Autor: Mag.a (FH) Claudia Waldner-Prager

  • Ein herbstliche, feine Frucht stellt sich vor – die verführerische Quitte

    Ein herbstliche, feine Frucht stellt sich vor – die verführerische Quitte

    Weltweit, seit 4000 Jahren, wurde die Quitte nicht nur in der Küche, sondern auch als Heilmittel und für die Hautpflege verwendet. In der orientalischen Küche viel verwendet, gewinnt sie mit ihren wunderbaren, höchst heilvollen Eigenschaften auch in Europa wieder mehr Bedeutung. Ihre Inhaltsstoffe und Kraft übersteigen sogar die der Äpfel und Birnen.
    Sie wirken nicht nur immunstärkend, entgiftend, stoffwechsel- und verdauungsregulierend, sondern auch entzündungshemmend und können daher in kosmetischen Produkten für die Haut ihre schützende, pflegende und feuchtigkeitsspendende Wirkung entfalten.

    Richten wir uns nach der Aussage von Hippokrates, der meinte: „ Eure Nahrung sollen Eure Heilmittel sein….“, dann beleuchten wir in groben Zügen wie die Quitte uns „heilend“ beschenkt.


     
    Und das Beste – Wie wunderbar – alles ist zu verwerten:

    Quittenschalen als herrlich duftende Teebeigabe sind leicht mit einem Apfelschäler zu schälen und zu Hause auf dem Ofenbankerl zu trocknen. Auch im Kleiderschrank, vielleicht einmal statt dem Lavendel eine herrliche Duftsackerlbeigabe!

    Quittenkerne in kaltem Wasser angesetzt bilden eine schleimige Konsistenz und können mit ihrer feuchtigkeitsspendenden Eigenschaft bestens bei z.B. Halsschmerzen, Husten und Entzündungen Hilfe leisten. Auch in kosmetischen Produkten könnte man diese einarbeiten, bzw. wer besonders experimentierfreudig ist, könnte es auch als Haargel verwenden. Zum Ausprobieren: Ein Haargel direkt aus der Natur und leicht selbst gemacht!

    Quitten in gegarter, aber auch roher Form unterstützen unseren Körper mit der feuchten Wirkrichtung in der Stärkung unserer Schleimhäute. Da die Beschaffenheit unserer Darmschleimhäute entscheidend für das Immunsystem sind, unterstützen uns Quitten in der Heilung und Schutz des Darmes, bzw. der Erschlaffung der Darmmuskulatur. Auch als Vorbeugung von z.B. Rheuma, Gicht und Arthritis ist es sinnvoll die Quitte im Speiseplan aufzunehmen.

    Saisonale, frische Quitten in der Küche verwendet:

    Ob zu üblichen Gemüsepfannen würfelig dazu geschnitten, als Beigabe zu Suppen aus Kichererbsen oder Linsen, für Aufläufe oder als Beilage zu Fleisch und Fisch lassen sich Quitten vielfältig einsetzen.
    Als Süßspeisen sind sie nicht nur als Marmelade oder Kompott zu verarbeiten, sondern auch im Blechkuchen, für Kekse oder auch als Saft oder als Bowle für den Punsch.

    Quitten für das ganze Jahr haltbar gemacht:

    Aus Portugal kennen wir das „Dulce de Membrillo“, das Quittenleder oder auch als Quittenbrot bekannt.
    Die Quitten roh in kleine Stifte geschnitten und in Honig eingelegt eigenen sich als super Beigabe zu Punsch, Dessert oder Müsli und können so im Glas gut haltbargemacht werden.
    Ein Quittensalz mit seiner feinen, säuerlichen Duftnote dient zur besten Ergänzung von orientalischen Gerichten.
    Quittenoxymel, Chutneys, Marmeladen, Kompotte gemischt mit Dirndeln, Sanddorn oder anderen Früchten, die der Herbst schenkt, sind nur ein paar Ideen um Quitten haltbar zu machen.

    Und zum Abschluss: Ein besonderes Rezept – Gaumenhighlight im Herbst!

    Quittenschmalz: Geraffelte Quitten mit gleicher Menge feingeschnittene Zwiebel und fast gleich viel gutem Olivenöl, mit Knoblauch, Salz und Kräutern, z. B Majoran weich dünsten, dann pürieren und in Gläser abfüllen. Die ganze Familie liebt dieses vegetarische Schmalz und selbst unsere Gäste fragen jedes Jahr im Herbst danach! Eine wahre Gaumenfreude!

