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Immunstärkende Heilpflanzen bzw. Pflanzen, die bei Viruserkrankungen helfen können

Von vielen Pflanzen ist auch wissenschaftlich bestätigt eine immunstimulierende Wirkung bekannt. Doch immunstimulierend muss nicht identisch mit antiviraler oder antibakterieller Wirkung sein. Die immunstimulierende Wirkung von Pflanzen ist meist komplex und wirkt fördernd auf mehrere Abwehrmechanismen. Grundsätzlich kann man aber die Anwendung von immunstärkenden Heilpflanzen bei Viruserkrankungen empfehlen.

Wissenschaftlich erwiesen ist eine immunstärkende Wirkung der folgend beschriebenen Pflanzen:

  • Sonnenhut (Echinacea sp)
  • Färberhülse (Baptisia)
  • Lebensbaum (Thuja)
  • Taigawurzel (Eleutherococcus)

Anwendung: In Form von Esberitox

Sonnenhut, purpurfarbener (Echinacea purpurea) oder Sonnenhut, schmalblättriger (Echinacea angustifolia)

Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Echinaceae radix oder die ganze Pflanze Echinaceae herba.
Anwendung: Nicht als Tee, da beim Trocknen die Wirkstoffe verloren gehen. Anwendung daher als Fertigpräparat oder als homöopathische Urtinktur. Die Dosierung der Präparate ist dem beiliegenden Beipackzettel zu entnehmen. Sie können sowohl vorbeugend, als auch direkt bei akuten Erkrankungen eingenommen werden. Um vorbeugend gegen Infektanfälligkeit zu wirken, empfiehlt sich die Einnahme von Echinacea D2 in der Dosis 3 mal 5 Globuli täglich über längeren Zeitraum (1 - 2 Monate). Im Akutfall (Influenza) tägl. 3 mal 5 Tropfen Urtinktur.
Inhaltsstoffe: Das antimikrobielle und entzündungshemmende Prinzip in der Sonnenhutwurzel sind Kaffeesäurederivate wie Cichoriensäure und Echinacosid; daneben ätherische Öle, Flavonoide, die Immunstimulation ist vor allem auf die Polysaccharide zurückzuführen und auf Alkylamide, v.a. Echinacin. Die Wirkung entsteht sicher nur durch die Gesamtheit dieser Inhaltsstoffe.
Heilwirkung: Die Wirksamkeit des Sonnenhuts beruht vor allem auf einer Anregung des körpereigenen Immunsystems. Echinacea ist zu einem der meist verkauften pflanzlichen Heilmittel geworden. Dennoch wird von manchen Wissenschaftlern der Echinacea jegliche Wirkung abgesprochen, da die Steigerung der Leukozytenzahl und vor allem der Granulozyten und Makrophagen nur bei parenteraler Wirkung im Tierversuch festzustellen ist. Eine Studie am ETH Zürich zeigte nun durch ein In- vitro- Experiment, dass die Alkylamide eine Bindung an die Rezeptoren der Immunzellen haben und damit die Fülle von Reaktionen in diesen ausgelöst wird. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Bildung von Zellen unseres Immunsystems; beispielsweise der Makrophagen, das sind die Fresszellen oder von T-Helferzellen angeregt wird und auch Botenstoffe des Immunsystems wie Interleukin, Interferon und Tumornekrosefaktor werden vermehrt produziert. Dennoch sind noch immer manche Wissenschaftler skeptisch, da ihnen das Studiendesign der bisher erfolgten Studien nicht ausreichend erscheint und Todesfälle in Zusammenhang mit Echinacea- Gaben vermutet werden (mittlerweile wurde bei einem Todesfall geklärt, dass die Ursache ein Leberversagen war). Echinacea ist sicher wirkungsvoll, es sollte aber unbedingt auf mögliche Risiken bzw. Nebenwirkungen und Gegenanzeigen aufmerksam gemacht werden.
Indikation: Stärkung des Immunsystems bei Anfälligkeit gegenüber Erkältungskrankheiten, vor allem bei beginnender Influenza, zur unterstützenden Behandlung von chronischen Infektionserkrankungen wie Nebenhöhlentzündung, auch Eierstockentzündung und Infekte der Harnwege. Sonnenhutpräparate schließen die gleichzeitige Gabe von Antibiotika nicht aus, diese gemeinsame Anwendung wird sogar empfohlen. Sonnenhutpräparate, auch in Form von Salben können unterstützend bei entzündlichen Hauterkrankungen und schlecht heilenden Wunden eingesetzt werden. Die antivirale Wirkung nützt man gegen Fieberblasen.
Echinacea sollte sofort nach den ersten Anzeichen einer Infektion genommen werden, womit der Krankheitsverlauf verkürzt werden kann. Auf dem Höhepunkt der Infektion noch Echinacea zu nehmen, bringt nichts.

