Traditionelle Europäische Medizin

  • Die Traditionelle Europäische Medizin ist seit Hippokrates in unserem Kulturraum gewachsen. Sie schöpft aus dem überlieferten Wissen der Erfahrungsmedizin und ist offen für das Wissen und die Errungenschaften der heutigen Zeit.
  • Die Traditionelle Europäische Medizin umfasst das Heilwissen des Großraums Europa im historischen Sinn: griechisch-hellenistisch, romanisch-lateinisch, jüdisch-hebräisch, keltisch, germanisch, slawisch, magyarisch etc. Ein Europa in interkulturellen Austauschprozessen mit Kulturräumen wie Persien, Indien, China, Tibet, Afrika, Amerika etc.
  • Die Traditionelle Europäische Medizin ist eine Heilkunst, die den Menschen als Ganzes, als Einheit von Körper, Seele und Geist wahrnimmt – inmitten seiner Lebensumwelt und eingebettet in den Kosmos. Die TEM arbeitet nach den Gesetzen der Natur und mit den Mitteln und Verfahren der Natur.


Grundlagen der TEM

Die TEM ist eine personalisierte, kontextuelle, ganzheitliche Medizin mit Bezug auf die die Humorallehre, der Lehre der Elemente: Feuer, Erde, Wasser, Luft in unserem Körper. Sie entsprechen den Grundfunktionen des Lebens, die in Balance sein sollten, um gesund zu bleiben. In der Humorallehre werden sie als Säfte bezeichnet, lat. „Humores“. Diese Säfte sind keine Körperflüssigkeiten, sondern spezifische Wirkprinzipien, denen verschiedene Organe, Funktionen und Temperamente zugeordnet werden: Choleriker, Melancholiker, Phlegmatiker, Sanguiniker.

Um den individuellen Konstitutionstyp zu definieren, erfolgt eine ausführliche Diagnose mittels Gespräch, Irisanalyse, Antlitz-, Puls-, Harn- und Zungenschau. Danach lässt sich ein passendes Behandlungskonzept maßschneidern. Eine Ausgewogenheit kann mit adäquater Ernährung, Bewegung, therapeutischen Anwendungen und Spiritualität erreicht werden. Vor allem die Behandlung mit Heilpflanzen und heilenden Lebensmitteln hat in der TEM eine große Bedeutung.

Ein wesentliches Element in der TEM ist auch die Philosophie, um den Hintergrund der Krankheiten zu verstehen, jede Krankheit hat eine persönliche Geschichte. Die Philosophie ist auch zentrales Element der Prävention. Denn wenn ich mich auf meinem richtigen Weg befinde, kann mich nichts so schnell aus dem Gleichgewicht bringen.

Ziel der TEM ist es, die Gesundheit des Menschen zu bewahren und ggf Impulse zu deren Wiederherstellung zu setzen. Nimmt der Mensch sich in seiner Gesamtheit wieder wahr, sind neue individuelle Wege der Heilung möglich. Eine gute Selbstfürsorge unterstützt die eigene Gesundheit. Die TEM möge in diesem Sinne einen wichtigen Beitrag im Gesundheitswesen leisten. Verschiedene Berufsgruppen können in Zusammenarbeit dieses Ziel verwirklichen. Die TEM sieht sich als eigenständiges Medizinsystem und als Ergänzung zu allen konventionellen und komplementär medizinischen Verfahren.

Das Denkmodell in der TEM

  • Der Mensch lebt in untrennbarer Wechselbeziehung mit den Elementen der Natur. Er wird im Kontext mit der Umwelt und seiner Lebensgeschichte gesehen.
  • Wir erkennen in der TEM vier Gegensatzprinzipien: Wärme und Kälte, Trockenheit und Feuchtigkeit. Die Prinzipien spiegeln sich in den Naturelementen Luft, Feuer, Wasser, Erde wieder. Ihre Manifestation im Organismus ist die Grundlage der Humorallehre. Sowohl die Prinzipien als auch die Elemente schlagen sich in den Strukturen und Funktionen des Körpers nieder. Im Körper wirken die drei Aspekte: Materie, Energie und Information zusammen und ergeben die Lebenskraft.
  • Um den individuellen Zustand von Gesundheit oder Krankheit des Menschen analysieren zu können, bedarf es einer adäquaten Diagnostik.
  • Aus den diagnostisch gewonnenen Erkenntnissen leitet sich die grundsätzliche Zielsetzung ab. Das kann die Salutogenese, Prävention, Therapie oder Rehabilitation sein. Zentral ist die Aktivierung der Selbstheilungskräfte mittels regulativer Maßnahmen und verschiedenster Heilmittel.
4 Kardinalsäfte Gesamtschema Bild: © Friedemann Garvelmann

Anwendung Heute

Viel Wissen ist in den letzten Jahrhunderten verloren gegangen – aber heute kehrt es wieder in das Bewusstsein der Menschen zurück. Das Interesse am heimischen Medizinsystem und dessen Heilmethoden und Heilmitteln steigt stets. Denn die TEM als ganzheitliches Heilsystem ist eine ideale Ergänzung zur heutigen modernen Medizin. So kann zum Beispiel bei chronischen Erkrankungen die Dosierung von Dauermedikationen unter ärztlicher Aufsicht durch die unterstützende Anwendung von Heilmittel der TEM reduziert und die wichtigen Ausscheidungsorgane – Leber, Niere, Lymphe, Lunge oder Haut – in ihren Funktionen unterstützt werden. Das stärkt die Gesamtkonstitution des Menschen. In der Rekonvaleszenz nach Erkrankungen oder Operationen werden die Selbstheilungskräfte und das Immunsystem durch Methoden der TEM gestärkt und die Heilung beschleunigt. Auch die Konstitution von Kindern kann mit pflanzlichen Heilmitteln unterstützt werden. Der Organismus wird gestärkt und ist für Erkrankungen nicht so anfällig.

Die Traditionelle Europäische Medizin (TEM) nimmt den Menschen in seiner Ganzheitlichkeit wahr und ernst.

Das sagen unsere Mitglieder

Dr.Karl Heinz Steinmetz

"Wenn viele gemeinsam träumen, dann ist das der Beginn einer neuen Wirklichkeit!“ lautet eine Liedzeile. Ich bin mit meinem Institut für Traditionelle Europäische Medizin (InstiTEM) Mitglied im TEM-Fachverein, weil ich im Kreise Gleichgesinnter die TEM in Europa vorwärtsbringen möchte!"

Judith Wieser

"Traditionelle Europäische Medizin begleitet mich im Jetzt, lässt mich in ganzheitlicher Art und Weise meine Wurzeln begreifen. Diese Tradition und die Moderne bieten eine reich bestückte Vielfalt an praktischen, präventiven oder Heilung anstrebenden Methoden. Sie spannen den Bogen zu einem authentischen Lebensstil und führen auf geistig-, seelisch-, körperlicher Ebene zu einer harmonisierenden Lebensqualität."