Autor: Friedemann Garvelmann

  • Das Feuchtigkeitsprinzip in der konstitutionellen Irisanalyse

    Das Feuchtigkeitsprinzip in der konstitutionellen Irisanalyse

    letzter Teil

    ad 4: Neben den osmotischen Grundfunktionen, deren Störung zentrales pathophysiologisches Element der hydrogenoiden Konstitution ist, hängt es v.a. vom Tonus und der Dynamik der Blut- und Lymphgefäße ab, ob die Feuchtigkeit in notwendiger Weise bewegt wird.

    Impulsgeber der Säftebewegung ist die Wärme des Blutes. Das bedeutet, dass die Wärmequalitäten der Säfte selbst der treibende Faktor der sie bewegenden Organe ist. Damit wird erkennbar, dass die Säftebewegung eng mit dem in Punkt 1 beschriebenen Fähigkeit zur Produktion physiologischer Wärme verknüpft ist. Die dort beschrieben Stimulation des Wärmeprinzips ist damit entscheidender Therapieansatz, um die Säfte ‚in Fluss‘ zu bekommen.

    Wärmemangel bei gleichzeitig übersteigertem Feuchtigkeitsprinzip ist das zentrale pathophysiologische Thema sowohl der plethorischen, als auch der hydrogenoiden Konstitution. Bei der plethorischen Konstitution bedingt Tonusmangel im venösen Schenkel des Blutkreislaufes passive Blutstauung in diesem Bereich. Bei der hydrogenoiden Konstitution bestehen Defizite im aktiven (=energiezehrenden) Aufbau der Differenz der Natrium-Konzentration als Voraussetzung für die osmotische Feuchtigkeitsbewegung.

    Daher sind die iridologischen Erkennungsmerkmale dieser beiden Konstitutionen auch Hinweis auf Stagnation der Feuchtigkeitsbewegung:

    Die plethorische Konstitution erkennt man an einer generell oder sektoral erweiterten (ektasierten) Krausenzone, die mehr als ¼ der Gesamtbreite der Iris einnimmt und/oder an Transversalen, unabhängig von deren Lokalisation. Auch leicht aberate Fasern sind bereits Hinweis auf Stauungszustände.


    Bildbeschriftung: Konstitutionelle Merkmale: Melanchologen (carbonitrogenoid), plethorisch, lymphatisch-hypoplastisch. Sektorale Erweiterungen einer stark abgedunkelten Krausenzone, Transversale durch den Milzsektor, Aberate Fasern im Urogenital-Sektor und bei 12:00; Wolkige Verschmierung der Blut-Lymph-Zone zwischen 10:00 und 2:00.

    Die Erkennungsmerkmale der hydrogenoiden Konstitution sind im blauen Auge und Mischiriden flächige nebelartige Phänomene oder Wolken in der mittleren Ziliarzone.

    Bildbeschriftung: Konstitutionelle Merkmale: Hydrogenoid, plethorisch. Flächige Wolken in der mittleren Ziliarzone, sehr weite, dunkle Krausenzone

    Im sanguinogenen (hämatogenen) Auge wird die hydrogenoide Konstitution durch flächige Aufhellung (wie ‚abgeschabtes‘ Leder) erkennbar, das häufig auch wie eine flächige milchige Verschmierung unter den braunen Pigmenten aussieht.

    Bildbeschriftung: Konstitutionelle Merkmale: Hydrogenoid, lymphatisch-hypoplastisch, gastrisch auf sanguinogener Basis. Flächige milchige Aufhellungen in der gesamten Ziliarzone.

    Beispiele bewährter Konstitutionsmittel bei plethorischer Konstitution: Linaria off., Achillea millefolium; Sulfur D6; Nux vomica D6

    Beispiele bewährter Konstitutionsmittel bei hydrogenoider Konstitution: Natr. mur. D6; Natr. sulf. D6; Thuja D4; Dulcamara D4

    (jeweils ohne Anspruch auf Vollständigkeit!)

    ad 5: Überschüssiges Phlegma, das nicht verwertet werden kann, muss mangels eines physiologischen Ausscheidungsorgans ersatzweise als Katarrh über Schleimhäute, oder als Ekzem über die Haut eliminiert werden. Ist das Phlegma zusätzlich mit Schärfen verunreinigt, wird in der Symptomatik häufig die ‚milde‘ Qualität des Phlegmas mit der Qualität der Schärfen überlagert (= Kakochymie): Gelbgallige (hitzige) Schärfen führen u.a. zu akuten Entzündungssymptomen mit Rötung, Brennschmerz, pulsierenden, neuralgischen Schmerzen und Hyperkinese. Pigmentfarben in der Iris: Hellbraun, gelb, strahlendes Weiß, evtl. auch orange.

    Schwarzgallige Schärfen bedingen Chronizität, Degeneration, zähe, trockene Sekrete und Hypokinese. Pigmentfarben in der Iris: Schmutziges Braun, ocker, grau, schwarz, Schnupftabakpigment.

    Eine stark pathologische Weiterführung der kompensatorischen Ausscheidung ist die Vikariation auf seröse Häute, insbesondere auf die Gelenkkapseln (rheumatischer Formenkreis). Dort besteht fatalerweise aber keine Abflussmöglichkeit nach außen. Daher haben die nach ‚innen‘ vikariierten Krankheitsprozesse wesentlich größere pathologische Bedeutung für den Gesamtorganismus als die Oberflächenkrankheiten.

    Irisdiagnostisch ist die Neigung zu Ersatzausscheidungen an Flocken und Tophis in der Zone der mesenchymalen Ausgleichsfelder, vor dem Ziliarrand erkennbar. Dieser ‚Tophikranz‘ ist in logischer Konsequenz auch Erkennungsmerkmal der katarrhalisch-rheumatischen Konstitution. Aber auch die lymphatisch-hyperplastische Konstitution zeigt bereits angedeutete Tophi vor dem Ziliarrand.


    Bildbeschriftung: Konstitutionelle Merkmale: Hydrogenoid, katarrhalisch-rheumatisch, oxygenoid auf lymphatischer Basis. Viele gelbgallige Pigmente.Die Flocken sind teilweise in der mittleren Ziliarzone, teilweise am Ziliarrand: Hydrogenoide Konstitution mit Neigung zu Ersatzausscheidungen.

    Beispiele bewährter Konstitutionsmittel bei katarrhalisch-rheumatischer Konstitution:

    Scrophularia nodosa; Viola tricol.; Sarsaparilla; Phytolacca D4; Clematis D4

    Autor:
    Friedemann Garvelmann
    humores@posteo.de

    Literatur:

    1. Garvelmann / Raimann: „Humoralmedizinische Praxis“, Band 1 & 2; 2. erweiterte Auflage; Bacopa-Verlag (2018)
    2. Garvelmann: „Konstitutionsmedizin“; Bacopa-Verlag (2018)
    3. Raimann, C. et al.: „Grundlagen der Traditionellen Europäischen Naturheilkunde“, 2. Auflage, Bacopa-Verlag (2013)

  • Das Feuchtigkeitsprinzip in der konstitutionellen Irisanalyse

    Das Feuchtigkeitsprinzip in der konstitutionellen Irisanalyse

    Teil 2

    ad 2: Die Fähigkeit, die Nahrung so zu assimilieren, dass sowohl ihr Wärme- als auch Feuchtigkeitsprinzip nutzbar wird, hängt maßgeblich davon ab, wie weit der Organismus in der Lage ist, mit der für die Coctio notwendigen physiologischen Wärme in ‚Vorleistung‘ treten zu können.

    Davon hängt ab, welche Qualität das Phlegma bekommt, das aus der Nahrung entsteht.

    Irisdiagnostisch sind in diesem Zusammenhang alle Abdunkelungen in der Krausenzone von besonderer Bedeutung. Damit wird ein Defizit der physiologischer Wärme erkennbar, was wiederum für die Entstehung übermäßig viel kalter Feuchtigkeit verantwortlich ist, die zudem nicht ausreichend bewegt wird. Daraus resultieren Phlegma-Stauungen, die sich v.a. im Lymphsystem und in den Schleimhäuten manifestieren und so zu Schleimhautschwellung, häufig mit katarrhalischen Ersatzausscheidungen, führen. Irisdiagnostisch wird dies erkennbar durch die unter Punkt 3 beschriebenen Phänomene. In der praktischen Anwendung bedeutet dies: Immer wenn in der Ziliarzone Feuchtigkeitszeichen erkennbar sind, sollte den Helligkeitsbedingungen in der Krausenzone besondere Beachtung geschenkt werden. Ist hier eine Abdunkelung oder ein Begleitschatten sichtbar, zeigt dies die humorale Ursache für die Phlegmavermehrung und -stagnation und sollte mit Priorität im Therapiekonzept berücksichtigt werden: Tonisierung des kalten Magens mit Bitterpflanzen.

    Bildbeschriftung: Konstitutionelle Merkmale: Hydrogenoid, atonisch-asthenisch. Viele gelbgallige Pigmente. Deutliche Abdunkelung in der Krausenzone und am Ziliarrand.

    ad 3: Übermäßiges stagnierendes und zudem in vielen Fällen mit Schärfen verunreinigtes Phlegma ist die Basis aller Varianten der lymphatischen Konstitution: Lymphatisch hyperplastisch, lymphatisch-hypoplastisch und katarrhalisch-rheumatisch. Ein anderer pathophysiologischer Mechanismus liegt der hydrogenoiden Konstitution zugrunde, aber auch hier steht kalte, stagnierende Feuchtigkeit im Zentrum.

    Es würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen, die spezifische Pathophysiologie der genannten Konstitution detailliert zu beschreiben. Dazu wird auf die aktuelle Fachliteratur verwiesen*. Irisdiagnostisch bestehen aber leicht erkennbare Gemeinsamkeiten: Wolkige, flockige (Tophis) und nebelartige Phänomene in der Iris stehen prinzipiell für übermäßiges, kaltes, und deshalb unzureichend bewegtes Phlegma.

