Autor: Mag.a pharm. Gabriele Stindl

  • Ein traditionelles Verfahren der Traditionellen Europäischen Medizin ist die Spagyrik

    Ein traditionelles Verfahren der Traditionellen Europäischen Medizin ist die Spagyrik

    Spagyrik ist ein uraltes, ganzheitliches Naturheilverfahren. Diese besondere Art der Heilmittelherstellung hat ihre Wurzeln in der vorchristlichen Zeit. In der Spagyrik (griechisch: spao = trennen, ageiro= zusammenführen) werden die Wirkstoffe aus Pflanzen zunächst getrennt, bearbeitet und dann wieder zusammengeführt.

    „Wer sie nicht kennte, die Elemente, Ihre Kraft und Eigenschaft, wäre kein Meister über die Geister.“
    (Johann Wolfgang von Goethe)

    Wie werden spagyrische Essenzen hergestellt?
    Die Herstellung von spagyrischen Heilmitteln ist sehr aufwändig: Die handverlesenen, gereinigten Heilpflanzen werden zerkleinert und durch Zugabe von destilliertem Quellwasser und Hefe vergoren. Der so entstandene Alkohol wird abdestilliert. Der verbleibende Pflanzenrückstand wird kalziniert (verascht). Damit ist die Trennung vollzogen.
    Die Vereinigung besteht darin, dass die Asche (das Kalzinat) mit dem Destillat wieder zusammengeführt wird. Durch die sehr sorgfältige und zeitaufwändige Herstellung bei Spagyros entstehen so wohlriechende, effizient wirkende und qualitativ hochwertige Heilmittel.

    Wie wirkt Spagyrik?
    Durch die spezielle Art der Herstellung erhalten die Essenzen eine Dynamik, die im Körper Heilungsprozesse in Gang setzen kann. Die Arzneien tragen die Gesetzmäßigkeit des Lebens „einprogrammiert“ und vermitteln dadurch dem Körper nicht nur die Heilkraft der Pflanze, sondern auch das „Programm“, wie diese zu verwenden ist. Spagyrische Essenzen gehören zu den wenigen Heilmitteln, die das Selbstheilungspotenzial des Körpers anregen bzw. unterstützen können.#
    Sie unterdrücken die natürlichen Abwehrreaktionen des Körpers (z.B. Fieber) nicht, sondern fördern die Wiederherstellung des natürlichen Gleichgewichts. Dadurch helfen sie, Krankheiten zu überwinden und nicht nur zu verdrängen.

    Wann kann Spagyrik eingesetzt werden?
    Spagyrische Essenzen finden bei einer Vielzahl von chronischen und akuten Krankheiten Anwendung. Sie können dabei sowohl als eigenständige sanfte Therapie aber auch als Begleittherapie – zu einer homöopathischen oder konventionellen Behandlung – eingesetzt werden. Spagyrische Heilmittel stärken die Vitalkraft des Organismus und fördern so die Regenerationsprozesse.
    Parallel verabreicht ergänzen spagyrische Pflanzenessenzen andere Medikamente in ihrer Wirkung und unterstützen die Heilung. Durch die Reaktivierung der Lebensdynamik wird zudem die Entgiftung des Körpers angekurbelt. Dies führt zu einer spürbaren Entlastung des Stoffwechsels.

    Der Begriff „Spagyrik“ wird von zwei griechischen Wörtern abgeleitet und geht vermutlich zurück auf Paracelsus:

    • „spao“ – ich trenne, ich löse
    • „ageiro“ – ich verbinde, ich vereine

    Trennen und wieder verbinden (Analyse und Synthese) führen nach alten Überlieferungen zur Freilegung und Erhöhung der in Pflanzen und Mineralien vorhandenen Heilkräfte.

    Die „Spagyrik“ ist ein Teil der Alchemie und der Begriff Spagyrik wird wahrscheinlich seit Paracelsus (1493-1541) für jenen Teil der Alchemie verwendet, der sich mit der Bereitung von feinstofflichen, aber kräftig wirkenden Arzneimitteln beschäftigt.