  • Die Augen als Spiegel der Natur

    Die Augen als Spiegel der Natur

    Das Mensch-Sein ist mit vielen Wundern und Wunderbarem verbunden. Immer wieder staune ich über das Wunder unseres Körpers, über seine Schönheit in so vielen Details, und immer mehr entdecke ich die Möglichkeit, diese Wunder in Form der Signaturen zu lesen und zu erkennen.

    Was uns das Auge verrät

    Die Traditionell Europäische Medizin ist eine ganzheitliche Medizin und das zugrundeliegende Denkmodell ist die Humorallehre, auch Vier-Säfte-Lehre genannt. Sie geht davon aus, dass wir Menschen in Wechselbeziehung mit den Elementen der Natur leben und sich die Elemente der Natur mit ihren Gesetzmäßigkeiten auch in uns widerspiegeln. Die fünf Elemente – Äther, Feuer, Erde, Luft und Wasser –, die alle traditionellen Medizinsysteme beschreiben, wirken nicht nur in der Natur, sondern auch in uns. Wir sind Teil der Natur – also eigentlich KEIN Wunder! Die Humorallehre (Humores = Säfte) beruht auf den vier Säften Sanguis, Cholera, Phlegma und Melanchola, welche nicht als Körperflüssigkeiten zu verstehen sind, sondern als Wirkprinzipien. Diese Prinzipien leiten sich aus den Elementen der Natur ab: Feuer – warm, Luft – kalt, Wasser – feucht und Erde – trocken ergeben in ihren Mischverhältnissen unterschiedliche Temperamente. Die Dominanz eines der Kardinalsäfte definiert das Temperament und prägt somit auch die Konstitution.

    Sehen wir zum Beispiel in einem blauen Auge helle, weißliche, nebelartige Verwischungen, Tophis genannt, dann weist das auf übermäßige Feuchtigkeit im Körper hin. Wenn rund um die Pupille die Krausenzone sich recht dunkel abbildet, wissen wir, dass dieser Mensch von seiner  Grundkonstitution tendenziell einen Mangel an physiologischer Wärme hat.

    Wenn dann noch gelbe, braune oder schwarze Pigmente zu sehen sind, deutet das auf vermehrte gelb- oder schwarzgallige Verunreinigungen, die Schulmedizin spricht von Stoffwechselendprodukten, hin. Wie es zu diesem Ungleichgewicht der Säfte kommen kann, lässt sich dann individuell im Auge erkennen. In diesem Beispiel wären Optimierung der Wärme (um die Nahrung gut zu „kochen“ und für den Körper aufschließbar zu machen), z. B. durch Bitterstoffe, ein Therapieziel, das gleichzeitig den Lymphfluss fördert und damit auch die Elimination von Schärfen mit begünstigt.

    Ein weiteres Beispiel: Zarte Stromafasern, von sehr zart bis sehr straff gespannt, lassen auf eine neurogene Konstitution schließen. Menschen mit dieser Konstitution weisen eine erhöhte Sensibilität und Irritabilität des Nervensystems auf. Schärfen, die aus konstitutionell unterschiedlichsten Gründen entstehen können, reizen das Nervensystem und können unterschiedliche Symptome aufweisen. Und um all diese Prozesse individuell zu unterstützen und die Konstitution zu stärken bietet uns die Natur ihre Medizin.

    Zur Autorin
    Mein beruflicher Weg hat nach diesen vier Jahren neue Formen angenommen. Es ist mir als Vorstandsmitglied des TEM-Fachvereins ein Herzensanliegen, das Bewusstsein über unsere Schätze aus der Traditionellen Europäischen Medizin (Wissen über die Kräuter-, Pflanzen-, Mineralheilkunde, die Alchemie, Anwendungen, Rezepte …) wieder in der Bevölkerung wachzurufen. In meiner Praxis biete ich im Rahmen eines persönlichen Gesprächs die Möglichkeit an, die wirkenden Kräfte im eigenen Leben zu beleuchten. Ergänzend durch die Irisanalyse, mit dem Denkmodel der Humoralmedizin im Hintergrund, bringe ich Menschen die Bedeutung der Phänomene und Signaturen ihrer Augen – Iriden näher, kann so Impulse und Wissen weitergeben, das die Menschen in ihrer Selbstfürsorge und am Weg in ihre Gesundheit ermächtigt.

    „Wie in der Natur – manche Samen keimen schnell und zeigen in Kürze Ihre volle Pracht.