    Begleitende Pigmente zeigen zusätzliche kakochyme Schärfenbelastung und sind damit untrüglicher Hinweis auf Skrofulose, die sich mit ihrer gesamten pathologischen Vielfalt manifestieren kann.

    Die Lokalisation dieser Zeichen, v.a. entsprechend der zirkulären Topografie, lässt einerseits die Hintergründe der Feuchtigkeitspathologie erkennen, gibt andererseits aber auch Hinweise darauf, wie der Organismus darauf reagiert: Wolkige Verdichtungen der Blut-Lymph-Zone sind Hinweis auf Defizite der ersten Coctio. Deshalb ist der im Dünndarm resorbierte Nahrungssaft qualitativ zu kalt. Dieses Defizit kann in der zweiten und dritten Coctio nicht mehr kompensiert werden. Die daraus resultierenden Defizite in der Versorgung der Organe wiederum führen zu deren Funktionsminderung, was stets mit gesteigerter Produktion von Schärfen einher geht.

    Da diese humoralen Pathomechanismen konstitutionell determiniert sind, werden sie zeitlebens immer wieder Ursache unterschiedlicher Krankheiten sein. In solchen Fällen sind es maßgeblich die Informationen aus der Augendiagnose, die die notwendige therapeutische Zielrichtung vorgeben. Dabei gibt es bzgl. der Wahl der Therapiemethoden meist verschiedene Optionen, diese Ziele zu erreichen.

    Lesen Sie mehr zu den irisdiagnostischen Phänomenen athologische Zustände der Punkte 4 bis 5 in den folgenden Newslettern.

    Literatur:

    1. Garvelmann / Raimann: „Humoralmedizinische Praxis“, Band 1 & 2; 2. erweiterte Auflage; Bacopa-Verlag (2018)
    2. Garvelmann: „Konstitutionsmedizin“; Bacopa-Verlag (2018)
    3. Raimann, C. et al.: „Grundlagen der Traditionellen Europäischen Naturheilkunde“, 2. Auflage, Bacopa-Verlag (2013)

  • Das Feuchtigkeitsprinzip in der konstitutionellen Irisanalyse

    Das Feuchtigkeitsprinzip in der konstitutionellen Irisanalyse

    Teil 1

    Im vorherigen Newsletter des TEM-Fachvereins wurde mit der „physiologischen Wärme“ das energetische Prinzip und seine Darstellung in der Irisdiagnostik behandelt. Jetzt steht die humorale Qualität der Feuchtigkeit sowie ihr Gegenpol ‚Trockenheit‘ im Fokus.

    Die Feuchtigkeit entspricht in der Humoralmedizin dem YIN-Prinzip der taoistischen Medizin: Einerseits ist sie der Ursprung jeder Materie, aus der die organischen Strukturen des Menschen entstehen und sich regenerieren, andererseits repräsentiert sie auch die Speicherform der Energie, die potenzielle Energie.

    Die untrennbare Dualität von Wärme und Feuchtigkeit hat ihre moderne Analogie in der Computertechnologie: Software und Hardware. Nur aus ihrer gemeinsamen Interaktion ergibt sich die Funktions- und Leistungsfähigkeit des Computersystems – vorausgesetzt, die dafür notwendige Energie steht zur Verfügung. Übertragen auf einen lebendigen Organismus, sind die Gewebe und die daraus aufgebauten Organe die Hardware, die durch Energie und das regulative „Software-Prinzip“ zum „Leben“ erweckt wird, was in der jeweils spezifischen Funktionalität zum Ausdruck kommt. Die „physiologischen Wärme“ repräsentiert sowohl die Energie als auch die regulativen Aspekte. Wärme und Feuchtigkeit sind niemals isoliert voneinander zu sehen. Sie stehen in ständiger untrennbarer Interaktion. Die definierte Relation zwischen Wärme- und Feuchtigkeitsprinzip (bzw. deren Gegensätze Kälte und Trockenheit) ist in der heutigen Humoralmedizin das, was man als ‚Kardinalsäfte‘ bezeichnet. In der Thematik dieser Arbeit steht v.a. der Kardinalsaft Phlegma mit seinen kalten und feuchten Qualitäten im Zentrum der Betrachtung.

    In der humoralmedizinischen Krankheitslehre entstehen entsprechende Krankheiten pathophysiologisch durch ein ‚Zu viel‘, bzw. ein ‚Zuwenig‘ an Feuchtigkeit oder durch deren minderwertige Qualität. Übermäßige Feuchtigkeit liegt z. B. dem gesamten Formenkreis skrofulöser Krankheiten zugrunde. Hyperplastische Zustände und katarrhalische bzw. ekzematische Ersatzausscheidungen sind hierbei diagnostisch kennzeichnend.

    Jede Gewebedegeneration, Hypoplasie und eingeschränkte Beweglichkeit (auch geistige Starre) sind diagnostisch kennzeichnende Merkmale für humorale Trockenheit.

    Die pathophysiologischen Hintergründe der konstitutionellen Feuchtigkeits-Pathologie und die Hintergründe ihrer augendiagnostischen Darstellung werden im Wesentlichen durch die folgenden drei Lehrsätze der Humoralmedizin beschrieben:

    • Phlegma muss zu durch Einwirkung physiologischer Wärme zu Sanguis weiter entwickelt werden, denn nur Sanguis kann in den Geweben „verbraucht“ werden.
    • Für überschüssiges, nicht verbrauchtes Phlegma gibt es kein physiologisches Ausscheidungsorgan. Daher muss es ggf. über katarrhalische und/oder ekzematische Ersatzausscheidungen ausgeschieden werden.
    • Nur physiologisch bewegte Säfte erfüllen ihre physiologischen Aufgaben. Stauung (Stagnation) im Säftefluss ist stets pathogen.

    Auf diese Gesetzmäßigkeiten wird im folgenden Text wieder Bezug genommen.

    Die folgenden Faktoren sind maßgeblich für den Feuchtigkeitshaushalt des Organismus verantwortlich. Pathologische Zustände der Punkte 2 bis 5 manifestieren sich in typischen irisdiagnostischen Phänomenen.

    1. Qualität und Menge der Nahrung
    2.  Effizienz der Coctio
    3. Konstitutionelle Phlegma-Pathologie
    4. Bewegung der Feuchtigkeit
    5. Kompensatorische Ausscheidungen

    ad 1: Einer der Hauptgründe, warum sich im Laufe der Evolution kein Eliminationsorgan für übermäßiges Phlegma entwickelt hat, ist die Tatsache, dass es (mit Ausnahmen…) bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts keinen Nahrungsüberfluss gab. Das Leben war vielmehr darauf ausgerichtet, ausreichend Nahrung zu bekommen, was für die Mehrheit der Bevölkerung, auch in Europa, nicht selbstverständlich war. Das hat sich bekanntlich völlig ins Gegenteil verkehrt, was nicht nur eine Frage der Nahrungsmenge, sondern auch deren Qualität ist. Dabei spielt die Industrialisierung der Nahrungsproduktion eine ziemlich unrühmliche Rolle. Die Problematik des hohen Fettgehaltes und die Tatsache, dass selbst in pikanten Nahrungsmitteln, bei denen man dies absolut nicht erwarten würde (z.B. Tomaten-Sugos, saure Gurken), in nicht unerheblicher Menge Zucker enthalten ist, wird ja glücklicherweise inzwischen kritisiert – leider mit bisher überschaubarem Erfolg… Auf den Punkt gebracht, lässt das gesamte Nahrungsmittel-Dilemma der heutigen Zeit nur einen Schluss zu: Lebensmittel (die diese Bezeichnung verdienen) sind für die industrielle Verarbeitung prinzipiell absolut ungeeignet.

    Die humoralen Qualitäten von Fetten, Ölen, raffiniertem Zucker, isolierten Kohlehydraten und Kuhmilch sowie die daraus hergestellten Produkten sind humoral feucht, d.h., sie fördern in unphysiologischer Weise das Phlegma-Prinzip.

    Unser Organismus reagiert auf dieses Überangebot aber nach wie vor sehr archaisch: Er holt das Phlegma aus den Fließsystemen und deponiert es als Reserve für ‚Notzeiten‘ in Form von Fettgewebe. Adipositas ist die unübersehbare Folge dieses, heute eigentlich überflüssigen Mechanismus.

    Weitere Probleme entstehen aber aus der übermäßigen Feuchtigkeit, die sich noch in den Fließsystemen befinden. Sie bedingen die in den folgenden Punkten beschriebene Pathophysiologie.

    Die quantitative und qualitative Anpassung der Nahrung an die individuelle Lebenssituation und Konstitution des Patienten ist also die unabdingbare und primäre Basis jeder Therapie einer Feuchtigkeits-Pathologie.

    Lesen Sie mehr zu den irisdiagnostischen Phänomenen athologische Zustände der Punkte 2 bis 5 in den folgenden Newslettern.

  • Die Energie-Situation in der konstitutionellen Irisanalyse

    Die Energie-Situation in der konstitutionellen Irisanalyse

    Teil 3

    Fortsetzung der Erläuterung möglicher Einflussfaktoren auf die Energiebilanz des Gesamtorganismus:
    ad 5 und 7: Schärfen haben immer wesentlichen Einfluss auf die Energiesituation des Organismus, indem sie die humoralen Qualitäten der Nährsäfte pathogen verändern.

    In der praktischen Arbeit ist es ausreichend, zwischen gelbgalligen (cholerischen) und schwarzgalligen (melancholischen) Schärfen zu differenzieren.

