kann die Masse auf eine Dauerbackfolie gestrichen werden. Am besten im Tiefkühler fest werden lassen. Durch die frischen Knospen ist die Schokolade nicht lagerbar. Rasch verbrauchen.

    Grünes Kartoffelpüree

    1,5 kg festkochende Erdäpfel
    2 große Zwiebel
    Öl
    2 Knoblauchzehen
    2 Hand voll junge Brennnesselblätter und Triebspitzen
    1-2 Hand voll Giersch
    2 Hand voll gemischte Kräuter: Vogelmiere, Löwenzahn, Spitzwegerich, Schafgarbe, Sauerampfer, Birkenblättchen, Gänseblümchen…
    Ca. 300 ml Schlagobers und Milch gemischt

    Kartoffeln werden in Schale weichgekocht. Die Zwiebel werden geschält, geschnitten und in Öl angedünstet. Der Knoblauch wird klein gehackt und dem Zwiebel zugegeben und kurz angeschwitzt. Anschließend werden die grob gehackten Kräuter hinzugegeben und gerade erwärmt.

    Die Kartoffeln werden geschält, zerdrückt und mit Milch und Sahne zu einem Püree verarbeitet. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Die Kräutermischung wird untergezogen und sofort serviert.

    Wildspargelragout

    1 kleine Zwiebel
    1 EL natives Kokosöl
    1 Hand voll Wildspargel wie Hopfensprossen oder Waldgeißbartschösslinge.
    etwas gemischte Gemüsewürze
    gemischte Kräuter (Dost, Petersilie, Ysop und Zitronenthymian)
    Cashewnüsse
    Sahne (Schlagobers oder Cashewnussmus)

    Für das Ragout Zwiebel in Kokosöl anrösten. Den Wildspargel in 3 cm lange Stücke schneiden und mit der Würze dünsten. Zum Verfeinern mit etwas Sahne und den gehackten Kräutern würzen. Wer vegan lebt, ersetzt das Schlagobers durch Cashewnussmus. Dazu passt hervorragend: Selbstgemachte Nudeln und frischer gerösteter Spargel.