    Und es gibt Samen, die eine längere Keimdauer haben und dafür dann stark, kräftig und beständig ihre Natur und ihr Wirken zeigen wollen. Gesammeltes Wissen und Erfahrungen aus meiner Vergangenheit vereinen sich nun mit dem Wissen aus der TEM. Mein Pflänzchen kommt ans Tageslicht und will sich zeigen – Meine lang angedachte Homepage und mein Angebot“ – zu sehen unter: www.irisanalyse-waldner.at

  • Die majestätische Königskerze

    Die majestätische Königskerze

    Die beeindruckenden Königskerzen, mit Ihren hohen und kräftigen Stängeln begegnen mir im Moment besonders auffallend überall wo ich bin. Als ob Sie uns einladen wollen sich Ihrer Wirkung zu erfreuen und zu „bedienen“.

    Sogar unter den widrigsten Umständen (Mülltonne) schafft sie ihren Weg gerade in die Luft, entwickelt sich majestätisch und zeigt uns sehr deutlich ihre Qualitäten.

    Denn gerade nach den letzten Monaten lehrt sie uns als wärmende und stärkende Sonnenpflanze Klarheit und Aufrichtigkeit in uns zu leben. Sie unterstützt uns frei zu Atmen und könnte für den kommenden Winter eine wichtige Kräuterhelferin für uns sein und unsere Hausapotheke wesentlich bereichern.

    Neben Eibisch und Käsepappel ist die Königskerze eine der schleimhaltigsten Pflanzen, daher wird sie hauptsächlich bei akuten und chronischen Erkrankungen der Atemwege genutzt, weiters bei Stauungszuständen im Bereich der Schleimhäute und bei trockenen Schleimhäuten. Besonders wenn die Schleimhäute wund und gereizt sind, bei trockenen Katarrhen mit heftigem Hustenreiz, bei Kitzelhusten und bei bellendem Nachthusten, Heiserkeit, rauer Stimme, Asthma und Bronchitis.

    Aus dem Öl der Königskerzenblüten kann eine Salbe bei Hämorrhoiden helfen, in Verbindung mit Holunder soll es ein spezifisches Mittel gegen ganz schmerzhafte Hämorrhoiden sein.

    Die Königskerze wird auch als Kalium Einschleuserpflanze bezeichnet, das heißt, wenn der Körper Kalium nicht gut aufnehmen kann, ist die Königskerze die Wegbereiterin.

    Den Saft aus den Blättern und Blüten äußerlich aufgetragen soll auch bei rauen Warzen heilend wirken.

    Die in Wein gekochten und dann auf die Haut gebrachten Samen und Blätter bringen Splitter und Dornen aus dem Fleisch.

    Zerquetschte, frische Blätter wirken absorbierend und lindernd auf eitrigen Wunden, Abszessen, Ödeme, Furunkeln und Entzündungen. (Achtung: Auf Lymphknotenschwellungen, Krebsgeschwülsten und anderen Schwellungen wäre es schädlich die entsprechenden Ablagerungen zu absorbieren, daher sind hier die Blätter der Königskerze nicht förderlich.)

    Da die Königskerze Affinität zum Nervensystem und zu Nervenschmerzen hat, ist es auch bei beginnender Schwerhörigkeit, Tinnitus, bei Ohrenentzündungen und Schmerzen im Mittelohr heilsam. (Rezept für das Öl siehe unten)

    Weiters lindert sie Nervenschmerzen in den Extremitäten, krampfähnlichen Schmerzen in der Fußsohle, Taubheit in den Extremitäten und bei Steifheit und Schmerzen in den Gelenken. Da der Blütentee harntreibend wirkt, ist er auch bei Rheuma gut einsetzbar.

    Die Tinktur aus der Wurzel hilft bei Bandscheibenvorfällen die Entzündungen auslösen, Blasen- und Prostataentzündungen.

    Verwendung in der Küche

    Tipp aus der Hildegard Küche

    bei schwachem, traurigem Herz, Königskerze mit Fleisch oder Fisch (ohne andere Kräuter) kochen

    • Frittierte Königskerzenblätter mit oder ohne Backteig
    • Getrocknete, frische Blüten in der Suppe
      Königsblüten als gute Einlage für klare Suppen aus Fleisch, Huhn oder Gemüse. Blüten in die heiße Suppe geben, 10 Minuten ziehen lassen und als Einlage mitservieren.