    Schärfen manifestieren sich augendiagnostisch in Fremdpigmenten: Gelbe, braune und orange Pigmente zeigen cholerische Schärfen. Schmutzig-braune, ocker / beige, grau-schwarze Pigmente lassen melancholische Schärfen erkennen. Zu den Schärfe-Zeichen zählt auch das leuchtend helle Weiß, als Hinweis auf azide Diathese, die im humoralen Sinne aber auch nichts anderes ist als eine Schärfenbelastung mit meist gelbgalliger Qualität.

    Die qualitative Gemeinsamkeit beider ‚Gallen‘ ist die Trockenheit. Das bedeutet, dass die physiologische Feuchtigkeit – und damit die Energiereserven – durch gelb- und schwarzgallige Schärfen stets reduziert wird.

    Cholerische Schärfen (= pathologische Hitze) sind zwar für hyperkinetische Symptome verantwortlich und steigern damit den Energieverbrauch, können aber fehlende physiologische Wärme nicht kompensieren. Dieser Mechanismus kann in einen circulus vitiosus münden.

    Melancholische Schärfen reduzieren nicht nur in pathogener Weise sowohl das Wärme- als auch das Feuchtigkeitsprinzip, sondern blockieren zusätzlich Vitalprozesse.

    Therapeutische Zielvorgaben:
    Bei cholerischer Schärfenbelastung: Anregung der Elimination, primär über das Leber-Galle-System, z.B. mit Taraxacum ø, Chelidonium ø, Podophyllum D4 uam.
    Bei melancholischer Schärfenbelastung: Anregung der Elimination der Milz, z.B. mit Scolopendrium, Grindelia, Ceanothus uam.

    ad 6: Der Abtransport von Überschuß-Säften und Schärfen aus den Geweben zu den Eliminationsorganen ist ebenfalls ein energieintensiver Prozess, der aber zwingend notwendig ist, um die interstitielle Transitstrecke ‚frei‘ zu halten.

    Es sind zwei sehr häufig zu sehende Konstitutionen, deren pathophysiologisches Thema genau diese Aspekte im Zentrum hat: Die hydrogenoide und die plethorische Konstitution.

    Die hydrogenoide Konstitution erkennt man iridologisch an neblig-wolkigen Verwischungen oder Wolken in der mittleren Ziliarzone. Im braunen Auge zeigt sich meist eine milchige Verschmierung der mittleren Ziliarzone unter dem braunen Pigment, wie in Bild 5.

    Humoralmedizinisch liegt hier ein Übermaß kalten Schleims vor, der aufgrund des Energiemangels nicht bewegt werden kann. Im wissenschaftlichen Denkmodell handelt es sich dabei um Störungen der osmotischen Grundfunktionen, wodurch das ‚Strömungsgefälle‘ zwischen Interstitium und dem lymphatischen und venösen Fließsystem nicht ausreichend aufgebaut werden kann. Folge: Feuchte Überfrachtung aller Gewebe, was sowohl den interstitiellen Nährstrom, als auch den Abtransport ausscheidungspflichtiger Säfte blockiert.

    Therapieansatz: Individuelle Konstitutionstherapie


    Bildbeschriftung: Hydrogenoide Konstitution auf sanguinogener (hämatogener) Basis

    Weitere konstitutionelle Merkmale: Atonisch-asthenisch, gastrisch, spasmophile Diathese

    Die plethorische Konstitution ist augendiagnostisch leicht an der generell oder sektoral erweiterten Krausenzone erkennbar. Häufig sind auch Transversalen in der Krausenzone vorhanden. Jedes dieser Zeichen ist auch allein Hinweis auf passive Stauungszustände in den Fließsystemen (= Plethora). Auch durch diesen pathophysiologischen Mechanismus wird der Abtransport ausscheidungpflichtiger Säfte verhindert, mit den o. g. Folgen.

    Therapieansatz: Individuelle Konstitutionstherapie. Linaria ø hat sich hierbei sehr bewährt (Bezugsquelle: www.phytopharma.at)


    Bildbeschriftung: Plethorische Krausenektasierung zwischen 1:30 und 4:30 mit deutlicher Abdunkelung der Krausenzone (der helle Spinkterring in der Krausenzone hat irisdiagnostisch keine Bedeutung!), Zwischen 5 und 8 Uhr viele Transversalen und aberate Fasern.

    Konstitutionelle Merkmale: Plethorisch, lymphatisch-hypoplastisch auf lymphatischer Basis, azide Diathese
    ad 8: Die Bedeutung des Interstitiums als zentralem Ort sämtlicher Stoffwechsel- und Regulationsprozesse kann heute als bekannt voraus gesetzt werden.

    Daher spielen die interstitiellen Grundfunktionen auch eine entscheidende Rolle im Energiehaushalt des Organismus, weil sie an allen oben beschriebenen Funktionen beteiligt sind.

    Die Labilität sämtlicher interstitieller Funktionen ist das pathophysiologische Thema der mesenchymal-hypoplastischen Konstitution. Daher muss bei betroffenen Personen auch mit komplexen energetischen Defiziten gerechnet werden.

    Das irisdiagnostische Erkennungsmerkmal ist das ‚zerrissene‘ vordere Stromablatt.

    Beispiele für konstitutionstherapeutische Mittel: Silicea, Calc. silicicum, Alumen, Equisetum.


    Bildbeschriftung: Typische mesenchymal-hypoplastische Konstitution mit dunklem Begleitschatten (der helle Spinkterring in der Krausenzone hat irisdiagnostisch keine Bedeutung!) Der Lipidring steht humoralmedizinisch für kaltes, nicht verwertbares Phlegma.

    Weiteres konstitutionelles Merkmal: Plethorisch

    In den Augenbildern wird deutlich, dass die beschriebenen energetischen Aspekte selten nur durch ein Phänomen in der Iris erkennbar sind, sondern meist durch Zeichen-Kombinationen, aus deren Verknüpfung der Augendiagnostiker präzise den individuellen humoralen Hintergrund der Defizite in der Energiebilanz analysieren kann. Dies als Basis eines Therapiekonzeptes, das weit über die indikationsorientierte Behandlung der aktuellen Krankheitssituation hinaus geht.

    Dieser Artikel wurden aufgrund des Umfangs in mehrere Teile unterteilt, die wir in den letzten Newslettern veröffentlicht haben. In den kommenden Newslettern wird „Das Feuchtigkeitsprinzip in der konstitutionellen Irisanalyse“ Thema sein.

  • Die Energie-Situation in der konstitutionellen Irisanalyse

    Die Energie-Situation in der konstitutionellen Irisanalyse

    Teil 2

    Fortsetzung der Erläuterung möglicher Einflussfaktoren auf die Energiebilanz des Gesamtorganismus:

    ad 3: Der Energiebedarf eines Menschen kann niemals einheitlich sein, sondern hängt einerseits von der aktuellen Lebenssituation ab (z.B. Anstrengung, Abwehr- und Heilungsprozesse), unterliegt andererseits aber in hohem Maß konstitutionellen Faktoren.
    Über die aktuelle energetische Situation gibt die Augendiagnose keine Informationen. Diese wird v.a. in der aktuellen Symptomatik und den Modalitäten erkennbar. Hier ist in erster Linie auf die Modalitäten (Verbesserung oder Verschlechterung) auf Wärme bzw. Kälte zu achten.

    Mittels Irisdiagnose lässt sich ausschließlich die konstitutionelle Langzeitsituation erfassen.

    Für die Analyse der konstitutionellen Situation gibt es keine diagnostische Methode, die bzgl. der Komplexität ihrer Aussagekraft der Irisdiagnostik vergleichbar ist.
    Grundsätzlich hat jede Konstitution ihre spezifische pathophysiologische Bedeutung für den Energiehaushalt. Im ‚pathophysiologischem Thema‘ einiger Konstitution aber spielt die Energiesituation eine absolut zentrale Rolle. Dies ist bei der oxygenoiden und melanchologenen (carbonitrogenoiden) Konstitution der Fall.

    Das pathophysiologische Thema der oxygenoiden Konstitution ist der übermäßige Energiebedarf für jede Vitalfunktion. Daher sind die Betroffenen zeitlebens geprägt von mehr oder weniger ausgeprägter Labilität ihrer Energiebilanz. Kippt die Bilanz zwischen Energiegewinnung und -verbrauch ins Defizit (Phase 2 der oxygenoiden Konstitution), kann daraus jede beliebige Krankheit entstehen. Solche Krankheiten sind zudem sehr therapieresistent, weil auch für Überwindungs- und Heilungsprozesse keine Energie mehr zur Verfügung steht und auch mangels Reserven nicht direkt mobilisiert werden kann. Die Reorganisation einer einigermaßen stabilen Energiebilanz muss in solchen Fällen im Fadenkreuz der therapeutischen Zielrichtung stehen.

    Die oxygenoide Konstitution ist iridologisch an der generell oder sektoral eingeengten Krausenzone sofort erkennbar. Wichtige Konstitutionsmittel hierfür sind potenzierte Jodsalze, z.B. Kalium jod.; Calcium jod. oder Arsen. jod., eine bewährte, sehr universell verwendbare Potenzstufe in der TEM ist die D6.

    Generell sehr enge Krausenzone, viele cholerische Pigmente als Folge der ‚überhitzten‘ Vitalprozesse
    Konstitutionelle Merkmale: Oxygenoid, hydrogenoid,katarrhalisch-rheumatisch auf lymphatischer Basis

    Quasi das energetische ‚Gegenstück‘ dazu ist die melanchologene (carbonitrogenoide) Konstitution, deren Pathophysiologie von den kalt / trockenen Qualitäten der Schwarzgalle geprägt ist. Das heißt, im gesamte Leben (melancholisches Temperament) und auch in den Krankheitsmustern der betroffenen Personen wird das Defizit sowohl der Aktiv- als auch der Speicherform der Energie erkennbar. Darüber hinaus wirken melancholische Schärfen als ‚Bremsklötze‘, die jeden Lebensprozess – also auch Überwindungs- und Heilungsprozesse – bis zur völligen Blockade aller Regulationsmechanismen ausbremsen können.

