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Die Organpflege im Jahreskreis II

Mai-Venus/Mars – Stier

Der Frühling erwacht gerade aus einem tiefen winterlichen Schlaf. Die Wiesen und Haine, die Sträucher und Bäume haben die innere Erderwärmung mit dem noch kühlen April- und Mairegen aufgenommen und strecken sich in die milder werdende Luft. Dieses erste Grün gibt die Erde nur zu dieser Zeit frei. Es ist ganz neu und frisch und zart, kraftvoll und durchdringend klar wie kein anderer Grünton. Hildegard von Bingen spricht vom Augenbad im Grün, sooft man kann, da es die Sehkraft unterstützt. In der Tat suchen unsere Augen wie von selbst nach den Frühlingsfarben. Dieses Grün und ein Hauch rosa, wie etwa das der Apfelblüte, die den Rosengewächsen angehört, ist auch die Farbe des Herzens. Voller Liebe weckt die Natur ihre Kinder. Voller Hoffnung erwartet die Welt dieses Erwachen in eine fruchtbare Zeit. Mit allen Sinnen nehmen wir sie in uns auf und beginnen, uns zu entfalten.

Was gibt es nicht alles zu feiern im MAIENMONAT: Maifeuer, Maibutter, Maibuschen, Hochzeit, Erstkommunion, Mai- oder Marienandacht. Sie sind der Mutter Maria, all den Müttern auf der Welt gewidmet, all den Göttinnen geweiht! Und im heutigen 21.Jahrhundert reflektieren wir besonders die Göttin in uns, Kräfte erfahrend, wie sie in dieser Konzentration das Wesentliche zum guten Leben auffordert. Ob in männlichen oder weiblichen Herzen stellt sich nicht die Frage, da die Göttin in allen Wesen wohnt. Bewusst oder unbewusst, mitgetragen oder bekämpft. Tief innendrin umhüllt von einem zarten Rosa zwischen Mond und Venus.

Die Geschichte schreibt im Westen heute noch von der Hartnäckigkeit des Stiers als ein Symbol, dessen sich v.a. Banken und Investitionsinstitute oder stürmische Powerelemente bedienen. Die himmelschreiendste Form bleibt nach wie vor der Stierkampf in spanischen Dörfern und Städten.

Die Persische und Ägyptische Tradition belebte einen sehr alten, demütigen und Früchte tragenden Stierkult. Apis (im Tempel zu Memphis) wurde nach seinem natürlichen Tod mit Osiris vereint und eine 70-tägige Staatstrauer anberaumt, in der verschiedene Bestattungsrituale vollzogen wurden. Letztendlich übergab man die Überreste dem heiligen Fluss Nil, um den Kreis des Fruchtbaren dankend zu schließen und zu erneuern.

Die Körperbereiche Kiefer mit Zähnen, Ohren, Hals, Kehlkopf, Stimmbänder, Mandeln, Schilddrüsen, Nacken und Schultern sind im Stiermonat und an Stiertagen besonders empfindlich und nicht sonderlich belastbar.

Zugluft ist etwas, was Stiergeborene nicht aushalten können. Einer Ohrenentzündung sollte mit einer Kopf-, bzw. Halsbedeckung präventiv entgegengewirkt werden. Meistens wirkt ein dünner Seidenschal zur rechten Zeit. Grundsätzlich ist die Ausbildung der Ohren eine der ersten Entwicklungsphasen des Embryos im Mutterbauch. „Nada brahma – die Welt ist Klang“ wäre wohl die schönste Begleitschwingung zum Eintritt ins Erdenleben. Die innere Stimme sagt: “Was ich da zu hören bekomme, tut mir weh und macht Angst.“ Kind leidet sehr häufig unter gereizten Gehörgängen. Die Welt, in die es hineingeht, ist voller neuer Wahrnehmungen, die so manchen Säugling zu überfluten drohen. Mit allen Sinnen leben muss erst gelernt werden. Eine Art Adaption ist angesagt und wenn es gar nicht anders geht, „stellt man auf Durchzug“, was allerdings nicht die Lösung ist. Ferrum phosphoricum-Gaben oder/und ein feuchtwarmes Heublumen-Kissen aufgelegt, können zu Beginn einer Otitis media die Entzündung schnell lindern oder ausheilen. Die Königskerze (Verbascum thapsus), aus Kraut und Blüte im Aufguss zubereitet oder als Muttertinktur verabreicht, kühlt heiße Entzündungen der oberen Luftwege, lindert Husten und reinigt Bronchien und Drüsen. Woher diese Symptome kommen, sollte in einer professionellen Befundung und Befragung festgestellt werden, um ein Gesamtbild der Konstitution ablesen zu können! Ein Stiergeborener ist immer für Aufklärung bereit. Ihn interessieren Prävention wie auch höhere Zusammenhänge einer bestimmten Situation ganz besonders. D.h., ein analytischer Zugang ist ihm in die Wiege gelegt worden.

