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Über die Schlüsselblume in der traditionellen Medizin

Schlüsselblumen kennen wir als Frühblüher im Garten und als Zierblumen in unterschiedlichen Formen und Farben. Bis meist vor Ostern erfreuen uns vielerorts in der Natur die Wiesen- und Waldschlüsselblumen mit ihrer gelben Pracht und den kleinen, nickenden Blütenständen. Die Himmelsschlüssel waren seit jeher Pflanzen der Götter. Viele Geschichten ranken sich um die Wiesenprimel und all diese wollen sagen, dass die Primel ein Schlüssel zur Anderswelt ist. Sie kommt aus dem Zaubergarten der Muttergöttin Freya oder Venus und erschließt mit ihrer magischen Kraft- durch Aufschließen des Himmelstors- den Frühling.

Primula, der Name ist die Verkleinerungsform von lat. primus, das bedeutet der Erste, ist also ein kleiner Erstling und gilt daher als einer der ersten Frühlingsblüher.

Die heilige Hildegard erwähnt die Schlüsselblume schon mit dem alten deutschen Namen „Hymelslozel.“ Im Mittelalter hat man die jungen Blättchen der Pflanze im Frühjahr als Salat gegessen, die ganze Pflanze bei Herzproblemen, Lähmungen, Arthritis und Gicht verwendet. Bis heute dient sie als Mittel bei Husten.

Die Frühlingsschlüsselblume oder Apothekerprimel (Primula veris oder früher officinalis) ist eine 20 cm hohe behaarte Staude. Die goldgelben, duftenden Blüten haben orangerote Flecken am Schlund. Der Kelch ist bauchig erweitert. Die Blüten sind zu einer nickenden, einseitig wendigen Dolde wie einem Schlüsselbund vereinigt. Die Blüten von der hohen Schlüsselblume (Primula elatior) sind schwefelgelb und werden ebenso verwendet. Schlüsselblumenblüten enthalten kleine Mengen an Saponinen und diese vorwiegend in den Kelchblättern, jedoch 3% Flavonoide und Spuren von ätherischem Öl. Angewendet werden heute die Blüten, die mit und ohne Kelch in den Handel kommen, zumeist als mild wirkendes Expectorans bei Husten, Bronchitis und Erkältungskrankheiten. Die Wurzeln beider Stammpflanzen enthalten Saponine sowie Phenolglykoside, deren Abbau beim Trockenen zu dem charakteristischen Geruch der Droge führt.

Aufgrund des Saponingehalts wirken Zubereitungen aus der Wurzel sektretomotorisch und als sekretolytisch wirksames Expektorans bei Katarrhen der oberen Atemwege, Husten und Verschleimungen.

Die Primelgewächse sind wie gesagt überwiegend ausgesprochene Frühlingsblüher und zeigen uns den Beginn der wärmeren Jahreszeit an. Aus dieser Signatur heraus eignet sich die Schlüsselblume gut als Mittel zur Vertreibung der Winterdepression aber auch ganzjährig bei Schlafstörungen. Auch Menschen die sich eingeengt fühlen oder überfordert sind, können in der Schlüsselblume eine helfende Pflanze finden. Sie unterstützt den Menschen in Phasen von Druck und Zwang, um innere Freiheit bewahren zu können, unangenehme Herausforderungen anzunehmen und sich nicht blockieren zu lassen. Bei Symptomen, die zu einem Gefühl eines körperlichen Überdrucks führen wie Spannungskopfschmerz hilft die Primula, auch im Hinblick auf ihre konstitutionellen Wirkungen. Die Signatur der Sonne zeigt sich in der Farbe der Blüten und beschreibt ihr Anwendung bei Herzbeschwerden und als Nervenstärkungsmittel. Hierzu wird zumeist ein Wein aus den Blüten bereitet.

In der humoralen Betrachtung sind sowohl Blüten als auch Wurzel warm und trocken. Bereits 1662 schrieb ein Arzt über die Qualitäten Schlüsselblume: „Sie wärmt, sie trocknet und erweicht, stillt Schmerzen“. Entsprechend sind auch ihre Säfte-optimierenden Einflüsse. Die Wirkungen sind besonders im Bereich Gehirn, Atem- und Verdauungswege sowie der Nieren sehr ausgeprägt. Die Einnahme von Zubereitungen aus der Schlüsselblume können unterstützend bei Beschwerden die durch kalte, gestaute aber auch durch gelbgallig verunreinigte Feuchtigkeit verursacht werden, helfen. Damit ist sie bei Skrofulose indiziert. Wird die Primel bei Beschwerden an den seriösen Häuten angewendet, so gilt sie bei stechenden und brennenden Schmerzen als Mittel der Wahl. Üblich ist dabei die Verwendung als Tinktur. Diese lässt sich aus der ganzen Pflanze bereiten.

Schlüsselblumenhonig

Ein bis zwei Handvoll Schlüsselblumenblüten werden gesammelt. Man lässt die Blüten anwelken, überführt sie in ein Marmeladenglas und überschichtet sie mit Honig. Mindestens zwei Wochen ziehen lassen. Als Honig ist Waldhonig für die Bereitung besonders geeignet.

Schlüsselblumenwein nach Maria Treben

Eine Flasche wird mit den ganzen frischen Schlüsselblumenblütendolden locker bis zum Hals gefüllt und mit naturreinen Weißwein übergossen. Die Blüten müssen bedeckt sein. Die Flasche wird, leicht verkorkt, 14 Tage in der Sonne stehen gelassen. Bei Herzbeschwerden werden fallweise ein Schluck vom Wein eingenommen, für Herzkranke ist die Einnahme von bis zu drei Esslöffel empfohlen.

Blogtext © Mag.a pharm. Dr.in Gabriele Kerber – Baumgartner

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"Traditionelle Medizin weltweit ist eine Möglichkeit, in einer Welt, die zusammenwächst, Gesundheit für alle Menschen zu ermöglichen. Dies wird in einer integrativen Form stattfinden, konventionelle Medizin zusammen mit traditioneller Medizin. Dieser Verein, bei dem ich Mitglied bin, soll diesen Prozess unterstützen."