    Irisdiagnostisch erkennt man die melanchologene Konstitution an schmutzig-braunen, ockerfarbenen und auch grau-schwarzen Fremdpigmenten. Schupftabakpigment gehört ebenfalls zu den Schwarzgalle-Pigmenten. Die Augen von melanchologenen Menschen machen beim Blick durch das Irismikroskop subjektiv einen ‚müden‘ bzw. ‚vitalitätsreduzierten‘ Eindruck. Es fehlt die lebendige ‚Strahlkraft‘, die bei den meisten anderen Konstitutionen vorhanden ist. Hinzu kommen abgedunkelte Stromalockerungen (Dunkellinien und -felder, Lakunen) und häufig Transversalen durch den Milzsektor im linken Auge bei 4 Uhr.

    Therapeutisch ist die melanchologene Konstitution eine echte Herausforderung, weil, sowohl der Energiemangel, als auch die Blockierung der Vitafunktionen das Ansprechen auf eine indikationsorientierte Behandlung verhindern. In solchen Fällen muss sich die Konstitutionstherapie auf die Konsolidierung sowohl des Feuchtigkeits- als auch des Wärmeprinzips konzentrieren, v. a. auf der Basis einer entsprechenden Diätetik. Zudem muss die Ausleitung melancholischer Schärfen über die Milz stimuliert werden: z.B. mit Scolopendrium ø, Fumaria ø, Scilla D4

    Typische Pigmentierung einer melanchologenen Konstitution. Deutliche Dunkellinie im Milzsektor bei 4 Uhr. Die helle Reizfaser in der Dunkellinie bedeutet, dass der Organismus hier mit einem erhöhten Energieaufwand arbeitet, um die konstitutionelle Milzschwäche bestmöglich zu kompensieren.
    Konstitutionelle Merkmale: Melanchologen (carbonitrogenoid), hydrogenoid, sektoral oxygenoid.

    ad 4: Die Effizienz des Nährstroms hängt einerseits von der Qualität der Nährsäfte nach der Coctio ab, wie in Punkt 2 beschrieben. Die andere entscheidende Funktion ist die Bewegung der Nährsäfte hin zu den verbrauchenden Geweben, was prinzipiell auch ein energieintensiver Prozess ist.

    Diese Aspekte manifestieren sich irisdiagnostisch in der Blut-Lymph-Zone: Ein wolkiger Ring direkt außerhalb der Krause ist Hinweis darauf, dass die aus dem Darm resorbierte Feuchtigkeit qualitativ zu kalt ist, um als Nährsaft optimal verwertet werden zu können. Das bedeutet, dass der gesamte Organismus mit minderwertiger Nahrungsqualitär ‚klar kommen‘ muss, was aber immer hypokinetische Zustände verschiedener Gewebe bedingt und zu übermäßiger Bildung von Schärfen führt. Diese sind durch aufgelagerte Fremdpigmente (auch Schnupftabakpigment) und/oder hell leuchtendes Weiß erkennbar, als Zeichen einer aziden Diathese.

    Das Foto zeigt eine deutlich braun pigmentierte Blut-Lymph-Zone: Zeichen für starke Verunreinigung des Nährsaftes mit gelbgalligen Schärfen.
    Konstitutionelle Merkmale: Chologen, neurogen, lymphatisch-hypoplastisch

    Dieser Artikel wurden aufgrund des Umfangs in mehrere Teile unterteilt, die wir in den folgenden Newslettern veröffentlichen werden.

  • Die Energie-Situation in der konstitutionellen Irisanalyse

    Die Energie-Situation in der konstitutionellen Irisanalyse

    Teil 1

    „Energiemangel ist am Ende Mutter aller denkbaren Krankheiten“ (Joachim Broy)

    In der Traditionellen Europäischen Medizin TEM werden die Gewebe und Organe als ‚Werkzeuge‘ zur Realisierung ihrer spezifischen Funktionen im Interesse des Gesamtorganismus verstanden – stets angepasst an dessen sich permanent verändernden Bedingungen. Im Unterschied zur konventionellen Medizin, deren Fokus auf den organischen Strukturen liegt, steht in der TEM die Funktionalität im Zentrum der Betrachtung, was m. E. einer der wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden Medizinsystemen ist.

    An der funktionellen Dynamik wird die Vitalität erkennbar, nicht in dem bloßen Vorhandensein eines Gewebes. In der Funktionalität unterscheidet sich Totes von Lebendigem und in der, den exo- und endogenen Bedingungen des Gesamtorganismus anzupassenden Funktionalität entscheidet sich, ob der betreffende Mensch gesund oder krank ist. Aber: Keine Vitalfunktion, keine Gewebetätigkeit sowie deren Regulation läuft ‚automatisch‘ ab. Das Ingangsetzen und -halten der Funktionalität sind aktive energetische Prozesse, ebenso die hierfür notwendige Regulation.

    Das polare Prinzip, für das in der TCM die Begriffe yang und yin stehen, ist auch in der humoralmedizinisch basierten TEM prägend, es werden lediglich andere Begriffe verwendet: Wärme steht für das aktive, nicht-stoffliche, energetische Prinzip, während die Feuchtigkeit Basis alles Materiellen, Struktiven ist. Darüber hinaus repräsentiert die Feuchtigkeit auch die Speicherform der Energie (Reserveenergie). Wärme und Feuchtigkeit treten niemals isoliert voneinander auf, sondern stehen in ständiger Wechselbeziehung zueinander bzw. beeinflussen sich gegenseitig.

    In dieser Arbeit liegt der Fokus auf den praxisrelevanten Aspekten der Wärme / Energie. Die ‚feuchten‘ Aspekte werden Thema eines späteren Artikel sein.
    Der Begriff ‚Energie‘ steht in der TEM einerseits für physikalisch definierte Energie, wird aber auch eng mit dem Begriff Information assoziiert, teilweise fälschlich sogar synonym verwendet. Die humorale Qualität Wärme repräsentiert die Aktivform der Energie, ist aber durch Intensität bzw. Defizit von Wärme auch Übermittler von Informationen – und damit Impulsgeber und regulatives Prinzip für die gesamte Funktionalität des Organismus. Von jeder, wie auch immer gearteten, esoterischen Definition des Energie-Begriffes distanziere ich mich als Autor dieses Artikels ausdrücklich.

    Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, haben die folgenden Faktoren Einfluss auf die Energiebilanz des Gesamtorganismus:

    • Qualität und Menge der Nahrung
    • Effizienz der Coctio (Assimilationsfähigkeit der Nahrung)
    • Energiebedarf des Organismus (aktuell bzw. konstitutionell)
    • Qualität und Effizienz des Nährstroms
    • Schärfen als pathogene Impulsgeber bzw. Blockadefaktoren mit gelbgalliger (heißer & trockener), bzw. schwarzgalliger (kalter & trockener Qualität)
    • Effizienz des Klärstroms
    • Effizienz der Elimination von Überschuss-Säften und Schärfen
    • Konstitutioneller bzw. aktueller Zustand des Interstitiums

    Punkt 1 und 2 sind eng miteinander verknüpft.
    Da sich die Energie des Menschen, neben Sonne und Luft, im Wesentlichen aus der Nahrung generiert, muss diese qualitativ hochwertig sein, und sie muss der Verdauungsleistung des betreffenden Menschen individuell angepasst sein. Daher können hier zur Ernährung auch keine allgemeingültigen Hinweise gegeben werden.

    ad 2: Um für den Organismus verwertbar zu sei, muss die Nahrung drei ausgesprochen energiezehrende Transformationsschritte durchlaufen, die gesamthaft als Coctio bezeichnet werden. Man kann diesen Prozess auch als Assimilation von ‚körperfremd‘ zu ‚körpereigen‘ bezeichnen. Für die Coctio muss der Organismus in ‚energetische Vorleistung‘ treten, um schlussendlich daraus mehr Energie zu gewinnen, als bei der Assimilation verbraucht wurde – eine Grundvoraussetzung des Lebens.

    Das Endergebnis der Coctio ist das Sanguis – der (metaphorisch zu verstehende) Kardinalsaft, der sowohl physiologische Wärme als auch physiologische Feuchtigkeit in den Qualitäten repräsentiert, die dem betreffenden Menschen entsprechen.

    Die Fähigkeit des Organismus, die für seine Vitalprozesse notwendige Wärme bereit zu stellen, erkennt man augendiagnostisch v.a. an dem Helligkeitsgrad der Krausenzone, der idealerweise mit dem übrigen Irisstroma identisch sein sollte. Pathophysiologisch relevant sind besonders Abdunkelungen direkt um den Pupillarrand, auch in Form eines Begleitschattens, der ein besonders gravierendes und sicheres Zeichen für ein Defizit des physiologischen Wärmeprinzips ist. Dies ist der humorale Hintergrund für hypokinetische Zustände, wie z.B. Minderbesaftung und Atonie des Magens (‚Kalter, schlaffer Magen‘) und daraus resultierender Insuffizienz aller nachgeschalteten Verdauungsorgane.

    Bild1: Deutliche Abdunkelung und Ektasierung der Krausenzone zwischen ca. 2 und 5:30 Konstitutionelle Merkmale: Lymphatisch-neurogen, plethorisch, hydrogenoid. Cholerische Schärfen

    Wichtige Differenzierung: Man sieht in Abdunkelungen des Irisgewebes nicht die defizitären Gewebefunktionen selbst, sondern den allgemeinen Mangel an physiologischer Wärme, der für die Funktionseinschränkungen verantwortlich ist. Aus diesem Grund kann eine abgedunkelte Krause auch Hinweis auf ein allgemeines Energiedefizit sein, das sich in allen nur erdenklichen hypokinetischen Syndromen sämtlicher Organsysteme manifestieren kann. Eine erwärmend-tonisierende Behandlung mit Bitterpflanzen sollte bei Patienten mit abgedunkelter Krausenzone daher prinzipiell erfolgen.