Färberhülse (Baptisisa tinctoria)

Verwendete Pflanzenteile: Wurzeln, Baptisiae radix
Anwendung: Als Einzelmittel in Form der Urtinktur oder Baptisia D2 bis D6, Kombinationspräparat Esberitox (Baptisia, Thuja, Echinacea)
Inhaltsstoffe: Polysaccharide, Alkaloide, Isoflavonide, Cumarine, Glykoproteine
Heilwirkung: Da Baptisia in der Regel als Kombinationspräparat Esberitox verwendet wird, gibt es nur Studien mit diesem. Diese konnten aber zeigen, dass Esberitox im Indikationsgebiet „akute virale Atemwegsinfekte“ gegenüber der Placebokontrolle therapeutisch signifikant überlegen ist.
Indikation: Esberitox vorbeugend zur Immunstimulation, unterstützend zur Behandlung viraler Infekte wie Grippe, Schnupfen, aber auch Herpes, Gürtelrose, Pfeiffersches Drüsenfieber, etc
Anmerkung: Baptisia homöopathisch bei viralen Infekten mit einem starken Zerschlagenheitsgefühl und großer Erschöpfung, bei eitriger Angina (kann nichts Festes schlucken)

Lebensbaum Thuje (Thuja occidentalis)

Verwendete Pflanzenteile: Blätter und Zweige, Thujae occidentalis herba
Anwendung: Kombinationspräparat Esberitox, Thujentinktur äußerlich gegen Warzen
Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl (Ketone wie α- Pinen, Sabinen, Terpinen, Fenchon, Thujon), Polysaccharide, Glykoproteine
Wirkung: Die Thuje ist grundsätzlich als giftig einzustufen, wobei Vergiftungen hauptsächlich von Kindern bekannt sind, die Zweige gekaut hatten. Auch bei der missbräuchlichen Anwendung als Abortivum sind Vergiftungen bekannt. Neben dem ätherischen Öl enthält die Thuje auch Polysaccharide. Auf diese ist wissenschaftlich gut untersucht ihre immunstärkende Wirkung zurückzuführen. Man hat herausgefunden, dass die T- Zellbildung (T- Lymphozyten sind wichtige Bausteine des Immunsystems, deren Botenstoffe den B- Lymphozyten die Information zur Bildung der passenden Antikörper liefern) angeregt wird und die Bildung von Interleukin, einem dieser Botenstoffe. Dem ätherischen Öl ist eine starke antivirale Wirkung zuzusprechen, daher kann die Thuje auch äußerlich als Tinktur gegen Warzen eingesetzt werden. Homöopathisch als Einzelmittel nur als Thuja D6 zur Umstimmung bei massivem Warzenbefall oder als Thuja C30 vorbeugend gegen Impfschäden (vor allem Zeckenimpfung)
Anmerkung: Die Thuje wird in der Regel nicht alleine, sondern in Kombination mit Rotem Sonnenhut (Echinacea purpurea) und der Färberhülse (Baptisa tinctoria), die übrigens allesamt aus Nordamerika stammen, in Form des Fertigpräparates Esberitox in Apotheken angeboten. Dieses Mittel kann schon vorbeugend zur Stärkung des Immunsystems eingenommen werden. Vor allem ist aber der Einsatz bei Viruserkrankungen wie Influenza, Herpes- Infektionen, Gürtelrose, Pfeiffer’schem Drüsenfieber, etc zu empfehlen.