    Text zur Verfügung gestellt Marienapotheke Perchtoldsdorf: https://marienapotheke.at/spagyrik/

  • Pflanzliche Hilfe aus der Natur in der Frauenheilkunde

    Pflanzliche Hilfe aus der Natur in der Frauenheilkunde

    Was hilft bei Menstruationsbeschwerden, Wechselerscheinungen, bei Pilzinfektionen und unerfülltem Kinderwunsch und in welcher Form können die Arzneipflanzen verwendet werden.

    Heilpflanzen gehören zu unseren ältesten Begleiterinnen auf dem Weg zu Gesundheit und Wohlbefinden. Frauen wussten in allen Zeitepochen über die Heilkraft, über Zubereitungsmethoden und Anwendung Bescheid. Bei vielen Beschwerden kann Frau zu Heilpflanzen greifen. Häufig steht zuerst eine genaue schulmedizinische Abklärung des Problems. Dann erfolgt die Auswahl der richtigen Heilkräuter oder sie werden ergänzend zu schulmedizinischer Behandlung eingesetzt.

    Menstruationsbeschwerden machen sich vor Beginn der Monatsblutung und während der Tage bemerkbar oder treten als Rhythmusstörungen und zu starken oder zu schwachen Blutungen auf.

    Als Prämenstruelles Syndrom werden Probleme zusammengefasst, welche ab dem Eisprung bis zum Beginn der Regel auftreten können. Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Depression, Müdigkeit, Hautprobleme, Brustempfindlichkeit, Migräneartige Beschwerden, Bauchschmerzen, Gewichtszunahme, Wasseransammlungen und Heißhunger gehören zu diesem Beschwerdebild. Andere Frauen leiden unter krampfartigen Beschwerden vor allem bei Menstruationsbeginn.

    Die Ursachen können vielfältig sein. Im Laufe des Zyklus kommt es natürlicherweise zu Veränderungen im Hormonhaushalt. Manchmal entstehen dabei Ungleichgewichte zwischen den wichtigen beiden weiblichen Hormonen Östrogen und Progesteron und dies löst Beschwerden aus. Häufig hat auch der Lebensstil Einfluss auf das weibliche Körpergeschehen. Stress, Schlafmangel, ungünstige Ernährungsgewohnheiten, Koffein, Nikotin und Alkohol und psychische Belastungen können einen Anteil an der Entstehung von Regelbeschwerden haben. Auch die Schilddrüse muss berücksichtigt werden.

    Wichtige Frauenpflanzen bei Regelbeschwerden wirken hormonausgleichend, entkrampfend, stimmungshebend, zyklusharmonisierend, schmerzlindernd.

    Mönchspfeffer in Tropfen- oder Tablettenform hilft bei PMS Symptomen wie Müdigkeit, Gereiztheit, Kopf- und Rückenschmerzen, Wassereinlagerungen, Brustspannen und Rhythmusstörungen. Frauenmantel als Tee oder in konzentrierter Tropfenform ist hilfreich zur Zyklusstärkung, bei Blutungsbeschwerden und bei PMS.

    Muskatellersalbei wirkt auf den Hormonkreislauf, kombiniert mit ätherischem Rosenöl als PMS Spray für die äußerliche Anwendung oder im Roll On zum Auftragen auf die Haut.

    Schafgarbe in Teeform oder als Tropfenkonzentrat wirkt entkrampfend und blutungsregulierend.

    Bei sehr starken Blutungen ist auch an einen ausgeglichenen Eisenhaushalt zu denken. Günstige Arzneipflanzen sind Brennnessel als Tee oder in spagyrischer Tropfenform. Auch Eisen aus dem Curryblatt in Kapselform kann gut und ohne unangenehme Nebenwirkungen in den Körper aufgenommen werden.

    Ein Teemischung für eine starke Zyklusmitte kann auf den Eisprung regulierend wirken.