    Dieser Artikel wurden aufgrund des Umfangs in mehrere Teile unterteilt, die wir in den folgenden Newslettern veröffentlichen werden.

  • Die Milz – ein fast vergessenes Organ

    Die Milz – ein fast vergessenes Organ

    Teil 3

    Zum Abschluss möchte ich Ihnen sechs Heilpflanzen vorstellen, die einen besonderen Wirkungsbezug zur Milz haben: Ceanothus americanus, Grindelia robusta, Scolopendrium vulgare, Fumaria officinalis, Borago officinalis, Scilla maritima (Aktuell: Drimia maritima)

    Ceanothus americanus

    • Deutsche Namen: Säckelblume, Amerikanischer Seckelstrauch
    • Galenik: Ceantothus ø, oder potenziert, optimale Wirkung als Ceanothus D2
    • Humorale Qualität: w 2 / f 2
    • Wirkungskriterien: Erwärmend, befeuchtend, eröffnend
    • Säftebezug: Fördert die Ausscheidung der Schwarzgalle durch die Milz.
    • Indikationen: Chron. Anämie (gut in Kombination mit Urtica), eröffnet die verstopfte Milz und Leber. Vergrößerte, harte Milz mit Schmerzen im linken Oberbauch, depressive Stimmung
    • Besonderheiten: Pflanze wird in der alten Literatur nicht erwähnt. Die Angaben sind Rückschlüsse aus der praktischen Anwendung und homöopathischer Literatur.
    • Irisdiagnostische Hinweiszeichen: Dunkle Verbreiterung des Ziliarrandes, beige, graue, schwarze Pigmentierung (topolabil)
    • Konstitutionstherapie: Anämische Konstitution, melanchologene Konstitution

    Grindelia robusta

    • Deutsche Namen: Grindelia, Grindeliakraut, Milzkraut
    • Galenik: Hb. Grindeliae, Grindelia ø, homöopathische Potenzen, spagyrische Zubereitungen
    • Anwendungsmöglichkeiten: Hb.: Infus (1 gehäufter TL pro 0,25 l Wasser, 5 Min. ziehen lassen)
    • Humorale Qualität: w2 / t2
    • Säftebezug: Erwärmt und leitet zähen, rohen Schleim aus
    • Indikationen: Chron. Bronchitis, Asthma bronchiale, Lungenemphysem (Chronische Lungenerkrankungen, bes. Asthma bronchiale auf der Basis einer Milzschwäche), Milzschwellung, Seitenstechen
    • Irisdiagnostische Hinweiszeichen: Stauungsradiären oder – transversalen im Milzsektor, Krankheitsbezug Milz – Lunge
    • Besonderheiten: Die Pflanze wird erst seit Ende des 19. Jahrhunderts in Europa als Heilpflanze verwendet. Daher findet man in der alten Literatur keine Angaben.
    • Die aufgeführten humoralen Qualitäten leiten sich aus der Wirkungsweise ab.
    • Konstitutionstherapie: Melanchologene Konstitution, katarrhalisch-rheumatische Konstitution

    Scolopendrium vulgare

    • Deutsche Namen: Gemeine Hirschzunge, Hirschzungenfarn
    • Galenik: Hb. Scolopendrii, Scolopendrium ø, Homöopathische Niedrigpotenzen, spagyrische Zubereitungen
    • Anwendungsmöglichkeiten: Hb.: Infus (1 gehäufter TL pro 0,25 l Wasser, 5 Min. ziehen lassen)
    • Humorale Qualität: k 2 / t 2 (?) Diese Angabe in der traditionellen Literatur muss angesichts des therapeutischen Einsatzbereiches der Pflanze kritisch hinterfragt werden. Die praktische Anwendung lässt w1 / f1 erkennen.
    • Wirkungskriterien: Entstauend, zusammenziehend, verdünnend
    • Säftebezug: Trocknet und verzehrt zähen Schleim, kühlt unnatürliche Hitze, zerteilt melancholische Säfte
    • Indikationen: Wichtiges Milzmittel: Milzverstopfung, Milzschwellung, Milzsucht, Seitenstechen, Leberverstopfung, plethorische Zustände von Leber und Milz (Pfortaderstauung), Magenschmerzen: Erwärmt und trocknet den Magen von Schleim
    • Blutige Durchfälle und andere Bauchflüsse, Beschwerden durch melancholisches Phlegma: Schwere Träume, Schwermut, Traurigkeit, reinigt das Blut, stärkt das Herz
    • Irisdiagnostische Hinweiszeichen: Krausenektasierung im Milz-Sektor (li. Auge, 4 Uhr), Transversalen im Milz-Sektor (Alle Plethora-Zeichen)
    • Konstitutionstherapie: Melanchologene Konstitution, plethorische Konstitution, Skrofulose

    Eine geradezu geniale Kombination von Pflanzen, die den Bauchraum entstauen (Plethora der Pfortader), enthält das Scolopendrium Spezial der Fa. Nestmann*. In diesem Mittel ist die Hirschzunge (Entstauung der Milz) kombiniert mit der Mariendistel (Entstauung der Leber), dem Wurmfarn (Entstauung der Darmlymphe) und der Taubnessel (nimmt Schärfen aus dem Schleim, dämpft dadurch Reizungen).

    * Das Mittel ist unter dieser Bezeichnung in Deutschland nicht mehr im Handel, kann aber in Deutschland als „Sonderrezeptur Mischung 275 Nestmann“ in einer Mindestmenge von 1 Liter von Apotheken bei dem Hersteller bezogen und auf Rezeptur durch einen HP (oder Arzt) an Patienten abgegeben werden.

    Fumaria officinalis

    • Deutsche Namen: Erdrauch, Ackerrautenkraut, Grindkraut, Tabernaemontanus: Taubenkropff
    • Galenik: Hb. Fumariae, Tct. Fumariae, ø, homöopathische Potenzen, spagyrische Zubereitungen
    • Anwendungsmöglichkeiten: 1 TL / 0,25 l Wasser, Infus über 10 Min.
    • Humorale Qualität: w 1 / t 2
    • Wirkungskriterien: Zerteilend, verdünnend, durchdringend, eröffnend, stärkend, eröffnet verstopfte Eingeweide, bes. Magen, Milz und Leber
    • Säftebezug: Besänftigt die Gallen (Cholera und Melancholera), leitet versalzene und verbrannte Feuchtigkeit aus. Reinigt das grobe, dicke, unreine, melancholische und verbrannte Blut über Stuhl und Harn. Verhindert die Neubildung pathologischer Säfte.
      Fumaria ist eine der wenigen Pflanzen, die sowohl cholerische, als auch melanchcholische Säfteverunreinigungen ausleiten kann.
    • Indikationen: Gelbsucht, Wassersucht, Chron. Ekzeme („Grind, Krätze“), hyperkinetische Syndrome des Magen – Darm – Traktes und des Leber – Galle – Systems, Bleichsucht
    • Besonderheiten: „Diese Arzney reiniget das unsauber / dick / melancholisch Geblüt dermaßen / dass sich zu verwundern / führet darneben auß die Gall / alle cholerische und faule verlegene Feuchten und verhütet vor vielen schädlichen Krankheiten: Es sollte ein jeder / der seine Gesundheit lieb hätte / ihme diese Arzney / als einen theuren Schatz lassen befohlen seyn.“ (Tabernaemontanus)
    • Irisdiagnostische Hinweiszeichen: Reizfasern im Leber – Galle und / oder Milzsektor
    • Konstitutionstherapie: Melanchologene Konstitution (mit Reizfasern im Milzsektor), chologene Konstitution

    Borago officinalis

    • Deutsche Namen: Borretsch, Gurkenkraut
    • Galenik: Hb. Boraginis, Borago ø, spagyrische Zubereitungen
    • Anwendungsmöglichkeiten Droge: Infus, (1 gehäufter TL pro 0,25 l Wasser, 5 Min. ziehen lassen). In der alten Heilkunde wurden die Blüten viel verwendet. Dies ist aber nur für Menschen möglich, die an frische Blüten gelangen können, weil diese nicht über die Apotheken verfügbar sind.
      Häufig empfohlene Zubereitung: Auszug in Wein. Blätter und Blüten als Gewürz (macht Gurken verträglicher) oder in Salaten.
    • Humorale Qualität: w 2 / f 2
    • Wirkungskriterien: Reinigend, erweichend
    • Säftebezug: Korrigiert melancholische Säfte, reduziert überhitzte Gelbgalle
    • Indikationen Int.: Stärkt das Gedächtnis und das Herz und wendet die melancholische Traurigkeit vom Herz ab. Reinigt das Blut von Melancholera und Cholera, Traurigkeit, Melancholie. Herzzittern (Tachycardie, Extrasystolen) durch Hitze: Hb und Flor. Infus in Wasser; Herzzittern durch Kälte: Hb und Flor. Infus in Wein; Trockener Husten; Rauheit des Halses; Hitzige, hartnäckige Fieber; Kopfschmerzen durch Hitze; „Der gestoßen Saamen in Wein getrunken / bringet den Weibern die versiegende Milch wieder.“
      Ext.: Gurgelmittel bei allen Krankheiten von Hals, Mund, Zunge, Zahnfleisch, Heiserkeit; Rote hitzige Augen: Auflage
    • Besonderheiten: „Welchen Menschen von melancholischen Dünsten das Hirn ausgetucknet ist / der nemme Borragen und Erdrauchsaft / netze einen Schwamm oder leinen Tüchlein darinn / und lege sie über das Haubt.“ (Tabernaemontanus)
      Angesichts der großen unbewältigten Melancholie unserer Zeit (Psychopharmaka – Abusus !) ist Borrago eine Heilpflanze, die unbedingt wieder mehr Beachtung in der Therapie verdient!
    • Irisdiagnostische Hinweiszeichen: Alle Zeichen im linken Auge, die den Milz-Sektor mit dem darüber liegenden Herz-Sektor „verbinden“
    • Konstitutionstherapie: Melanchologene Konstitution. atonisch – asthenische Konstitution

