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Wildkräuterküche des Frühjahres in der Traditionell Europäischen Medizin

Die Traditionell Europäische Medizin kennt keine für jeden gültige Ernährungsform, jedoch richtet sie sich unter anderem nach dem Jahreszyklus. Jene Lebensmittel also, die aktuell im Garten und der Umgebung wachsen, gelten demnach als gesund. Im Übergang von Winter zu Frühling sind die Vorräte aufgebraucht, frisch Angebautes ist noch nicht verfügbar. Traditionell haben sich die Menschen folglich in Feld, Wald und Wiese bedient.

Das Wort „Unkraut“ leitet sich von mhd. „unkrut“ ab und bezeichnet vom Menschen nicht verwertbare Pflanzen. Dabei haben selbst die alten Germanen die Unkräuter im Frühling als erste Nahrung herangezogen und so deren Kraft genutzt. Was vor einer oder zwei Generationen noch gängig war, ist heute, wenn nicht vergessen, doch nicht mehr üblich: Die Wildkräuterküche des Frühjahres.

Brennessel


Die ersten jungen Pflanzentriebe des Frühjahrs können bereits geerntet werden und bieten Pflanzenkraft mit wertvollen Inhaltsstoffen. Knospen enthalten Stammzellen die regenerierend auf den Organismus wirken. Besonders schmackhafte Knospen sind jene der Brombeere und der Linde. Brombeerknospen schmecken aromatisch nach Beeren. Sie sind ein gutes Tonikum. Sie stärken das Atemsystem und verbessern die Sauerstoffversorgung des Blutes. Lindenknospen haben ein Aroma nach jungen Erbsen. Sie haben eine steigernde Wirkung auf das Immunsystem und sind gut blutreinigend. Vor allem aber vertreiben die Lindenknospen die Winterdepression und stellen den Körper auf Frühling ein. Die Triebspitzen des Wacholders sind stark blutreinigend und haben eine desinfizierende Wirkung auf die ableitenden Harnwege. Ein besonders würziges Aroma entfalten sie, wenn sie kurz in der Pfanne geröstet werden.

Auch die jungen Pflanzentriebe der Unkräuter sprießen schon da und dort aus dem Boden. Diese Pflänzchen eignen sich für eine Frühjahrskur. Bärlauch wirkt verdauungsfördernd und ist für seine entgiftende Wirkung auf Schwermetalle bekannt. Sauerampfer enthält viel Vitamin C und zählt zu den blutreinigenden Pflanzen. Löwenzahn ist eine Pflanze, die Verdauungssäfte anregt und das Gänseblümchen unterstützt die Niere. Birkenblätter wirken harntreibend. In fast jeder Frühjahrskur ist auch Brennnessel enthalten, die gleichfalls eine entwässernde Wirkung hat, darüber hinaus auch Mineralstoffe und Eisen enthält. Die jungen Blätter dieser Pflanzen eignen sich frisch als Salat oder als 7-Kräutersuppe. Meine Kinder freuen sich jedes Jahr auf das grüne Kartoffelpüree: Zuerst werden die Kräuter gesammelt und dann gemeinsam verkocht. Und so gilt: Vom Garten in die Töpfe.

Brombeerknospenschokolade

1-2 Hand voll frische Brombeerknospen
80g Kakaobutter
20 g Kakao
20 g Honig
30 g Haselnussmus
30 g Mandelmus

Die Kakaobutter bei niedriger Temperatur schmelzen. In ein schmales hohes Gefäß überführen und Kakao und Honig ergänzen. Mit dem Pürierstab rasch durchrühren. Anschließend die Muse zugeben und nochmals pürieren. Die Knospen werden untergehoben und in eine Schokoladenform gegossen. Alternativ kann die Masse auf eine Dauerbackfolie gestrichen werden. Am besten im Tiefkühler fest werden lassen. Durch die frischen Knospen ist die Schokolade nicht lagerbar. Rasch verbrauchen.

Grünes Kartoffelpüree

1,5 kg festkochende Erdäpfel
2 große Zwiebel
Öl
2 Knoblauchzehen
2 Hand voll junge Brennnesselblätter und Triebspitzen
1-2 Hand voll Giersch
2 Hand voll gemischte Kräuter: Vogelmiere, Löwenzahn, Spitzwegerich, Schafgarbe, Sauerampfer, Birkenblättchen, Gänseblümchen...
Ca. 300 ml Schlagobers und Milch gemischt

Kartoffeln werden in Schale weichgekocht. Die Zwiebel werden geschält, geschnitten und in Öl angedünstet. Der Knoblauch wird klein gehackt und dem Zwiebel zugegeben und kurz angeschwitzt. Anschließend werden die grob gehackten Kräuter hinzugegeben und gerade erwärmt.

Die Kartoffeln werden geschält, zerdrückt und mit Milch und Sahne zu einem Püree verarbeitet. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Die Kräutermischung wird untergezogen und sofort serviert.

Wildspargelragout

1 kleine Zwiebel
1 EL natives Kokosöl
1 Hand voll Wildspargel wie Hopfensprossen oder Waldgeißbartschösslinge.
etwas gemischte Gemüsewürze
gemischte Kräuter (Dost, Petersilie, Ysop und Zitronenthymian)
Cashewnüsse
Sahne (Schlagobers oder Cashewnussmus)

Für das Ragout Zwiebel in Kokosöl anrösten. Den Wildspargel in 3 cm lange Stücke schneiden und mit der Würze dünsten. Zum Verfeinern mit etwas Sahne und den gehackten Kräutern würzen. Wer vegan lebt, ersetzt das Schlagobers durch Cashewnussmus. Dazu passt hervorragend: Selbstgemachte Nudeln und frischer gerösteter Spargel.

Autorin und © Mag.a pharm. Dr.in Gabriele Kerber-Baumgartner

Das sagen unsere Mitglieder

Mag. Dr. Michaela Noseck-Licul

"Der TEM-Fachverein hat sich unter anderem zwei Dinge zum Ziel gesetzt, die mir sehr wichtig sind. Zum einen geht es darum, überliefertes Wissen für heutige Bedürfnisse zu nutzen und dabei die Zusammenarbeit mit der modernen Medizin zu suchen. Zum anderen soll die Gesundheitskompetenz der Menschen gefördert werden, in dem Wissen um die gesundheitsförderlichen Aspekte der TEM vermittelt wird. Das ist auch mir ein Anliegen, daher unterstütze ich den Verein."

Dr.med.Gerhard Kögler

"Traditionelle Medizin weltweit ist eine Möglichkeit, in einer Welt, die zusammenwächst, Gesundheit für alle Menschen zu ermöglichen. Dies wird in einer integrativen Form stattfinden, konventionelle Medizin zusammen mit traditioneller Medizin. Dieser Verein, bei dem ich Mitglied bin, soll diesen Prozess unterstützen."