Taigawurzel (Sibirischer Ginseng, Eleutherococcus senticosus)

Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Eleutherococci radix.
Anwendung: Urtinktur
Inhaltsstoffe: Die Inhaltsstoffe differieren beträchtlich von jenen des Koreanischen Ginseng (deshalb sollte man besser bei dem Namen Taigawurzel bleiben), bei den Eleutherosiden handelt es sich um so unterschiedliche Stoffklassen, die als Eleuthersoid A, B, C, D bezeichnet werden. Für die Wirksamkeit wesentliche Inhaltsstoffe sind Lignane (z. B. Syringasinolglykoside) Phenylpropanderivate (z.B. Syringin), Cumarine, Triterpensaponine und Polysaccharide, besonders Pektine (Polygalakturonane) unterschiedlicher Natur (Phenylpropane, Kumarane, Lignane etc.)
Heilwirkung: Grundsätzlich kann gesagt werden, dass alle Ginseng-Arten eine adaptogene Wirkung haben. Als Adaptogene bezeichnet man Substanzen, die die Widerstandsfähigkeit des Körpers gegen von außen kommende Belastungen so stärken, dass normale Körperfunktionen nicht beeinträchtigt werden. Als immunstärkendes Mittel ist die Taigawurzel daher vor allem dort zu empfehlen, wo Stress - egal welcher Herkunft - dazu führt, dass man infektanfällig wird. In kontrollierten Doppelblindstudien konnte festgestellt werden, dass Taigawurzelpräparate vor allem die zelluläre Immunität- Makrophagen, T- Helferzellen, natürliche Killerzellen, die imstande sind, virusinfizierte Zellen und Tumorzellen anzugreifen, signifikant vermehren. Zusätzlich wird die humorale Abwehr- Interferone, Interleukine, etc positiv beeinflusst. Eine immunstimmulierende Eigenschaft kann der Taigawurzel daher sicher zugesprochen werden, auch dem amerikanischen Ginseng (Panax quinqefolius), nicht dem Koreanischen Ginseng (Panax ginseng).
Indikationen: Stressbedingte Erschöpfungszustände, stressbedingte Abwehrschwäche, überhaupt Abwehrschwäche bei Erwachsenen, Rekonvaleszenz. Begleitend zu Chemotherapie, überhaupt bei Krebs.

Studien zur Immunstimulation

Einen wesentlichen Beitrag zum immunstimulierenden Effekt liefern die Polysaccharide, sie stärken sowohl die humorale wie auch die zelluläre Immunantwort. Pektine mit einem hohen Galakturonsäureanteil können das Wachstum von Knochenmarkzellen fördern und die Entstehung von Tumormetastasen inhibieren. Auch im Tierversuch an der Maus vermag Eleutherococcus-Extrakt sowohl das zelluläre als auch humorale Immunsystem stimulieren. Die Stimulierung der Lymphozytenproliferation gilt ebenfalls als Hinweis auf immunstimulierende Effekte. In vitro-Untersuchungen an Spenderblut zeigten, dass Extrakte von Eleutherococcus, diese Wirkung erzielen, während kein Effekt von Extrakten des echten Ginseng (Panax ginseng) beobachtet wurden. Bei gesunden Probanden konnte nach 4-wöchiger Einnahme eines Fluidextraktes eine hoch signifikante Zunahme von T-Zellen und natürlichen Killerzellen im Blut festgestellt werden. In einer weiteren Studie an 50 Probanden wurde ein Fluidextrakt aus Eleutherococcus mit einem Frischpflanzenpresssaft aus Echinacea purpurea verglichen. Aus diesen Studiendaten ist zu schließen, dass mit Zubereitungen von Eleutherococcus die zelluläre Immunabwehr und die körperliche Leistungsfähigkeit gesteigert werden können.

© Miriam Wiegele

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