    Scilla maritima (Aktuell: Drimia maritima)

    • Deutsche Namen: Meerzwiebel
    • Galenik: Scilla D4, andere Galenika sind rezeptpflichtig oder nicht mehr erhältlich.
    • Humorale Qualität: w3 / t3
    • Wirkungskriterien: Ausleitend, Eröffnend, zerteilend, durchdringend, reinigend, verdünnend
    • Säftebezug: Zerteilt und leitet kalte, zähe Feuchtigkeit aus.
    • Indikationen: Ödeme, Wassersucht: Leitet die Feuchtigkeit aus. Eröffnet Milz und Leber, treibt Schleim und Schwarzgalle über den Stuhl aus. Schwerer Atem, Erstickungsgefühl durch Schleim in der Brust
    • Wirkstofforientierte Phytotherapie: Tachykarde Herzinsuffizienz mit Ödemen, stark diuretische Wirkung
    • Irisdiagnostische Hinweiszeichen: Zeichen für Feuchtigkeitsstockung (Wolken, Tophi, nebelartige Zeichen) in Kombination mit Schwächezeichen im Milz-Sektor (Abdunkelung, Lakunen, Lockerungszeichen, Krypten)
    • Konstitutionstherapie: Hydrogenoide Konstitution, plethorische Konstitution, melanchologene Konstitution
    • Besonderheiten: Die heutige Haupindikation dieser Pflanze (Myokardinsuffizienz mit Ödemen) dürfte eine Sekundärwirkung der Milzwirkung sein: Die Stimulation sowohl der Schleimbewegung als auch die Ausleitung melancholischer, energetisch blockierender Säfte verbessert die Energieversorgung auch des Herzens. Die Ausleitung überschüssiger Feuchtigkeit entlastet das Herz zusätzlich.

    Die unveränderte Verbreitung dieses Textes, sowie seine Verwendung als Zitat in anderen Veröffentlichungen ist unter Angabe des Verfassers und der Quelle ausdrücklich gestattet und erwünscht! Der Autor bittet darum, über die Verwendung des Textes informiert zu werden.

  • Die Milz – ein fast vergessenes Organ

    Die Milz – ein fast vergessenes Organ

    Teil 2

    Wegen der Vielseitigkeit der Milzfunktionen ist es wichtig, deren Unterstützung in ein systemisches Therapiekonzept zu integrieren. Der Organismus bekommt dadurch einen weiteren, unter Umständen sehr wichtigen, Überwindungs- und Heilungsreiz.

    An dieser Stelle möchte ich in das humoralmedizinische Denk- und Arbeitsmodell mit den qualitativen Aspekten wechseln, durch die sich die Kardinalsäfte definieren. Im Zusammenhang mit funktionellen Defiziten der Milz steht die Schwarzgalle (Melancholera) mit ihren vielseitigen Manifestationen im Zentrum.

    Bei der Melancholera haben wir es mit dem Wirkprinzip zu tun, das die Elementarqualitäten „kalt“ und „trocken“ repräsentiert. Ich möchte diese beiden Begriffe in unsere heutige Denkweise übersetzen: Kälte bedeutet einen Mangel an physiologischer Wärme, also das Fehlen der Qualität, die jede Dynamik und Aktivität im Organismus aktiviert, am Laufen hält und reguliert. Wärme ist also auch die Qualität im Organismus, die dafür verantwortlich ist, dass der Organismus in einem dynamischen Anpassungsprozess an die wechselnden Bedingungen seiner Umwelt bleibt. Daher ist auch ein Abwehr- und Heilungsprozess ohne Wärmequalität nicht möglich – und auch keine Reaktion auf Therapiereize. Im Extremfall tritt eine völlige Reaktionsstarre ein. Das, was Hufeland und Hahnemann als „Lebenskraft“ bezeichnen, ist in diesem Falle deutlich reduziert und „verstimmt“. Der „innere Arzt“ ist bei dieser melancholischen Situationen deutlich geschwächt. Die zweite Qualität der Schwarzgalle, die Trockenheit, bringt zum Ausdruck, dass auch das stoffliche Prinzip stark reduziert ist. Der Begriff „Feuchtigkeit“ ist in der TEN nicht nur die Voraussetzung für jeden Aufbau von organischer Materie, sondern steht auch für die Speicherform der Energie (potenzielle Energie). Es besteht eine unauflösliche Wechselbeziehung zwischen den beiden Qualitäten. Auch die Speicherenergie – und damit die Reserven – fehlen bei der Schwarzgalle. Zusammengefasst: Es besteht ein generelles Defizit sowohl des dynamisierenden, als auch ernährenden Prinzips. Trockenheit ist aber auch wörtlich zu verstehen: In Körperflüssigkeiten gelöste Stoffe werden stark konzentriert, kristallisieren aus, bilden Konkremente und Steine, ein Vorgang, der in der traditionellen Heilkunde als „Kristallose“ bezeichnet wird. Die Melancholera ist der Kardinalsaft mit der höchsten pathogenen Potenz überhaupt. Jeder Mensch hat Schwarzgalle in sich, sie entsteht im physiologischen Säftehaushalt und hat auch physiologische Bedeutung – wenn auch nur in geringem Umfang. Sie darf aber nicht im Übermaß vorhanden sein, sonst bekommt sie prägenden Einfluss auf das Temperament und die konstitutionelle Situation des Menschen. Wird die Schwarzgalle nicht ausgeschieden, kommt es zu gravierenden Problemen. Und das dafür verantwortliche Organ ist die Milz. Sie hat die Aufgabe, die melancholischen Säfte und Schärfen aus der Blutflüssigkeit abzusondern, aufzuspalten und dann via Magen–Darm–Takt zu eliminieren. Bei einer Milzinsuffizienz nimmt das schwarzgallige Prinzip überhand, was im Laufe der Zeit immer massivere pathophysiologische Konsequenzen nach sich zieht. Die sich entwickelnden Krankheitsbilder lassen die zugrundeliegenden schwarzgalligen Prinzipien meist deutlich erkennen: Die Abwehrreaktionen auf pathogene Reize fallen zu gering aus, dadurch wird der Weg in die Chronizität geöffnet: Akute Krankheiten werden nicht überwunden, nicht ausgeheilt, sondern sie nehmen einen schleppenden Verlauf mit immer weiter reichenden Folgeproblemen; degenerative Prozesse – der ganze Bereich der Krankheiten mit der Endung … – ose kann auf schwarzgalliger Basis entstehen. Elastizitätsverlust und Erstarrung sind weitere Themen melancholischer Pathophysiologie, nicht nur im körperlichen, sondern auch im psychischen Bereich. Diese Menschen werden träge, antriebs- und motivationslos und im Umgang mit ihrer Umgebung unflexibel, verlieren ihre Anpassungsfähigkeit. Dies ist der Kernpunkt dessen, was man als Melancholie bezeichnet. Diese wird nicht nur durch depressive Verstimmungszustände geprägt, sondern dazu gehört auch die Unfähigkeit, sich verändernden Situationen anzupassen– -im psychischen und im körperlichen Bereich. Die Endstation diese Entwicklung kann die Malignität sein. Die Entartung in den bösartigen Bereich hinein ist kein Muss, aber leider sehr häufig zur beobachten. Bildhaft gesprochen, kann man die Melancholera mit einem „Bremsklotz“ bezeichnen, der sämtliche Vitalfunktionen in ihrer Dynamik reduziert und oft sogar blockiert. Aus den grundsätzlichen melancholischen Krankheitsprinzipien ergeben sich einige typische Krankheitsbilder:

    Depression, Motivationslosigkeit: Es ist kein ‚Pepp‘, keine Power mehr vorhanden, die Menschen schaffen es nicht mehr, aus ihrer Lethargie herauszukommen, weil ihnen einerseits der Impuls (das Feuer) dazu fehlt und andererseits fehlt ihnen auch die Energiereserve (die Feuchtigkeit) um diese Leistung erbringen zu können. Chronische, trockene Katarrhe sind typisch melancholische Krankheiten. Sie merken, man kann hier gut differenzieren: Katarrhe mit viel Schleim und Schwellung der Schleimhäute entstehen meist auf der Basis von zu viel Phlegma, aber die trockenen Katarrhe mit Atrophie – das ist häufig ein melancholisches Problem. Chronische Ekzeme, Arthrose, Gelenkeinsteifung – dieser ganze Bereich der chronisch-rheumatischen Erkrankungen ist nicht selten das Ergebnis ist einer mangelhaften Schwarzgalle-Ausscheidungen durch die Milz. Steinbildung, Nieren- und Gallensteine können schwarzgallig induziert sein. Die betreffenden Körpersäfte sind zu stark konzentriert (zu „trocken“), die darin gelösten Stoffe bilden Konkremente. Gleiches gilt für Harnsäureknoten bei Gicht. Fibrosen, Zirrhosen: Leberzirrhose, Lungenfibrose, Fibrose der Gallenblase, auch dies sind Krankheiten, die auf dem Boden einer Schwarzgalligkeit entstehen können. Ulzerationen, vor allem Unterschenkelgeschwüre – ein Zustand, der therapeutisch eine echte Herausforderung darstellt. Hierbei wird das zu Beginn besprochene multifaktorielle Geschehen deutlich: Die dem Ulkus zugrundeliegende Varikose ist auch wieder das Ergebnis einer Schärfenüberlastung des Blutes, häufig durch Schwarzgalle. Notwendig ist also die Stimulation der eliminatorischen Milzfunktionen, um die Säftequalität zu verbessern. Ich möchte in diesem Zusammenhang nochmals auf die alte naturheilkundliche Erkenntnis hinweisen, dass der Organismus in der Lage ist, über Haut und Schleimhäute Schlacken ersatzweise zu eliminieren, die er über die normalen Ausscheidungsorgane nicht los wird. Dies geschieht auf der Schleimhaut in Form von akuten oder chronischen Katarrhen und auf der Haut in Form von Ekzemen, Ausschlägen oder eben Ulzerationen. Das angesprochene Ulcus cruris ist ein typisches Beispiel für eine solche Ersatzausscheidung, über die der Körper sich von Schärfen im stagnierenden Blutfluss befreien kann.