An der Halsregion stellen Zugluft oder andere herausfordernde Situationen wie etwa eine Rede, ein Chorkonzert mit Solo so manche von jetzt auf gleich beginnende Halsentzündung mit Tonsilla pharyngea (Rachenmandeln), Tonsilla palatina (Gaumenmandeln) und Tonsilla lingualis (Zungenmandeln) her, oder es kommt ein plötzlicher Stimmverlust auf. Der Odermennig (Agrimonia eupatoria) gilt als eines der „Sängerkräuter“, das so manchen musikalischen Auftritt zu retten imstande ist. Als Muttertinktur geeignet, in Form von Tee hinreichend, kühlt und pflegt er die überhitzten oder überreizten Stimmbänder. Die geistige Einladung zu Gaumen-, Rachen- und Zungen-Mandelentzündungen fordert auf, den verbalen Ausdruck zu finden für das, „was auf der Zunge liegt“, anstatt es herunterzuschlucken.

Kinder leiden häufig an Erkrankungen im Kopfbereich, der oberen Luftwege und Halsregion. Viele Zahn- und Halserkrankungen werden von den dort als Wächter sitzenden Lymphknoten in Schach gehalten. Schwellen sie an, kann dies auf viele weitere Krankheitsbilder aufmerksam machen! Nicht nur Erreger von außen, sondern auch generelle Verschleimungen und Verschlackungen durch Lebensmittel wie z.B. Milch und deren Produkte wie Käse, können zu Verstopfungen des komplexen Lymphsystems führen. Die Braunwurz (Scrophularia nodosa) beschreibt eine Pflanze, die diese Knoten als Wurzelgruppe veranschaulicht. Sie vermittelt in ihren Säften Schleim lösende Eigenschaften von verdichteten oder verklumpten Schlacken. Auch das Labkraut (Galium verum) bietet seine lymphreinigenden Dienste an. Venus selbst hat sich um seine Zartheit und Lockerheit gekümmert. Für mich gehört eine Muttertinktur daraus begleitend zu jeder Frühjahrskur. Ob als Tee oder Muttertinktur für 6 Wochen beteiligt sie sich an diesem neu anzuregenden Säfte-Austausch, den die Natur zu dieser Zeit sowieso vornimmt. Dabei ist die Zusammenarbeit zwischen Lymphsystem und Darm zu betonen, da bereits im Säuglingsalter das Milieu für Abwehrmechanismen versus Verschlackung angelegt wird.

Den Nacken mit ätherischem Pfefferminzöl zu entspannen, wirkt kühlend, ausdehnend und Nerven beruhigend, trägt man ca. 4 Tropfen auf 1 TL Trägeröl auf und massiert die entsprechende Partie ein. In meiner Kindheit hieß es dazu: „Der Schuss vergeht, die Hexe bleibt!“ Das ätherische Pfefferminzöl weist noch viele weitere wohltuende Eigenschaften auf wie z.B. Klärung geistiger Überforderung, Kühlung bei Fieber, Überhitzung oder generellen Muskelverspannungen. Halserkrankungen reichen über den inneren Zweig des Herzmeridians bis zur Achselhöhle, der den Unterschulter-Blattmuskel berührt und an seiner Armgelenkspitze ein ausleitendes Ventil findet. Betrachten wir den Blasenmeridian in seiner absteigenden Leitbahn, können wir am Haaransatz des Hinterkopfes einen wichtigen Teil des Rückenstreckers, sowie den gleich anschließend schulterwärts liegenden oberen, trapezförmigen Muskel mit in die Entlastungsdynamik hereinnehmen.

Die Aufgaben der Schleimhäute und des Lymphsystems sind komplex. Sie leisten von Kopf bis Fuß Hervorragendes zum allgemeinen Wohlbefinden. Man könnte sagen: ist das Lymphsystem in seiner reinigenden Funktion unterstützt, belebt es den ganzen Körper! Daher macht es Sinn, sie immer wieder einer Reinigung zu unterziehen, gerade im Frühjahr und im Herbst. Sie unterscheiden sich in Größe und Anordnung zwischen männlichen und weiblichen etwas, aber auch in ihren Funktionen:

  • Hormon=griechisch=Erreger, je nach Disposition anregend oder hemmend wirksam
  • Hormone werden von den wichtigsten endokrinen Drüsensystemen produziert
  • Hormone fließen unmittelbar in das Blutsystem (innersekretorisch)
  • Spirituell/organischer Aspekt: alle tragen bei zur Steuerung von Energie, Knochenwachstum, Kalziumspiegel im Blut, Salz-, Wassergleichgewicht im Blut, Körpertemperatur, Hunger, Durst. Fortpflanzung, infektionsabwehrende weiße Blutkörperchen, Blutzucker, lokale Immunabwehr und sehr vieles mehr.

