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Schafgarbe – Achillea millefolium

„Das Jod der Wiese“

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass die Heilkraft und die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der Schafgarbe eine sehr lange Tradition haben. So soll etwa der heldenhafte Achilles seine blutende Wunde mit dem Wunderkraut versorgt haben. Junge Frauen legten es unter ihren Kopfpolster, um von ihrem Zukünftigen zu träumen. Schafgarbe wurde am Vorabend des Johannistages (24. Juni) rund um das Haus gepflanzt, um sich vor bösen Geistern und Krankheiten zu schützen.

Als Wundheilkraut gehört die Schafgarbe also zu den wichtigsten Heilkräutern in der traditionellen europäischen Medizin ebenso in der Volksheilkunde und in der Frauenheilkunde.

Die Schafgarbe ist eine robuste Pflanze, die vorwiegend in Trockenen Wiesen, aber auch an Weg- und Straßenrändern, vorkommt. Die Bezeichnung „Schafgarbe“ leitet sich laut Volksheilkunde zum einen von den Schafen ab, die die Pflanze nur fressen, wenn sie krank sind, und zum anderen von der früher vorherrschenden Trocknungsart der Pflanze in Garbenbündeln. Der lateinische Name der Schafgarbe „Achillea“ geht, wie bereits erwähnt, auf den mythologischen griechischen Helden Achilles zurück, der die Schafgarbe zur Wundheilung verwendet haben soll. Das lateinische Wort „millefolium“ heißt tausendblättrig und gibt Aufschluss auf die Blattform.

Verwendete Pflanzenteile sind das Kraut, die Blätter und die Blüten. Sie zählt zur Familie der Korbblütler. Die leuchtend weißen und selten auch rosa gefärbten Blüten werden im Juni und im Juli gesammelt. Einer alten Überlieferung zufolge soll man die heilende Pflanze nur zwischen 11 und 13 Uhr ernten, weil dann ihre Wirkung am stärksten sei. Wenn der Morgentau verdunstet ist und die Pflänzchen wieder trocken sind, ist tatsächlich ein guter Zeitpunkt für den Schnitt. Die ätherischen Öle sind besonders empfindsam, und je später der Tag, desto eher verflüchtigen sich diese. Wenn man das Heilkraut erntet hängt aber davon ab für welchen Zweck man es verwenden will, denn die in der Schafgarbe enthaltenen Bitterstoffe werden tagsüber mehr.

Den Signaturen nach ist sie eine Saturnpflanze, die Blüten sind dem Mond zugeordnet. Das Kraut gehört der Gruppe der Bodenheiler an. Es hat große regenerierende Eigenschaften, besiedelt sogar völlig übersäuerte Böden und hat eine säurebindende Kraft auch im menschlichen Körper. Die jungen Blätter haben eine starke blutreinigende Wirkung.

In der Säftelehre wird die Schafgarbe den Sanguis Pflanzen zugeordnet, da sie die Wärme und die Kälte des Blutes regulieren kann und beteiligt ist an der Blutqualität und der Blutstabilität.

Die Hauptinhaltsstoffe sind Bitterstoffe, Gerbstoffe, und ätherisches Öl wie Azulen.

Die mächtige Heilpflanze, findet ihren Einsatz bei vielen Symptomen.

Zum Beispiel in der Frauenheilkunde. Bei Menstruationsbeschwerden, die sich sehr krampfartig äußern, da sie das Muskelgewebe der Gebärmutter und des Beckenbereichs stärkt. Auch bei sehr lang andauernden starken Blutungen, wobei das Blut eine hellrote Farbe hat und dünnflüssig ist, wirkt sie sehr effektiv.

Bei Verdauungsbeschwerden wie Appetitlosigkeit und mangelnder Magensaftproduktion oder krampfartigen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. Heute ist die Pflanze eine der wichtigsten Arzneipflanzen bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa bedingt durch die antibiotische Wirkung der Blüten. Durch ihre Bindegewebskräftigende Wirkung wird sie auch gerne bei venösen Durchblutungsstörungen, Krampfaderleiden und Hämorrhoiden eingesetzt. Durch ihren hohen Kaliumgehalt regt sie die Nierentätigkeit an.

Äußerlich wird die Schafgarbe bei entzündlichen Haut- und Schleimhauterkrankungen und als Wundheilmittel verwendet wodurch wir die Schafgarbe auch als „Jod der Wiese“ bezeichnen könnten. Bei rheumatischen und gichtischen Gliederschmerzen und Erfrierungen kann das Kraut und die Blüten auch als Bäder angewendet werden. Dies stärkt auch einen geschwächten Körper.

Auch findet die Schafgarbe Einsatz als Leberwickel zur Unterstützung der Leber beim Fasten und zur Linderung diverser Beschwerden.

Einige wenige Menschen reagieren beim Berühren der Pflanze allergisch, was sich durch Hautrötungen und juckende Ausschläge bemerkbar macht. Sie vertragen auch den Schafgarben-Tee oder das Schafgarben-Bad nicht. Wenn Störungen dieser Art auftreten, muss die Behandlung sofort abgebrochen werden. Danach verschwinden die allergischen Reizerscheinungen schnell wieder.

Es ist eine magische Pflanze, die nicht nur als Frauenkraut, sondern auch als Gotteshand und Wundkraut bekannt ist. Am schönsten ist allerdings der Name Venuswimper, wie sie aufgrund ihrer feingliedrigen Blätter genannt wird.

Blogtext © Mag.a pharm. Margarete Olesko, www.borromaeus-apotheke.at