    Schwarzgallige Krankheitsprinzipien als Folge einer humoralen Milzinsuffizienz
    (Traditionelle Sicht)

    • Mangelhafte Heilungsreaktionen (Hypoergie)
    • Chronizität
    • Degeneration
    • Elastizitätsverlust / Erstarrung
    • Kristallisation
    • Depression / Geistige Unbeweglichkeit
    • Malignität

    Daraus resultierende, typische Krankheiten:

    • Depression / Motivationslosigkeit
    • Chronische, trockene Katarrhe
    • Chronische Ekzeme
    • Chronische Arthritis, Arthrose, Gelenkeinsteifung
    • Nierensteine
    • Fibrosen / Zirrhosen
    • Ulcera
    • Malignosen

    Ein weiterer Milz-Aspekt
    Bisher lag der Focus unserer Betrachtung klar auf den ausscheidenden, entgiftenden Funktionen der Milz. Darüber hinausgehend ist die Milz aber auch das Organ, das die Bewegung der Feuchtigkeit im Körper regelt. Damit bekommt sie auch einen Bezug zu den ernährenden Phlegma-Prinzipien, deren Zentrum im System Mund-Magen-Darm-Pankreas (1. Coctio) und in den assimilatorischen Funktionen im Pfortadersystem und der Leber liegt (2. Coctio). Die Milz hat dabei die Aufgabe, die Nährsäfte dort hin zu leiten, wo sie gerade benötigt werden. Und sie verhindert Feuchtigkeitsstockungen im Gewebe, indem sie die Säfte in Bewegung hält. Eine Milzinsuffizienz kann daher auch Hintergrund für Ernährungsstörungen der Gewebe und für Ödeme sein. Auch wenn zur Optimierung der Kochungsprozesse die Stimulation des „Magen-Systems“ mittels pflanzlicher Bittermittel im Zentrum steht, kann es doch in vielen Fällen sinnvoll sein, zusätzlich Milzmittel zu geben, damit die Nährsäfte auch dorthin kommen, wo sie gebraucht werden. Auch bei Ödemen und anderen Symptomen für Feuchtigkeitsstockungen ist es sinnvoll, neben gefäßtonisierenden Lymph- und Blutmitteln und Aquaretica zusätzlich ein Milzmittel zu verordnen. Für diesen Zweck steht uns die Scilla maritima (Meerzwiebel) zur Verfügung, eine von Hufeland’s wichtigsten Milzpflanzen. Näheres dazu weiter unten.

    Im letzten Teil zum Thema „Milz“ stellen wir Ihnen im nächsten Newsletter 6 Heilpflanzen vor.

    Die unveränderte Verbreitung dieses Textes, sowie seine Verwendung als Zitat in anderen Veröffentlichungen ist unter Angabe des Verfassers und der Quelle ausdrücklich gestattet und erwünscht! Der Autor bittet darum, über die Verwendung des Textes informiert zu werden.

  • Die Milz – ein fast vergessenes Organ

    Die Milz – ein fast vergessenes Organ

    Teil 1

    Die Häufigkeit von Krankheiten, bei denen die Milz eine mehr oder weniger offensichtliche Rolle in der humoralen Pathophysiologie spielt, zeigt, dass die humoralmedizinische Sicht der Dinge mitnichten „überholt“ oder „historisch“, sondern vielmehr ein hochaktuelles Thema ist.

    Zunächst die Milzfunktionen, wie sie in der konventionellen Medizin bekannt sind. Anschließend werden diese Fakten mit dem traditionellen Wissen verknüpft:

      1. Die Milz fungiert als Blutspeicherorgan. D. h., eine ihrer Aufgaben ist es, bei der Blutverteilung im Organismus mitzuwirken. Sie ist in der Lage, bei Bedarf rasch Blut in den Organismus abzugeben und auch wieder aufzunehmen.
      2. Eine weitere Milzfunktion ist die Erkennung und Elimination alter Erythrozyten („Erythrozytenmauserung“). In der Milz werden die Erythrozyten auf ihr Alter hin gecheckt und ab einem Alter von etwa 120 Tagen aussortiert. Dieser Vorgang ist wichtig, damit der Organismus seine Blutqualität erhalten kann. Sie merken vielleicht, dass ich ganz bewusst einige Begriffe verwende, die der traditionellen Heilkunde entstammen, weil es die Verknüpfung der wissenschaftlichen Sicht mit der Humoralmedizin erleichtert.
      3. Ein weiterer Aspekt ist die Milz als Immunorgan. Sie hat die Aufgabe, Lymphozyten zu bilden und zu speichern, humorale Antikörper (Immunglobuline) zu bilden und mit ihren Phagozyten Antigene aller Art zu beseitigen. Wenn man diese Aufgaben zusammenfasst, kommt man zu dem Schluss, dass man die Milz als „Lymphknoten des Blutes“ bezeichnen kann.

    Ausgehend von diesen drei physiologischen Aufgaben kann man ableiten, was sich entwickelt, wenn diese Funktionen pathologisch verändert sind:

    Bei Störungen der Blutspeicherfunktionen entstehen pathologische Situationen der Blutverteilung im gesamten Organismus. Ein häufig vorkommender pathologischer Zustand ist die sogenannten „Abdominalplethora“ (auch ein Begriff aus der traditionellen Heilkunde), die darauf beruht, dass die venösen Gefäße des Bauchraums den für die Blutbewegung notwendigen Spannungszustand (Tonus) nicht aufbauen können. Als Folge stagniert der Blutfluss im Venensystem des Bauchraums, wovon besonders das Pfortadersystem betroffen ist. Da die Vena lienalis ein Seitenast der Pfortader ist, ergibt sich sekundär aus der passiven Stagnation in der Pfortader auch ein venöser Rückstau in die Milz. Damit ist nicht ein klinisch manifester Pfortaderstau gemeint, der etwa infolge einer Einfluss-Störung in die Leber auftritt, sondern um die häufig auftretenden subklinischen Stauungszustände im abdominellen Venensystem, die ein pathogenetischer Faktor für eine Vielfalt unterschiedlicher Krankheitsbilder sind.

    Eine Störungen der Blutverteilung im Organismus kann symptomatisch auf sehr unterschiedliche Weise zum Ausdruck kommen beispielsweise. in Form einer Hypotonie. Interessanterweise kommt es nicht selten vor, dass die arterielle Hypertonie ein Kompensationsversuch des Organismus für den plethorischen Zustand im venösen Schenkel ist, mit dem versucht wird, die venöse Stauung „wegzuschieben“ – was aber aufgrund der Elastizität der Gefäße nicht funktionieren kann. In dieser Pathophysiologie spielen plethorische Zustände im Pfortadersystem offensichtlich eine zentrale Rolle. Daher erlebt man in der Praxis immer wieder, dass sich die Blutdruckwerte bei einer sogenannten essenziellen Hypertonie durch eine Milztherapie langsam, aber sicher normalisieren.

    Kommen wir zum nächsten Punkt: Elimination alter Erythrozyten. Wenn diese Funktion insuffizient verläuft, führt dies logischerweise dazu, dass durch Überalterung die Erythrozytenqualität abnimmt. D.h., der Wirkungsgrad beim Transport von Sauerstoff reduziert sich. Daraus entstehen Zustände mit typischen Anämie-Symptomen. Im Laborbefund des Blutes stellt man aber fest, dass die Werte des roten Blutbildes unspektakulär im unteren Normbereich sind. Trotzdem hat der Mensch Symptome, die auf einen anämischen Zustand schließen lassen. Dies ist die Folge des reduzierten Wirkungsgrades beim Sauerstofftransport – ein qualitatives Defizit, das sich quantitativ häufig nicht erfassen und sich daher auch nicht durch die Gabe von substanziellen Eisenpräparaten oder -infusionen lösen lässt. In der defizitären Blutqualität wird das kalte und trockene, melancholische Prinzip der Humoralmedizin erkennbar. Darüber hinaus bedingt mangelhafte Blutqualität auch eine Überfrachtung des Blutes mit Stoffwechsel-Endprodukten (Metaboliten). Näheres dazu folgt im humoralmedizinischen Teil dieses Artikels.

    In ihrer pathophysiologischen Bedeutung als Immunorgan tritt die Milz in Erscheinung bei allen Formen der Abwehrschwäche und bei allergischen Krankheiten. Die Milz ist als Lymphorgan für die Steuerung und die Leistungsfähigkeit des gesamten Lymphsystems, vor allem aber des intestinalen Lymphapparates (GALT) mitverantwortlich, in enger Kooperation mit den Peyer’schen Plaques. Aus diesem Grund lohnt es sich, bei Abwehrschwäche und bei Allergien die Milz in das therapeutische Konzept mit einzubeziehen.