HORMONE und SCHLEIME wirken ja in unserer ersten Zeugungsinformation als Suchbild zwischen zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechtes als erste Datenangleichung der sich zu entwickelnden Menschwerdung. Der dritte Aspekt der Selbstentscheidung fällt damit, im angehenden Leben die Aufgaben zu übernehmen, die wir individuell als Spirit gewählt haben: zwischen Mutter und Vater, Geschwistern, Gesellschaft, Region, Land, Staat, Kontinent im Zusammenwirken mit der Erdenseele. Das menschliche „Lymphwasser“, das darin angereichert wurde, gleicht einer beinahe transparenten Lösung mit klebrigen Eigenschaften und erinnert stark an das Lymphwasser eines Baumes wie etwa der Birke im Frühling, die hunderte von Litern reinster Flüssigkeit entgegen der Schwerkraft in ihre Zweigspitzen befördert: glukoseähnlich, leicht süßlich, beinahe klar und als schwereloses Liquid. Das Resultat ist die Nährlösung für die Knospen und Blätter und eben diese Signatur weist auf lymphreinigende, belebende und -stärkende Eigenschaften hin. Die Inhaltsstoffe bestätigen diese Wirkung auch für uns zur Lymphreinigung und Kräftigung. Gemmotherapie als Konsistenz lehnt daran an. Das Mittel aus Moorbirke (Betulla pubescens) kommt zum Einsatz, wenn es sich um Entzündungen der Schleimhäute oder Schilddrüsen-Unterfunktion handelt. Walnuss (Juglans regia) als Lymphdrainage, zusammen mit Edelkastanie (Castanea sativa) kann bei schlechter Zirkulation Abhilfe schaffen.

Der seelischen Komponente kann die Frage nach der feinstofflichen Abgrenzung dienlich sein. Wo bringe ich mich inwiefern ein, was geht mich nichts an, wie sehen die Fallen aus, in denen ich mich immer wieder verhänge. Wenn sich körperliche Zeichen deutlich schwankend verschlimmern, werden Faktoren derart sichtbar, dass zwischen Hyper- und Hypofunktion oder Zwischenstadien sich gerade bei Frauen als Schwankungen zeigen, die besondere Untersuchungen erfordern, da Hormontätigkeiten eine wesentliche Rolle spielen.

Neben einer klinisch gut durchgearbeiteten Diagnose dürfen Heilpilze wie Reishi, Maitake, Shiitake und/oder schleimlösende Kräuter wie Eibisch, Malve, Zinnkraut ihre Heilwirkung am Menschen vertrauensvoll erproben. Jeder kennt ja das vielseitig funktionable Zitronenwasser, heute angereichert mit 1 EL Honig und 1 TL Gelbwurzpulver auf 1 L abgekochtem Wasser, morgens nüchtern begonnen, als nicht nur schleimlösend, aber auch Darm entlastend und somit Galle/Leber-reinigend.

Sollte sich ein Hallux valgus bemerkbar machen, zeugt er nicht selten von einer Schilddrüsen-, bzw. Milzdisposition, die auf allen Ebenen genauestens abzuklären ist, bevor eine OP in Erwägung gezogen wird. Schilddrüsen stehen im allgemeinen und spirituellen Kontext für Transformationsprozesse, die wiederum zwischen inneren und äußeren Befindlichkeiten aufgabenbezogen, einer spezifischen Ausrichtung höherer Einflüsse anvertraut werden können.

Blogtext © judithwieser.com

Das sagen unsere Mitglieder

Mag. Dr. Michaela Noseck-Licul

"Der TEM-Fachverein hat sich unter anderem zwei Dinge zum Ziel gesetzt, die mir sehr wichtig sind. Zum einen geht es darum, überliefertes Wissen für heutige Bedürfnisse zu nutzen und dabei die Zusammenarbeit mit der modernen Medizin zu suchen. Zum anderen soll die Gesundheitskompetenz der Menschen gefördert werden, in dem Wissen um die gesundheitsförderlichen Aspekte der TEM vermittelt wird. Das ist auch mir ein Anliegen, daher unterstütze ich den Verein."

Dr.med.Gerhard Kögler

"Traditionelle Medizin weltweit ist eine Möglichkeit, in einer Welt, die zusammenwächst, Gesundheit für alle Menschen zu ermöglichen. Dies wird in einer integrativen Form stattfinden, konventionelle Medizin zusammen mit traditioneller Medizin. Dieser Verein, bei dem ich Mitglied bin, soll diesen Prozess unterstützen."