    Praktische Rezepte für die Hausapotheke und die Schönheit
    Tee
    1 TL der Blüten in kaltem Wasser über Nacht angesetzt, dann handwarm erhitzen und 15 Minuten ziehen lassen.

    mit anderen schleimhaltigen Pflanzen als Hustentee mit Honig getrunken, gegen Rheuma getrunken keinen Honig verwenden.

    Tipp: Teefilter aus Papier oder sehr feinen Teefilter verwenden, damit die wunde Rachenschleimhaut nicht durch die Härchen der Staubgefäße gereizt wird.

    Tinktur
    Blüten in 40 % Alkohol 4 Wochen in der Sonne stehen lassen, immer wieder schütteln, abseihen, bei Husten mit Honig einnehmen.

    Wurzel mit 80 % Alkohol angesetzt bei akuten Schmerzen.

    Königskerzenblütenöl für Ohrenschmerzen – 2 unterschiedliche Rezepte:
    bei Ohrenschmerzen und leichter Harninkontinenz
    Rezept 1: Ein Glas mit den Blüten füllen, nicht hineinpressen, aber auch nicht zu locker füllen. Dann verschlossen in der Sonne stehen lassen. Je nach Sonneneinwirkung bildet sich circa nach einer Woche ein schleimiger Bodensatz. Diesen Saft filtert man zuerst durch ein Sieb, dann durch einen Filter, damit die feinen Härchen hängen bleiben. In einer kleinen, dunklen Tropfflasche kühl aufbewahren.

    Öl kann auch als Brustsalbe mit Spitzwegerich weiterverarbeitet werden.

    Rezept 2: die Blüten im Glas mit Olivenöl übergießen, frische Blüten immer wieder dazufügen, verschlossen 3-4 Wochen an einem sonnigen Ort stehen lassen, regelmäßig schütteln, gut abseihen (wegen der feinen Härchen), dunkel lagern

    Wichtig ist die sorgfältige Trocknung und Aufbewahrung der empfindlichen Blüten. Sie sind hygroskopisch (wasseranziehend) und neigen daher zur Schimmelbildung. Man kann sie gleich nach dem Pflücken bei 40 Grad in einer Dörre trocknen und anschließend in einem luftdichten Gefäß aufbewahren. Braune Blüten nicht mehr verwenden!

    Pflanzensteckbrief:
    Volksname: Brennkraut, Wetterkerze, Donnerkerze, Himmelsbrand, Wollblume, Fackelkraut, Neunmannkraft, Frauenkerze, Ochsenlungenwurz, Quäker Rouge

    Humorale Qualitäten nach TEM: trocken und kühl

    Pflanzenart: Braunwurzgewächs, zweijährig, 1 bis 1,8 m

    Boden Standort: trockener, kalkhaltiger Boden, Sonne, meist auf von Menschen veränderten Ruderalstandorten, beispielsweise auf Schuttflächen oder Bahndämmen

    Beschreibung: Die Königskerze ist eine zweijährige Pflanze mit einer spindelförmigen Pfahlwurzel, im ersten Jahr erkennt man am Boden nur die Rosette, im zweiten Jahr wächst sie dann 50 cm bis 2 Meter ganz aus und zeigt auch ihre Blüten. Der runde Stängel wächst, wie auch die Blätter, dicht und filzig behaart. Die Blätter sind lanzettlich und schwach gekerbt, die Blütenstände sind lang und dicht mit 3-5 cm großen Blüten. Die Blüten sind gelb mit weißwolligen Staubfäden. Die Blüte ist ab Mittag geschlossen. Es gibt viele Arten der Königskerze, drei Arten werden arzneilich genutzt: die großblumige Königskerze (Verbascum densiflorum), die gemeine (Verbascum phlomoides) und die kleinblütige Königskerze (Verbascum thapsus). Alle sind zweijährig und wachsen bis zu zwei Meter in die Höhe.

    Blütezeit: Juli bis September

    Sammelzeit: Juli bis August, Blüten immer bei Sonnenschein um die Mittagszeit pflücken, Blätter sollten im ersten Jahr vor dem Hochschießen des Stängels gesammelt werden

    Verwendete Teile: Blüten und Blätter, Blüten gleich direkt nach dem Aufblühen

    Inhaltsstoffe: Saponin, Sapogenin, Invertzucker, Rohrzucker, Schleim, ätherisches Öl, Fett, Xanthophylle, Hesperidin, Kalium

    Eigenschaften:

    • Auswurffördernd und Hustenlindernd
    • Antiviral und fiebersenkend
    • Blut- und Hautreinigend
    • Harntreibend, schweißtreibend
    • Beruhigend
    • Krampflösend