    Immer wiederkehrende Pilzinfektionen oder Entzündungen im Genitalbereich können hervorragend mit magistral hergestellten Zäpfchen behandelt werden, die pflanzliche Wirkstoffe in hochkonzentrierter Form enthalten. Teils sind es Tinkturen, teils ätherische Öle, die eine breitgefächerte Wirkung gegen Bakterien, Pilze und Viren haben.

    Hilfreich sind Thymian, Rose, Frauenmantel, Ringelblume, Kapuzinerkresse, Rosengeranie.

    Bei trockenen Schleimhäuten helfen Zäpfchen oder Vaginalgele mit Rotklee, Rose, Frauenmantel oder Rosengeranie.

    Bei Wechselbeschwerden verändert sich die Hormonproduktion im Körper und nimmt langsam ab. Unregelmäßige Zyklen, ausbleibende Menstruationsblutung, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Schweißausbrüche, mentale Verstimmungszustände, Gewichtsveränderungen und allgemeine Schwäche macht vielen Frauen zu schaffen. Alternativ zu Hormonersatztherapie oder dem Einsatz von bioidenten Hormonen eignen sich vor allem hormonmodulierende Arzneipflanzen wie Traubensilberkerze, Yamswurzel, Rotklee, Granatapfel. Eine Yamswurzelcreme wird wie ein Hormonersatzpräparat auf die Innenseite von Oberarm oder Oberschenkel aufgetragen. Beschwerden wie Schwitzen, Schlafstörungen und Energiemangel können mit Tropfen oder Tees aus Salbei, Hopfen, Melisse oder Johanniskraut behandelt werden. Muskatellersalbei, Pfefferminze, Rosengeranie wirken in speziellen Körpersprays über Haut und Schleimhaut. Lavendelextrakte in Kapseln helfen bei ängstlichen Verstimmungszuständen und bei Schlafproblemen.

    Endometriose, eine Erkrankung mit Wucherungen, Blutungen und Schmerzen kann nach erfolgter Abklärung durch den Facharzt mit Arzneipflanzen wie Frauenmantel, Scharfgarbe, Löwenzahn, Ackerschachtelhalm beeinflusst werden. Teemischungen oder individuelle Tinkturenmischungen mit Heilkräutern können verwendet werden.

    Bei unerfülltem Schwangerschaftswunsch gibt es unterstützende Arzneipflanzen und ganzheitliche Behandlungsansätze. Entgiftung des Körpers mit Nestreinigungstees, Leberentgiftung in Tropfenform, Hormonbalance mit Tees und Tinkturen begleiten körperliche und seelische Aspekte des unerfüllten Kinderwunsches.

    Heilpflanzen die Verwendung finden sind Frauenmantel, Storchschnabel, Scharfgarbe.

    Arzneipflanzen sind wirksam und stellen gute und sichere Behandlungskonzepte dar. Ergänzen Sie diese mit dem richtigen Mindset, das heißt mit einer optimistischen guten inneren Einstellung zum Heilgeschehen, dem Vertrauen, dass ab sofort ganzheitliche Heilung in die Wege geleitet wird. So können Sie Ihren Heilungsprozess noch einmal vertiefen und beschleunigen.

    Der Duft, das ansehnliche Aussehen, das Gefühl im Mund bei Aufnahme, das gesamte sinnliche positive Erleben trägt genauso zur Wirkung bei, wie eine entsprechende positive innere Grundhaltung. Eine frischaufgebrühte Tasse Tee, dampfend und duftend, eine kleine Ruhepause beim Dosieren von Tropfen, dabei ein tiefes Durchatmen und ein kurzer Fokus auf die Heilwirkung die angestrebt wird, Augenschließen und ein kleiner Tagtraum beim Aufsprühen eine aromatherapeutischen duftenden Körpersprays, oder die bewusste Auszeit beim Einmassieren eines wirksamen Körperöls, all das trägt mehr zur Wirkung bei, als wir annehmen.