    An diesem Punkt eine kleine Zwischenbemerkung: Wir müssen uns von der Vorstellung monokausaler Ursache-Wirkungsprinzipien lösen. Diese Simplifizierung ist in einer systemischen Medizin (wie der TEM / TEN) nicht haltbar. Gerade die chronischen Krankheiten basieren immer auf multiplen Ursachenkomplexen. Einen Störfaktoren kann ein konstitutionell stabiler Organismus immer „wegstecken“, das heißt, er kann ihn kompensieren. Erst wenn mehrere Störfaktoren zusammenkommen, bricht die systemische Steuerung zusammen und es entwickelt sich das, was wir als Krankheit bezeichnen. In diesem Sinne spielt die Milz häufig die Rolle eines Co-Faktors im pathophysiologischen Geschehen. Sie ist ein Mosaikstein im Krankheitsprozess, tritt aber selbst nur selten in gravierender Weise in Erscheinung. Außer bei einigen Malognosen, dem Pfeiffer’schen Drüsenfieber und einigen anderen Infektionskrankheiten bei denen eine Splenomegalie besteht, ist die Milz ein eher „stilles“ Organ, das wenig Beschwerden bereitet, vielleicht mal Seitenstechen als Zeichen einer Milzkapselspannung. Wahrscheinlich schenkt man ihr deshalb nur so wenig Beachtung. Nach schulmedizinischer Lehrmeinung kann ein Mensch problemlos auf die Milz verzichten. Deshalb wird sie bei Erkrankungen oder Ruptur auch recht kritiklos operativ entfernt, was im Übrigen die einzige schulmedizinische „Milztherapie“ ist… Es ist richtig, dass ein Mensch zwar ohne Milz leben kann – aber häufig auf Kosten der Lebensqualität. Andere Organe – v. a. die Leber und Nieren – sind in der Lage, Milzfunktionen zu kompensieren. Aber 100 %-ig ist diese Kompensation in der Regel nicht. Daher entwickeln sich nach Splenektomie häufig auch Probleme des gesamten melancholischen Formenkreises in allen möglichen Bereichen und Ebenen des Organismus, für die Sie nach dem Lesen dieser Arbeit nicht nur Erklärungen, sondern auch therapeutische Ansätze kennen werden.

    Immer wieder wird mir in Seminaren die Frage gestellt, ob man nach Splenektomie noch Milzmittel geben darf, oder nicht. Klare Antwort: Ja, man darf nicht nur, man muss sogar! Es ist ein Prinzip der TEN, dass wir keine Organe (im materiellen Sinne) behandeln, sondern mit der Therapie Einfluss auf deren Funktionalität nehmen. In der Naturheilkunde steht immer die Funktion im Zentrum der Betrachtung. Das Organ ist nur das „Werkzeug“ zur Bereitstellung seiner spezifischen Funktionen für den Gesamtorganismus. Aus diesem Blickwinkel behandle ich mit einem „Milzmittel“ nicht das „Organ Milz“, sondern optimiere dessen Funktionen. Müssen nach Milzentfernung aber die Milzfunktionen von anderen Geweben kompensatorisch geleistet werden, ist es umso dringender, sie dabei zu unterstützen. Dafür gibt es Parallelen in anderen Bereichen: Nach Entfernung der Gallenblase sind unbedingt Gallenmittel einzusetzen, um die Funktionen der nicht mehr vorhandenen Gallenblase bestmöglich zu kompensieren. Oder nach Tonsillektomie ist eine Lymphtherapie sinnvoll, um dennoch die Immunsysteme stabil zu halten. Es ist in allen Bereichen der TEM / TEN das Gleiche: Wir beeinflussen Wirkprinzipien – nicht Organe.

    Lesen Sie mehr zum Thema Milz in unseren nächsten Newsletter-Ausgaben

  • Hier einige Gedanken und Rezepturen zur Corona-Thematik.

    Hier einige Gedanken und Rezepturen zur Corona-Thematik.

    Der Ansatz, die konstitutionelle Stabilität der Menschen zu unterstützen, ist wesentlich konstruktiver, als der panisch-hypnotischen Blick auf das VIRUS, das im Grunde nur ein elektronenmikroskopisch kleiner Eiweissklumpen ohne ‚eigene‘ Vitalität ist. Das Virus entfaltet erst in Wechselbeziehung mit Wirtsorganismen seine Dynamik, indem es bestimmte Zellen (in diesem Fall Epithelien der Bronchial- und Lungenschleimhaut) genetisch so umprogrammiert, dass die infizierten Zellen statt ihrer physiologischen Aufgabe viele neue Viren produzieren, die dann weitere Zellen infizieren.

    Darauf reagiert das Immunsystem sofort mit dem Mechanismus, der seit Jahrmillionen das Überleben in dieser Welt gesichert hat: Einer akuten Entzündung mit systemischer Ausdehnung als Fieber. Diese Entzündung wird vom mucosaassoziierten Lymphsystem (MALT) im Interstitium getragen.

    Fazit: Bei der coronainduzierten ‚interstitiellen Pneumonie bzw. Bronchitis / Bronchiolitis‘ handelt es sich nicht um die Krankheit, sondern um die universelle natürliche ‚feurige‘ Abwehr- und Überwindungsreaktion des Organismus als Selbstheilungsstrategie. Dabei besteht aber das Risiko, dass die betroffene Person damit energetisch so überfordert und in der Atemphysiologie so eingeschränkt wird, dass sie im worst case daran sterben kann.

    Wie effizient die Abwehrreaktionen eines Menschen sind und in welchem Rahmen sie ablaufen, hängt dabei – neben dem Alter und den Vorerkrankungen – weit mehr von den konstitutionellen Reaktionsmustern der betroffenen Person ab als vom Virus. Hier ist der alte Bernard’sche Lehrsatz offensichtlich: „Der Erreger ist Nichts, das Milieu ist Alles“. Alle Lebewesen haben im Laufe der Evolution gelernt, mit Viren und deren genetischen Mutationen umzugehen – sonst gäbe es längst keine Menschen mehr. Und es gibt tausende von Viren in der Natur, die wir noch nicht kennen und die (wie das aktuelle Sars-CoV-2) durch Mutationen entstanden sind (wo auch immer….) und Wirtswechsel vollzogen haben. Dass wir den Menschen, die bei der Auseinandersetzung mit den Viren lebensbedrohliche Probleme bekommen, bestmöglich helfen, ist selbstverständlich.

    Leider gehört es nicht zum medizinischen Allgemeinwissen, dass es völlig unschädliche, aber sehr effiziente therapeutische Möglichkeiten gibt, die Konstitution (und damit das Milieu) individuell so zu stabilisieren, dass gute Chancen für eine effiziente und harmlose Auseinandersetzung mit einem Virus bestehen – was nicht heißt, dass das symptomfrei ablaufen muss! Aber diese Optionen kommen allesamt aus der Naturheilkunde und werden meist schon deshalb pauschal abgelenht.

    Aufgrund der Individualität jedes Menschen und seiner Krankheiten, sollte eigentlich auch die Wahl der Mittel und Methoden individuell sein (Die Irisdiagnostiker sind hier bzgl. Differenzierungsmöglichkeit mal wieder klar im Vorteil…!)

    Die ‚funktionelle Trias‘ Schleimhaut / Lymphsystem / Flora bietet aber eine probate ‚Leitschiene‘ für die Konstitutionstherapie.

    Rezepturen

    Vorschlag Rezeptur 1:
    Auf dieser Basis steht die folgende Rezeptur, die sowohl Kinder als auch Erwachsene (natürlich ergänzend zu sinnvoller Diätetik) sowohl prophylaktisch in der gegenwärtigen Situation einnehmen können aber auch als Nachsorge, wenn ein Infekt vorhanden war:
    Vincetoxicum D4 dil.
    Silicea D6
    Scrophularia ø
    Geranium robertianum ø
    Abrotanum ø aa 20 ml
    M. f. dil.
    DS: Erwachsene 2 x tgl. 25 Tr. vdE. (Kinder: 2 x tgl. Tropfenzahl des Alters, gut verdünnt)

    Ideen hinter der Mittelwahl:
    Vincetoxicum: Immunstimulation, bes. bei viraler Belastung
    Silicea: Stimulation und Stabilisierung sämtlicher interstitieller Grundfunktionen
    Scrophularia: Konstitutionelle Stabilisierung des Lymphsystems
    Geranium robertianum: Stimulation und Stabilisierung lymphatischer Immunfunktionen
    Abrotanum: Stimulation der Coctio und Stabilisierung von GALT / MALT

    Vorschlag Rezeptur 2:
    Eine weitere Methode zur konstitutionellen Stabilisierung, bes. mit Zielrichtung auf das Lymphsystem: Eigenblutnosode C6, jeden Morgen 5 Tr. Oral

    Noch ein Tipp:
    Die Erfahrung aus vielen ‚Grippewellen‘ zeigt, dass wir TEM-TherapeutInnen künftig zunehmend mit Patienten konfrontiert sein werden, die Covid-19 hinter sich haben, aber durch die Krankheit so geschwächt sind, dass sie wochen- und monatelang nur schwer wieder ‚auf die Füße kommen‘. Optimal ist für solche Menschen natürlich eine gezielte individuelle Konstitutionstherapie nach iridologischer Analyse. Sollte das nicht möglich sein, müssen etwas unspezifischere Mittel zum Einsatz kommen, die die Wiederherstellung der energetischen Bilanz des Menschen unterstützen: z. B. Kalium jodatum D6, Kalium phosphor. D6, Carbo vegetabilis D6 In dem Zusammenhang eine Anregung an die vielen engagierten PharmazeutInnen: Es wäre sehr hilfreich, eine Nosode Covid-19 in C30 und C200 zur Verfügung zu haben…